mini|hochkant=1.35|Teningen (rechts, links vorn Köndringen); Blick von Nordwesten

Teningen () ist eine Gemeinde im Südwesten Baden-Württembergs. Sie liegt rund drei Kilometer westlich der Kreisstadt Emmendingen und rund 20 Kilometer nördlich von Freiburg im Breisgau.

Geographie Lage Teningen liegt am Rande der Vorbergzone des Schwarzwaldes. Ein Teil der Gemarkungsfläche erstreckt sich auch auf die Elzniederung sowie die Dreisamniederung in der Freiburger Bucht, aus der sich etwa 70 Meter hoch der Nimberg bei Nimburg erhebt.

Geologie Der geologische Untergrund der Vorbergzone wird von Buntsandstein oder Muschelkalk gebildet, diese sind mit mehr oder weniger mächtigen Lösspaketen überdeckt. Insbesondere im Übergangsbereich der Vorbergzone zur Elzniederung sind die Lössschichten besonders mächtig. Die Elz selbst bildet alluviale Kies- und Sand­ablagerungen, auf denen früher vor allem Wiesenwirtschaft betrieben wurde, heute sind diese Flächen vielfach für den Ackerbau umgebrochen. Unter Geologen bekannt ist die sogenannten „Landecker Verwerfung“ in Landeck, die oberhalb des Ortes direkt an der Straße sichtbar ist und ein vielfach besuchtes Exkursionsziel geologischer Lehrveranstaltungen darstellt.

Gemeindegliederung Die Gemeinde Teningen besteht aus vier Ortsteilen: dem Kernort Teningen und den bis 31. Dezember 1974 selbständigen Orten Heimbach, Köndringen mit Landeck und Nimburg mit Bottingen.

Klima Der Köppen-Klimatyp ist die warm- feucht gemäßigte Klimazone (Ozeanisches Klima). Es gilt jedoch besonders im Sommer und immer mehr im Winter eine feuchte subtropische (Cfa) Prägung aufgrund der mittleren Temperaturen im Juli und August knapp unter 22 °C. Aufgrund der Nähe zum Schwarzwald fällt jedoch das ganze Jahr über mehr Regen als in der Oberrhein-Ebene.

Die Stadt liegt in der Nähe des Kaiserstuhls, einer Reihe von Hügeln vulkanischen Ursprungs, die einige Kilometer entfernt liegen. Der Kaiserstuhl erwärmt die Gegend deutlich, so dass Teningen in eine der wärmsten Regionen Deutschlands fällt.

Geschichte Deninga wird erstmals 972 als Besitz des Klosters Einsiedeln erwähnt. Offenbar gehörte der Ort zu dem Breisgauer Gut, das König Otto I. schon 952 dem hochverräterischen Grafen Guntram entzogen und dem loyalen Kloster übereignet hatte. Wie bei Köndringen und Bottingen lässt auch hier die Endung „-ingen“ im Namen auf eine alemannische Gründung im 5./6. Jahrhundert schließen.

Im 11./12. Jahrhundert gehörte Teningen zu den Kernorten der gräflich nimburgischen Herrschaft. Um 1120 ist ein Ortsadel bezeugt, der sich außer an die Grafen auch an die Herzöge von Zähringen enger angeschlossen hatte. Anscheinend ging Teningen – wie Nimburg – nach 1250 als Straßburger Lehen an die Grafen von Freiburg über. In deren Auseinandersetzungen mit ihrer Stadt brannten 1306 Freiburger Bürger Teningen nieder.

1356 erscheinen die Markgrafen von Hachberg als Ortsherren. Von ihnen kam Teningen 1415 durch Kauf an die Markgrafen von Baden, in deren Territorialverband das Dorf seither verblieb und die zur Aufbewahrung der ihnen zustehenden Zehntabgaben die Zehntscheuer erbauten. Nach der Reformation 1556 hat sich die heutige evangelische Kirche Teningen als einzige von zwei mittelalterlichen Kirchen im Dorf erhalten.

Der Dreißigjährige Krieg und die folgenden Kriegszeiten des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts brachten – wie überall in der Region – für Bevölkerung und Wirtschaft einen schweren Rückschlag.

Zwischen 1770 und 1776 war Teningen neben Bahlingen und Dietlingen eines der Musterdörfer in der Markgrafschaft Baden, in dem das ökonomische System des Physiokratismus eingeführt wurde. Es war der weltweit einzig bekannte Versuch einer praktischen Erprobung dieser Wirtschaftstheorie, zu deren Anhängern in Deutschland der Nationalökonom Johann August Schlettwein gehörte, der Markgraf Karl Friedrich von diesem System überzeugt haben soll. Die zentrale These des Physiokratismus, der in Frankreich entworfen wurde, lautet, dass die Landwirtschaft die einzige Quelle des Reichtums sei und die Wertschöpfung nur in diesem Wirtschaftssektor erfolge. In Dietlingen begann der Versuch 1770 und wurde nach einer Modifikation (1795) im Jahr 1801 definitiv abgebrochen. In Bahlingen und Teningen begann der Versuch, bei dem unter anderem die sogenannte „Einsteuer“ (impôt unique) eingeführt wurde, 1771 und wurde bereits 1776 wieder beendet.

