Gmunden ist eine Stadt im oberösterreichischen Salzkammergut am Nordufer des Traunsees.
Sie hat Einwohner (Stand ) und ist Sitz der Bezirkshauptmannschaft des Bezirks Gmunden. Als Zentrum des Gerichtsbezirks Gmunden beherbergt sie das Bezirksgericht. Die Stadt ist unter anderem bekannt als Herkunftsort der Gmundner Keramik, als renommierte Sommerfrische in der Zeit der k. u. k. Monarchie sowie als Schauplatz der in den 1990er Jahren produzierten Fernsehserie Schlosshotel Orth.
Das ursprüngliche Zentrum der Stadt war der Marktplatz. Als dieser in der Blütezeit des Salzhandels an Bedeutung verlor, entwickelte sich der Rathausplatz zum Stadtzentrum.
Geografie mini|Luftbild von SW, Gmunden mit Seeschloss Ort (2006) Gmunden liegt auf 425 m Seehöhe im Traunviertel. Die Ausdehnung beträgt von Nord nach Süd 9,4 km und von West nach Ost 13,5 km, die Gesamtfläche 63,49 km². Das Gemeindegebiet umfasst ein Areal entlang des Nordufers sowie weite Bereiche am Ostufer des Traunsees.
Stadtgliederung Die Stadtgemeinde besteht aus den Katastralgemeinden: Gmunden Gmunden-Ort mit den Ortschaften Eck, Ort und Traunleiten Schlagen mit Tastelberg Traundorf Traunstein
Stadtteile von Gmunden sind Schlagen, Tastelberg, Traundorf, Traunleiten und Weyer. Ortsteile sind Karbach, Klamm und Traunstein sowie zahlreiche Einzellagen, zu denen einzelne Gasthäuser, Hütten oder Hotels gehören.
Gmunden liegt im Voralpenland und ist von etlichen Bergen umgeben. Die höchste Erhebung ist mit der Traunstein. Er gilt als Hausberg der Gmundner und ist ein beliebter Wander- und Kletterberg. Darüber hinaus ist er der Garant für genügend Trinkwasser.
Der Grünberg ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel. Er ist über markierte Wanderwege zu Fuß und seit Sommer 2014 wieder mit der Grünbergseilbahn erreichbar.
Nachbargemeinden
Traunsee Der Traunsee nimmt einen wesentlichen Teil des Gemeindegebietes ein. Vor dem Jahr 1900 verursachte der See immer wieder Hochwasser. Mehrere Male war der gesamte Rathausplatz überschwemmt. Die Wassermarken mit den jeweiligen Jahreszahlen sind an manchen Hauswänden und an Schloss Ort zu sehen. Bei Ebensee fließt die Traun in den Traunsee, bei Gmunden verlässt sie den See wieder. Die östlich gelegene Katastralgemeinde Traundorf ist durch den Fluss vom Stadtzentrum getrennt.
Das Wasserwerk der Stadt Gmunden gewinnt sein Trinkwasser aus zwei großen Wasserwerken: von Traunstein West und von Auwald. Um den steigenden Bedarf an qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu decken, haben sich elf Gemeinden der Bezirke Gmunden und Kirchdorf zu einem Wasserverband zusammengeschlossen.
Geologie Die Ablagerungen im Gebiet Gmunden gehören zu den ältesten des rhenodanubischen Flysches. Im Gebiet des Gschliefgrabens, der Grenze zwischen Grünberg und Traunstein, tritt das Deckensystem des Helvetikum hervor, wo seit 1984 systematisch nach Fossilien gesucht wird. Hier wurde die Ammoniten-Art Hoplitoplacenticeras preyi entdeckt. Insgesamt wurden 35 Arten von Ammoniten nachgewiesen.
Südlich des Gschliefgrabens schließt sich die Langbathscholle an, die aus Hauptdolomit besteht. Besonders in der Kaltenbachwildnis treten die bizarren Verwitterungsformen dieses Gesteins eindrucksvoll zu Tage. Unmittelbar südlich des Zierler Berges beginnt der Traunstein, der als Teil der Höllengebirgsdecke aus Wettersteinkalk besteht.
Im Gschliefgraben kommt es immer wieder zu Rutschungen. Eine konkrete Lösung für dieses Problem wurde noch nicht gefunden. Im Dezember 2007 mussten die Bewohner der Gebäude in der Traunsteinstraße Nr. 239 bis 303 wegen der Gefahr eines Hangrutsches aus dem Gschliefgraben evakuiert werden.
