mini|hochkant=1.3|Straßengabelung an der Bahnstation: Warmensteinacher Straße, Odinweg und Lainecker Straße Laineck ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Bayreuth im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken. Die Gemarkung Laineck hat eine Fläche von 4,701 km². Sie ist in 1170 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Flurstücksfläche von 4017,84 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Friedrichsthal, Oschenberg, Pudermühle, Rodersberg, Spinnerei und Walkmühle.
Lage Der Stadtteil liegt im Nordosten der Stadt am Ausgang des Tals der (Warmen) Steinach.
Beschreibung mini|Steinachwehr an der Walkmühle Der Ort besteht aus den beiden Teilen Oberend und Unterend nördlich und südlich des einst dort verlaufenden Döhlauer Grabens.Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 239 f. Dieser künstliche Kanal zweigt von der Steinach ab und versorgte den Brandenburger Weiher im nahegelegenen Sankt Georgen. Unterend gilt als das historische Ortszentrum, es hat seinen dörflichen Charakter weitgehend bewahrt. Dort steht auch das seit dem 14. Jahrhundert belegte Schloss, ein einstiges Rittergut, das später als Armenhaus und Arbeiterwohnhaus diente und in dem derzeit ein Kindergarten untergebracht ist. Unweit davon lag die Untere Mühle, die 1967 abgerissen wurde. Westlich des Schlosses überwiegen Ein- und Mehrfamilienhäuser, die ab den 1950er Jahren entstanden, dort steht auch eine katholische Kirche. An der Straße nach Rodersberg befindet sich die Bohrung der Lohengrin Therme, wo 20.000 Jahre altes Heilwasser aus einer Tiefe von 1122 Metern gewonnen wird.
Die Walkmühle im Talboden am Südrand Lainecks wurde bereits vor 1728 als Marmormühle angelegt und ist noch als Schneidmühle in Betrieb. Der 1896 eingerichtete Haltepunkt Laineck der Bahnstrecke Bayreuth–Warmensteinach liegt am Nordrand des Ortes. Aus dieser Zeit stammt ein Teil der Bebauung an der nahegelegenen Lainecker Straße, vorwiegend Wohnhäuser für Arbeiter der Flachsspinnerei in Friedrichsthal.
Oberend liegt hangaufwärts und ist nicht eindeutig von Friedrichsthal zu trennen. Dort beginnt die Straße Friedrichsthal, die Bahnstation Friedrichsthal liegt ebenfalls in Laineck-Oberend. An der Warmensteinacher Straße befinden sich das neue Feuerwehrhaus und die evangelische Epiphaniaskirche. Der als Provisorium errichtete Bau wurde 1972 eingeweiht; 2025 wurde daneben ein neues Kirchengebäude gleichen Namens errichtet, das am 6. Januar 2026 eingeweiht wurde. Das alte Gebäude wurde entwidmet und soll abgebrochen werden. Erhalten bleibt lediglich der Glockenturm aus dem Jahr 1973.Einziger Kirchen-Neubau Bayerns bald fertig in: Nordbayerischer Kurier vom 26. November 2025, S. 9.Vor 50 Jahren. Turm für evangelisches Gemeindezentrum Laineck in: Nordbayerischer Kurier vom 4. Dezember 2023, S. 10.
Siedlung Laineck mini|Siedlungshäuser von 1932/33 am Bühlweg Nach dem Reichsheimstättengesetz von 1920 wurden der Stadt Bayreuth im April 1932 Mittel in Höhe von 75.000 RM für den Bau von 30 Siedlerstellen zugeteilt. Für die geplanten eingeschossigen Doppelhaushälften auf einem 7,5 ha großen Grundstück an der Lainecker Straße, das außerhalb des Stadtgebiets lag, bewarben sich 135 Familien. Das Gebiet wurde von Bayreuther Bauunternehmen erschlossen. U. a. dank der Eigenleistung der künftigen Bewohner konnten die Baukosten niedrig gehalten werden; der am Bauplatz vorhandene Kies wurde zur Fertigung der Mauersteine genutzt, Bauholz durfte verbilligt im Staatswald geschlagen werden. Im August 1932 wurde ein zusätzliches Darlehen in Höhe von 40.000 RM aufgenommen und das Siedlungsprogramm um 16 Doppelhaushälften erweitert. Im November 1932 konnte das letzte Richtfest, kurz nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten die Fertigstellung aller 23 Doppelhäuser gefeiert werden.
