mini|Oberfläche einer Heraklithplatte Heraklith ist eine Marke von Holzwolle-Leichtbauplatten (abgekürzt HWL-Platten) des österreichischen Herstellers Knauf Insulation GmbH (ehemals Heraklith GmbH). Das Unternehmen mit Hauptsitz in Fürnitz in Kärnten gehört seit 2006 zum deutschen Unternehmen Knauf und tritt seit Dezember 2007 in Deutschland und Österreich unter dem einheitlichen Namen Knauf Insulation GmbH auf. Der Markenname Heraklith wird jedoch weiterhin für die vom Unternehmen hergestellten Holzwolle-Dämmplatten verwendet.
Heraklith-Holzwolleplatten bestehen hauptsächlich aus dem Dämmstoff Holzwolle und den mineralischen Bindemitteln Zement oder Magnesit. Sie werden seit Jahrzehnten in den Bereichen Wärmedämmung, Brandschutz und Schalldämmung eingesetzt und zählen zu den hochwertigen, natürlichen Dämmstoffen. Aufgrund ihres Aussehens werden Heraklith-Platten scherzhaft auch Sauerkrautplatten genannt.
Geschichte Das Wort Heraklith leitet sich aus den Wörtern Herkules (griechisch ‚Herakles‘) und lithos (altgriechisch ‚Stein‘) ab; damit sollte die Haltbarkeit und Zuverlässigkeit des Materials vermittelt werden.PDF der Zeitschrift Wärmeschutz * Kälteschutz * Schallschutz * Brandschutz. Heft 65/2011 S. 17–19
Der Wiener Robert Scherer meldete 1907 beim Kaiserlich-Königlichen Patentamt das österreichische Patent für ein Verfahren zur Herstellung eines feuersicheren, leichten, porösen Materiales an. Bald nach den ersten Einsätzen 1914 wurde die Mischung durch industriell hergestellte Fertigmauerteile ersetzt, welche unter dem Namen Heraklith produziert wurden.
Die Geschichte der Fertigung von Heraklith ist mit der Entdeckung von Magnesit in Radenthein (Oberkärnten) (1908) und der Verarbeitung von Magnesitstaub ab 1923 im an der Tauernbahn gelegenen Ferndorf an der Drau verbunden.
Mit der Einführung der Heißgas-Härtung von Materialschiefer wurde die Produktpalette erweitert und das Unternehmen expandierte weltweit.
Die Produktionskapazität von Heraklith stieg in den 1950er Jahren gemeinsam mit dem Wachstum der Bautätigkeit in Europa signifikant an. So verkaufte Heraklith Mitte der 1960er Jahre rund 17 Millionen Quadratmeter HWL-Platten in Deutschland. Im Jahr 2006 wurde die Heraklith GmbH von der Knauf Insulation GmbH übernommen. Heraklith bleibt als Handelsname für die HWL-Platten bestehen, die Produktpalette wird erweitert und gestärkt. Presseseite von Heraklith, abgerufen am 2. Mai 2017, abgerufen am 2. Mai 2017
Umweltaspekte Einige Zeit wurde vermutet, dass Heraklithplatten Asbest enthalten und somit gesundheitsschädlich sein könnten und gesondert entsorgt werden müssen. Asbest wurde bei der Produktion von Heraklithplatten jedoch niemals hinzugefügt.Heraklithplatten: Herstellung, Einsatz und Entsorgung, Artikel auf energie-experten.org, abgerufen am 9. Mai 2017 In einzelnen Fällen wurden in den Holzwolle-Leichtbauplatten ein erhöhter Gehalt an polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen festgestellt. Grund dafür ist wahrscheinlich die Verwendung von Altholz wie Eisenbahnschwellen als Materialrohstoff.Rückbau von Gebäuden unter Berücksichtigung von Schadstoffen in Plattenwerkstoffen, Bayerisches Landesamt für Umwelt (PDF), abgerufen am 16. September 2018
Typen Heraklith Die Heraklith-Platte besteht aus Holzwolle und mineralischen Bindemitteln, vor allem Zement oder Magnesit. Sie dient der Wärmedämmung bei Gebäuden sowie industrieller Anwendung, als Putzgrund sowie als Deckenplatte zur Schalldämpfung. Stärkere Platten gibt es auch mit Nut-Feder-Verbindung, dünnere mit Stufenfalz.
Heradesign Design-Akustikplatten zur Deckenverkleidung, teilweise mit zusätzlicher mineralischer Akustikdämmschicht.
Tektalan Nicht brennbare Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Steinwolle-Kern zur Schall- und Wärmedämmung. Einsatzgebiet sind zum Beispiel Tiefgaragen.
Heratekta Holzwolle-Mehrschichtplatte mit Polystyrol-Kern zur Wärmedämmung. Die Kombination mit Polystyrol verbessert die Wärmedämmeigenschaften.Heraklith-Produktübersicht, abgerufen am 2. Mai 2017
Einzelnachweise
Kategorie:Unternehmen (Bezirk Villach-Land) Kategorie:Baustoffhersteller Kategorie:Finkenstein am Faaker See Kategorie:Produzierendes Unternehmen (Holz) Kategorie:Markenname Kategorie:Unternehmensgründung 1908