Die Schwarze Elster (, veraltet: Carna Bytśica;Manfred Starosta: Dolnoserbsko-nimski słownik/Niedersorbisch-deutsches Wörterbuch. 1. nakład/1. Auflage. Ludowe nakładnistwo Domowina/Domowina-Verlag, Budyšyn/Bautzen 1999, ISBN 3-7420-1096-4 (siehe auch Onlineversion auf dolnoserbski.de). )Eintrag „Čorny Halštrow“ auf soblexx.de ist ein 179 Kilometer langer, rechter Nebenfluss der Elbe in den deutschen Bundesländern Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt.

Der ursprünglich stark mäandrierende Verlauf des im Westlausitzer Bergland entspringenden und bei Elster (Elbe) mündenden Flusses wurde ab der Mitte des 19. Jahrhunderts durch Regulierungs- und Begradigungsmaßnahmen stark verändert, zahlreiche Seitenarme wurden abgetrennt.

Unter anderem bis in die 1980er Jahre anhaltende starke Umweltbelastungen durch die angesiedelte Industrie führten dazu, dass der einst reiche Fischbestand der Schwarzen Elster nahezu ausgerottet wurde.

Geographie Verlauf mini|links|Elsterquelle bei Kindisch in Sachsen

mini|hochkant=1.4|Der Flussverlauf der Schwarzen Elster mini|Die Brücke in Gorsdorf ist die letzte vor der Mündung in die Elbe mini|Die bereits im Jahre 1420 erwähnte Elstermühle in Plessa

Der Fluss entspringt im Lausitzer Bergland (Oberlausitz) auf einer Höhe von an der Ostflanke der 396 Meter hohen Kuppe, eines Nebengipfels des Hochsteins.

Die Quelle befindet sich etwa 1,5 Kilometer südlich der zu Elstra gehörenden Ortschaft Kindisch. Von dort fließt die Schwarze Elster zunächst in nördlicher Richtung durch Elstra, Kamenz, Milstrich und Wittichenau. Ab Hoyerswerda fließt sie in Richtung Westen nach Elsterheide. Im weiteren Verlauf passiert sie nach 63 Kilometern die sächsisch-brandenburgische Grenze. Direkt nach der Grenze überquert die Schwarze Elster zwischen Groß- und Kleinkoschen in einem Wasserstraßenkreuz den Koschener Kanal. Dann fließt sie durch Senftenberg und Ruhland nach Lauchhammer. Dort erreicht sie mit dem etwa 15.000 Hektar umfassenden Schraden das Mündungsbiet der Pulsnitz.

Nachdem die Schwarze Elster bei Elsterwerda die mit sieben Kilometern engste Stelle des Breslau-Magdeburger Urstromtals passiert hat, schwenkt sie in nordwestliche Richtung und durchfließt in der Elbe-Elster-Niederung unter anderem die Städte Bad Liebenwerda, Herzberg und Jessen. Sie mündet bei Flusskilometer 198,5 auf einer Höhe von nahe der Gemeinde Elster (Elbe) in die Elbe.

Zuflüsse Die wichtigsten Nebenflüsse der Schwarzen Elster sind das Hoyerswerdaer Schwarzwasser, die Pulsnitz, die Große Röder, die Kleine Elster sowie das Schweinitzer Fließ. Größter Nebenfluss ist die Große Röder mit 105 Kilometer Länge und einem Einzugsgebiet von über 935 km². Diese mündet bei Würdenhain linksseitig in den Fluss.

Nebenflüsse der Schwarzen Elster Linksseitig Rechtsseitig Kesselwasser, vor Elstra auf 197 m Langes Wasser, in Kamenz auf 177 m Schwosdorfer Wasser, bei Schiedel auf 144 m Rocknitzgraben, bei Skaska auf 138 m Vincenzgraben, bei Groß Neida auf 119 m Kossacksgraben, bei Neuwiese auf 114 m Schleichgraben, bei Großkoschen auf 103 m Ruhlander Schwarzwasser, bei Ruhland auf 95 m Sieggraben, nach Ruhland auf 94 m Pulsnitz, bei Elsterwerda auf 88,5 m Große Röder, bei Würdenhain auf 87 m Alte Röder, bei Prieschka auf 86,7 m Kleine Röder, bei Bad Liebenwerda auf 86,3 m Neugraben, bei Grabo auf 71 m Jauer, bei Deutschbaselitz auf 148 m Klosterwasser, bei Kotten auf 128 m Ralbitzer Teichwasser, vor Hoske auf 127 m Hoyerswerdaer Schwarzwasser, bei Hoyerswerda auf 118 m Sornoer Elster, bei Kleinkoschen auf 102 m Rainitza, bei Buchwalde auf 100 m Pößnitz, bei Schwarzheide auf 97 m Hammergraben, bei Plessa auf 90 m Kleine Elster, bei Wahrenbrück auf 84 m Riecke, bei Beutersitz Kremitz, bei Mönchenhöfe auf 72 m Schweinitzer Fließ, bei Schweinitz auf 71,3 m

