mini|5-Sterne-Superior-Schild, Deutsche Hotelklassifizierung mit Plakette bis 2029 Der Hotelstern ist ein Bewertungssymbol, mit dem in verschiedenen Ländern Hotels nach bestimmten Kriterien klassifiziert werden. Die Klassifizierung basiert auf Qualitäts- und Leistungsmerkmalen wie Infrastruktur, Ausstattung der Zimmer, Empfangs- und Aufenthaltsräume und dem gebotenen Service.
Sterne wurden bereits im Florenz des Jahres 1334 als gewerbliches Kategorisierungsmerkmal für Beherbergungsbetriebe erwähnt in den Statuti dell’arte degli Albergatori della Città e Contado di Firenze. Dort wurden den Gastwirten Mindeststandards im Umgang mit ihren Gästen und zugleich das Führen eines zinnoberfarbenen achtzackigen Sternes als Zunftzeichen vorgeschrieben: „Quod nulles possit tenere insignam albergariae nisi fuerit de hac arte.“Fernando Sartini (Hrsg.): Statuti dell’Arte degli Albergatori della Città e Contado di Firenze (1324–1342). Florenz 1953. (Dass niemand das Abzeichen eines Hoteliers tragen kann, wenn er nicht dieser Kunst angehört) In der Neuzeit war es der Deutsche Karl Baedeker, der 1853 für seine später legendären Reiseführer im roten Einband erstmals Sterne für das besonders Beachtenswerte einsetzte. In: The Most Famous Hotels in the World; abgerufen am 5. Februar 2015.
Da es keine international einheitlichen Zertifizierungen gibt, sind offiziell verliehene Hotelsterne nicht immer mit den Sternen oder anderen Symbolen deckungsgleich, die in Reiseführern, Reisekatalogen, Zeitschriften und dergleichen angeführt werden. Vereinzelt wurden bis zu sieben Sterne ausgewiesen, jedoch setzt sich heute ein – zumindest in den höheren Klassen – weltweit vergleichbares System bis maximal fünf Sterne, teils mit Unterklassen, durch. Dadurch sind Vier-Sterne- und Fünf-Sterne-Hotels der Inbegriff von Luxushotels.
Außerdem werden die Sterne-Systeme auf weitere Aspekte der Hotellerie ausgedehnt, so etwa Wellness-Einrichtungen, Resorts und Villen.
Europa In den meisten Ländern Europas werden Hotels durch eine Behörde oder einen Fachverband klassifiziert. Vom Gesetzgeber vorgeschrieben wird es in Belgien, Litauen, Griechenland, Italien, auf Malta, in Polen,Rozporządzenie o obiektach hotelarskich – Verordnung über Hotelobjekte (polnisch) (PDF; 370 kB) Portugal, Spanien und Ungarn. In allen anderen europäischen Ländern ist es freigestellt. Schweden leitete erst im Jahr 2003 eine Klassifizierung ein, in Finnland und Norwegen gibt es keine offiziellen genormten Kategorisierungssysteme.
Die Geschichte der Sterne zur Klassifikation greift die Entwicklung in anderen Bereichen auf, so hat der Guide Michelin schon seit 1900 Restaurants und Hotels bewertet und seit 1926 durch die Vergabe von Sternen differenziert, die von den Betreibern gern beworben wurden. Mit dem Aufkommen des Massentourismus haben Tourismusvereine und -behörden die Hotels klassifiziert und in Listen veröffentlicht. Das erste nach formalen Kriterien ausdefinierte System, das von den Hoteliers selbst getragen wurde, ist 1979 in der Schweiz entstanden.Geschichte und Entwicklung. hotelsterne.ch; abgerufen am 14. November 2010. „Im Jahre 1979 führte hotelleriesuisse (Schweizer Hotelier-Verein) die Hotelklassifikation ein. Es handelte sich weltweit um das erste und einzige privatwirtschaftliche System dieser Art. Das System gilt international als vorbildlich und wurde verschiedentlich als Basis für die Entwicklung eines eigenen Klassifikationssystems verwendet (z. B. Deutschland, Österreich).“ Dieses beeinflusste die Entstehung der Hotelklassifikationen in anderen Ländern, insbesondere in Österreich und Deutschland. Das Sternesystem der DEHOGA (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) wurde am 1. August 1996 eingeführt und erwies sich als sehr erfolgreich (80 % der Hotelgäste geben an, dass die Sterne das Hauptkriterium bei der Hotelwahl sind). hotelsterne.de, Pressemitteilung, 27. Juli 2006; abgerufen am 14. November 2010 „Am 1. August 2006 feiert die Deutsche Hotelklassifizierung ihr zehnjähriges Bestehen.“ – „80 Prozent der Gäste geben an, dass die Sterne Hauptkriterium bei der Hotelauswahl sind, denn sie bieten Transparenz und Sicherheit“ Dies beeinflusste die Ausgestaltung eines länderübergreifenden Sternesystems in Europa durch die Hotelstars Union.
