Bornheim () ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Durch ihre zentrale Lage zwischen Köln und Bonn gehört sie zu den am stärksten wachsenden Städten der Region und ist mittlerweile die drittgrößte Stadt des Rhein-Sieg-Kreises. Durch die Stadtteile Waldorf, Kardorf, Merten und Walberberg führte einst die Eifelwasserleitung, ein römischer Aquädukt, durch den das römische Köln mit Trinkwasser versorgt wurde.

Geographie Bornheim liegt zwischen den beiden Großstädten Köln und Bonn und breitet sich mit seinen Stadtteilen von den Ebenen am linken Rheinufer der Kölner Bucht im Osten über den Hang des Vorgebirges im Westen bis zur noch durchweg bewaldeten Hochfläche der Ville aus. Der höchste Punkt des Stadtgebietes liegt am oberen Ende des Stadtteils Roisdorf bei (),Angabe laut Digitalem Geländemodell (abrufbar im Kartendienst TIM-online) der tiefste Punkt ist am Rheinbett bei Widdig mit angegeben.

Die Stadt grenzt an die Bundesstadt Bonn im Südosten, die Gemeinden Alfter und Swisttal im Süden, die Gemeinde Weilerswist im Westen, die Städte Brühl und Wesseling im Norden, sowie am Rhein an die Stadt Niederkassel im Osten.

Stadtgliederung Bornheim gliedert sich in 14 Stadtteile. Dies sind

Geschichte Die Region der heutigen Stadt Bornheim wurde bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Östlich an den Vorgebirgshang anschließend ist auf der linksrheinischen Lössterrassenplatte zwischen den Stadtteilen Bornheim und Sechtem eine Konzentration von Fundplätzen festzustellen. Hier wurden Hügelgräber mit Beigaben sowie Steinwerkzeuge gefunden, die eine Besiedelung in der Vorzeit belegen. Ein eisenzeitliches Gehöft wurde im Stadtteil Hersel lokalisiert.

Des Weiteren fand man zwei Fliehburgen in der näheren Umgebung. Diese waren recht einfache Wallanlagen, von Germanen oder Kelten zum Schutz ihrer Siedlungsbewohner errichtet. So die noch in ihren Grundrissen erkennbare Aldeburg im Walberberger Wald (Ringwall) und ein Abschnittswall auf dem Stromberg im Süden des Waldes von Rösberg nahe dem Dobschleider Hof. mini|Rathaus Bornheim, Teilstück der römischen Eifelwasserleitung, transloziert von Breitenbenden, Baustelle L 165 (1979)Klaus Grewe: Aquädukte. Wasser für Roms Städte, Katalog der geborgenen und an neuen Standorten wiederaufgebauten Teilstücke des Römerkanals (S. 390) Auch die Anwesenheit der Römer von 50 vor bis 450 n. Chr. ist durch Bauwerke belegt. Reste des Römerkanals von der Eifel nach Köln sind noch heute im Raum Bornheim vorhanden oder als Geländeeinschnitte erschließbar. Die Römische Villa in Botzdorf wurde 2002 entdeckt.

Schon damals diente das Vorgebirge als Obst- und Gemüsegarten für die römischen Siedlungen Bonna (Bonn) und Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln).

Von der Landnahme und zahlreichen Dorfgründungen durch die Franken künden viele Begräbnisplätze und einige Ortsnamen, denn merowingerzeitliche Fundplätze stehen auch in räumlichem Bezug zu Orten mit dem Suffix „Heim“. Beispiele zur Verdeutlichung sind die Namen der Orte Bornheim, Mehlem, Mülheim (Bonn), Schweinheim, Stockheim, Holzem, Nieder- und Oberbachem, Ließem, Hochheim oder Stockem.

Urkundlich wird der Hauptort Bornheim als „Brunheim“ im Bonngau, in der Grafschaft des Grafen Ehrenfried, erstmals am 2. August 945 genannt. Die heutige Königstraße war schon sehr früh als Teil der mittelalterlichen Heerstraße ein wichtiger Transportweg von Bonn nach Aachen. Sie wurde im Jahr 1272 als „Connixstroß“ erstmals erwähnt. Der urkundlich erstgenannte Ort innerhalb der Stadt Bornheim ist der Stadtteil Widdig, der bereits 804 als „Wittheich“ seine Ersterwähnung hatte.

Im 10. und 11. Jahrhundert kamen fast alle Dörfer mit ihren Gemarkungen als Dotationen an Klöster und freiadelige Stifte in Bonn (Cassius-Stift) und Köln (auch zum Kölner Domkapitel).

