Der Landkreis Eilenburg war vom 17. Mai 1990 bis zum 1. August 1994 ein Landkreis im Freistaat Sachsen.
Geschichte Der Landkreis Eilenburg entstand am 17. Mai 1990 durch ein GesetzDurch Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990, im Gesetzblatt der DDR 1990, Band I, S. 255, Online (PDF). aus dem Kreis Eilenburg. Bei der Kreisreform am 1. August 1994 wurde der Landkreis aufgelöst und größtenteils in den neuen Landkreis Delitzsch eingegliedert, welcher seinerseits nach der Kreisreform am 1. August 2008 in den Landkreis Nordsachsen eingegliedert wurde. Die Gemeinden Audenhain und Mockrehna kamen dagegen zum neuen Landkreis Torgau-Oschatz. Die letzte Tagung des Kreistages Eilenburg fand am 27. Mai 1994 statt.
Geographie Der Landkreis lag an der Mulde und hatte an der Dübener Heide Anteil.
Bevölkerung Einwohnerzahl Die Einwohnerzahl des Landkreises Eilenburg lag am 3. Oktober 1990 bei gut 50.220. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung überwog mit etwa 26.000 leicht gegenüber dem männlichen Anteil, der bei etwa 24.500 lag. Ende 1993 umfasst die Wohnbevölkerung nur noch 48.877.
Erwerbstätigkeit Arbeitsplatzverteilung 1990 Gesamt 25.300 Industrie 5.300 Bauwesen 1.800 Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft 6.400 Verkehrs-, Post- und Fernmeldewesen 1.400 Handel 2.100 Gesundheits- und Sozialwesen 1.700 Bildung 1.700 Sonstige 4.900 Der Landkreis Eilenburg hatte bis 1990 nahezu Vollbeschäftigung. Im September 1991 lag die Arbeitslosenquote bereits bei etwa 16 Prozent.
Bevölkerungsdaten der Städte und Gemeinden Bevölkerungsübersicht aller 31 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.Regionalregister Sachsen
AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha) 03.10.1990 31.12.1990 14023010 Audenhain 1.096 1.101 2.047 14023020 Authausen 553 550 1.254 14023030 Battaune 364 366 1.106 14023040 Doberschütz 1.141 1.131 1.226 14023050 Bad Düben, Stadt 8.789 8.744 2.243 14023070 Eilenburg, Stadt 20.853 20.688 3.235 14023090 Glaucha 338 339 941 14023110 Gotha 384 370 1.129 14023160 Hohenprießnitz 942 939 1.071 14023170 Jesewitz 1.040 1.028 1.404 14023180 Kospa-Pressen 723 728 1.449 14023190 Kossa-Durchwehna 789 787 3.210 14023200 Krippehna 496 518 1.636 14023210 Laußig 2.530 2.516 2.654 14023220 Liemehna 564 553 1.474 14023230 Mockrehna 1.710 1.690 3.054 14023250 Mörtitz 665 665 1.226 14023260 Naundorf 761 728 1.608 14023270 Paschwitz 539 538 1.590 14023280 Pehritzsch 389 389 1.219 14023290 Pressel 1.052 1.047 2.890 14023320 Schnaditz 287 285 814 14023330 Schöna 320 322 691 14023340 Sprotta 873 865 1.077 14023350 Strelln 539 533 888 14023360 Tiefensee 294 289 1.279 14023380 Wellaune 238 235 209 14023390 Wildenhain 473 467 2.274 14023400 Wildschütz 418 420 540 14023410 Wöllnau 318 315 1.753 14023430 Zschepplin 742 739 1.743 14023 Landkreis Eilenburg 50.220 49.885 48.937
Gebietsveränderungen Die Anzahl der Gemeinden verringerte sich von 31 auf 27. Auflösung der Gemeinde Wellaune – Eingliederung nach Bad Düben (20. Dezember 1992) Zusammenschluss der Gemeinden Gotha, Jesewitz, Liemehna und Pehritzsch zur neuen Gemeinde Jesewitz (1. März 1994)
Verkehr Durch den Landkreis verliefen neben den Bundesstraßen 2, 87, 107 und 183 auch die Bahnstrecken Leipzig–Eilenburg und Halle–Cottbus, Pretzsch–Eilenburg und Wurzen–Eilenburg. 1990 gab es in den Grenzen Landkreises Eilenburg zwölf Personenbahnhöfe. Der Bahnhof Eilenburg war Halt von Schnellzügen und später Interregio-Zügen.
Einzelnachweise
Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Landkreis Nordsachsen) Eilenburg Kategorie:Aufgelöst 1994