Pesel (süddithmarsisch Pisel, altfriesisch pisel, , , ) ist eine Bezeichnung für einen Raum im Haus, der dem Aufenthalt von Frauen vorbehalten war. Sie entstammt dem mittellateinisch pisales, pisalis. Bis heute (2025) ist er sowohl an der Westküste Schleswig-Holsteins (Dithmarschen, Nordfriesland) als auch im Süden Jütlands an der Westküste ein Raum mit gehobener bis luxuriöser Ausstattung in einem Bauernhaus, der nur zu besonderen Anlässen genutzt wird.

Wortherkunft mini|Grundrisse von Bauernhäusern mit Pesel Charles du Fresne, sieur du Cange gab für das Wort Pesel folgende Erklärung:

Damit wäre etymologisch die ursprüngliche Nutzung als Spinnstube gemeint. Wilhelm Wackernagel folgte dieser Herleitung von pensum, fügte aber hinzu:

Daraus leitet sich ein heizbares Frauengemach ab, da (Ofen, Stube) meint. Durch diese Erklärung Wackernagels wurden viele lexikalische und archäologische Abhandlungen über den Pesel beeinflusst, so dass Sprachforscher davon ausgingen, dass Pesel mit geheizter Raum gleichzusetzen ist. Otto Lauffer bekräftigte ausdrücklich, es sei:

Nutzung Für die Nutzung des Pesels in einem niederdeutschen Haus ging Lauffer davon aus, dass diese überwiegend keinerlei Heizvorrichtung besaßen. So gaben Karl Schiller und August Lübben in ihrem Mittelniederdeutschen Wörterbuch an, dass und gingen davon aus, dass der sei, also seine Bedeutung verloren habe.

Die beheizte Stube vor allem an der Westküste Schleswig-Holsteins und im Süden Dänemarks verbreitete Bezeichnung für die Gute Stube, zum Beispiel des Geesthardenhauses und des Haubargs. Diese Formen des Bauernhofs sind vor allem in Südschleswig im nördlichen Schleswig-Holstein verbreitet, im nordfriesischen Bereich, auf den Inseln und auf den Halligen, findet sich das Geesthardenhaus auch als Uthlandfriesisches Haus. Der Pesel wurde nur zu besonderen Anlässen (Feste, Besuche) genutztHistorisk Samfund for Sønderjylland (Hrsg.): Sønderjylland A-Å. Aabenraa 2011, ISBN 978-87-7406-120-5, S. 297. und daher gab es daneben noch die als täglichen Aufenthaltsraum genutzte Dönse. Im Gegensatz zur Dönse, die mit einem Bilegger beheizt werden konnte, galt der unbeheizte Pesel als „kalte Pracht“. Die ungeheizte meist große Stube in alten Bauernhäusern wurde unter anderem für Familienfeiern und Festtagen (Hochzeiten, Tauffeiern), aber auch zur Aufbahrung und Totenwache genutzt. In Dithmarschen bezeichnet der Pesel den am Hinterende des dithmarsischen Bauernhauses, dem Eingang der Grotdel, gegenüberliegende Saal, gewöhnlich ohne Ofen und mit einer Tür zum Garten, so dass eine Nutzung als „Sommerstube“ erfolgen kann.

Beispiele für Pesel befinden sich auf Hallig Hooge (Königspesel), im Heinrich-Sauermann-Haus auf dem Museumsberg Flensburg, im Dithmarscher Landesmuseum Meldorf, im Altonaer Museum, im Schleswig-Holsteinischen Freilichtmuseum bei Kiel und im Ostenfelder Bauernhaus in Husum.

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Einzelnachweise

Kategorie:Typ von Innenräumen Kategorie:Architektur (Schleswig-Holstein)