Im 18. Jahrhundert erlebte Teningen einen wirtschaftlichen Aufschwung durch den Hanfanbau, in dem es sich zu einem Hauptproduzenten entwickelte. Vom dadurch bewirkten Wohlstand der Gemeinde und einiger bäuerlicher Familien zeugen die sehenswerten Gebäude am Rathausplatz oder das Heimatmuseum Menton. Bei der Bildung des Großherzogtums Baden (1806) gehörte der Ort als altbadische Gemeinde zum Kernbestand des Oberamtes Emmendingen.

Die Bedeutung des Hanf- und des Tabakanbaus ließ Anfang des 20. Jahrhunderts mit der einsetzenden Industrialisierung nach. Schon 1771 hatte es in Teningen eine Hammerschmiede gegeben, aus der das Eisen- und Hammerwerk und die Maschinenfabrik hervorgingen. Teningen wurde zum Vorreiter der Industrialisierung im Kreis Emmendingen und ist heute die zweitgrößte Industriegemeinde im Landkreis. 1910 wurde die Aluminium GmbH gegründet, die als eine der ersten Fabriken in Deutschland Aluminiumfolie produzierte. 1932 kam die Frankfurter Kondensatorenfabrik FRAKO hinzu. Eine rasche Veränderung der Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als in der Gemeinde auch viele grundlegende Infrastrukturmaßnahmen durchgeführt wurden, war die Folge.

Die Industrialisierung schuf auch ökologische Folgeprobleme und Altlasten. Ab dem Jahr 1954 wurde an der Autobahn ein kleiner Baggersee, also offen liegendes Grund- und damit Trinkwasser, mit Haus- und Industriemüll verfüllt. Besonders problematisch waren die PCB-haltigen Kondensatoren der Köndringer Firma FRAKO, aber auch die Abfälle des Teninger Tscheulinwerks.

Am 1. Januar 1975 wurden die bis dahin selbstständigen Gemeinden Heimbach, Köndringen und Nimburg eingemeindet.

Heimbach links|50px mini|hochkant|Pfarrkirche St. Gallus, Heimbach Ein Chronist des Klosters St. Gallen berichtet im 9. Jahrhundert von einem Heimbach („villam quae Hembach nuncupatur“), womit der heutige Teninger Ortsteil gemeint sein könnte. Eine 1810 abgebrochene, durch einen von 1774 bis 1777 entstandenen Neubau gleichen Namens ersetzte St.-Gallus-Kirche weist auf eine Verbindung zum Kloster St. Gallen. Der Name Heimbach ist allerdings so häufig, dass auch andere Orte für sich in Anspruch nehmen, schon so früh urkundlich genannt worden zu sein.

Bis 1520 hatte Heimbach in der Familie Roeder sowie dem Kloster Schuttern zwei Herrschaften. In jenem Jahr erwarben die Klosterherren den Anteil des verstorbenen letzten Roeder mit allen Rechten und Pflichten für die Bewohner. 1527 kam das Dorf dann an die Stürtzel von Buchheim. Deren Nachkommen verkauften die Herrschaft 1604 an das Kloster Tennenbach, das es 1621 an Johann Dietrich von Hohenlandenberg verkaufte. Hans Wilhelm von Goll kaufte Heimbach von dessen Familie 1652. Über den Freiherrn von Duminique und die Freifrau von Ulm kam es schließlich in die Hände der Freiherren von Elverfeldt, die das Schloss Heimbach heute bewohnen. Im Jahr 1787 gründete der letzte Abt von Schuttern eine eigene Pfarrei in Heimbach.

Seit der frühen Neuzeit hatte Heimbach zum habsburgischen Vorderösterreich gehört, sodass hier die Reformation nicht eingeführt wurde. 1805 ging der Ort dann an das Großherzogtum Baden.

Vom Mittelalter bis 1787 teilte sich der Ort mit Köndringen, Malterdingen und Mundingen die große Waldallmende „Vierdörferwald“. Im Heimbacher Teil dieses Waldes befinden sich als Naturdenkmale mehrere Buntsandsteinbrüche, die auf eine bis ins Mittelalter zurückreichende Steinhauertradition verweisen. Aus diesen Steinbrüchen bezog auch die Bauhütte des Freiburger Münsters den besonders harten roten Sandstein für ihre Arbeit.

