mini|hochkant|4-Gänge-Menü für eine Hochzeitsfeier in Kärnten (2010) Als Menü (im 19. Jahrhundert aus für „klein“, „Kleinigkeit“ entlehntUrsula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1982, S. 315) bezeichnet man eine Kombination von Speisen, die aus mehreren Gängen besteht. Geschichte mini|Menü des Festessens im Hotel Kaiserhof in Porta Westfalica anlässlich der Ein­weihung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals 1896

Bereits die Esskultur im Römischen Reich bestand aus Vorspeise (), Hauptgericht () und Nachspeise (). Viele Gastmahle sind aus jener Zeit überliefert wie das des Cornelius LentulusMacrobius Ambrosius Theodosius, Saturnalia, 3, 13, 11 ff. oder Plinius des Jüngeren.Plinius der Jüngere, Epistulae 1,15.

Die heute in der westlichen Welt übliche Menüfolge aus mehreren Gängen hintereinander ist vergleichsweise jung. Sie wurde erst im Verlauf des 19. Jahrhunderts allmählich üblich.Margaret Visser, The Rituals of Dinner: The Origins, Evolution, Eccentricities, and Meaning of Table Manners, 1991, S. 198 Der russische Fürst Kurakin soll erstmals 1830 in Paris auf diese Weise ein Festbankett servieren lassen haben.Margaret Visser, The Rituals of Dinner: The Origins, Evolution, Eccentricities, and Meaning of Table Manners, 1991, S. 202 Die Speisenfolge steigert sich im Geschmack (von pikant/stimulierend bis zu süß), in der Konsistenz (über flüssig/leicht bis zu bissfest und wieder leicht) und Vermischung oder Trennung der Speisebestandteile (vermischt bei Suppen, getrennt bei Hauptspeise bis vermischt bei Nachspeise).

Das klassische Menü ist eine sinnvolle Aneinanderreihung von Speisen. Begonnen wird mit leichten „Happen“ (Amuse-Gueule oder ), die das Menü einleiten. Dann folgen Vorspeisen oder Suppe. Gehaltvollere Speisen, also Fleisch- und Fischgerichte, stellen den Hauptteil des Menüs dar. Sorbets haben eine frische und neutralisierende Wirkung, man serviert sie manchmal zwischen Gängen, um ein Menü kurzzeitig zu unterbrechen bzw. starke Geschmacksunterschiede voneinander abzugrenzen.

Zusammenstellung mini|Menü und Getränkeauswahl (links) für einen Charterfahrt-Sonderzug in England (englisch, deutsch; 2010)mini|hochkant|Menü anlässlich der Eröffnung des Hotels Adlon in Berlin 1907 Bei einem Menü handelt es sich nicht um eine willkürliche Aneinanderreihung von Speisen, dies betrifft die Vermeidung von Wiederholungen der Rohstoffe in der Speisenfolge, aber auch deren Zubereitungsart.

Menüs können unter ein Motto gestellt werden, wie z. B. „Aus dem Meer“ (Fisch und Meeresfrüchte, Seetang) oder „Aus dem Wald“ (Wild, Pilze, Maronen, Beeren usw.).

Die Nennung eines Gerichts folgt oft dem Muster: Hauptbestandteile und deren Zubereitungsart, Soße, Gemüse, Sättigungsbeilage und Salat.

Literatur Eugen Pauli: Lehrbuch der Küche. Orell Fuessli Verlag, Aarau 1984, S. 215.

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