Die Piper PA-18 Super Cub ist ein ursprünglich militärisches Schul- und Aufklärungsflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Piper Aircraft Corporation, das ab dem Jahr 1949 in Serie hergestellt wurde. Sie ist der Nachfolger der Piper J-3, ist wie diese ein Spornradflugzeug und sieht dieser auch recht ähnlich, obwohl die Konstruktion stark von dem Vorgänger abweicht. Der Erstflug fand am 23. November 1949 statt.Peperell 2006, S. 170

Ursprünglich war sie für eine Ausschreibung der US Army als Piper PA-19 aus der PA-11 „Cub Special“ entwickelt worden. Sie absolvierte ihren Erstflug Ende Januar 1949. Von der PA-19 wurden drei Stück gebaut, bevor sie für die darauf folgende Serienproduktion – als identische Konstruktion – in PA-18 umbenannt wurde.Peperell 2006, S. 170, S. 180–190

Nach der Schließung des Werks in Lock Haven im Jahre 1984 wurde die PA-18 ab 1987 wieder in Vero Beach gebaut. Um den lohnintensiven Zusammenbau zu vermeiden, wurde die PA-18 zuletzt nur noch als Bausatz gefertigt.

Mit über 40.000 gebauten Flugzeugen sind die Piper-Cub-Modelle in ihrer Klasse die meistgebauten Flugzeuge weltweit.

Konstruktion Die Tragflügel bestehen einschließlich der Rippen aus Aluminiumprofilen. Der Rumpf wurde gegenüber der J-3 verstärkt und so den höheren Belastungen angepasst.

Das zweisitzige Flugzeug wurde in verschiedenen Motorisierungen ausgeliefert, ursprünglich mit dem Continental C-90 als „PA-18-95 Cub“. Später entstanden auch Varianten mit Lycoming-Motoren von 77 bis 110 kW (105–150 PS). Die Modelle mit über 92 kW (125 PS) verfügten über Landeklappen und ein vergrößertes Leitwerk. mini|Piper PA-18 „Super Cub“ mini|Eine Piper PA-18 schleppt eine Schleicher K 8 mini|Eine Piper PA-18 mit einem Flugzeugschleppseil im Landeanflug mini|Der Rumpf einer Piper PA-18 während einer Grundüberholung ohne Bespannung.

Die ursprüngliche PA-18 besaß noch keine eigene Stromversorgung. Lediglich über einen kleinen, von einem Propeller am Fahrwerk angetriebenen Generator konnte der nötige Strom für das Funkgerät gewonnen werden. Später wurden oft Generatoren und Batterien nachgerüstet, wodurch die PA-18 mit einem elektrischen Starter in Gang gesetzt werden konnte.

Nutzung Bei der US Army trug die „Super Cub“ in dem von 1942 bis 1962 gültigen System die Bezeichnungen L-18 und L-21. Die Unterschiede zwischen L-18 und L-21: Die L-21 verfügte über Landeklappen Motoren: die L-18 wurde von einem Continental C-90 angetrieben, die L-21 von einem Lycoming O-290 die L-18 hatte einen Tank im linken Flügel, die L-21 je einen auf beiden Seiten.Air-Britain Aviation World, Dezember 2014, S. 198 (englisch) Allerdings entstanden später Mischformen, wenn z. B. Tragflächen einer L-21 an eine L-18 montiert wurden und diese somit über Landeklappen und zwei Tanks verfügte.

Großer Beliebtheit erfreute sich das Flugzeug beim europäischen Militär; es war ein kostengünstiges Flugzeug zur Pilotenausbildung. Zahlreiche Flugzeuge wurden nach Europa, hauptsächlich Benelux und Deutschland, verschifft. Die PA-18-Schulflugzeuge der Bundeswehr waren mit Kupplungen für den Segelflugzeugschlepp ausgestattet. Die L-18C (PA-18) wurden von 1956 bis 1978 / März 1980 bei der Bundeswehr eingesetzt. Die Luftwaffe erhielt 39 Maschinen sowie eine beschädigte aus USAF-Beständen.

Die PA-18 erfreut sich noch heute großer Beliebtheit. So trifft man auf vielen kleineren Flugplätzen in Europa Cubs und Super Cubs an. Weit verbreitet sind hier die Varianten PA-18-95 und PA-18-150 (150 PS). Bekannt geworden ist die PA-18 in Deutschland auch durch die Flugzeuge der Burda-Staffel in den 1960er-Jahren.

Seit Februar 2011 ist auch der Anbau von elektrohydraulischen Ski an die Super Cub vom Luftfahrt-Bundesamt zugelassen. Mit eingezogenen Ski hat sie immer noch eine ausreichende Bodenfreiheit, um von Grasplätzen zu operieren.

Militärische Nutzer miniatur|PA-18/150

: 6 (PDF; 1,2 MB)

Militärische Produktion

Im Rahmen des Mutual Defense Aid Program (MDAP) wurde die Super-Cub auch an verbündete Länder geliefert.

Abnahme der PA-18 durch die USAF und die US Army:Statistical Digest of the USAF 1949, S. 164 f.; 1951, S. 158; 1952, S. 158; 1953, S. 185 f.; 1954, S. 70 f.; 1955, S. 80 f. Version19491950195119521953195419551956SUMMEPA-18      1 1L18-B Turkey105       105L-18C MDAP 6817637016856  838YL-21  2     2L-21A  120     120L-21B    62   62L-21B MDAP   16732986667520SUMME1056829838630335467671.647

Technische Daten mini|Dreiseitenansicht   PA-18-95PA-18-125PA-18-150Hersteller: Piper Aircraft Corporation Lock Haven USATyp: Schulterdecker Piper PA-18 „Super Cub“Motor:Continental C-90 mit 90 PSLycoming O-290 mit 125 PSLycoming O-320-A2A mit 152 PSMax. Flughöhe:4572 m/15000 ft5944 m/19500 ft5791 m/19000 ftLeergewicht:381 kg383 kgStartgewicht:590 kg680 kgReisegeschwindigkeit:161 km/h (87 kt)176 km/h (95 kt)185 km/h (100 kt)Steuerung:Steuerknüppel

Siehe auch Liste von Flugzeugtypen Liste von Luftfahrzeugen der Bundeswehr

Literatur Roger Peperell: Piper Aircraft, Air-Britain, Tonbridge 2006, ISBN 0-85130-378-1. Volker K. Thomalla: Piper Cub, Super Cub. Die Geschichte der klassischen Piper-Flugzeuge. Aviatic-Verlag, Planegg 1991, ISBN 3-925505-17-2, S. 53–95.

Weblinks

Informationen zur PA-18 German Piper Pilots Cub Club

Einzelnachweise

PA-18 Kategorie:Schulflugzeug Kategorie:Schwimmerflugzeug Kategorie:Luftfahrzeug der Luftwaffe (Bundeswehr) Kategorie:Luftfahrzeug (Bundesheer) Kategorie:Schleppflugzeug Kategorie:Militärluftfahrzeug (Belgien) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Italien) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Niederlande) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Norwegen) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Portugal) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Schweden) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Türkei) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Iran) Kategorie:Militärluftfahrzeug (Israel) Kategorie:Erstflug 1949 Kategorie:Einmotoriges Flugzeug mit Kolbenmotor Kategorie:Militärluftfahrzeug (Schweiz)