Aus dem Amt der Schutzvögte, als Verwalter der Dotationen, erwuchsen die Grundherrschaften unter kurkölnischer Lehenshoheit. Als erster Kölner Ministeriale aus dem Geschlecht der Herren von Bornheim wird Wilhelm Schilling von Buschfeld, Ritter, Herr zu Bornheim, zwischen 1173 und 1198 urkundlich erwähnt. Sein Sohn nannte sich Ritter Wilhelm von Burnheim. Die Herren von Bornheim wurden wiederum zu Stammvätern verschiedener rheinischer Adelsgeschlechter, darunter den bis heute blühenden Landsberg.

Schloss Bornheim mini|Schloss Bornheim, um 1860, Sammlung Alexander Duncker mini|Schloss Bornheim In den Jahren zwischen 1728 und 1732 entstand vermutlich nach den Plänen von Johann Conrad Schlaun, einem Baumeister des Barock, das Schloss Bornheim im Stil eines Maison de Plaisance (Lustschloss) für die Freiherren Waldbott von Bassenheim. Von den vorherigen Bauten blieb nur noch die Vorburg erhalten, vom einstigen Torturm mit Zugbrücke blieb nichts. Als Ersatz wurde ein barocker Einfahrtsbogen gebaut mit Steinbrücke und einem Glockentürmchen. Weitere Reste der Vorburg, etwa das Glockentürmchen, fielen am 4. Februar 1972 einem Großbrand zum Opfer.

Die Schlossherren des 19. Jahrhunderts wechselten mehrfach. Erwerber waren 1826 Gerhard von Carnap-Bornheim, 1859 Wenzel Graf von Boos-Waldeck und 1872 Heinrich Freiherr von Diergardt. Von spätestens 1964 bis 1974/75 war das Anwesen die Residenz des Botschafters des Irak in der Bundesrepublik Deutschland.Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste des diplomatischen Korps in Bonn (Stand: Januar 1964)Auswärtiges Amt (Hrsg.): Liste der diplomatischen Missionen und anderen Vertretungen in Bonn (Stand: September 1974) Bis heute befindet sich das Schloss Bornheim im Besitz der Freiherren von Diergardt, die es an den Deutschen Orden verpachtet haben, der dort bis zum 30. Juni 2018 die Fachklinik Schloss Bornheim betrieb.

Eingemeindungen Zur kurfürstlichen Zeit, als sich die ersten Ortsgrenzen bildeten, war die heutige Stadt in acht Bereiche geteilt, die zum kurkölnischen Amt Brühl gehörten.

Mit dem Einrücken der französischen Revolutionsarmee wurden die alten Einteilungen aufgehoben. Die Franzosen versprachen sich davon militärische und wirtschaftliche Vorteile. Die Selbstverwaltung in den Dörfern war unterbunden und alle Macht lag somit bei den Franzosen. 1798 kam es dann in den besetzten Gebieten zu einer Einteilung in Verwaltungszonen, da man sich hiervon eine bessere Nutzung des annektierten Rheinlandes versprach. Durch die neue Grenze zwischen den Departements Rhein/Mosel und Roer ausgehend am linken Rheinufer zwischen Hersel und Bonn und von dort gerade in Richtung Westen wurde die Herrlichkeit Alfter mit Alfter und Roisdorf zerschnitten. Somit wurde Roisdorf von Alfter getrennt und Roisdorf wurde eine eigene Gemeinde. Ebenfalls wurde der Dingstuhl Waldorf in die Gemeinden Waldorf und Hemmerich-Kardorf zerteilt. Die Herrlichkeit Bornheim blieb bestehen und bildete später mit den anderen drei Gemeinden die Samtgemeinde Bornheim mit Sitz der Verwaltung im Bornheimer Gerichts- und Amtshaus auf der Burgstraße mit 3633 Einwohnern im Jahre 1740.

Merten, Rösberg, Sechtem und Walberberg wurden zur Samtgemeinde Sechtem mit 2880 Einwohnern zusammengefasst. Hersel, Uedorf, Widdig, Urfeld, Keldenich und Wesseling wurden zur Samtgemeinde Hersel mit 2328 Einwohnern zusammengefasst. Diese drei Bezirke mit insgesamt 8.841 Einwohnern gehörten zum Kanton Brühl, im Arrondissement Cologne des Rur-Departements mit Präfektur in Aachen. Die drei Samtgemeinden Hersel, Sechtem und Bornheim wurde wenige Zeit später in die Mairien Hersel, Sechtem und Waldorf umbenannt. mini|Altes Bürgermeisteramt mini|Rathaus Bornheim Während des 19. Jahrhunderts zog die Amtsstube der Mairie (ab 1816 Bürgermeisterei und ab 1928 Amt) Waldorf mehrere Male um, da jeder neue Bürgermeister die Amtsstube in seiner Nähe haben wollte. Nach dem Wiener Kongress 1815 gehörte Bornheim dem Kreis Bonn (1816 bis 1969) des Regierungsbezirks Köln/Provinz Jülich-Kleve-Berg (seit 1822 Rheinprovinz) im Deutschen Bund.

