Georgsmarienhütte (umgangssprachlich GMHütte) ist eine Mittelstadt und eine selbständige Gemeinde im Südwesten des Landkreises Osnabrück in Niedersachsen. Ihr bedeutendstes Baudenkmal ist die im 12. Jahrhundert errichtete ehemalige Klosterkirche des früheren Klosters Oesede in dem gleichnamigen Stadtteil.
Geografie Geografische Lage Die „Stadt im Grünen“ liegt im Osnabrücker Land zwischen der Stadt Osnabrück im Norden und dem Teutoburger Wald im Süden. An der südlichen Ortsgrenze zu Bad Iburg liegt der 331 Meter hohe Dörenberg, die höchste Erhebung im niedersächsischen Teil dieses Mittelgebirges. Naturräumlich liegt Georgsmarienhütte damit im Osnabrücker Hügelland.
Nachbargemeinden Die Stadt Georgsmarienhütte grenzt von Norden beginnend im Uhrzeigersinn an die Stadt Osnabrück die Gemeinde Bissendorf die Gemeinde Hilter am Teutoburger Wald die Stadt Bad Iburg die Gemeinde Hagen am Teutoburger Wald die Gemeinde Hasbergen
Stadtgliederung und Fläche der jeweiligen Stadtteile Die Angaben zu den Einwohnerzahlen und Flächenangaben beziehen sich auf den Stichtag 1. Januar 2025.https://www.georgsmarienhuette.de/stadt/daten-fakten-mobilitaet/
Stadtteil Einwohner Fläche(in km²) Dichte(Ew/km²) Alt-Georgsmarienhütte(inkl. Malbergen) 7607 9,86 772 Harderberg 3055 7,84 390 Holsten-Mündrup 758 5,73 132 Holzhausen 4469 4,26 1.049 Kloster Oesede 4505 13,02 346 Oesede(inkl. Dröper) 11.889 14,70 809
Religionen mini|hochkant|St. Johann, Kirche des ehemaligen Klosters Oesede mini|hochkant|Die Lutherkirche wurde 1877 für die zugezogenen Protestanten errichtet. In Georgsmarienhütte gibt es die folgenden Kirchen mit den dazugehörigen Gemeinden:
Römisch-katholische Kirche: Herz-Jesu (Alt-Georgsmarienhütte) St. Antonius von Padua, Kloster Ohrbeck (Georgsmarienhütte-Holzhausen) St. Peter und Paul (Georgsmarienhütte-Oesede) Heilig-Geist-Kirche (Georgsmarienhütte-Oesede) Maria Frieden (Harderberg) St. Johann/St. Marien (Kloster Oesede)
Seit Februar 2009 bilden die Kirchengemeinden Herz Jesu und St. Antonius von Padua die Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-West. Die bestehende Pfarreiengemeinschaft Georgsmarienhütte-Ost aus den Kirchengemeinden St. Peter und Paul, Heilig Geist und St. Maria Frieden wurde im Mai 2009 um die Kirchengemeinde St. Johann/St. Marien erweitert. Somit gibt es zwei katholische Pastoralteams mit jeweils einem leitenden Pfarrer mit Dienstsitz in St. Peter und Paul bzw. St. Antonius von Padua sowie mit mehreren Pastoren und Pastoral- bzw. Gemeindereferenten und pastoralen Mitarbeiterinnen. Daneben gibt es eine kleine Holzkirche, die Bruder-Klaus-Kirche, die zur Katholischen Landvolkhochschule Oesede gehört. Die katholischen Christen aus dem Stadtteil Holsten-Mündrup gehören zur kath. Dionysius-Gemeinde in Bissendorf (Landkreis Osnabrück).
Evangelisch-lutherische Kirche: Lutherkirche (Alt-Georgsmarienhütte) König-Christus (Oesede) Auferstehung (Kloster Oesede) Die evangelischen Gemeinden arbeiten seit 2009 in einer Kooperation der Pastoren, Diakone und in Gemeindeprojekten zusammen. Seit dem 1. Januar 2024 bilden die Gemeinden die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Georgsmarienhütte. Die evangelisch-lutherischen Christen aus dem Stadtteil Holzhausen gehören zur Apostelgemeinde in Osnabrück-Sutthausen.