Schon für damalige Verhältnisse waren die baugleichen Wohneinheiten mit je 40 m² Wohnfläche klein und einfach ausgestattet. Sie wiesen eine Wohnküche und zwei Schlafzimmer, jedoch noch kein WC auf. Bei Bedarf konnte das Dachgeschoss ausgebaut werden. Neben einem Keller verfügten sie über eine Waschküche und einen Stallanbau für die Kleintierhaltung. Die 700–1000 m² großen Grundstücke trugen als Nutzgärten zur Versorgung der Familien bei. Sie wurden in Erbpacht vergeben, konnten seit Ende 1977 aber zu günstigen Konditionen von der Stadt erworben werden.
Vielfach wurden die bestehenden Häuser mittlerweile in Richtung der Gärten erweitert, vereinzelt erfolgte auch ein kompletter Neubau. Der ursprünglich einheitliche Charakter der Siedlung ging nicht zuletzt durch zusätzliche Wirtschafts- und Garagengebäude sowie Carports verloren. Ein Flächennutzungsplan wurde 1978 erstellt, ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1992 regelt die zulässigen Baumaßnahmen.
Aus Gründen des Lärmschutzes wurde die unmittelbar an der Siedlung Laineck gelegene Bundesautobahn 9 zwischen 2001 und 2006 auf einer Länge von ca. 325 mabgemessen mit dem BayernViewer nach Plänen von Eberhard Schunck eingehaust.
Geschichte mini|Laineck auf der Riediger-Karte von 1745 mini|Straße Hirtenbühl in Unterend mit dem alten Feuerwehrhaus mini|Schützenstraße in Oberend mini|Schloss Laineck Laineck ist vermutlich älter als die Stadt Bayreuth selbst. Dennoch weist der Ort kaum nennenswerte bauliche Relikte auf, auch besaß er bis in die jüngere Vergangenheit keine eigene Kirche.Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 235. 1419 wurde der Ort als „Leneck“ im Lehenbuch des Burggrafen Johann III. erwähnt.Rosa und Volker Kohlheim: Bayreuth von A-Z, S. 92. Von 1875 bis 1961 verdreifachte sich die Einwohnerzahl von 623 auf 1955.
Ende des Jahres 1872 beschlossen die Bürger der Gemeinde die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Deren Gründungsversammlung mit zunächst 61 Mitgliedern fand am 5. Januar 1873 statt. Viele Jahre war sie auf mehrere, teils provisorische Standorte verteilt, ehe sie 1993 an der Warmensteinacher Straße ein Feuerwehrhaus erhielt. Im Jahr 2022 hatte sie fast 380 Mitglieder, von denen rund 50 als Feuerwehrleute aktiv waren. Bedeutendster Einsatz war ein Großfeuer in der Baumwollspinnerei in Friedrichsthal im Jahr 1985.Seit 150 Jahren im Einsatz in: Nordbayerischer Kurier vom 5. Januar 2023, S. 7.
1932/33 wurde am westlichen Ortsausgang das Kleinsiedlungsprojekt „Siedlung Laineck für Arbeiterfamilien“ mit Mitteln des Reichsheimstättengesetzes realisiert.Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 242–244. Dort wurden, vorwiegend für kinderreicheDie Siedlung Laineck einst und heute in: Heimatkurier 3/2007 des Nordbayerischen Kuriers, S. 18 f. Handwerkerfamilien, zu Doppelhäusern zusammengefasste Siedlungshäuschen errichtet. Das Gelände der Siedlung wurde 1933 aus der Gemeinde ausgegliedert und der Stadt Bayreuth zugeschlagen,Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 56. 1939 folgte der Bereich des damaligen Flugplatzes.Herbert Popp: Bayreuth - neu entdeckt, S. 58.
Das Dorf Laineck sei eine reiche Gemeinde gewesen, schilderte Herbert Frosch, von 1966 bis 1972 Mitglied des letzten Gemeinderats. Viele Einwohner hätten in der Baumwollweberei im Ortsteil Friedrichsthal gearbeitet, was Laineck, trotz landwirtschaftlicher Nutzung im Bereich des Rodersbergs, sozialdemokratisch prägte. Zur Infrastruktur gehörten neben Schule, Bank und Post mehrere Geschäfte und Wirtshäuser. 1953 wurde der Ort an das Bayreuther Trinkwassernetz, 1968 an die Kläranlage der Stadt und deren Stadtbusnetz angeschlossen. Trotz dieser Verflechtungen votierten Anfang der 1970er Jahre fast alle der rund 2000 Lainecker Bürger gegen eine Eingemeindung nach Bayreuth.Als Laineck sich teuer verkaufte in: Nordbayerischer Kurier vom 10. Januar 2022, S. 8.
