mini|Carl Schnebel, um 1927 Carl Schnebel (* 26. März 1874 in Zabern; † nach 1942) war nach 1900 ein Berliner Pressezeichner, Karikaturist und Illustrator sowie Hauptschriftleiter der Berliner Illustrirten Zeitung.
Leben Schnebel war möglicherweise der Sohn des Eisenbahnbaumeisters Karl Schnebel (1841–1900), der sich im Jahr 1874 in Zabern im Elsass aufhielt. Er war ein Schüler von Normann in der Akademie in Berlin und war kurz nach der Jahrhundertwende von Hermann Ullstein, dem Sohn des Verlagsgründers des Ullstein Verlags, als „künstlerischer Beirat“ eingestellt worden, eine Position, die es bis dahin nicht gab. In den Ausstellungen der Berliner Secession stellte er einige Werke aus.
Gemeinsam mit Ernst Growald eröffnete er am 1. Oktober 1904 die „Plakat-Schule Growald & Schnebel“ am Kurfürstendamm Nr. 214. Als Voraussetzung für die Teilnahme mussten die Schüler „zeichnerisches Können“ mitbringen. Der Unterricht erstreckte sich über 3 Monate mit je vier Wochenstunden, wobei Vorträge, Lehr- und Übungskurse im Schreiben und Malen angeboten wurde.
In den 1910er Jahren entwickelte der Maler einen Farbenmessapparat, zu dem ein Farbenkreis gehörte. Diese Apparatur wurde am 2. Oktober 1911 in Weimar auf einer Ausschusssitzung des Deutschen Werkbundes vorgestellt. In der Beschreibung heißt es über den „Farbenharmonisierungsapparat“:
Er war ein bekannter Illustrator und Nestor der deutschen Pressezeichnung. Des Weiteren war er Begründer des Menzelpreises. Zuletzt war Schnebel Hauptschriftleiter der Zeitschrift Dame und der Berliner Illustrirte Zeitung. Am 31. März 1937 trat er in den Ruhestand. Ihn zu ehren und um besonders begabten Nachwuchs an Pressezeichnern und Illustratoren zu fördern, stiftete sein Verlag den Carl-Schnebel-Preis. Die Entscheidung über den Preisträger lag mindestens bis 1942 noch in den Händen Schnebels.Gevelsberger Zeitung, 15. Juli 1942, S. 3 (zeitpunkt.nrw)
Schriften (Auswahl)
Carl-Schnebel-Preis mini|Carl-Schnebel-Preis Der Carl-Schnebel-Preis wurde 1939 erstmals vom Deutschen Verlag für in den Veröffentlichungen der letzten 12 Monate des Verlages vergeben. Der Preis wurde jährlich im Juli verliehen, 1939 allerdings zweimal, da seit dem Ausscheiden Schnebels aus dem aktiven Geschäft bereits zwei Jahre vergangen waren und 1938 noch kein Preis vergeben wurde.
Die Entscheidung über die Träger des Preises übertrug der Deutsche Verlag Schnebel selbst. Der Preis war mit einer Prämie von 2000 Reichsmark dotiert.
Preisträger (Auswahl) 1940: Helmuth Ellgaard 1942: Walter Gotschke
Literatur
Weblinks des Berliner Zoos, Schnebel, ca. 1900 (Im Abschnitte „Bei Heck heckt alles“) Illustration von Schnebel 1908, bei comicoriginalart.com Die Gartenlaube mit „Welt der Frau“ artic.edu (Abbildung)
Einzelnachweise
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