Gion A. Caminada (* 8. August 1957 in Vrin) ist ein Schweizer Architekt und emeritierter Universitätsprofessor.miniatur|Gion A. Caminada Werdegang mini|Totenstube bei der Kirche von Vrin mini|Geissenstall Alp Parvansauls, Vrin mini|Wohnhaus in Vrin mini|Wohnhaus in Vrin Nach seiner Lehre als Bauschreiner besuchte er die Kunstgewerbeschule in Zürich. Danach absolvierte er ein Nachdiplomstudium der Architektur an der ETH Zürich und gründete ein eigenes Architekturbüro in Vrin, in den späten 1970er Jahren. Caminada lehrte als Professor für Architektur und Entwurf an der ETH (1998–2008: Assistenzprofessor, 2008–20: ausserordentlicher Professor, ordentlicher Professor: 2020–23).Professor Gion A. Caminada, DARCH, Department Architektur, ETH Zürich, abgerufen am 27. Dezember 2018.
Caminada ist bekannt für seine Arbeiten in und um Vrin. Sein vielleicht bekanntestes Werk ist die Totenstube oder Stiva da morts (Bündnerromanisch, wörtlich: Wohnzimmer der Toten), die zwischen 1996 und 2002 neben der Kirche von Vrin entworfen und gebaut wurde. Es wird für Totenwachen und Bestattungen älterer Menschen aus Vrin verwendet, die anderswo gestorben sind, aber in ihrem Heimatdorf begraben werden möchten. Ein weiteres Schlüsselwerk in Vrin ist die 1995 erbaute Mehrzweckhalle Vrin, die in Zusammenarbeit mit dem Bauingenieur Jürg Conzett entworfen wurde.
Viele von Caminadas Projekten bestehen aus Holzbau in einem minimalistischen Stil, der modernes Design mit traditionellen Schweizer Methoden und Materialien kombiniert. Auf diese Weise ist seine Arbeit vergleichbar mit der von Peter Zumthor, einem Architektenkollegen ebenfalls aus Graubünden.
2014 stellte das Kunsthaus in Budweis, Tschechien, eine Sammlung von Caminadas Werken aus.
Bauwerke mini|Ustria Steila, Siat Orts- und Gestaltungsplanung, Vrin Um- und Neubau Gemeindehaus, Vrin Neubau Gemeindehalle, Vrin Schulhaus Duvin mit Branger & Conzett Wohnhäuser und Ställe, Val Lumnezia und Surselva Wohnhaus Walpen, Blatten bei Naters Telefonkabine, Vrin Geissenstall Alp Parvansauls, Puzzatsch mit Branger & Conzett auf surselva.ch, abgerufen am 20. Mai 2020. Schlachthaus für Direktvermarktung, Vrin Totenstube (Stiva da morts), Vrin Umbau Hotel Alpina, Vals Neubau Unterhaus, Mädcheninternat Gymnasium Kloster Disentis, Disentis Neubau Salaplauna, Klosterstall mit Besucherräumen, Disentis Neubau Sennaria Surselva, Käserei für die Region, Disentis Neubau Ustria Steila, Siat Umbau Engihaus zum «Gasthaus am Brunnen», Valendas Wohnhaus Alig, Vattiz GR (Degen) 1994–99: Betriebsgebäude der Genossenschaft Mazlaria, Vrin mit Ingenieur Branger & Conzett und Fanchini & Pérez 2013: Waldhütte – Plong Vaschnaus, Domat/Ems, mit Ingenieur Walter Bieler 2016: Aussichtsturm, Goldau, mit Ingenieur Walter Bieler
Auszeichnungen und Preise 1994: Auszeichnung für gute Bauten Graubünden für Geissenstall Alp Parvansauls, Haus Segmüller in Vignogn und Schule in Duvin 1996: Eidgenössischer Preis für freie Kunst 2001: Auszeichnung für gute Bauten Graubünden 2006: Preis – Neues Bauen in den Alpen für Mädcheninternat Gymnasium Kloster Disentis 2008: Deutscher Kritikerpreis 2010: Prix Meret Oppenheim 2011: Kulturpreis des Kantons Graubünden 2016: Global Award for Sustainable Architecture SAB Preis der Schweizer Arbeitsgemeinschaft für das Berggebiet Bruckmann Umweltpreis, München Prix Lignum für Ställe und Schlachthaus, Vrin Anerkennungspreis der Graubündner Regierung Holzbaupreis Graubünden, Stiva da morts
Bibliografie Gion A. Caminada. Stiva da morts. Vom Nutzen der Architektur. gta Verlag, Zürich 2003, ISBN 3-85676-116-0. Bettina Schlorhaufer (Hrsg.), Lucia Degonda (Fotografien): Cul zuffel e l'aura dado – Gion A. Caminada. 2., erweiterte Auflage. Quart Verlag, Luzern 2018, ISBN 978-3-03761-114-2. Gion A. Caminada. (= a+u. 541). a+u Publishing, Tokyo 2015, ISBN 978-4-900211-83-4.
Weblinks
Offizielle Website: Gion A. Caminada Architekturbüro Vrin SF Wissen, SF DRS, 6. Juni 1999 (Video, 6.20 Min.) Gion A. Caminada: Vom Nutzen der Architektur. Einführungsvorlesung. Videoportal der ETH Zürich, 20. November 2002.
Gion A. Caminada und Josef Perger: Peripherie als Hoffnungsträger?, tagederutopie.org, 26. April 2007 (Podcast) Das Benediktinerkloster und die Landwirtschaft, Disentis, Auszeichnung SIA umsicht regards sguardi, 2011
Neue Zürcher Zeitung: Architekten unter sich: Caminadas Heimatliebe trifft Olgiatis Metaphysik, Autor: Antje Stahl, 14. September 2018, abgerufen am 27. Dezember 2018. weitere Bilder auf der Webseite der Fotografin Lucia Degonda
Einzelnachweise
Kategorie:Architekt (Schweiz) Kategorie:Hochschullehrer (ETH Zürich) Kategorie:Person (Kanton Graubünden) Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1957 Kategorie:Mann