Hotelstars Union Am 14. Dezember 2009 gründeten Hotelverbände aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Schweden, der Schweiz, Tschechien und Ungarn die „Hotelstars Union“. Unter der Schirmherrschaft von HOTREC, dem europäischen Dachverband des Gaststättenwesens, haben die Mitglieder ab Januar 2010 ein gemeinsames Klassifikationssystem in ihren Ländern eingeführt.
Ein Jahr nach der Gründung der Hotelstars Union kamen vier neue Mitglieder dazu: Ab dem 1. Januar 2011 sind die Hotelverbände der drei baltischen Länder Estland, Lettland und Litauen ordentliche Mitglieder der Hotelstars Union geworden; Luxemburg folgte noch im selben Jahr. 2012 trat Malta bei, 2013 Griechenland, Belgien und Dänemark sowie 2015 Liechtenstein und 2017 Slowenien. Im weiteren Verlauf kamen 2020 Aserbaidschan, 2021 Georgien und 2022 Polen als Mitglieder hinzu. Stand März 2026 zählt die Hotelstars Union 21 Mitglieder.
Das Fundament der Einigung bilden die 21 Prinzipien von HOTREC zur Weiterentwicklung von Hotelklassifizierungssystemen, die alle Mitglieder der „Hotelstars Union“ für bindend erklärten. Mit den 21 Prinzipien einigten sich die Länder auf grundlegende Standards für die Hotelklassifizierung: fünf Kategorien, Vergabe der Sterne nur nach Kontrolle des Betriebes, Einhaltung der rechtlichen Bestimmungen, Sauberkeit und ein guter Allgemeinzustand, regelmäßige Überprüfung der Kriterien, Anpassung an die Marktbedürfnisse, einfach zugängliche Informationen usw.
Deutschland Eine Hotelklassifikation in Deutschland wird seit dem Jahr 1996 von dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) durchgeführt. Die Klassifizierung ist kostenpflichtig, erfolgt auf freiwilliger Basis und bleibt drei Jahre gültig. Es gibt 239 verschiedene objektive Kriterien, wie Essensangebote, die Hotelrezeption etc., anhand derer die Hotelsterne zugeteilt werden. Die Skala reicht von 1-Stern bis 5-Sterne. Ein Stern steht für die niedrigste Kategorie (Einfache Ansprüche), fünf Sterne für die höchste (Höchste Ansprüche). Innerhalb jeder Kategorie kann zudem das Zusatzprädikat SuperiorWas bedeutet Hotel Superior?, auf hotelstars.eu erworben werden, wenn die Qualität der Serviceleistung weit über dem Geforderten dieser Kategorie, aber noch unter den Anforderungen der nächsthöheren Kategorie liegt. Eine weitere Sonderform stellt das Hotel garniWas bedeutet Hotel Garni?, auf hotelstars.eu dar. Dabei handelt es sich um einen Hotelbetrieb, der Beherbergung, Frühstück, Getränke und höchstens kleine Speisen anbietet.
Seit dem 1. Januar 2010 gilt für DEHOGA Hotels das einheitliche Hotelklassifizierungssystem Hotelstars Union für Deutschland. Ende 2012 wurden auch die Schilder auf eine einheitliche europäische Norm umgestellt.
Frankreich
Die Hotelklassifikation in Frankreich oblag bis 2009 einer Fremdenverkehrskommission des Départements, die dem Staatssekretariat für Fremdenverkehr unterstellt war. Sie erfolgte auf freiwilliger Basis, jährlich durchgeführt. Die Skala reichte von 0-Stern (erfasst, aber nicht klassifiziert) bis zu 4-Stern mit der Zusatzkategorie 4 Stern „L“ (für Luxus), was der 5-Stern-Kategorie anderer Systeme entsprach. Besonders luxuriöse Hotels mit aufwändigem hochqualifiziertem Service wurden und werden auch weiterhin inoffiziell als „“ (Hotelpaläste) bezeichnet.
