mini|hochkant|Der Wasserturm gilt als das Wahrzeichen des Geistviertels und bestimmt seine Skyline. Das Geistviertel ist ein Stadtviertel der kreisfreien Stadt Münster in Westfalen und liegt im Stadtbezirk Mitte. Das Viertel entstand nach Ende des Ersten Weltkriegs nach dem Modell einer Gartenstadt, um die anhaltende Wohnungsnot in der Stadt zu lindern.Sylvaine Hänsel: Geschichte, Architektur und städtebauliche Entwicklung in Münster. In: Sylvaine Hänsel und Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 22. Bekannt und „in ihrer Gesamtheit ein Baudenkmal von überörtlicher Bedeutung“Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster: Begründung zum Entwurf des Bebauungsplans Nr. 518: Weseler Straße 225–241 / Althoffstraße. S. 2 (). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 10. September 2010. ist hier vor allem die Mustersiedlung Habichtshöhe/Grüner Grund, erbaut 1924 bis 1931.Sylvaine Hänsel, Stefan Rethfeld: Architekturführer Münster. Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-496-01276-4, S. 201 f.
Der Name Geistviertel geht zurück auf die Bauerschaft GeistWolfgang R. Krabbe: Die Eingemeindungen und Stadterweiterungen Münsters im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Untertitel: Bevölkerungsdruck, städtischer Flächenbedarf und Zwang zum staatlich-kommunalen Verwaltungshandeln. In: Helmut Lahrkamp (Herausgeber): Beiträge zur Stadtgeschichte. Band 11. Aschendorff, Münster 1984, ISBN 3-402-05538-4, S. 151. Serie: Quellen und Forschungen zur Geschichte der Stadt Münster. in der einstigen Landgemeinde Lamberti, eingemeindet zu Münster am 1. April 1903Ursula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19. Jahrhundert bis zum Zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 16–17. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt.. Die Bezeichnung Geist (feminin, dasselbe Wort wie Geest)Jost Trier (Autor), Hans Schwarz (Herausgeber): Wege der Etymologie. Band 101. Verleger E. Schmidt, Berlin 1981, ISBN 3-503-01625-2, S. 27. Serie: Philologische Studien und Quellen. ist schon im Mittelalter belegt und bezieht sich auf den die Nord-Süd-Achse des Viertels bildenden Münsterländer Kiessandzug, der höher und trockener ist als seine Umgebung.Joseph Prinz: Mimigernaford-Münster. Aschendorff, Münster 1960, ISBN 3-402-05210-5, S. 38 f. Auf den Kiessandrücken bezieht sich auch die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Stadtviertel,Verwendet noch heute unter anderem als Name für den Wasserturm, eine Hausarztpraxis, eine Apotheke und ein Restaurant. Stand: 20. Januar 2011. wobei die Bezeichnung „auf der Geist“ für das Gebiet des Kiessandrückens älter istL. von Sichart: Geschichte der königlich-hannoverschen Armee. Dritter Band. Hahn’sche Hofbuchhandlung, Hannover 1870, S. 563. als das Viertel selbst.
Lage und Größe
Die Nordgrenze des Geistviertels bildet der Donders-Ring. Im Westen grenzt das Geistviertel an der Weseler Straße an die Aaseestadt, weiter südlich grenzt es dann im Westen an der A 43 an Mecklenbeck. Im Osten grenzt das Viertel an der Geiststraße und weiter südlich an der Hammer Straße an das Südviertel. Im Südosten grenzt das Geistviertel an der Bahnstrecke nach Preußen (Ortsteil von Lünen an der Lippe) an Berg Fidel. Den südlichen Rand des Geistviertels bildet der Nordkirchenweg.
Das Geistviertel hat eine Fläche von ca. 360 Hektar, was 1,19 % des gesamten Stadtgebietes der Stadt Münster entspricht.Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster: Stadtteilsteckbrief für Stadtbezirk Münster-Mitte / Teilbereich Mitte-Süd. (). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 19. Dezember 2010.
Statistische Bezirke
Im Wesentlichen besteht das Geistviertel aus den Statistischen Bezirken Geist (8929 Einwohner, Stand 31. Dezember 2011 (PDF; 923 kB) S. 10. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 21. April 2013.) und Düesberg (6992 Einwohner, Stand 31. Dezember 2011), die durch die 1960Ursula Richard-Wiegandt (Autorin), Der Oberstadtdirektor Münster – Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das neue Münster – 50 Jahre Wiederaufbau und Stadtentwicklung 1945–1995. Aschendorffsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co., Münster 1996, ISBN 3-402-05374-8, S. 179 ff. fertiggestellte Umgehungsstraße (B 51) getrennt werden. Der Stadtteil Geist, in der statistischen Definition der Stadt Münster, erstreckt sich somit vom Donders-Ring bis zur B51, der Stadtteil Düesberg von der B51 bis zum Nordkirchenweg.
