mini|Leewellen: 4 langgestreckte Wolken quer zur Windrichtung hinter einem Bergrücken, Fulda 2019 Die stets in Gruppen auftretenden Leewellen [] sind Schwerewellen in der Luftströmung auf der dem Wind abgewandten Seite (Lee) von Bergen. Sie treten oft zusammen mit einem Luftwirbel auf, der als Leewalze, Rotor oder Wirbelwalze bezeichnet wird. Diese Winde werden auch Gebirgswellen genannt. mini|Leewellen hinter dem Mount Duval, Australien

Erkennungsmerkmale mini|Lenticulariswolke „Moazagotl“ Sowohl die Leewellen als auch der Rotor, dessen Wirbelachse horizontal liegt, werden oft von charakteristischen ortsfesten Wolkenbildungen begleitet: linsenförmige lenticularis (auch „Föhnfisch“ oder „Moazagotl“ genannt) im Scheitelpunkt der Welle cumulus im aufsteigenden Teil des Rotors (seltener) Staubewölkung an der Luvseite des Berges ist zwar häufig zu beobachten, im Gegensatz zu den beiden vorgenannten Wolkenformen aber kein zuverlässiger Hinweis auf Leewellen.

Bedeutung für die Luftfahrt mini|Lenticulariswolken als visueller Indikator für Wellenlage (hier aus dem Segelflugzeug in den Pyrenäen) Die Teile der Welle, die Aufwinde darstellen, sind eine Möglichkeit für Segelflugzeuge, an Höhe zu gewinnen. Für andere Luftfahrzeuge wie Ballone, Hängegleiter und Gleitschirme bedeuten Leewellen eher eine Gefahr. Insbesondere die Rotoren der Leewellen stellen schwere Turbulenzen dar und sind somit auch für Verkehrsflugzeuge gefährlich, siehe BOAC-Flug 911. Weitere Erklärungen von unmittelbaren Auswirkungen auf die Luftfahrt erfolgten auf dem Extremwetterkongress 2011 in Hamburg. EWK Vortrag R. Heise, K. Ohlmann, W. Goering: , abgerufen am 15. April 2011 3sat berichtete darüber im Wissenschaftsmagazin Nano (Sendung) im Zuge der Leewellenerkundung des Mountain Wave Project in Tibet. 3SAT Nano TV Wissenschaftsendung Beitrag: Wellengang in der Luft - Hinter Bergen entstehen gefährliche Luftwirbel, abgerufen am 15. April 2011 (verfügbar 3sat Mediathek)

Beim Durchfliegen von Leewellen (insbesondere im Bereich der Leewalze) mit einem Luftfahrzeug können die Insassen Leewellen als Luftloch wahrnehmen.

Entstehungsgebiete

Leewellen entstehen typischerweise in Gebieten, in denen häufig kräftige Winde quer zu Gebirgsketten auftreten, wie z. B. in Nord- und vor allem Südamerika (Anden). Deshalb wurden bereits auch in Argentinien dazu spezielle Test- und Messflüge erfolgreich durchgeführt.Daniela Schmuki: Fotos und Videos auf srf.ch, abgerufen am 23. November 2021

Siehe auch Mountain Wave Project

Literatur

Einzelnachweise

Weblinks

http://www.mountain-wave-project.com/ Erforschung von Leewellen-Rotorensystemen zur Erhöhung der Flugsicherheit https://www.schwerewelle.de/ Erforschung von Leewellen im norddeutschen Mittelgebirgsraum http://www.inglaner.com/meteorologia_onda.htm Chronologische Sammlung von meteorologischen Daten, Satellitenbilder und Aufnahmen der Leewellen in Bariloche, Argentinien. Auf Spanisch

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