Ab 2009 wurde dieses System durch eine Einteilung von 1–5 Sternen ersetzt ().Site officiel du classement des hébergements touristiques, Atout France (classement.atout-france.fr) Dieses System geriet in den letzten Jahren aber stark unter Kritik, da die Einstufung – anhand von 250 Kriterien – von bis zu 50 akkreditierten Prüffirmen durchgeführt wird, und vom Hotel bezahlt werden muss. Befürchtet werden uneinheitliche Bemessung, Gefälligkeitsgutachten und Dumping. Außerdem müssen staatlicherseits als Betrugsbekämpfungsmaßnahme Geldstrafen (bis 15.000 Euro) vorgesehen werden, die man seitens des Ministeriums vorerst aber noch nicht verhängen will.Hôtellerie: le nouveau classement sera amélioré. In: Le Parisien online, 23. Juli 2012.„Das ist ungenügend“ – Frankreichs Hotellerie droht Sternefiasko. orf.at/stories, 27. Juli 2012.
Österreich Österreich startete in den 1950er Jahren mit einer Kategorisierung nach den Buchstaben A bis F. In den 1970ern wurde dann das 1- bis 6-Sternsystem eingeführt. Seit 1984 gab es die bis 2010 aktuelle Form, nach der sich 76 % der Beherbergungsbetriebe (Stand 2009) kategorisieren haben lassen. Die Einstufung reichte von 1- bis 6-Stern-Betrieben, wobei in der 4-Stern-Kategorie der Zwischenlevel Superior eingeführt wurde.
Seit dem 1. Januar 2010 gilt das einheitliche Hotelklassifizierungssystem Hotelstars Union für Österreich.Einheitsregelung seit Anfang 2010. orf.at/stories, 27. Juli 2012 wko.at; abgerufen am 12. Februar 2014. Die Einstufung in eine Sterneklasse erfolgt auf Antrag des Betriebes durch eine unabhängige Kommission. Regelmäßige Überprüfungen und ein System der jährlichen Selbstkontrolle sichern die Qualität. Mitgliedsbetriebe können diese Serviceleistung der Fachgruppen Hotellerie bzw. des Fachverband Hotellerie der Wirtschaftskammer freiwillig in Anspruch nehmen.
Schweiz Die umfassendste Hotelklassifikation in der Schweiz nimmt der Dachverband der Schweizer Hotellerie hotelleriesuisse vor. Die Klassifizierung ist freiwillig, aber kostenpflichtig und mit einer Mitgliedschaft verbunden. Die Skala reicht von 0 bis 5 Sterne. In allen Kategorien wird der Zusatz Superior an Hotels vergeben, deren Ausstattung, Einrichtung und Komfort für ihre jeweilige Kategorie überdurchschnittlich sind.
Bis und mit 4 Sterne ist das Fehlen eines Restaurants zulässig.
Seit 2011 gilt das einheitliche Hotelklassifizierungssystem Hotelstars Union für die Schweiz.Klassifikation. hotelleriesuisse.ch; abgerufen am 19. April 2014.
Die von 2025 bis 2030 gültige Klassifikation von hotelleriesuisse verwendet insgesamt 239 Kriterien, nach welchen Hotels bewertet werden. Die Erfüllung gewisser Kriterien wird für die jeweilige Anzahl Sterne zwingend vorausgesetzt. Die Kriterien verteilen sich auf die folgenden sieben Bereiche: Allgemeines (z. B. mehrsprachige Mitarbeiter, Aufzüge, Parkplätze) Reception und Services Zimmer und deren Ausstattung (Kriterien Nr. 60 bis 180) Gastronomie Veranstaltungsbereich (vor allem Bankettmöglichkeiten und Größe der Tagungsräume) Freizeit (etwa Sportgeräteverleih, Massagen und Kinderbetreuung) Qualitäts- und Onlineaktivitäten (systematischer Umgang mit Rückmeldungen, Webseite mit Buchungsoption, Mystery Guests)
Die Kriterien sind mit Punktzahlen gewichtet. Für die Einteilung als Viersterne-Hotel zum Beispiel muss das Etablissement also die Mindestpunktzahl für Viersterne-Hotels – nämlich 410 – erreichen, und alle 91 zwingenden Kriterien der Viersterne-Hotels erfüllen. Hat das Hotel eine genügende Punktzahl für Viersterne-Hotels erreicht, aber erfüllt die zwingenden Kriterien dieser Klasse nicht, so wird das Hotel als Dreistern-Superior eingeordnet.Siehe PDF-Datei "Kriterienkatalog 2025-2030" auf
Afrika In einigen afrikanischen Ländern (u. a. Südafrika, Namibia) gibt es Unterkunftsklassifizierungssysteme nach europäischem Vorbild. 12 Mitgliedsstaaten der Regional Tourism Organization of Southern Africa (RETOSA) planen bis 2015 ein gemeinsames System zu implementieren. (PDF; 5,0 MB) Southern African Tourism Update, Juni/Juli 2011, Ausgabe 219, S. 2.
Namibia