Wirtschaft Heimbach ist ein Weinort. Bekannte Lage ist der Heimbacher Bienenberg, wo die Rivaner-Rebe angebaut wird.

Köndringen links|50px mini|Köndringen: Evangelische Kirche mit Pfarrhaus Wie die meisten der auf „-ingen“ endenden Orte dürfte Köndringen bereits im 6., 7. oder 8. Jahrhundert als alemannische Siedlung entstanden sein. Derartige Siedlungen entstanden oft an Orten, an denen bereits die Römer Bauten errichtet hatten.

Erstmals wird Köndringen in einer Urkunde Kaiser Ottos II. vom April 997 erwähnt, in der der Kaiser dem elsässischen Kloster Murbach die Immunität, das Recht zur Wahl des Abtes sowie die Befreiung von Zöllen bestätigt. Diese Urkunde, in der zwei Höfe in „Chunringia“ sowie ein „loco Niwnburch“, also der Teninger Ortsteil Nimburg, erwähnt werden, ist allerdings eine Fälschung.

Landeck mini|Landeck Landeck ist sowohl hinsichtlich seiner Fläche als auch der Einwohner nur ein kleiner Ort innerhalb der Gemeinde Teningen, der vor der Eingemeindung zu Köndringen gehörte. Der Ort besteht aus der Burg Landeck sowie der kleinen dazugehörenden Siedlung mit Gebäuden, deren Entstehung sich teilweise bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen lässt. Im Wesentlichen ist der Ort bis heute durch landwirtschaftliche Gebäude geprägt, hinzu kamen in den vergangenen Jahrzehnten wenige neue Baugebiete.

Geschichte Erste schriftliche Hinweise auf den Ort reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der Name von Burg und Siedlung wurde erstmals 1260 erwähnt. Im Jahr 1300 verkaufte Heinrich von Geroldseck die Burg an die Johanniter in Freiburg, die sie ihrerseits kurz darauf mit dem Ritter Johann Snewlin, einem Freiburger Patrizier, tauschten. Ort und Burg blieben bis zum Ende des 15. Jahrhunderts in der Familie der Snewlin. 1511 kam ein Teil der Burg Landeck an die Markgrafen von Baden, 1538 die gesamte Burganlage mit Siedlung. Seither wurden die Besitzungen vom ebenfalls markgräflichen Köndringen aus verwaltet.

Bereits im 18. Jahrhundert hatte Landeck eine eigene Schule. Das Schulhaus in Landeck wurde 1768 von der Gemeinde Köndringen gebaut. Politisch war Landeck ein Nebenort von Köndringen. Es wurde von Köndringen verwaltet, hatte eine eigene Gemeindekasse und war mit einem Stabhalter sowie einem Gemeinderat in Köndringen vertreten. Unter den Nationalsozialisten wurde der Ort 1935 nach Köndringen eingemeindet.

Bauwerke mini|Burg Landeck Die Doppelburg Landeck prägt den Ort. Die Burganlage entstand im 13. Jahrhundert durch die Herren von Geroldseck und wurde in der Folgezeit mehrfach ausgebaut. Später ging der Besitz an die zum Landadel gehörenden Schnewlin Landeck über, was dazu führte, dass um die Burg gestritten wurde.

Der Palas der Oberen Burg ist noch mit drei Außenwänden, eine mit Giebel, erhalten. In den Wänden sind mehrere Kamine sichtbar. In der eher für repräsentative Zwecke gebauten Unteren Burg ist vor allem der Rest einer Kapelle augenscheinlich.

Nimburg links|50px mini|Bergkirche in Nimburg Nimburg liegt etwa vier Kilometer südwestlich des Kernorts von Teningen zwischen den Flüssen Dreisam im Südwesten und Glotter im Nordosten unweit der A-5-Anschlussstelle „Teningen“. Nimburg sowie sein Ortsteil Bottingen lehnen sich an den dort verlaufenden Nimberg an, der sich in diesem Bereich bis zu 70 Meter aus der Ebene erhebt.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Nimburg bereits im Jahr 977. Im ausgehenden 11. Jahrhundert wurden die Grafen von Nimburg, Gefolgsleute der in jener Zeit mächtigen Herzöge von Zähringen, erwähnt, die unter anderem Teilnehmer der Kreuzzüge waren. Sie hatten auch eine Burg, die Burg Nimburg, die jedoch nicht mehr vorhanden ist.

1456 stiftete Markgraf Karl von Baden ein Antoniterkloster, in dem vor allem die vom Antoniusfeuer befallenen Kranken behandelt wurden. Vom Kloster ist allein die Kirche, die Nimburger Bergkirche, erhalten.

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