Cho Sung-hyung (Hangeul , * 1966 in Busan, Südkorea) ist eine koreanisch-deutsche Filmregisseurin, Filmeditorin und Professorin.
Leben und Werk Die Mutter von Cho Sung-hyung war Krankenschwester in Hannover. Am Goethe-Institut in Seoul erwarb Cho Deutschkenntnisse und konnte sich intensiv mit deutscher Literatur auseinandersetzen. Später studierte sie in Seoul Kommunikationswissenschaft und kam 1990 nach Deutschland, wo sie ein Studium der Kunstgeschichte, Medienwissenschaften und Philosophie in Marburg absolvierte. Sie arbeitete als freiberufliche Editorin und leitete Schnitt-Seminare am Filmhaus Frankfurt und am SAE Institute.
Zunehmend führte sie auch Regie in den Bereichen Dokumentarfilm und Musikvideo. Ihr Dokumentarfilm Full Metal Village wurde mit dem Max-Ophüls-Preis ausgezeichnet; erstmals in der Geschichte des Festivals wurde damit einem Dokumentarfilm der Hauptpreis zuerkannt. Weitere Auszeichnungen waren der Hessische Filmpreis, der Schleswig-Holstein Filmpreis, der Gilde Filmkunstpreis sowie der Preis zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses der DEFA-Stiftung.
Cho ist seit dem Wintersemester 2011/2012 Professorin für Künstlerischen Film/Bewegtbild an der Hochschule der Bildenden Künste Saar in Saarbrücken..Abgerufen am 18. Januar 2012. Am 20. Juli 2012 erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Seit 2018 sitzt sie als Professorin in der Jury des Bundesfestivals junger Film.
Zwecks ihres 2016 entstandenen Dokumentarfilms Meine Brüder und Schwestern im Norden musste sie ihre südkoreanische Staatsbürgerschaft aufgeben, da das nordkoreanische Politsystem ihr ansonsten keine Einreise- und Drehgenehmigung gegeben hätte, und weil Südkorea die Reise südkoreanischer Staatsbürger nach Nordkorea als Staatsverrat ahndet.
Filmografie Schnitt 2001: Freudenhaus (Kurzfilm-Spielfilm) – Regie: Veit Helmer 2003: Verirrte Eskimos (Kurzfilm-Spielfilm) – Regie: Ferdinand Barth 2004: Parzifal in Isfahan (Dokumentarfilm) – Regie: Bruno Schneider
Regie 2006: Full Metal Village (auch Schnitt, Kino) 2009: Endstation der Sehnsüchte (auch Schnitt, Kino) 2011: 11 Freundinnen (auch Schnitt, Kino) 2013: Heimisch in Hessen (auch Schnitt, TV/HR) 2015: Verliebt, verlobt, verloren (auch Schnitt)Jenni Zylka: Nordkoreaner in der DDR: Als die Politik die Liebe zerriss. Spiegel Online, 24. Juni 2015. 2015: Zwei Stimmen aus Korea (TV/3sat) 2016: Meine Brüder und Schwestern im Norden (Kino)
Auszeichnungen 2006: Schleswig-Holstein Filmpreis für Full Metal Village 2006: Hessischer Filmpreis für Full Metal Village 2007: Max Ophüls Preis für Full Metal Village 2007: Gilde-Filmpreis für Full Metal Village 2007: Preis zur Förderung des künstlerischen Nachwuchses der DEFA-Stiftung 2009: Bester regionaler Langfilm des 2. Lichter Filmfests für Endstation der Sehnsüchte 2016: Bester regionaler Langfilm des 9. Lichter Filmfests für Meine Brüder und Schwestern im Norden 2016: Bester Dokumentarfilm des 26. Filmkunstfests Mecklenburg-Vorpommern für Meine Brüder und Schwestern im Norden
Weblinks
Website von Cho Sung-hyung Peter Badenhop: Interview Sung-Hyung Cho: Kaffee und Kuchen zu scheußlicher Musik. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. April 2007 Persönliche Seite bei der Hochschule der Bildenden Künste Saar
Einzelnachweise
Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Filmeditor Kategorie:Südkoreaner Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1966 Kategorie:Frau