Alle elf Bürgermeister hatten einen anderen Sitz ihrer Amtsstube, so dass man 1883 ein neues Rathaus in Bornheim baute, nachdem es zuvor große Diskussionen um den neuen Standort gegeben hatte. Letztlich setzte sich aber eine Mehrheit für Bornheim und gegen die Standorte Waldorf und Roisdorf durch, da Bornheim bereits zu dieser Zeit der größte Ort war und zudem geographisch zentral innerhalb der Bürgermeisterei lag. Die Bürgermeisterei Waldorf war zu jener Zeit in die vier Gemeinden Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf untergliedert.

Durch die Weltwirtschaftskrise 1929 waren die meisten Städte und Gemeinden hoch verschuldet, wie auch beispielsweise Bonn, Hersel und Sechtem, weil diese Gemeinden durch den Niedergang ihrer Industrie sehr viele Arbeitslose hatten. Eine Ausnahme bildete damals die Gemeinde Bornheim-Brenig im Amt Waldorf, wo man mit einer soliden Finanzpolitik, einer verhältnismäßig geringen Arbeitslosigkeit und großen Ersparnissen zu einem zu dieser Zeit sagenhaften Rechnungsüberschuss von 60.000 Reichsmark kam.

Durch ein 1927 kurz vor der Wirtschaftskrise erbautes Rathaus in Merten und die Krise in den meisten Fabriken, die Stilllegung vieler Brikettgruben und die Probleme der Berggeist AG in Brühl herrschte im Amt Sechtem und allen angeschlossenen Gemeinden eine solche finanzielle Notlage, dass am 16. Mai 1931 eine Personalunion mit dem Amt Waldorf geschlossen wurde. Am 20. Juni 1931 übernahm der Waldorfer Amtsbürgermeister Ditz auch die Dienstgeschäfte des Amtes Sechtem. Daraufhin wurde aus Platzmangel eine Villa neben dem Rathaus gekauft und für Bürozwecke umgebaut.

Auch im dritten Amt war die Zeit reif für ein neues Rathaus, allerdings war die Frage, ob es im Hauptort Hersel oder in der in den letzten Jahren immer bedeutender gewordenen angeschlossenen Gemeinde Wesseling gebaut werden sollte. Die Wesselinger begründeten ihren Vorschlag damit, dass ihr Ort durch den ausgebauten Hafen und die damit wachsende Industrie hohe Bedeutung erreicht hatte. Zudem spielte die Gemeinde Wesseling ihren größten Trumpf auf, indem sie dem Amt Hersel den Bauplatz für das neue Rathaus schenkte, was auch die Platzfrage entschied.

Im Sommer 1932 verbreitete sich das Gerücht, dass sich die Gemeinden Wesseling und Keldenich aus dem Amt Hersel im Landkreis Bonn lösen und dem Landkreis Köln eingegliedert werden sollten. Das Gerücht bestätigte sich, und die Bürger des Amtes Hersel wurden von der preußischen Staatsregierung vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Gemeinden Keldenich und Wesseling wurden am 1. Oktober 1932 aus dem Verband des Amtes Hersel gelöst und zusammen mit der Gemeinde Berzdorf aus dem Amt Brühl zum neuen Amt Wesseling zusammengeschlossen. Damit fehlte dem stark verkleinerten Amt Hersel das Rathaus, der Amtsbürgermeister und das Personal. Die Gemeinden Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld kamen somit zum Amt Waldorf und wurden ebenfalls von Bornheim aus verwaltet.

Zusätzlich löste der Regierungspräsident die drei Standesämter Sechtem, Waldorf und Hersel auf und gründete das neue Standesamt Bornheim. Diesen Zeitpunkt kann man als Geburtsstunde der heutigen Stadt Bornheim bezeichnen.

Am 7. Mai 1934 wurde auf Antrag der Amtsmitglieder vom preußischen Staatsministerium das Amt Waldorf in „Amt Bornheim“ umbenannt. Am 1. April 1935 genehmigte der Regierungspräsident in Köln den Zusammenschluss der Ämter Bornheim und Sechtem zum neuen Amt Bornheim. Hiervon versprachen sich die beiden Ämter erhebliche Einsparungen und eine gestärkte Position. Zusätzlich wurde das Amt Hersel endgültig dem Amt Bornheim angeschlossen, sodass sich am 1. Juli folgende Struktur ergab:

Bornheim-Brenig, Kardorf-Hemmerich, Roisdorf und Waldorf wurden zur neuen Gemeinde Bornheim zusammengeschlossen. Hersel, Uedorf, Widdig und Urfeld wurden zur neuen, größeren Gemeinde Hersel zusammengeschlossen. Merten, Rösberg, Sechtem und Walberberg wurden zur neuen, größeren Gemeinde Sechtem zusammengeschlossen.

Diese drei neuen Gemeinden bildeten das Amt Bornheim.