mini|hochkant=1.8|Ehemaliges Stammesgebiet der Blackfoot, heutige Reservation in Montana und Reservate in Alberta, Kanada

Die als Blackfoot (in Kanada) oder als Blackfeet (in den USA) (Englisch „Schwarzfuß/Schwarzfüße“) bezeichnete indianische Stammesgruppe umfasste die vier kulturell, historisch sowie sprachlich eng verwandten Stämme der Siksika (Siksikáwa oder Blackfoot), Kainai (Káínawa oder Blood) und die Nördlichen Piegan (Apatohsipikani oder Peigan) und Südlichen Piegan (Aamsskáápipikani oder Blackfeet) im Süden der kanadischen Prärieprovinz von Alberta sowie im Norden und Südwesten von Montana, USA.

Alle vier Stämme sprachen (sprechen) jeweils leicht abweichende Dialekte des zum Plains Algonkin zählenden Blackfoot (Ni'tsiitapipo'ahsin/Nitsipussin) und bezeichnen sich als Ni-tsi-ta-pi-ksi oder Ni-tsi-ta-pi/Niitsítapi (ᖹᐟᒧᐧᒣᑯ) („Wahres Volk“). Die Nitsitapii (Blackfoot) bezeichneten sich in Abgrenzung zu benachbarten Stämmen oftmals auch als Nitsi-poi-yiksi („Volk, das unsere – die wahre – Sprache spricht“).

Die Gesamtbevölkerung der vier Nitsitapii (Blackfoot)-Stämme vor den Kontakten mit Europäern und drei verheerenden Epidemien wird auf 15.000 bis 18.000 Stammesmitglieder geschätzt.

Namensgebung und Bezeichnung Nur die eigentlichen Blackfoot – die Siksika – bezeichneten sich als solche. Diese Eigenbezeichnung Siksika (Singular) stammt aus dem Blackfoot (Ni'tsiitapipo'ahsin oder Nitsipussin) und bedeutet „Schwarzfuß“. Sie leitet sich von den Worten sik („schwarz“) und ka („Fuß“) ab, die mittels des Infix -s-i- zusammengesetzt werden. Der Plural lautet Siksikáwa („Schwarzfüße“). Die ersten Europäer trafen vermutlich zunächst auf die Siksika und übertrugen das Wort Blackfoot auf die mit ihnen eng verwandten Stämme der Kainai und Nördlichen und Südlichen Piegan.

Traditionelles Stammesgebiet der Nitsitapii (Blackfoot) Das traditionelle Territorium der drei großen Stammesgruppen der Nitsitapii (Blackfoot) umfasste große Gebiete der Nordwestlichen Plains. Es reichte im Norden bis zum North Saskatchewan River (Ponoká'sisaahta oder Ponokasisahta – „Elk River“)das Gebiet zwischen dem North Saskatchewan River und Battle River (der Name leitet sich vom Krieg zwischen den Blackfoot-Stämmen und den Cree-Assiniboine her) wurde zur Grenze der nun beiden verfeindeten Stammes-Allianzen. mit Fort Edmonton (früher: Edmonton House, dem heutigen Edmontonvon den Blackfoot als omukoyis, von den Sarcee als Nasagachoo und von den Stoney (Nakoda) als titunga bezeichnet – bedeuten alle diese Namen jeweils "Großes Haus")da die Siksika und Piegan die Kutenai daran hinderten bei Fort Edmonton Handel zu treiben, wurde weiter im Westen nahe den Rocky Mountains und somit der Stammesgebiete der Kutenai Rocky Mountain House errichtet als wichtigem Handelsposten und spätestens ab Mitte des 19. Jahrhunderts im Süden bis zum Musselshell River und Yellowstone River (Otahkoiitahtayi oder Otahkoi-tah-tayi – „Yellow River“ – „Gelber Fluss“) in Montana. Zudem beherrschten sie das Gebiet des Oberlaufs des Missouri River und streiften südwärts bis Three Forks entlang des Madison River, Jefferson River, Ruby River, Beaverhead River, Red Rock River, Big Hole River und Wise River im Südwesten von Montana. Außerdem jagte die Small Robe Band der Piegan meist südlich des Missouri River. Im Westen wurde ihr Territorium durch die Rocky Mountains (Miistakistsi) begrenzt. Es erstreckte sich im Nordosten entlang des South Saskatchewan River bis zur heutigen Alberta-Saskatchewan-Grenze (Kaayihkimikoyi),Annis May Timpson: First Nations, First Thoughts: The Impact of Indigenous Thought in Canada. University of British Columbia, 2010, ISBN 978-0-7748-1552-9. östlich der Cypress Hills und der Great Sand Hills (Omahskispatsikoyii) im Südwesten von Saskatchewan sowie im Südosten auf die Plains bis zur Montana-North-Dakota-Grenze. Hierbei waren die Sweet Grass Hills (in Blackfoot: kátoyissiksi – „Sweet Pine Hills“) sowie Chief Mountain (Ninastako) ihre Heiligen Berge. Sie nannten ihr Stammesgebiet Nitawahsin-nanni (ᖹᒣᖷᑊᓱᐡ ᖻᖹ) („Unser Land“), eine offensichtliche Wortgleichung mit Nitassinan („Unser Land“), dem Namen für das Territorium der Innu und Naskapi im Osten. Heute ist auch die Bezeichnung Niitsítpiis-stahkoii (ᖹᐟᒧᐧᐨᑯᐧ ᓴᐦᖾᐟ) („Land des Wahren Volkes“)Tribal Homelands Key üblich.