Die evangelisch-reformierten Christen von Georgsmarienhütte sind Mitglieder der evangelisch-reformierten Gemeinde in Osnabrück.
Die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche gehören zur Gemeinde Dissen-Bad Rothenfelde. Die Apostel-Engelauf-Kirche in Oesede wurde, bedingt auch durch die Altersstruktur, im Dezember 2014 entwidmet.
Fatih-Camii-Moschee (Oesede) Die Türkisch-Islamische Gemeinde in Georgsmarienhütte untersteht dem Dachverband DITIB.
Geschichte Nach 1857 baute der Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein ein Eisenhüttenwerk in der Gemeinde Malbergen. Namensgeber waren der letzte Herrscher des Königreichs Hannover, Georg V. und seine Frau Marie. Aus der zugehörigen Arbeiterkolonie entstand 1860 die Gemeinde Georgsmarienhütte. Nach Jahren der räumlichen Ausdehnung wurde Malbergen 1937 eingemeindet. 1970 schlossen sich die Landgemeinden Oesede, Kloster Oesede, Harderberg, Holsten-Mündrup, das südliche Holzhausen sowie das Industriedorf Georgsmarienhütte zur neuen Gemeinde Georgsmarienhütte zusammen. Diese erhielt am 19. September 1970 die Stadtrechte.
Von 1857 bis 1925 stand in Georgsmarienhütte das Schloss Monbrillant, das im 18. Jahrhundert in Hannover als Lustschloss gebaut worden war. Dort wurde es abgetragen und in Georgsmarienhütte als Wohnhaus für die Direktoren des Hüttenwerks wieder aufgebaut. 1925 wich es der Erweiterung des Hüttenwerks. An das frühere Schloss erinnert die Bezeichnung Schloßstraße.
Anfang 1944 wurde von der Gestapo Osnabrück das Arbeitserziehungslager Ohrbeck in Hasbergen-Ohrbeck eingerichtet. Die Zwangsarbeiter wurden auch im nahe gelegenen Hüttenwerk eingesetzt. Heute ist es ein Mahnmal zum Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus. An die heute bekannten Opfern des Nationalsozialismus, die in den Altgemeinden der Stadt Georgsmarienhütte lebten und wirkten, erinnern Stolpersteine.
Am 4. April 1945 befreiten die Alliierten Osnabrück. Am 16. April 1945 erschoss im direkt benachbarten Hilteraner Ortsteil Wellendorf eine Gruppe von Männern den Polen Stanislaw Gontek und den Ukrainer Iwan Kowal. Die Männer waren nach Deutschland verschleppt worden und mussten auf einem Bauernhof in Kloster Oesede Zwangsarbeit leisten. Die Stadt hat zum 80. Jahrestag des Mordes ein Mahnmal auf Waldfriedhof in Kloster Oesede errichten lassen.Georgsmarienhütte errichtet Mahnmal für die Zwangsarbeiter Stanislaw Gontek und Iwan Kowal.; abgerufen am 21. Februar 2025. Die Skulptur Die letzten Schritte wurde vom Wiesbadener Künstler Przemyslaw Martyna geschaffen.
Einwohnerentwicklung mini|300px|Bevölkerungsentwicklung in Georgsmarienhütte seit 1987 Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen von Georgsmarienhütte im jeweiligen Gebietsstand (jeweils am 31. Dezember). Bei den Zahlen handelt es sich um Fortschreibungen des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen auf der Basis der Volkszählung vom 9. Mai 2011. Jahr Einwohner 1987 30.789 1990 31.910 1995 32.909 2000 32.872 2005 32.536 Jahr Einwohner 2010 32.057 2011 32.026 2013 31.616 2014 31.543 2015 31.520 Jahr Einwohner 2017 31.624 2018 31.827 2019 31.756
Politik Rat Der Rat hat gegenwärtig 38 Mitglieder aus fünf Parteien oder Gruppen. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Gemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 30.001 und 40.000 Einwohnern. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Hinzu kommt der Bürgermeister als stimmberechtigter Vorsitzender des Rates.
