Chavannes-sur-l’Étang (, Chavannes = cabane bedeutet Hütte, einfache Behausung) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Kanton Masevaux-Niederbruck im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est und ist Mitglied des Gemeindeverbandes Sud Alsace Largue.
Geografie Das Dorf liegt im Südwesten des Elsasses in der Burgundischen Pforte am Rhein-Rhône-Kanal zwischen Altkirch und Belfort. Im Westen und Norden grenzt das Gemeindegebiet von Chavannes an die Region Bourgogne-Franche-Comté.
Geschichte Der Ort erscheint in den Urkunden zum ersten Mal 1458 unter dem Namen Klein Schaffnat (Chavannes von Cabane=Hütte) erwähnt. Bis 1324 gehörte der Ort zur Grafschaft Pfirt, kam dann durch die Heirat der Johanna von Pfirt mit Herzog Albrecht von Österreich an Habsburg (Herrschaft Montreux-Château) und 1648 im Westfälischen Frieden an die französische Krone.
Nach Napoleons I. Rückkehr von der Insel Elba leisteten am 29. Juni 1815 hier die Truppen des französischen Generals Claude-Jacques Lecourbe den zahlenmäßig weit überlegenen Koalitionstruppen vergeblich Widerstand.
Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Schaffnat als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich (Kreis Altkirch, Bezirk Oberelsaß). Mit der Abtrennung des Territoire de Belfort vom Elsass 1871 wurde Chavannes Grenzort. Im Ersten Weltkrieg blieb Chavannes in französischer Hand und von Kriegshandlungen verschont. Im Zweiten Weltkrieg erlebten die Einwohner nach dem Waffenstillstand von 1940 die deutsche Besatzung. Nach dem Durchbruch der französischen 1. Armee unter General de Lattre de Tassigny bei Belfort (20. bis 25. November 1944) erreichten deren Truppen Chavannes und befreiten den Ort von der Naziherrschaft (2010 fand ein Pilzsammler 34 Granaten des Zweiten Weltkriegs aus amerikanischen Beständen bei Chavannes).
Bevölkerungsentwicklung Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2016 Einwohner 360 334 340 314 342 374 436 540 690 mini|hochkant 0.7|Matthäuskirchemini|hochkant 1.25|Restauriertes Lavoir an der Loutre
Ortsbild Übergangsbereich zur Franche-Comté. Das Sundgauer Fachwerkhaus ist noch vorhanden, tritt aber etwas in den Hintergrund. Einige alte Bauernhäuser haben das für den westlichsten Sundgau typische Vollwalmdach. Auffallend lockere Bebauung des Dorfs.
Die Matthäus-Kirche (Èglise Saint-Matthieu) ist ein neuromanischer Bau. Die erste Dorfkirche bekam Chavannes 1772.
Literatur Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 296–297.
Weblinks
Die Gemeinde auf der Website des Gemeindeverbands
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in Grand Est Kategorie:Ersterwähnung 1458