Stämme der Blackfoot-Konföderation (Blackfoot Confederacy) mini|Schwarzfußindianer von Jaroslav Čermák

Siksika (Singular: Siksikáíkoan – „Schwarzfuß“, Plural: Siksikáwa – „Schwarzfüße“, daher im Englischen meist Blackfoot, Blackfeet oder Blackfoot Proper, als kleinste und nördlichste Stammesgruppe manchmal auch Northern Blackfoot genannt, bezeichneten sich selbst oft als Sao-kitapiiksi – „Volk der Plains (Ebenen)“); lebten meist östlich des heutigen Calgary (in Blackfoot moh-kíns-tsis – „Ellbogen“)der Platz, an dem später Calgary entstand, wurde auch in Cree otos-kwunee, in Sarcee kootsisáw und in Stoney wincheesh-pah als „Ellbogen“ bezeichnet, später als die Stadt wuchs bezeichneten die Blackfoot es als moh-kíns-tsis-aká-piyoyis – „Ellbogen Viele Häuser“, alle Namen beziehen sich auf die Mündung des Elbow River bei Calgary in den Bow River, die hierdurch ein großes L formen entlang des Battle River im Norden südwärts entlang des Sounding Creek, Red Deer River bis zum Bow River in südlichen Zentral-Alberta und ostwärts entlang dieser Flüsse sowie entlang des South Saskatchewan River bis in den Westen von Saskatchewan. Jedoch waren sie oft auch weiter nördlich entlang des North Saskatchewan River zu finden und obwohl sie auch südwärts bis zum Milk River und Missouri River im Norden Montanas in den Vereinigten Staaten streiften, standen sie doch den Briten (und später Kanadiern) näher und waren in der Regel nicht am Handel sowie an Verträgen mit den Amerikanern beteiligt, ca. 2.000 bis 3.000 Stammesmitglieder, 1879 wurden offiziell 2.249 Stammesmitglieder registriert. Kainai (Kainah, Káínawa oder Akainawa – „Volk der vielen Häuptlinge, d. h. die Hochmütigen“, die feindlichen Cree bezeichneten sie als Miko-Ew – „die Blutigen, die mit Blut befleckten, d. h. die Blutrünstigen, Grausamen“, europäische Händler und Siedler übernahmen den Namen als Blood – „die Blutigen“); einst jagten sie zwischen dem Red Deer River, Bow River, Oldman River, Belly River, Waterton River und St. Mary River westlich von Lethbridge im Südwesten von Alberta, jedoch streiften sie nordwärts bis zum heutigen Edmonton, Alberta, ostwärts bis zu den Cypress Hills im südlichen Grenzgebiet von Alberta und Saskatchewan, und westwärts bis zu den Rocky Mountains, jedoch zogen sie Mitte des 19. Jahrhunderts südwärts bis zum Pakowki Lake (in Blackfoot: „Schlechtes Wasser“), Belly River und Teton River sowie Milk River, wobei sie oft tief nach Montana wanderten, handelten sowohl mit der American Fur Company als auch mit der Hudson’s Bay Company, ca. 2.500 bis 3.500 Stammesmitglieder, durch die Pockenepidemie von 1837 bis auf 1.750 dezimiert. Piegan (auch Pikuni(i), Pi(i)kani, Piikáni, Pekuni oder Peigan – „Räudige, mit Krätze verschmutzte Kleidung“ oder „jene, die schlechte Kleidung oder zerrisse Roben besessen“,Shelly Kay Eli: Piikanaikiiks : a literary analysis of Blackfoot oral stories and the traditional roles of women in leadership. University of Lethbridge, Alberta, Canada, 2011. bei den Pelzhändlern als Muddy River Indians bekannt, da sie das Gebiet des als Muddy River bezeichneten Oberlaufs des Missouri River beherrschten); streiften im Vorgebirge von Rocky Mountain House am Zusammenfluss von Clearwater und North Saskatchewan (dort handelten sie zuerst mit der North West Company, später mit der Hudson’s Bay Company) bis nach Heart Butte, Montana, sowie ostwärts bis auf die Nordwestlichen Plains, Mitte des 19. Jahrhunderts zogen sie weiter südwärts ins Gebiet des Teton River und Marias River in Montana und der Milk-River-Region im Süden von Alberta, sie wanderten jedoch nordwärts