Gert Haller (* 30. April 1944 in Tübingen; † 11. April 2010 in Bremen) war ein deutscher Politiker und Manager. Er war von 2006 bis 2009 als Staatssekretär und Chef des Bundespräsidialamtes der protokollarisch ranghöchste deutsche Beamte.

Leben Gert Haller, eines von zwei Kindern von Hildegard Haller, geborener Maurer, und des Volkswirtschaftsprofessors und Staatssekretärs Heinz HallerHaller, Heinz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s Who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 446. – dieser arbeitete von 1970 bis 1972 unter dem Finanzminister Alex Möller bei der Vorbereitung der Steuerreform mitGert Haller gestorben. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 13. April 2010. – studierte Volkswirtschaftslehre in Berlin und Heidelberg. Von 1970 bis 1977 war er Wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Nach seiner Promotion trat Haller 1977 in das Bundesministerium der Finanzen ein. Dort war er zuletzt Staatssekretär und als persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers zur Vorbereitung der Weltwirtschaftsgipfel tätig.

Ab dem 1. Januar 1993 leitete er die Abteilung IX im Bundesfinanzministerium.Heinz Hoffmann, Die Bundesministerien 1949–1999, Koblenz 2003, S. 232 Haller leistete hier einen wesentlichen Beitrag zur Einführung der europäischen Währung.ols. Gert Haller, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13. April 2010 Zum 1. Januar 1995 wechselte er in die Privatwirtschaft und wurde Vorstandssprecher beim Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische. Von Anfang 2001 an war er deren Vorstandsvorsitzender und in dieser Zeit entscheidender Befürworter der Zusammenführung der Wüstenrot-Gruppe und der Württembergischen Versicherung, die seitdem unter dem neuen Namen W & W auftreten.

Vom 1. März 2006 bis 30. September 2009 war Haller Chef des Bundespräsidialamtes in Berlin.Todesanzeige von Hans-Jürgen Wolff als Chef des Bundespräsidialamtes, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 14. April 2010 Horst Köhler und Haller waren persönlich befreundet. Sie kannten sich seit der Zeit, als sie beide im Bundesfinanzministerium zur Zeit von Minister Gerhard Stoltenberg arbeiteten. Hallers Nachfolger auf dieser Position wurde Hans-Jürgen Wolff., 31. August 2009 Haller verzichtete auf sein reguläres Staatssekretärsgehalt als Chef des Bundespräsidialamts und arbeitete stattdessen für einen symbolischen Euro. Seinen Lebensunterhalt bestritt er mit seiner Altersversorgung als ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Wüstenrot & Württembergische AG.Matthias Wulff: Gewinner., Die Welt vom 18. Dezember 2005Stefan Braun: Bundespräsident Horst Köhler: Allein, es fehlt der Glanz, Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010

Neben der politischen Tätigkeit gehörte Haller seit 1998 dem Vorstand der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft (WBG) an und war ab 2007 deren Vorsitzender. Dort forcierte er unter anderem die Übernahme des Verlages Philipp von Zabern und des Hörbuchverlags auditorium maximum. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde kommissarisch Dieter Planck.

Haller starb nach einer kurzen schweren Erkrankung im April 2010 in Bremen und wurde in Heidelberg beigesetzt. Sein Tod und die Probleme, die nach seinem Ausscheiden im Bundespräsidialamt auftraten, wurden als ein Grund für den Rücktritt von Bundespräsident Köhler im Mai 2010 angeführt.Stefan Braun, Traurig, vereinsamt, enttäuscht. Horst Köhler trat zurück, weil er einen engen Freund verlor und sich zunehmend politisch isoliert fühlte, in: Süddeutsche Zeitung vom 26. Juni 2010

Auszeichnungen 1997: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik ÖsterreichAufstellung aller durch den Bundespräsidenten verliehenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ab 1952 (PDF; 6,9 MB) 2006: Großkreuz des Verdienstordens der Italienischen Republik 2007: Mitgliedschaft der Nationalen Ehrengesellschaft Maltas 2007: Norwegischer Verdienstorden 2008: Niederländischer Verdienstorden 2008: Großes Bundesverdienstkreuz 2009: Großkreuz des portugiesischen Verdienstordens

Veröffentlichungen Optimale Haftung bei Strassenverkehrsunfällen. Dissertationsschrift, Duncker und Humblot, Berlin 1977.

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Einzelnachweise

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