Dem Ergebnis der Abstimmung durch die Bürger folgend fasste der Gemeinderat im August 1971 einstimmig den Beschluss, gegen den Willen der Staatsregierung für die weitere Eigenständigkeit der Gemeinde Laineck im Landkreis Bayreuth einzustehen.Vor 50 Jahren. Laineck für Eigenständigkeit in: Nordbayerischer Kurier vom 27. August 2021, S. 8. Alternativ wurde sogar über einen Anschluss an Bindlach nachgedacht. Am 1. Juli 1972 wurde Laineck dennoch nach Bayreuth eingemeindet, was unter anderem zur Umbenennung mehrerer Straßen führte. Allerdings hatten die Lainecker zäh verhandelt; so blieb die Feuerwehr eigenständig, die Dorfschule blieb erhalten und die Stadt übernahm die Finanzierung der im Bau befindlichen Schulturnhalle. Vor der Übernahme erhielt jeder Lainecker Bürger 5 DM aus der Gemeindekasse.
Ende Dezember 1991 wurde zwischen der Stadt Bayreuth und der Energieversorgung Oberfranken (EVO) ein Partnerschaftsvertrag besiegelt, mit dem die Zuständigkeit für die Stromversorgung des gesamten Stadtgebiets auf die Stadtwerke übertragen wurde. Als letzte ehemals eigenständige Gemeinde wurde Laineck 1997, bis dahin von der EVO bzw. deren Vorgänger Bayerische Elektricitäts-Lieferungs-Gesellschaft AG (BELG) mit elektrischem Strom beliefert, in die Vereinbarung einbezogen.
Verwaltung Zur Realgemeinde Laineck gehörten Pudermühle, Rodersberg und Walkmühle. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Laineck mit Rodersberg 44 Anwesen. Die Hochgerichtsbarkeit stand dem bayreuthischen Stadtvogteiamt Bayreuth zu. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Hofkastenamt Bayreuth. Grundherren waren das Fürstentum Bayreuth unmittelbar (26 Anwesen): Hofkastenamt Bayreuth (13 Anwesen: 3 Halbhöfe, 5 Sölden, 2 Mühlen, 3 Tropfsölden), Hofkanzlei Bayreuth (10 Anwesen: 1 Söldengut mit Zapfenschenke, 2 Söldengütlein, 2 Gütlein, 1 Tropfsölde, 1 Viertelsölde, 2 Tropfhäuser, 1 Haus), Stiftskastenamt Himmelkron (2 Halbhöfe), Amt St. Johannis (1 Haus); das Fürstentum Bayreuth mittelbar (4 Anwesen): die Pfarrei Bindlach (1 Gütlein), das Gotteshaus Bayreuth (1 Söldengütlein), die Hospitalprädikatur Bayreuth (1 Gut), das Hospital Bayreuth (1 Sölde); das Rittergut Danndorf (1 Halbhof, 1 Sölde); das Rittergut Laineck (1 Schloss, 2 Höfe, 2 Halbhöfe, 3 Söldengüter, 3 Sölden, 1 Tropfhaus).R. Winkler: Bayreuth, S. 371.
Von 1797 bis 1810 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Bayreuth. Nachdem im Jahr 1810 das Königreich Bayern das Fürstentum Bayreuth käuflich erworben hatte, wurde Laineck bayerisch. Infolge des Gemeindeedikts wurde Laineck dem 1812 gebildeten Steuerdistrikt Sankt Johannis zugewiesen. Zugleich entstand die Ruralgemeinde Laineck, zu der Friedrichsthal, Hölzleinsmühle, Oschenberg, Pudermühle, Riedelsgut, Rodersberg und Walkmühle gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Bayreuth zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Bayreuth (1919 in Finanzamt Bayreuth umbenannt). In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstanden neun Anwesen bis 1848 dem Patrimonialgericht Laineck und zwei Anwesen bis 1836 dem Patrimonialgericht Danndorf. Reißenpeunth und Spinnerei wurden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf dem Gemeindegebiet gegründet. Ab 1862 gehörte Laineck zum Bezirksamt Bayreuth (1939 in Landkreis Bayreuth umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Bayreuth (1879 in Amtsgericht Bayreuth umgewandelt).R. Winkler: Bayreuth, S. 475. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 6,211 km². Am 1. April 1939 wurden Hölzleinsmühle, Reißenpeunth und Riedelsgut nach Bayreuth eingegliedert.R. Winkler: Bayreuth, S. 455. Dadurch verringerte sich die Gebietsfläche 4,701 km². auf Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurde die Gemeinde Laineck am 1. Juli 1972 nach Bayreuth eingemeindet.
Baudenkmäler Ehemaliges Schloss Laineck Kriegerdenkmal
ehemalige Baudenkmäler Haus Nr. 6: Ehemals zum Schloss gehöriges Wirtschaftsgebäude des 18. Jahrhunderts Zweigeschossig, sehr schlicht.A. Gebeßler: Stadt und Landkreis Bayreuth, S. 121. Denkmalschutz aufgehoben, Objekt evtl. abgerissen. Ursprüngliche Hausnummerierung.