Falkwiller () ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Arrondissement Altkirch, zum Kanton Masevaux-Niederbruck und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.
Geografie Die Gemeinde Falkwiller liegt im Tal des Largue-Zuflusses Soultzbach, etwa 20 Kilometer südwestlich von Mülhausen nahe der Burgundischen Pforte.
Nachbargemeinden von Falkwiller sind Gildwiller im Norden, Balschwiller im Südosten, Buethwiller im Süden, Traubach-le-Haut im Südwesten, Guevenatten (Berührungspunkt) im Westen sowie Hecken im Nordwesten.
Falkwiller liegt im nördlichen lösslehmbedeckten Sundgauer Tertiärhügelland.
Geschichte Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt (Herrschaft Thann) und kam dann nach dem Aussterben der Pfirter im Mannesstamm durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht II. von Österreich an Habsburg. Im Westfälischen Frieden 1648 ging der Ort mit dem ganzen elsässischen Besitz der Habsburger an die französische Krone.
Der Flurname Lindenwasen auf Falkwiler Gemarkung erinnert an einen vermutlich im Dreißigjährigen Krieg abgegangenen Ort Linden. In den Urkunden wird er 1181 zusammen mit Geuenat (=Guewenatten) und Bretten genannt. Der Ortsteil Wasserhaus erinnert an ein ebenfalls abgegangenes Wasserschloss.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Falkweiler als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß).
Im Ersten Weltkrieg blieb Falkwiller nach einem französischen Vorstoß im August 1914 bis Kriegsende in französischer Hand. Der Ort lag in unmittelbarer Frontnähe und war so ein wichtiger militärischer Stützpunkt. Bei dem erfolglosen französischen Vorstoß auf Ammertzwiller am 3. Dezember 1914 sammelten sich die Truppen bei Falkwiller und Gildwiller. Es existierte eine militärische Feldbahn von Mortzwiller über Falkwiller bis Bréchaumont und 1917 zusätzlich eine von Vauthiermont bis Falkwiller/Gildwiller.
Im Zweiten Weltkrieg standen die Einwohner seit dem Waffenstillstand im Juni 1940 unter deutscher Verwaltung. Die Befreiung von der Naziherrschaft geschah am 28./29. November durch Truppen der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny nach deren Durchbruch bei Belfort und deren Vorstoß zum Dollertal. Dabei ereigneten sich um Falkwiller heftige Kämpfe.
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017 Einwohner 195 136 143 158 175 174 178 198 191
Fachwerkhäuser Falkwiller besitzt mehr als andere Sundgaudörfer Fachwerkhäuser in der altertümlichen Ständerbauweise mit weitabständigem, unregelmäßigem Fachwerk, traufwandhohen Wandständern, z. T. geschossübergreifenden Langstreben. Beispiele: an der Rue Principale: Nr. 9, Nr. 24 (modern verändert), Nr. 28, Nr. 31 (Giebel verkleidet), Nr. 36 (Dach neu). Diese Häuser stammen entweder aus der Wiederaufbauzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg oder sind möglicherweise schon vor dem Krieg entstanden. Das Haus Nr. 1 an der Rue Principale mit auf Symmetrie bedachtem Fachwerk ist dagegen in der neueren Stockwerkbauweise errichtet. Es besitzt das im westlichsten Sundgau öfters anzutreffende Vollwalmdach.
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 306–307.
Weblinks
Falkwiller auf der Website des Gemeindeverbands (französisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est