Postleitzahl-Gebiete
Der nördliche Teil des Geistviertels, nördlich der Umgehungsstraße und die Siedlungsgemeinschaft Düesbergweg, gehören zum PLZ-Gebiet 48151. Der südliche Teil des Geistviertels liegt in zwei weiteren PLZ-Gebieten. Der südöstliche Teil, östlich des Kappenberger Damms, gehört zum PLZ-Gebiet 48153. Der südwestliche Teil, Kappenberger Damm und westlich hiervon, gehört zum PLZ-Gebiet 48163.
Infrastruktur mini|Wochenmarkt auf dem Geistmarkt
Das Geistviertel ist ein beliebtesThomas Börtz: Erfahrungsbericht zur Gartensiedlung Weißenburg. Abschnitte 2–3. (). bei ELTIS (European Local Transport Information Service (Europäischer Informationsdienst für den Nahverkehr)). Abgerufen am 18. November 2010. Wohnviertel mit „sehr guter“ Infrastruktur. Es ist ein ruhiges und in der Nähe des Stadtkerns gelegenes Wohngebiet. Der Fußweg von der Heilig-Geist-Kirche zum Prinzipalmarkt, dem Ortsmittelpunkt der Stadt Münster (PDF; 3,6 MB) S. 12. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 11. August 2010., beträgt 2,6 kmRoutenberechnung auf Google maps. Abgerufen am 7. September 2010.. Auf dem Geistmarkt (eigener Straßenname seit November 2007 (PDF; 24 kB), S. 1. Website des Amtes für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung der Stadt Münster. Abgerufen am 8. August 2010.) findet zweimal wöchentlich ein Wochenmarkt statt.
Von 1966 bis zum 31. Juli 2007 besaß das Stadtviertel mit dem Stadtbad-Süd ein eigenes Hallenbad, das von der Stadt Münster aus Kostengründen geschlossen und abgerissen wurde. Der Bau eines neuen Bades am Inselbogen und damit an gleicher Stelle wie das alte Südbad hat Ende 2021 begonnen. Das neue Südbad ist seit April 2024 eröffnet.
Schulen
Im Geistviertel liegen die folgenden Schulen: Hermannschule (Grundschule) Matthias-Claudius-Schule (Gemeinschaftsgrundschule), vormals Gut-Insel-Schule (1957) Gottfried-von-Cappenberg-Schule (katholische Grundschule), vormals Kappenberger-Damm-Schule (1946) Geistschule (Hauptschule) (1929) Erna-de-Vries Realschule, vormals Karl-Wagenfeld-Realschule (1969) Wilhelm-Hittorf-Gymnasium (Wiederaufbau 1960) Ludwig-Erhard-Berufskolleg, Schule der Sekundarstufe II mit Wirtschaftsgymnasium (1981)
Kindertagesstätten
Im Statistischen Bezirk Geist gibt es 6 Kindertagesstätten, diese bieten 74 Betreuungsplätze für unter 3-jährige Kinder und 241 Plätze für 3- bis 6-jährige Kinder. Bei den 3- bis 6-jährigen Kinder überdeckt das Betreuungsangebot mit 111,6 % die Zahl der Kinder im Statistischen Bezirk.
Im Statistischen Bezirk Düesberg gibt es 3 Kindertagesstätten, diese bieten 40 Plätze für unter 3-jährige Kinder und 114 Plätze für 3- bis 6-jährige Kinder.
Kirchen mini|Park Sentmaring im Winter 2011
Christuskirche Münster der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Münster (Baptisten) Gnadenkirche (evangelische Johannes-Kirchengemeinde Münster) wurde 1961 fertiggestelltDetlef Fischer: Münster von A bis Z. 2. Auflage. Aschendorff Verlag, Münster 2004, ISBN 3-402-05367-5, S. 410.. St. Gottfried Heilig-Geist-Kirche Trinitatiskirche (Ev. Thomasgemeinde, Bezirk Trinitatis, Münster), auch „die Kleine auf der Geist“ genannt, wurde 1924 als Übergangslösung und dritte evangelische Kirche in Münster erbaut und ab 1949 wiederaufgebautInformationsblatt zur Trinitatis-Kirche Münster/Westfalen des Bezirks Trinitatis der Ev. Thomasgemeinde, Stand 2011; seit 2011 auch Gottesdienststandort der alt-katholischen Gemeinde.Reinhard Potts: Auf ein Wort In: Katholische Pfarrgemeinde der Alt-Katholiken St. Johannes Münster: Gemeindebrief. Juni/Juli 2011. (PDF-Datei; 1,88 MB). Seite 3. Website des katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland. Abgerufen am 25. Juni 2012.
mini|Haus Geist um 1860, Sammlung Alexander Duncker
Krankenhaus Seit 1959 befindet sich das Clemenshospital an der Stelle des einstigen Haus Geist.