bis nach Fort Edmonton (früher: Edmonton House) und ostwärts bis zur heutigen Alberta-Saskatchewan-Grenze, die Piegan waren die größte und mächtigste Stammesgruppe der Blackfoot, ca. 4.000 bis 5.000 Stammesmitglieder, durch die Pockenepidemie von 1837 bis auf ca. 2.500 dezimiert. Nördliche Piegan (nennen sich selbst Apatohsipikani, Aapátohsipikani oder Aputosi Pikani, in Kanada heute meist als Peigan bezeichnet, manchmal in Bezug zu ihren südlichen Vettern auch als North Pikani oder Skinnii Piikani); lebten entlang des Oldman River, in den Porcupine Hills und am Crow Creek im Südwesten von Alberta, westlich der Kainai, 1870 registrierte man 720 Stammesmitglieder, 1906 gab es 493 in der Piegan Agency in Alberta, Kanada. Südliche Piegan (nennen sich selbst Amsskaapipikani oder Amskapi Pikuni, lebten entlang des Oberlaufs des Missouri River und dessen Nebenflüssen im Nordwesten und Zentral-Montana, oft streiften sie südwärts bis zum Musselshell River und Yellowstone River, in den USA meist als Piegan Blackfeet oder einfach Blackfeet bezeichnet, manchmal in Bezug zu ihren nördlichen Vettern auch South Pikani, 1858 schätzungsweise ca. 3.700, 1861 schätzte Hayden ca. 2.500, 1870 registrierte man 3.240, 1906 gab es 2.072 Stammesmitglieder in der Blackfeet Agency in Montana) Inuk'sik (auch I-nuks'-iks oder Inuck'siksLinda Matt Juneau: (PDF; 1,7 MB) – „Wenig, dürftige Kleidung“, „Kleine Roben“, wörtlich jedoch „Jene, die kleine(re) Kleidungsstücke tragen“, meist Small Robe Band genannt,weitere Namen der Inuk'sik: La Petite Robes, Small Robes, Little Robes, Little Blankets, Little Robe’s Band und sogar Little Rogue’s Band – „Kleine Gauner, Lumpen“ jagten und stellten Biberfallen meist südlich des Missouri River rund um Three Forks entlang des Madison River, Jefferson River, Ruby River, Beaverhead River, Red Rock River, Big Hole River und Wise River im Südwesten von Montana, einst die größte und mächtigste Gruppe der Piegan,John C. Ewers: The Blackfeet: Raiders on the Northwestern Plains, University of Oklahoma Press, 1983, ISBN 0-8061-1836-9, S. 185–189. waren sie durch Pocken und Angriffe der Absarokee (Crow) und Salish-Gruppen früh geschwächt1846 erlitten die Inuk'sik eine vernichtende Niederlage durch die Absarokee (Crow), in der ca. 50 Familien den Tod fanden und 200 Frauen und Kinder gefangen genommen wurden, die überlebenden ca. 30 Tipis schlossen sich Flathead und Nez Perce an, jedoch hatten sie sich von diesen bereits 1848 wieder getrennt und hatten ihre einst führende Position unter den Piegan verloren, schlossen sich meist den Südlichen Piegan an, 1832 gab es ca. 250 Tipis mit ca. 2.500 Stammesmitgliedern (James Kipp, amerik. Pelzhändler), nach 1846 ca. 150 Tipis mit ca. 1.500 Stammesmitgliedern, (John Ewers))John C. Jackson: Jemmy Jock Bird: Marginal Man on the Blackfoot Frontier. University of Calgary Press, 2003, ISBN 1-55238-111-0.

Zur sogenannten Blackfoot-Konföderation zählten neben den eigentlichen Blackfoot-Stämmen zudem die: die Nordathapaskisch-sprachigen Sarcee (abgel. von der Blackfoot-Bezeichnung als Saahsi oder Sarsi – „mutiges Volk, stures, trotziges Volk“, Eigenbez.: Tsuu T'ina oder Tsu T'ina – „viele Menschen, eine große Anzahl von Menschen“, die die östlichen Ausläufer der Rocky Mountains, die Parks und Plains im Nordosten von British Columbia und im Nordwesten Alberta vom Hay River und vom Peace River im Norden südwärts zwischen dem North Saskatchewan River, Athabasca River, Red Deer River und South Saskatchewan River westlich des heutigen Edmonton, Alberta, bewohnten)

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