Die Fasaneninsel oder Konferenzinsel (; , oder ; oder ) ist eine unbewohnte Binneninsel im spanisch-französischen Grenzfluss Bidasoa.
Verwaltung Die Fasaneninsel ist das kleinste Kondominium der Welt und das einzige, dessen Verwaltung alle sechs Monate wechselt. Vom 1. Februar bis 31. Juli übt Spanien, vertreten durch die Flusspolizei von Fuenterrabía und Donostia / San Sebastián, und vom 1. August bis zum 31. Januar Frankreich, vertreten durch die Flusspolizei des Adour der Stadt Hendaye, die Verwaltung der Hoheitsrechte (Polizei und Justiz für Ausländer) aus. Der jeweils amtierende Kommandant der Flusspolizei steht gemäß der Formulierung des Staatsvertrags im Rang eines Vizekönigs.Journal Officiel de la République Française No 242, 6. Sept. 1902. Auf französischer Seite wird dieses Amt vom Kommandanten der Marine in Bordeaux wahrgenommen, nachdem der Marinestützpunkt Adour in Bayonne im Juli 2015 geschlossen wurde. Das militärische Zeremoniell zur Regelung der halbjährlichen Machtübergabe auf der Insel selbst wurde erstmals am 1. Februar 2012 durchgeführt.
Bei der halbjährlichen Amtsablösung findet jeweils ein militärisches Zeremoniell mit Schlüsselübergabe statt. Seit 2021 ist Pauline Potier als Vizekönigin Frankreichs für die Insel zuständig.
Geschichte Die Fasaneninsel ist 224 Meter lang und bis zu 41 Meter breit. Sie hat eine Fläche von 6820 Quadratmetern und liegt 5,9 Kilometer (4,2 Kilometer Luftlinie) südöstlich der Mündung des Bidasoa in den Golf von Biskaya. Sie gehörte früher zur Gemeinde Hondarribia, Gipuzkoa, und war dank ihrer Lage im Grenzgebiet häufig Schauplatz historischer Ereignisse. Die Höfe Spaniens und Frankreichs nutzten die „Insel der Zusammenkunft“, um Geiseln auszutauschen oder heiratsfähige Infantinnen als Bräute zu übergeben. 1526 wurden hier die beiden Söhne des französischen Königs König Franz I., Thronfolger Franz und Heinrich, der spätere Heinrich II., als Geiseln an Spanien übergeben, im Austausch für ihren Vater, der bei der Schlacht von Pavia in spanische Gefangenschaft geraten war. Hier fand auch die Rückgabe fünf Jahre später statt. 1659 unterzeichneten hier Ludwig XIV. von Frankreich und Philipp IV. von Spanien den Pyrenäenfrieden, mit dem auch der Status der Insel als Kondominium festgeschrieben wurde. Eine Stele in der Mitte der Insel erinnert daran.
Im Juni 1660 wurde hier die Hochzeit von Ludwig XIV. mit Maria Theresia von Österreich besiegelt. Die Errichtung des Denkmals zur Erinnerung an die Konferenz von 1659 erfolgte im Jahr 1861 durch die beiden angrenzenden Staaten.
Am 4. Dezember 1904 trugen die französischen Politiker Paul Déroulède und Jean Jaurès auf der Insel ein Pistolenduell aus, das auf eine politische Kontroverse in der Zeitung L’Humanité zurückging und unentschieden endete.
Der Vertrag von Bayonne vom 2. Dezember 1856 regelte in Artikel 9 das Kondominium. Am 27. März 1901 wurden in einer gemeinsamen Konvention beider Staaten rechtliche Befugnisse von Polizei und Justiz geregelt. Der bekannteste Vizekönig der Insel war mit zwei Amtszeiten zwischen 1891 und 1898 der als Schriftsteller tätige Marineoffizier Pierre Loti.
mini|hochkant=1.2|Unterzeichnung des Pyrenäenfriedens im Jahr 1659 auf der Fasaneninsel
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