Amobarbital ist ein langwirkendes Barbiturat mit Wirkung auf die GABAA-Rezeptoren. Es hat eine Eliminationshalbwertszeit von 8 bis 42 Stunden. Sein Gebrauch war in Medikamenten (Schlafmittel, Beruhigungsmittel) vor der Entdeckung der Benzodiazepine weit verbreitet und wurde als Natrium-Amobarbital (englisch auch Sodium amytal)W. J. Bleckwenn: Sodium amytal in certain nervous and mental conditions. In: Wisconsin Medical Journal. 19, (Dezember) 1930, S. 693–696. auch zur Einleitung der NarkoseLeon G. Zerfas, Joseph T. C. McCallum, Horace A. Shonle, Edward E. Swanson, Jasper P. Scott, Georg H. A. Clowes: Induction of snesthesia in man by intravenous injection of sodium Iso-amyl-ethyl Barbiturate. In: Proceedings of the Society for Experimental Biology and Medicine. Band 26, (Februar) 1929, S. 399–403. benutzt. Heute ist der Verkauf als Fertigmedikament in fast allen Ländern eingestellt. Amobarbital wird durch die Leber abgebaut.
Amobarbital wurde und wird auch heute noch in verschiedenen Ländern, u. a. den USA, als Wahrheitsserum zur Klärung von Verbrechen eingesetzt. Jenseits dieser Fälle wurde es zuerst 1930 von William Bleckwenn an der University of Wisconsin bei psychiatrischen Patienten verwendet, um deren unter anderem stupuröse Blockierungen zu lösen.P. L. Smith, D. K. Schwartz: Sodium amytal as a means of obtaining contact in stuporous and uncommunicative cases. In: The Psychiatric Quarterly. 8, 1934, S. 748–753, . Seit 1949 wurde es bei der prächirurgischen Diagnostik von Epilepsien beim Wada-Test eingesetzt. Amobarbital war mit Dexedrin auch Bestandteil des Kombinationspräparats Dexamyl.
Handelsnamen Sodium Amytal (GB), Tuinal (GB), Dorlotyn (H)
Einzelnachweise
Kategorie:Arzneistoff Kategorie:Psychotroper Wirkstoff Kategorie:Barbiturat Kategorie:Pyrimidintrion Kategorie:Sedativum Kategorie:Hypnotikum Kategorie:Betäubungsmittel (BtMG Anlage III)