Stadtteilparks
Im Geistviertel liegen die folgenden Stadtteilparks: Park SentmaringDer Oberbürgermeister der Stadt Münster, Amt für Grünflächen und Umweltschutz: Öffentliche Beschlussvorlage betrifft Park Sentmaring (Vorlagen-Nr.: V/0538/2008). (PDF-Datei; 40 kB). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 11. Oktober 2010.Stadt Münster: Niederschrift über die 41. Sitzung (öffentlicher Teil) der Bezirksvertretung Münster-Mitte. S. 5 f. (PDF-Datei; 42 kB). Website der Stadt Münster. Abgerufen am 11. Oktober 2010. Hier sind die Gräber von Johannes Beumer SJ, Ludger Born SJ, Pater Leppich SJ,Michael Heß in „Komm in den totgesagten Park“ in: draußen! - Straßenmagazin für Münster und das Münsterland, Ausgabe 11/2008 (PDF-Datei; 0,48 MB). Website des Straßenmagazins draußen! Abgerufen am 11. Dezember 2011. (dem „Maschinengewehr Gottes“), Kurt Dehne SJ, Joseph Albert Otto SJ, Paul Overhage SJ, Adolf Rodewyk SJ und Bernhard van Acken SJ Düesberg-Park Sternbusch-Park
Feuerwehr Im Geistviertel ist Löschzug 09 – Geist, der 9. Löschzug der Feuerwehr der Stadt Münster, beheimatet.
Bauwerke mini|links|Ost-Fassade der Geistschule
Bemerkenswerte Bauten sind der neuromanische Wasserturm (noch auf freiem Feld errichtet von 1901Stadtwerke Münster: Hinweisschild am Eingang zum Gelände des Wasserturms. Abgelesen am 9. August 2010. bis 1903), die Heilig-Geist-Kirche (1926–29) im Stil des Neuen Bauens und die Geistschule (1929), deren Architektur von Karl Schirmeyer und Felix Sittel sich an die angrenzende Geistkirche anlehntUrsula Richard-Wiegandt (Autor), Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt (Hrsg.): Das Siedlungswachstum der Stadt Münster vom 19. Jahrhundert bis zum zweiten Weltkrieg. Auflage 2000, 1991. Oberstadtdirektor der Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Münster 1991, ISBN 3-921290-56-2, S. 80–95. Nebentitel: Münster, von der Provinzial- zur Gauhauptstadt..
Büroturm der DZ Hyp mini|Büroturm der DZ Hyp Der Büroturm der DZ Hyp (ehem. WL Bank) ist das einzige Hochhaus im Geistviertel. Der von 1972 bis 1978 errichtete Bau der Architekten Herbert Remmert, Herta-Maria Witzemann und Wolfgang Stadelmaier gehört mit einer Höhe von 51 Metern zu den höchsten nicht-kirchlichen Bauwerken in Münster.
Schützenhofbunker mini|links|Schützenhofbunker von 1942/43
Der Schützenhofbunker wurde in den Jahren 1942 und 1943 erbaut, er bot im Zweiten Weltkrieg 1500 Menschen Platz. Bei einem Großangriff am 18. November 1944 traf eine Bombe den Schützenhofbunker. Insassen wurden von herabstürzenden Betonteilen erschlagen. Insgesamt wurden 68 Menschen aus den Trümmern tot geborgen. In den Jahren 2000 bis 2012 diente der Schützenhofbunker als Probenzentrum für lokale Bands. Hier gründeten sich und probten unter anderem Long Distance Calling.
Naturdenkmäler
Das Geistviertel beheimatet eine Anzahl an Naturdenkmälern. (PDF; 101 kB). Website des Forstbetriebs für Höhenarbeiten Eckbert Altenhöner. Abgerufen am 21. April 2013. In Auswahl sind dies: Park Sentmaring beherbergt unter anderem mehrere als Naturdenkmal gelistete Bäume: Platanen, Stieleichen, Rot-, Blut- und Hängebuchen, eine mehrstämmige Pferdemagnolie Eine Baumreihe von 13 Stieleichen am Kappenberger Damm zwischen Inselbogen und Umgehungsstraße die Parkanlage südlich von Gut Insel beherbergt einen als Naturdenkmal gelisteten Baumbestand und eine Sumpfzypresse