Medaillenspiegel Platz Land G S B Ges. … … … … … … Vollständiger Medaillenspiegel

Die Olympischen Sommerspiele 1920 (offiziell Spiele der VII. Olympiade genannt) fanden vom 20. April bis 12. September 1920 in Antwerpen, Belgien statt. Die belgische Stadt erhielt den Zuschlag gegenüber Amsterdam, Atlanta, Budapest, Cleveland, Havanna, Lyon und Philadelphia.

Besonderheiten Da die Olympischen Sommerspiele 1916 in Berlin wegen des Ersten Weltkriegs ausfielen, wurden die 1913 von Pierre de Coubertin entworfenen olympischen Ringe erstmals in Antwerpen als Flaggensymbol für die Spiele verwendet. Bei der Eröffnungsfeier wurde erstmals der olympische Eid von einem Athleten (dem belgischen Fechter Victor Boin) gesprochen. Offiziell eröffnet wurden die Spiele durch den belgischen König Albert I. Die finnischen Sportler nahmen erstmals unter eigener Flagge teil, da ihr Land seit 1917 unabhängig war.

Teilnehmer mini|hochkant=1.5|Anzahl der Athleten Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, in dem Belgien Schauplatz der „Westfront“ war, wurden keine NOKs bzw. Teilnehmer aus den fünf besiegten Ländern, also Deutschland, Österreich, Bulgarien, Ungarn und dem Osmanischen Reich, eingeladen. Einladungen wurden für Sportler und Sportlerinnen aus einigen neu gegründeten Staaten ausgesprochen, insbesondere der stark vertretenen Tschechoslowakei. Sowjetrussland schlug die Einladung aus.Arnd Krüger: Deutschland und die Olympische Bewegung (1918–1945), in: Horst Ueberhorst (Hrsg.): Geschichte der Leibesübungen, Bd. 3/2, Berlin: Bartels & Wernitz, 1982, S. 1026–1047.

An den Spielen haben 29 Mannschaften mit insgesamt 2591 Athleten teilgenommen: Europa (2.188 Athleten aus 18 Nationen)  (336)  (154) * (14)  (63)  (304)  (57)  (235)  (174) * (12)  (25) * (4)  (113)  (194)  (13)  (260)  (77)  (58) Amerika (365 Athleten aus 5 Nationen)  (1) * (21)  (2)  (53)  (288) Afrika (61 Athleten aus 2 Nationen)  (22)  (39) Asien (20 Athleten aus 2 Nationen)  (5)  (15) Ozeanien (17 Athleten aus 2 Nationen)  (13) * (4) (Anzahl der Athleten) *erstmalige Teilnahme an Sommerspielen

Herausragende Sportler Der Italiener Nedo Nadi gewann fünf Goldmedaillen in sechs Fechtwettbewerben, drei davon zusammen mit seinem Bruder Aldo. Ethelda Bleibtrey aus den USA gewann alle drei Schwimmwettbewerbe der Frauen. Inklusive der Vorrunden schwamm sie fünf Rennen und brach jedes Mal den Weltrekord. Ältester Medaillengewinner aller Zeiten wurde der schwedische Schütze Oscar Swahn, der eine Silbermedaille erhielt – im Alter von 72 Jahren und 279 Tagen. Der finnische Läufer Paavo Nurmi feierte drei Olympiasiege und gewann eine Silbermedaille. Zweimal Gold gab es für die berühmteste Tennisspielerin jener Zeit, die Französin Suzanne Lenglen. Beim Schießen gab es 20 Wettbewerbe, sodass die Amerikaner Willis Lee (5/1/1) und Lloyd Spooner (4/1/2) die erfolgreichsten Teilnehmer wurden.

Der jüngste Teilnehmer, der an den Spielen teilnahm, war der 14-jährige Schwede Nils Skoglund, der im Wasserspringen teilnahm. Der älteste Sportler war, wie schon bei den Olympischen Sommerspielen 1912 in Stockholm, der 72-jährige Sportschütze Oscar Swahn, der bei diesen Spielen eine Silbermedaille seiner Sammlung hinzufügen konnte. + Die erfolgreichsten Teilnehmer Rang Sportler Land Sportart 15px|Gold 15px|Silber 15px|Bronze Gesamt 1 Willis Lee Schießen 5 1 1 7 2 Nedo Nadi Fechten 5 — — 5 3 Hubert Van Innis Bogenschießen 4 2 — 6 4 Lloyd Spooner Schießen 4 1 2 7 5 Carl Osburn Schießen 4 1 1 6 6 Otto Olsen Schießen 3 2 — 5 7 Aldo Nadi Fechten 3 1 — 4 Paavo Nurmi Leichtathletik 3 1 — 4 9 Dennis Fenton Schießen 3 — 1 4