Geologie Das zum Lausitzer Bergland gehörende Quellgebiet der Schwarzen Elster ist gekennzeichnet durch Granite und Grauwacken des variszischen Grundgebirges. Der Anteil des Mittelgebirgsabschnittes mit einem durchschnittlichen Sohlgefälle von 10,6 ‰ ist jedoch gering. Unterhalb von Kamenz durchfließt die Schwarze Elster ein vorwiegend durch die pleistozänen Ablagerungen der Elster- und Saalekaltzeit geprägtes Gebiet. Ab Hoyerswerda bis zu ihrer Mündung in die Elbe durchfließt sie mit einem durchschnittlichen Sohlgefälle von 0,4 ‰ das 20 bis 30 Kilometer breite Lausitzer Urstromtal, ein Teil des im Warthe-Stadium der Saalekaltzeit entstandenen Breslau-Magdeburg-Bremer Urstromtales. Das Flussbett ist in diesem Bereich in fluvialen Sanden angelegt. Die Wasserscheide zum nördlich gelegenen Einzugsgebiet von Havel und Spree bildet der Lausitzer Grenzwall. Dort stehen in erster Linie glazifluviale Ablagerungen an.

Die tertiären Braunkohlenvorkommen zwischen Hoyerswerda und Lauchhammer sind von wirtschaftlicher Bedeutung.

Geschichte Etymologie und Namensvetter mini|hochkant=0.5|Stadtwappen von Elstra

Auch wenn der gleichnamige Vogel zum Teil in den Stadtwappen der am Fluss liegenden Orte dargestellt wird, hat dieser nichts mit dem Namen des Flusses zu tun. Er gehört vielmehr mit seiner Grundform Al-astra oder Al-istra zum indogermanischen el-/ol- für fließen, strömen mit der germanischen Endung -str. Flussnamen, die auf die gleiche Grundform zurückgehen, gibt es in ganz Europa (Beispiel Alster).Jürgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Sieboldshausen 1993, ISBN 3110141388, S. 245.Emilia Crome: Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda. Akademie-Verlag, Berlin 1968.

Mit der aus Tschechien im Elstergebirge entspringenden und in die Saale mündenden Weißen Elster kommt die Schwarze Elster nicht in Berührung. Den Beinamen weiß erhielt die Weiße Elster wegen des Schwarzbaches, der bei Adorf (Vogtland) in die Weiße Elster mündet. Allerdings findet sich auf Landkarten aus dem 17. und 18. Jahrhundert die alte Bezeichnung Weiße Elster für einen rechten Nebenfluss der Schwarzen Elster, der heute (Hoyerswerdaer) Schwarzwasser heißt.Bartholomaeus Scultetus: Lusatia superior. Blaeu 1640. (siehe Landkarte auf Wikimedia Commons)Dvcatvs Electorat. et Principat. Dvcvm Saxoniae : prout illorum conditio hodierna est; Tab. I.; Cum Privil. Caes. & Reg. Polon. Maj. / Geographicé consignati per Phil. Henr. et Frid. Zollmann. In lucem prolati ab Homannianis Heredibus. - [ca. 1:460 000]. - Norib. : Homanniani Heredes, 1731. Karte in der Deutschen Fotothek Im slawischen Sprachraum existieren zahlreiche Gewässernamen und Flusspaare mit den Farbbezeichnungen „weiß“ und „schwarz“ (z. B. Weiße und Schwarze Elster, Biała und Czarna Przemsza). Die Motive dieser Benennungen werden in der Forschung unterschiedlich erklärt und reichen von Eigenschaften des Gewässers bis zur Unterscheidung gleichnamiger Flüsse und ihrer geographischen Lage. Wobei westlich oft mit der Farbe weiß belegt ist. Neben einer indoeuropäischen Herleitung wird für die Elster auch eine slawische Etymologie diskutiert, die den Namen mit dem slawischen Wort Alstrawa („die Eilende“) in Verbindung bringt.Jürgen Udolph: Namenkundliche Studien zum Germanenproblem. Berlin/New York 1994, S. 245.

Geschichtlich-politische Bedeutung Im 11. Jahrhundert war die Schwarze Elster zeitweise Grenzfluss zwischen deutschen und polnischen Herrschaftsgebieten und auch die Grenze zwischen der Niederlausitz und der Oberlausitz folgt ab Lauchhammer bis etwa Geierswalde dem Verlauf der Schwarzen Elster.

Mit dem im 12. Jahrhundert begonnenen deutschen Landesausbau entstanden entlang der Schwarzen Elster zahlreiche Burgen und Befestigungsanlagen, welche die Flussübergänge und die dort entlang führenden Heer- und Handelsstraßen schützen sollten.Ines Spazier: Mittelalterliche Burgen und Herrensitze im Elbe-Elster-Gebiet und in der nördlichen Oberlausitz. In: Mitteilungen des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Heft 1/1995, S. 26–30.