Natur Teile des Gemeindegebietes stehen seit 1963 unter Naturschutz. Das geschützte Gebiet umfasst etwa 145 Hektar und befindet sich im Besitz der Österreichischen Bundesforste. Es erstreckt sich vom Gschliefgraben im Norden über die Hohe Scharte im Osten bis zum Lainautal im Süden. Im Westen ist es durch den Traunsee begrenzt. Dieser Übergangsbereich von Kalkalpen und Voralpen weist eine große Vielfalt an Biotopen auf, die primär durch die beträchtlichen Höhenunterschiede (tiefster Punkt: Traunsee mit 423 m, höchster Punkt: Gipfel des Traunstein mit ) zu erklären ist. So finden sich hier Fichten-Tannen-Buchenwälder, Krummholzgürtel, alpine Rasen sowie Schuttgesellschaften. Im Bereich des Laudachsees besteht ein Latschenhochmoor sowie ein Verlandungsmoor mit einem stattlichen Vorkommen an Feuer- und Alpensalamandern.
Raumordnung Wegen der gebirgigen Umgebung steht nur wenig Fläche als Baugrund zur Verfügung.
Der Großteil davon wird für Wohngebiete genutzt, deren Gesamtfläche 220,9 ha beträgt. 11,6 ha sind Dorfgebiet, 26,4 ha Kerngebiet, 56,5 ha gemischtes Baugebiet und 21,1 ha Sonderbaugebiet. Für industrielle und gewerbliche Bauten stehen insgesamt 68,8 ha zur Verfügung.Gesamtflächenbilanz der Stadt Gmunden, 2003, S. 1. mini|500px|zentriert|Panorama von Gmunden vom Traunsee aus
Klima
Geschichte
mini|Das Seeschloss Ort und die Stadt Gmunden – bereits mit Befestigung mini|Die Kur- und Badeanstalt in Gmunden, 1865
Wenig ist über die Besiedlung Gmundens im Altertum bekannt. Römerzeitliche Städter aus Iuvavum (Salzburg) oder Ovilava (Wels) unterhielten am Traunsee Villen und Gutshofkomplexe in schönsichtiger Lage, um sich dort während der Sommermonate aufzuhalten. Neben der frühen Entdeckung der Gmundner Landschaft als Ort der Sommerfrische, bildete schon damals der Salzabbau und -handel die wirtschaftlichen Haupttätigkeit, die frühesten Belege stammen aus dem 5. Jahrhundert. Die ersten Siedler waren Fischer. Die Siedlung erhielt ihren Namen von der Mündung des Traunsees in die Traun und wurde anfangs etwa (ze) gemunten (‚bei den Mündungen‘) genannt. Der Plural wurde verwendet, weil die Traun noch nicht reguliert war und der See in mehreren Armen in sie mündete.
Gmunden hatte schon im Jahr 1217 ein Landesgericht (heute Bezirksgericht). Im Mittelalter war es wie die meisten Städte Europas schwer befestigt. Um 1278 wurde Gmunden zu einer landesfürstlichen Stadt erhoben, aber erst um 1300 erhielt es eine eigene Kirche. Es hatte sich in dieser Zeit zum bekannten Mittelpunkt des Kammerguts entwickelt, was vor allem dem Salzabbau zu danken war. Von den drei stärksten Abbaugebieten Hallstatt, Lauffen und Ischl wurden die Fuder traunabwärts nach Gmunden gebracht, wo an der Lände des Rathausplatzes „bei ruhigem Wetter zehn, bei stürmischem Seegang acht Salzschiffe nebeneinander Platz fanden“. Viele im 14. Jahrhundert erteilte Privilegien, darunter die Burgleh(e)n, Junkherrenrechte und Monopolverträge, ließen sich ausschließlich auf den Salzhandel zurückführen.
Mit Beginn des klösterlich-fürstlichen Bergbaues im Hochmittelalter, unter Einsatz spätmittelalterlichen Bürgerfleißes und frühkapitalistischer Wirtschaftspolitik der Landesfürsten (ab 1510/20) wurde die Salz- und andere Bergbautätigkeit intensiviert. Die Salzproduktion und -vermarktung (von Gmunden bis zum Ausseerland) gab der dazwischen liegenden Region den Namen Salzkammergut. Es ist nur natürlich, dass der Salzamtmann gemeinsam mit dem Stadtrichter wirtschaftliches und politisches Oberhaupt von Gmunden war.