Erwähnenswertes Wie schon 1908 in London stand auch bei diesen Sommerspielen wieder Wintersport auf dem Programm: Eiskunstlauf und erstmals auch Eishockey. Kanada wurde erster Eishockeyolympiasieger. Die deutsche Mannschaft durfte an diesen Spielen aufgrund der Rolle Deutschlands im Ersten Weltkrieg und da es kein eigenes Nationales Olympisches Komitee hatte, nicht teilnehmen. Aus dem gleichen Grund blieben auch Österreich, Ungarn, Bulgarien und die Türkei ausgeschlossen. In den Jahren zwischen 1912 und 1948 wurden bei sieben Olympischen Spielen auch Medaillen für künstlerische Leistungen auf 18 Gebieten vergeben. 1920 gab es folgende prämierte Kunstwettbewerbe: Städtebauliche Entwürfe, Bildhauerkunst/Plastiken, Malerei und Grafik, Literatur/Dichtung jeder Art und Musik (mit den Unterteilungen in Musik jeder Art, Gesangskompositionen, Kompositionen für ein Instrument und Kompositionen für Orchester). Einführung der olympischen Ringe als das Symbol für die Olympischen Spiele. Der Friedensnobelpreisträger von 1959, der Brite Philip Noel-Baker, errang Silber im 1500-Meter-Lauf, bis heute der einzige Nobelpreisträger mit einer Olympiamedaille. Zweimal Gold gewann der amerikanische Ruderer John B. Kelly, der Vater der Filmschauspielerin und späteren Fürstin von Monaco, Grace Kelly. Kurz zuvor hatte man ihn in London nicht bei der Henley Royal Regatta starten lassen, weil er als Maurer angeblich zu starke körperliche Vorteile hatte. Bei einer Siegerehrung waren die Noten der italienischen Nationalhymne nicht auffindbar. Stattdessen spielte die Kapelle das Lied ’O sole mio. Der Rekord von 1900 mit den meisten Ländern, die Medaillen bekommen haben, wurde gebrochen (1900 waren es 21, 1920 waren es 22) Das Organisationskomitee war schon während der Spiele selbst zahlungsunfähig, deshalb wurde anschließend kein offizieller Bericht erstellt. Erst 1957 wurde ein solcher Bericht aufgrund vorhandener Daten nachträglich erstellt.Official Report 1920 auf la84foundation.org (PDF; 975 kB) Dass die Olympischen Spiele im völlig zerstörten Belgien, dem Hauptleidtragenden des Ersten Weltkrieges, überhaupt stattfinden konnten, ist vor allem dem Amerikaner Gustavus T. Kirby zu verdanken, der als Verantwortlicher für die Versorgung Belgiens den Olympischen Spielen erste Priorität einräumte.

Wettkampfprogramm In 22 Sportarten/29 Disziplinen wurden 156 Wettbewerbe (132 für Männer, 8 für Frauen, 2 Mixed-Wettbewerbe und 14 offene Wettbewerbe) ausgetragen. Geplant waren 158 Wettbewerbe, aber zwei Rennen im Segeln fanden mangels Teilnehmern nicht statt. Die Wintersportarten Eishockey und Eiskunstlauf wurden ab 1924 in die Winterspiele verlagert. Das waren 54 Wettbewerbe und 8 Sportarten/11 Disziplinen mehr als in Stockholm 1912. Nachfolgend die Änderungen zu im Detail:

