Paraíba, amtlich , ist ein Bundesstaat im Nordosten von Brasilien, in dem mit dem Ponta do Seixas der östlichste Punkt auf dem Festland des amerikanischen Doppelkontinents liegt. Er ist benannt nach dem Fluss Rio Paraíba.

Geographie Paraíba grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Rio Grande do Norte, Ceará und Pernambuco sowie an den Atlantischen Ozean. Etwa zwei Drittel des Bundesstaates liegen zwischen 300 und 900 Höhenmetern.

Das Klima ist tropisch und im Landesinneren semiarid mit längeren Perioden ohne Niederschlag. Im ozeannahen Litoral sind Regenfälle dagegen üppig.

Geschichte miniatur|Getúlio Dornelles Vargas und João Pessoa Paraíba gehört zu den älteren Bundesstaaten Brasiliens. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts waren es zumeist Franzosen, welche die Küsten der Region dominierten und Kontakt mit der indianischen Bevölkerung suchten. Im Jahr 1585 gründete der Portugiese João Tavares an der Mündung des Paraíba-Flusses das Fort São Felipe, aus dem sich dann die Stadt Filipéia de Nossa Senhora das Neves – das heutige João Pessoa – entwickelte.

Zwischen 1634 und 1654 wurde die Region durch die Holländer besetzt, die durch portugiesische Kräfte unter André Vidal de Negreiros vertrieben wurden. Die einheimische indianische Bevölkerung war in all den Jahren ein konstanter Unruheherd. Neben militärischen Aktionen wurde sie aber vor allem durch eine Pockenepidemie im Jahr 1599 zurückgedrängt, der zwei Drittel der Bevölkerung zum Opfer fielen.

Im Jahr 1753 wurde Paraíba dem Kapitanat Pernambuco unterstellt, dies wurde aber schon 1799 wieder aufgehoben. Paraíba nahm an der Revolution von 1817 (Revolte von Pernambuco) und 1824 an der sezessionistischen Äquator-Konföderation () teil.

Im Jahr der Revolution von 1930 wurde der als Vizepräsident vorgeschlagene paraíbanische Gouverneur João Pessoa Cavalcânti de Albuquerque ermordet. Ihm zu Ehren erhielt die Hauptstadt Paraíbas seinen Namen und wurde in der Flagge des Bundesstaates das portugiesische Wort „nego“ (deutsch: „Ich verweigere.“) aufgenommen als Zeichen der Ablehnung des damaligen Präsidenten Washington Luís Pereira de Sousa.

Politik

Bei den Gouverneurswahlen in Brasilien 2018 für die Exekutive wurde João Azevêdo, damals Mitglied des PSB, heute der Cidadania, für die Amtszeit von 2019 bis 2023 zum 51. Gouverneur gewählt. Bei der Gouverneurswahl in Paraíba 2022 wurde Azevêdo für die Amtszeit von 2023 bis 2027 wiedergewählt.

Die Legislative wird von 36 gewählten Abgeordneten in der Legislativversammlung von Paraíba ausgeübt. Der Staat entsendet 12 Bundesabgeordnete in die Abgeordnetenkammer und drei Bundessenatoren in den Bundessenat des Nationalkongresses.

Demographie

Paraíba hatte laut Volkszählung von 2010 3.766.528 Bewohner. Die Einwohnerschätzung des IBGE bezifferte die Zahl zum 1. Juli 2021 auf 4.059.905 Bewohner.

Bevölkerungsentwicklung

Quelle IBGE (Angabe für 2021 ist lediglich eine Schätzung zum 1. Juli 2021)

Bevölkerungsdichte mini|links|350px|Bevölkerungsdichte in Paraíba (2010).

Städte mini|Hauptstadt: João Pessoa

Der Bundesstaat ist in 223 Gemeinden, den municípios (deutsch Munizips), gegliedert.

+Großstädte in Paraíba nach Einwohnerzahl mit Schätzung zum 1. Juli 2019 StadtNr. Einwohner João Pessoa 1 809.015 Campina Grande 2 409.731 Santa Rita 3 136.586 Patos 4 107.605 Bayeux 5 96.880 Sousa 6 69.444 Cabedelo 7 67.736 Cajazeiras 8 61.993 Guarabira 9 58.833 Sapé 10 52.625

Wirtschaft Die Wirtschaft Paraíbas basiert auf der Landwirtschaft (Zuckerrohr, Ananas, Maniok, Mais, Bohnen), Industrie (Nahrungsmittel, Textilien, Ethanol), Tierzucht und dem Tourismus, mit unter anderem dem größten Fest des Heiligen Johannes in ganz Brasilien.

Weblinks

Website der Regierung des Bundesstaates Paraíba (brasilianisches Portugiesisch) Website der Legislativversammlung, Assembleia Legislativa da Paraíba (brasilianisches Portugiesisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Brasilianischer Bundesstaat

Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1889