Die Lebensgrundlage der Stadt blieb auch in der frühen Neuzeit der Salzhandel, die bis ins 17. Jahrhundert von schweren Bedrängnissen verschont blieb. Die wirtschaftliche Situation Gmundens verschlechterte sich erst im Zuge des protestantisch inspirierten oberösterreichischen Bauernkrieges, der Salzhandel konnte kaum aufrechterhalten werden, und Plünderungen standen an der Tagesordnung. Am 28. Mai 1626 besetzte eine Bauernschar Gmunden kampflos, die aufständischen Bauern zogen vier Monate später wieder aus der Stadt. Bayerische Musketiere rückten in Gmunden ein. Es gab in vielen Regionen Kämpfe und kriegerische Auseinandersetzungen, viele Städte und Dörfer wurden zerstört. Am 24. Oktober 1626 plünderten Bauern Ort, um den Mayrhof samt Pfleghaus und Nebengebäuden vom Seeschloss aus zu beschießen, zu plündern und in Brand zu setzen. Feldmarschall Gottfried Heinrich zu Pappenheim schlug das aufständische Heer der Bauern in einer entscheidenden Schlacht am 14. November 1626. Sowohl die Region um Gmunden als auch die meisten Städte Oberösterreichs erlitten während der Bauernkriege große wirtschaftliche und menschliche Verluste.
Ab dem 16. und während des 17. Jahrhunderts wuchs die wirtschaftliche Bedeutung von Gmunden als Lieferant von Kriegsschiffen. 1535 orderte der damalige König Ferdinand I. den Bau von 28 Nassaren (Kriegsschiffen), die unterhalb von Lambach deponiert werden sollten. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts wurden die Aufträge regelmäßiger und größer: 1653 benötigte man 40–50 Zillen zu Verteidigungszwecken, 1661 brauchte man 80 Zillen „zur Schlagung dreier Schiffsbrucken in Ungarn“, 1662 mindestens 45 „Sechserinnen zur Errichtung von Schiffsbrucken“, 1663 lautete ein Befehl Kaiser Leopolds I. auf Auslieferung von 100 Schiffen, ein Jahr später sollten es 300 Stück „Sechser- und Siebnerzillen“ sein. Richtig dringlich wurden die Bestellungen 1682/1683, als sich die Türken Wien näherten: das Gmundner Salzamt wurde verständigt, dass „bei nunmehr augenscheinlich herannahender Türkengefahr sowohl zur Schlagung unterschiedlicher Schöfbrucken, als auch unumgänglicher Abführung des Proviant, der Munition und der Soldaten, soviel als möglich Salzzillen nöthig“ wären. Im Zug der zweiten Wiener Türkenbelagerung mussten die Reichsstände, zu denen freie Städte und Reichsstädte wie Gmunden gehörten, dem Kaiser zudem eine Steuer abführen, die sogenannte Reichstürkenhilfe, die hauptsächlich der Kriegsfinanzierung diente. Und auch jeder Bürger musste einen Reichstaler Handgeld beisteuern.
Solange der österreichische Erbfolgekrieg währte, war Gmunden wie die meisten Städte Oberösterreichs von militärischen Truppen – zunächst bayerischen, später französischen und schließlich von Soldaten der eigenen Regimenter – besetzt. Die Einheimischen litten unter den hohen Quartierlasten, die hauptsächlich die Bereitstellung von Unterkünften und die Verpflegungskosten betrafen. Hinzu kamen schlechte Ernten in Folge von Unwettern, wodurch die Bewohner der Region noch jahrelang unter starker Armut litten.
Nach überstandenen Mühen und Lasten, die Kriege und Besetzungen allgemein mit sich bringen, wurden Gmunden und der Traunsee von Städtern bald als idealer Aufenthaltsort zur Entspannung entdeckt. Das scheint in Friedensjahren schon im 16./17. Jahrhundert der Fall gewesen zu sein, weshalb es – aus nicht ganz erklärlichen Gründen – bald Erlässe gab, die Region von „Fremden jeglicher Herkunft abzuschirmen“. 1654 hieß es, dass keiner „Person erlaubt sein soll, sich im Cammergutt niederzulassen“ und 1700 erging sogar eine Hofanweisung, der zufolge die Gegend „von Ueberfüllung freizuhalten“ sei. Unter Kaiser Joseph II. kam es zur Auflösung der 250 Jahre lang geltenden Kammergutsverfassung, in deren Folge Gmunden als Salzwirtschaftszentrum demontiert wurde. Allerdings wurden zumindest die Zuwanderungs- und Aufenthaltsverbote aufgehoben.
Anfang des 19. Jahrhunderts zeichnete sich das Ende der Blüte des Salzhandels ab, weshalb es wichtig war, neue Einnahmequellen zu finden. Die Entwicklung Gmundens zur Kurstadt und die daraus hervorgehende legendäre Konkurrenz mit Bad Ischl begann. 1862 wurde Gmunden zur Kurstadt ernannt.
Im September 1914 übernahm Gmunden die Aufgabe einer Lazarettstadt. 190 verwundete Soldaten kamen an und wurden in die dafür eingerichteten Spitäler gebracht. In den folgenden Monaten trafen hunderte Verwundete ein. Im Jahr 1916 kam es zu einer rapiden Verschlechterung der Versorgung der Bevölkerung, die vorerst nicht verbessert werden konnte.