mini|hochkant=1.3|Blick auf Speinshart mit dem Kloster und dem Rauhen Kulm im Hintergrund Speinshart ist eine Gemeinde im Oberpfälzer Landkreis Neustadt an der Waldnaab. Die Gemeinde ist Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Eschenbach. Bekannt ist der Ort Speinshart durch seine Abtei.
Geografie Geografische Lage Speinshart liegt in der Planungsregion Oberpfalz-Nord zwischen der Stadt Eschenbach in der Oberpfalz und der Stadt Neustadt am Kulm im oberpfälzischen Hügelland.
Gemeindegliederung Es gibt 13 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben), die sich auf vier Gemarkungen verteilen:
Gmk. Speinshart Gmk. Tremmersdorf Gmk. Seitenthal Gmk. Pichlberg Speinshart (Pfarrdorf) Münchsreuth (Dorf) Haselhof (Weiler) Kellerhaus (Weiler) Süßenweiher (Einöde) Tremmersdorf (Kirchdorf) Höfen (Weiler) Haselbrunn (Dorf) Herrnmühle (Einöde) Seitenthal (Dorf) Barbaraberg (Dorf) Dobertshof (Weiler) Zettlitz (Dorf)
Geschichte Bis zur Gründung der Gemeinden 1145 gründeten Adelvolk von Reifenberg, seine Frau Richenza und seine beiden Brüder das Kloster Speinshart und übergaben es den Prämonstratensern. Die Abtei wurde 1556 im Zuge der Reformation in der Oberen Pfalz aufgehoben und 1661 vom Kloster Steingaden aus wiederbesiedelt. Der Ort kam im Dreißigjährigen Krieg zum Kurfürstentum Bayern und bildete bis zur Säkularisation 1803 eine geschlossene Hofmark des Klosters. Das Kloster kam nach der Säkularisation zunächst in staatlichen Besitz und beherbergte später unter anderem den Pfarrhof, eine Schule und das Forstamt. Die Landgemeinden Speinshart, Tremmersdorf und Seitenthal wurden 1818 durch das Gemeindeedikt in Bayern eingerichtet.
20. Jahrhundert 1921 wurde die weiträumige Klosteranlage auf Vermittlung des Münchner Domherrn Prälat Michael Hartig zurückgegeben. Die Prämonstratenser des Stifts Tepl im Egerland gründeten das Kloster neu. 1923 wurde Speinshart wieder eine Abtei.
Gründungslegende Die Gründungslegende von Speinshart und dem Kloster lautet: „Im Jahre 1150 verirrte sich die Gattin des Grafen von Reifenberg zusammen mit einer Freundin in den Sümpfen. Sie kamen immer weiter hinein und fanden keinen Ausweg mehr. Da betete die Gräfin zu Gott und versprach, ein Kloster bauen zu lassen, wenn sie gerettet werden würden. In der Ortschaft machte sich der Graf große Sorgen um seine Gattin und beschloss, sie mit einigen Männern zu suchen. Als die Männer nach langer Suche die beiden Frauen fanden, fiel die Gräfin ihrem Gatten in die Arme und erzählte ihm von ihrem Versprechen. Daraufhin schickte der Graf seinen Schimmel in den Wald. An der Stelle, an der der Schimmel dreimal hielt, sollte der Grundstein für das Kloster gesetzt werden. So geschah es. Der Schimmel blieb inmitten der Sümpfe dreimal an der gleichen Stelle stehen. Der Graf ließ die Sümpfe trockenlegen und setzte dort den Grundstein des Klosters.“
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 die Gemeinde Tremmersdorf und Teile der Gemeinden Pichlberg und Seitenthal eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2020 Einwohner 953 974 1030 1095 1136 1116 1174 1138 1102 1110
Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 1022 auf 1114 um 92 Einwohner bzw. um 9 %.
Politik Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 1996 Albert Nickl (CSU).
Gemeinderat Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Sitzverteilungen: Wahljahr SitzeCSUFWGrüne20209212014 8 2 2
Wappen
Baudenkmäler
Kloster Speinshart mit Kirche Maria Immaculata Kirche St. Peter und Paul in Tremmersdorf
Bodendenkmäler
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft Es gibt 2016 nach der amtlichen Statistik insgesamt 124 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort, davon 26 im Bereich Handel, Verkehr, Gastgewerbe und keine im produzierenden Gewerbe. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gibt es insgesamt 477. Im verarbeitenden Gewerbe gibt es 2020 einen Betrieb, im Bauhauptgewerbe keinen. Zudem bestehen im Jahr 2020 26 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1276ha, davon 755 Hektar Ackerfläche.
Bildung Es gibt folgende Einrichtungen: zwei Kindergärten: 62 Kindergartenplätze mit 59 Kindern (Stand 2022) eine Grundschule: „Am Rauhen Kulm“ mit 110 Schülern (Stand 2024/25)
Sport Siehe: 24-Stunden-Mofarennen von Speinshart
Persönlichkeiten Söhne und Töchter des Ortes Johannes Speth (1664–nach 1719), deutscher Organist Alois von Erhardt (1831–1888), Bürgermeister der Stadt München 1870–1887 Georg Girisch (* 1941), Politiker (CSU)
Persönlichkeiten, die in Speinshart gewirkt haben Johann Georg von Gleißenthal (1507–1580), deutscher Abt in der Reformation, Führer der Prälatenbank in der Oberpfalz und Viztum der Oberen Pfalz P. Gereon Motyka OPraem (1892–1969), Prior des Klosters Speinshart
Literatur
Weblinks
Internetpräsenz des Klosters Luftbilder des Ortes und des Klosters
Fundstück Speinshart
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Waldnaab Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)