Bogenschießen war mit den Einzel- und Mannschaftswettkämpfen „Festes Vogelziel kl. Vogel“, „Festes Vogelziel gr. Vogel“, „Bewegl. Vogelziel 28 m“, „Bewegl. Vogelziel 33 m“, „Bewegl. Vogelziel 50 m“ für Männer wieder im Programm, nachdem es in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Boxen war mit den Gewichtsklassen Fliegen-, Bantam-, Feder-, Leicht-, Welter-, Mittel- und Schwergewicht für Männer wieder im Programm, nachdem es in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Das Halbschwergewicht kam als neue Gewichtsklasse dazu. Im Fechten wurde Florett Mannschaft für Männer hinzugefügt. Gewichtheben war mit den Gewichtsklassen Feder-, Leicht-, Mittel-, Leichtschwer- und Schwergewicht für Männer wieder als Dreikampf im Programm. Hockey war wieder im Programm, nachdem es in Stockholm 1912 gefehlt hatte. In der Leichtathletik erweiterten die 3000 m Hindernis und das 3000-m-Gehen für Männer das Programm – 400 m Hürden und Gewichtweitwurf für Männer wurde wieder eingeführt. Es entfielen der Hochsprung aus dem Stand, Weitsprung aus dem Stand, Kugelstoßen (beidhändig), Diskuswurf (beidhändig) und Speerwurf (beidhändig). Polo war wieder im Programm, nachdem es in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Beim Radsport war die Disziplin Bahnradsport mit dem Sprint, Mannschaftsverfolgung, 50 km und Tandem für Männer wieder im Programm, nachdem er in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Im Reitsport wurde die Disziplin Kunstreiten (Voltigieren) dem Programm hinzugefügt. Beim Ringen war die Disziplin Freistilringen mit den Gewichtsklassen Feder-, Leicht-, Mittel-, Halbschwer- und Schwergewicht wieder im Programm, nachdem er in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Im Rudern wurden der Doppelzweier und der Zweier mit Steuermann für Männer wieder eingeführt – hingegen entfiel der Vierer mit Steuermann (Dollengigs) für Männer. Rugby Union war wieder im Programm, nachdem es in Stockholm 1912 gefehlt hatte. Im Schießen erweiterten Armeegewehr liegend, 300 und 600 m Mannschaft, Armeegewehr liegend 300 m Mannschaft, Armeegewehr stehend 300 m Mannschaft, Armeegewehr liegend 600 m, Armeegewehr liegend 600 m Mannschaft, Kleinkalibergewehr stehend 50 m, Kleinkalibergewehr stehend 50 m Mannschaft, Kleinkalibergewehr Laufender Hirsch 100 m Doppelschuss Mannschaft und Armeepistole 30 m das Programm für Männer – Armeegewehr liegend 300 m, Armeegewehr stehend 300 m, Freies Gewehr Dreistellungskampf 300 m, Freies Gewehr Dreistellungskampf 300 m Mannschaft wurden wieder eingeführt – hingegen entfielen die Schnellfeuerpistole, Armeegewehr beliebige Position 600 m, der Einzel- und der Mannschaftswettkampf in Armeegewehr Dreistellungskampf 300 m, Armeegewehr 4 Distanzen Mannschaft, Kleinkalibergewehr liegend 50 m, Kleinkalibergewehr bewegliches Ziel Mannschaft und Kleinkalibergewehr verschwindendes Ziel für Männer. Beim Schwimmen wurde das Programm für Frauen um 300 m Freistil erweitert, im Wasserspringen um das Kunstspringen vom 3-m-Brett für Frauen. Im Segeln wurde die offenen Bootsklassen 6,5-m-Klasse, 12-Fuß-Dinghy und 18-Fuß-Dinghy hinzugefügt – die 7-m-Klasse war wieder dabei. Beim Tennis kam das Damen-Doppel ins Programm – hingegen entfielen die Hallenwettkämpfe (Einzel für Männer und Frauen, das Herrendoppel und das Mixed-Doppel). Mit Eiskunstlauf und Eishockey waren Wintersportarten zum zweiten Mal bei Olympischen Sommerspielen vertreten. Eiskunstlauf war bereits einmal olympisch gewesen – diesmal war es mit Herren Einzel, Damen Einzel und Paarlauf vertreten. Eishockey feierte olympische Premiere.

Olympische Sportarten/Disziplinen 26px|klasse=skin-invert-image Bogenschießen Gesamt (10) = Männer (10) 26px|klasse=skin-invert-image Boxen Gesamt (8) = Männer (8) 26px|klasse=skin-invert-image Eishockey Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Eiskunstlauf Gesamt (3) = Männer (1)/Frauen (1)/Mixed (1) 26px|klasse=skin-invert-image Fechten Gesamt (6) = Männer (6) 26px|klasse=skin-invert-image Fußball Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Gewichtheben Gesamt (5) = Männer (5) 26px|klasse=skin-invert-image Hockey Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Leichtathletik Gesamt (29) = Männer (29) 26px|klasse=skin-invert-image Moderner Fünfkampf Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Polo Gesamt (1) = Männer (1) Radsport 26px|klasse=skin-invert-image Bahn Gesamt (4) = Männer (4) 26px|klasse=skin-invert-image Straße Gesamt (2) = Männer (2) Reiten 26px|klasse=skin-invert-image Dressur Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Kunstreiten Gesamt (2) = Männer (2) 26px|klasse=skin-invert-image Springen Gesamt (2) = Männer (2) 26px|klasse=skin-invert-image Vielseitigkeit Gesamt (2) = Männer (2) Ringen 26px|klasse=skin-invert-image Freistil Gesamt (5) = Männer (5) 26px|klasse=skin-invert-image Griechisch-römisch Gesamt (5) = Männer (5) Rugby 26px|klasse=skin-invert-image Rugby Union Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Rudern Gesamt (5) = Männer (5) 26px|klasse=skin-invert-image Schießen Gesamt (21) = Männer (21) Schwimmsport 26px|klasse=skin-invert-image Schwimmen Gesamt (10) = Männer (7)/Frauen (3) 26px|klasse=skin-invert-image Wasserball Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Wasserspringen Gesamt (5) = Männer (3)/Frauen (2) 26px|klasse=skin-invert-image Segeln Gesamt (14) = Offen (14) 26px|klasse=skin-invert-image Tauziehen Gesamt (1) = Männer (1) 26px|klasse=skin-invert-image Tennis Gesamt (5) = Männer (2)/Frauen (2)/Mixed (1) 26px|klasse=skin-invert-image Turnen Gesamt (4) = Männer (4)