mini|Wanderer W 23, Baujahr 1939, bei der ADAC Mittelrhein Classic 2011 mini|2014 in Bendorf-Sayn mini|Wanderer W 26 Pullman (1939) Der Wanderer W 23 ist ein Pkw der oberen Mittelklasse der Marke Wanderer mit 2,65-Liter-Sechszylinder-Reihenmotor und Hinterradantrieb. Die Auto Union AG stellte ihn 1937 als Nachfolger der Modelle W 45/W 51 vor. Bis 1940 wurden ca. 7900 Wanderer W 23 verkauft. Ende 1941/Anfang 1942 entstanden noch einmal 100 Cabriolets für den Reichsarbeitsdienst.

Modellgeschichte und Technik Der im Auto-Union-Werk Siegmar bei Chemnitz gebaute W 23 hatte einen neu konstruierten Motor mit einem Hubraum von 2651 cm³ und einer Leistung von 62 PS bei 3300/min, der gegenüber den Vorgängern mit OHV-Ventilsteuerung nur seitengesteuert war, jedoch sieben PS mehr Leistung bot. Über ein Vierganggetriebe mit Schalthebel in der Wagenmitte wurden die Hinterräder angetrieben. Das Fahrwerk mit dem um 10 cm auf 2,9 Meter verkürzten Radstand hatte hinten statt der aufwendigen Pendelachse eine „Schwebeachse“ (Starrachse mit hochgelegter Querblattfeder). Außerdem wurde die Bordnetzspannung von 12 auf 6 Volt abgesenkt. Diese Änderungen – die technisch Rückschritte waren – waren aus Preisgründen nötig. Eine viertürige Limousine, ein zweitüriges Cabriolet und ein Kombi mit außen auf der Karosserie liegenden Holzstreben, (in den USA „Woody“ genannt) wurden angeboten. Auf die aus Siegmar gelieferten W-23-Fahrgestelle baute Gläser in Dresden die Cabriolet-Karosserien.

Parallel wurde der Wanderer W 26 mit gleichem Motor und einem längeren Radstand von 3,15 m als Tourenwagen und Pullman-Limousine mit jeweils sechs Sitzen gebaut. Die hintere „Schwingachse“ (Pendelachse) des W-26-Vorgängers W 50 wurde beibehalten, da das hochliegende Federpaket der Schwebeachse zu viel Platz beanspruchte.

Als Schwestermodell des W 23 war zusätzlich der Wanderer W 52 mit gleichem Motor, 10 cm mehr Radstand (3 m) und hinterer Pendelachse im Auto-Union-Programm, um Kunden, die auf moderne Fahrwerktechnik Wert legten, ebenfalls ein Angebot zu machen. Es fanden sich aber nur ca. 1400 Käufer, und so verschwand dieses Modell zum Jahresende 1937 wieder. Der Wagen war als viertürige Limousine (6 Fenster) und als zweitüriges Cabriolet (4 Fenster) verfügbar.

Kriegsbedingt wurde 1941 die Produktion von Personenwagen der Marke Wanderer eingestellt und nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgenommen.

Technische Daten im Vergleich W 23 W 26 W 52 Bauzeitraum 1937–1941 1937–1940 1937 Aufbauten L4, Cb2, K5 T6, PL4 L4, Cb2 Motor 6-Zylinder-Viertaktmotor in Reihe Ventilsteuerung SV-Ventilsteuerung (stehende Ventile) Bohrung × Hub 75 mm × 100 mm Hubraum 2651 cm³ Nennleistung bei 3300/min Verbrauch 15 l/100 km 15,5 l/100 km 15 l/100 km Höchstgeschwindigkeit 115 km/h 105 km/h 115 km/h Leergewicht 1390–1450 kg 1470 kg 1440–1500 kg zul. Gesamtgewicht 1790–1850 kg 1940 kg 1840–1900 kg Elektrik 6 Volt Länge 4600 mm 4800 mm 4700 mm Breite 1700 mm 1680 mm Höhe 1650 mm 1750 mm 1650 mm Radstand 2900 mm 3150 mm 3000 mm Spur vorn/hinten 1420 mm/1450 mm 1350 mm/1350 mm Wendekreis 12 m 14,3 m 12 m

T6 = 6-sitziger Tourenwagen L4 = 4-türige Limousine PL4 = 4-türige Pullman-Limousine K5 = 5-türiger Kombi Cb2 = 2-türiges Cabriolet

Literatur Werner Oswald: Deutsche Autos 1920–1945, Motorbuch Verlag, Stuttgart 1996, 10. Auflage, ISBN 3879435197

Weblinks

www.audi.de – Evolution der Modelle: 1932–1945 Wanderer W 23 Cabriolet, 1939

W 023 Kategorie:Limousine Kategorie:Kombi Kategorie:Cabriolet