Elsterregulierung Anfänge mini|Der unregulierte Fluss in Elsterwerda im 18. Jahrhundert

Auf Klagen über Schäden durch Überflutungen an der Schwarzen Elster erfolgte im Jahr 1559 auf Anweisung von Kurfürst August von Sachsen eine erste Bereisung des Flusses. Als Ergebnis dieser ersten Inaugenscheinnahme erließ er 1561 die Verordnung von Mühlensachen (mitgeteilt im Codicis Augustei, am 11. September 1561). In dieser Verordnung wurde die Schwarze Elster in 170 Abschnitte eingeteilt. Jede der 17 Elstermühlen ab Liebenwerda erhielt die genaue Vorschrift, inwieweit das Wasser einzudämmen sei, wie hoch die Schutzbretter sein durften usw. Jede Mühle erhielt einen Eichpfahl, der für den betreffenden Flussabschnitt die Auslastung und die vorhandene Energiekapazität festlegte. Die Müller handelten jedoch oft weiterhin nach ihrem eigenen Gutdünken. Aus den sich daraus ergebenden Klagen wurde die Verordnung erweitert und 1772 das Interims-Mühlen-Regulativ für die Schwarze Elster erlassen. 42 Paragraphen legten fest, wie sich Müller und Besitzer der Mühlen bei steigendem Wasser zu verhalten hatten. Ebenso wurden die genehmigte Stauhöhe und die Strafen bei Nichteinhaltung der Vorschriften festgelegt.Manuela Armenat: Die ‚Vollkommene Ausbildung‘ der Schwarzen Elster. Eine multidimensionale Studie zur Wasserwirtschaft und zum Kulturlandschaftswandel 1800–1945. Waxmann, Münster 2012, ISBN 978-3-8309-2706-8, S. 120 ff.Heimatkalender für den Kreis Schweitnitz. Jahrgang 1931, S. 41 ff.Günther Erfurt: Die Schwarze Elster. Schicksal unseres Heimatflusses. Selbstverlag, Jessen 2007, S. 8 und 9.

19. Jahrhundert, Mittellauf mini|Der Flussverlauf der Schwarzen Elster und ihrer Nebenflüsse zwischen Dolsthaida und Uebigau vor der Regulierung mini|Planungskarte der Elster-Regulierung zwischen Würdenhain, Prieschka und Haida aus dem Jahr 1850 mini|Elsterwehr bei Großkoschen mini|Schwarze Elster in Senftenberg mini|Die Eisenbahnbrücke Premsendorf kurz nach ihrer Eröffnung 1911 mini|Der Fluss bei Schweinitz

Die größten Veränderungen erfuhr der Fluss im 19. und 20. Jahrhundert. Ziele waren neben der Eindämmung von Hochwasserereignissen die Steigerung von landwirtschaftlichen Erträgen und die Ableitung von Abwässern des aufkommenden Braunkohletagebaus und die Einleitungen durch die Industrialisierung.

Ursprünglich sollte im Anschluss an das im Jahr 1772 erlassene Mühlen-Regulativ für jede der Elstermühlen eine eigene Verordnung erlassen werden. Als Ergebnis des Wiener Kongresses gehörten jedoch im Jahr 1815 viele Gebiete entlang des Flusses zum Königreich Preußen, sodass es dazu nicht mehr kam. Die preußische Provinzialregierung versuchte zwar schon 1817, Pläne für eine Regulierung zu entwickeln, aber erst 1852 wurde der Verband zur Regulierung der Schwarzen Elster gegründet und das Gesetz zur Regulierung der Schwarzen Elster erlassen. Der bereits 1848 mit der Regulierung beauftragte Regierungsrat von Funck befürwortete 1850 nach einer Besichtigung des Flusses eine Melioration bis zur Elstermühle Arnsnesta. In den Jahren 1851/52 beantragten die Gemeinden Hoyerswerda und Schweinitz, dass die geplanten Maßnahmen auch für sie gelten sollten, der Beitritt wurde jedoch beiden Orten versagt, da sie sich im Vorfeld gegen eine Regulierung ausgesprochen hatten. Eine Regulierung des Unterlaufs wurde damals nicht in Betracht gezogen.

Am 10. Mai 1852 begannen 150 Mann bei Zeischa mit den ersten Erdarbeiten für den von Wasserbauinspektor Roeder geplanten 90 Kilometer langen Abschnitt zwischen Tätzschwitz und Arnsnesta. Bis ins Jahr 1855 stieg die Anzahl der beschäftigten Arbeiter auf bis zu 1400. Da dies jedoch nicht für einen zügigen Abschluss der Arbeiten ausreichte, wurde erstmals der Einsatz von Dampfbaggern diskutiert.