Die folgende Tabelle zeigt die Kommunalwahlergebnisse seit 1996. Rat der Stadt Georgsmarienhütte: Wahlergebnisse und RatsmitgliederCDUSPDGRÜNEGfG1FDPLINKEEinzel-bewerber Gesamt Wahl-beteiligung Wahlperiode % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate %rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Mandate % rahmenlos|20px|Gesamtanzahl der Sitze im Rat %2021–202637,31427,81117,169,445,023,41——1003862,62016–202144,01733,11314,55——3,714,02——1003861,12011–201649,6 1934,3 1313,4 5——1,0 —1,7 1— —1003849,82006–201152,2 2035,0 137,8 3——2,8 12,2 1— —1003857,92001–200654,2 2134,9 144,8 1——3,2 12,6 10,1 —1003864,71996–200152,3 2135,4 147,4 2——1,6 —3,2 1— —1003871,11 Gemeinsam für Georgsmarienhütte _____________________________________Prozentanteile gerundet.Quellen: Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen,Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Tabelle 5000311 Landkreis Osnabrück (PDF; 528 kB)Bei unterschiedlichen Angaben in den genannten Quellen wurden die Daten des Landesbetriebs für Statistik und Kommunikationstechnologie verwendet,da diese eine insgesamt höhere Plausibilität aufweisen. Die Ergebnisse der Kommunalwahl 2016 stammen von der Stadt Georgsmarienhütte (http://wahl-georgsmarienhuette.de/)
Bürgermeister seit 1. Juni 2019 Dagmar Bahlo (SPD)georgsmarienhütte.de 2011–2019 Ansgar Pohlmann (CDU) 1991–2011* Heinz Lunte (CDU)Krönung der politischen Arbeit. In: Neue Osnabrücker Zeitung. 29. Mai 2011, abgerufen am 1. Oktober 2018. 1986–1991 Hans Tegeler (CDU) 1970–1986 Ludwig Siepelmeyer (CDU)
* Seit 1996 als Hauptamtlicher Bürgermeister
Städtepartnerschaften Emmen (Niederlande) Ramat Hasharon (Israel) Kłodzko (Landgemeinde) (dt. Glatz, Polen)Eintrag über die Landgemeinde Kłodzko auf der Homepage der Stadt Georgsmarienhütte Aufgerufen am 1. Mai 2019, 02:12 Remagen (Deutschland) Saint-Macaire-en-Mauges, La Renaudière, seit 2016 Teil der Gemeinde Sèvremoine, und Saint-Philbert-en-Mauges, Teil der Gemeinde Beaupréau-en-Mauges (Frankreich)Eintrag über die Partnerorte in Frankreich auf der Homepage der Stadt Georgsmarienhütte Abgerufen am 2. Mai 2019, 15:01
Wappen, Flagge und Banner Banner, Wappen und Hissflagge 63px 100px|Ohne Kontur von der Stadt verwendet 100px
Banner und Flagge sind ebenfalls mit dem Wappen verliehen worden:
Die korrekte Beschreibung lautet: „Die Hissflagge zeigt auf einer weißen, von zwei roten Längsstreifen im Verhältnis 1:3:1 begleiteten Bahn das Wappen der Stadt.“ Darüber hinaus führt die Stadt ein Banner: „Es zeigt auf einer weißen, von zwei roten Längsstreifen im Verhältnis 1:3:1 begleiteten Bahn das nach oben hin verschobene Wappen.“Banner Georgsmarienhütte
Kultur und Sehenswürdigkeiten Museen Städtisches Museum Villa Stahmer Kreimer-Selberg Museum
Theater Waldbühne Kloster Oesede
Bauwerke das ehemalige Kloster Oesede in dem nach dem Kloster benannten Stadtteil, mit seiner Klosterkirche und Nebengebäuden Hermannsturm auf dem Dörenberg, Aussichtsplattform in 352 m Höhe Varusturm auf dem Lammersbrink, baugleich mit dem Hermannsturm Jugendstilvilla der Industriellenfamilie Stahmer von 1900, heute Museum Villa Stahmer Kutscherhaus der Villa Stahmer von 1900, Carl-Stahmer-Weg 13, heute Kunstschule Paletti Augustaschacht Ohrbeck, Mahnmal zum Gedenken an das Arbeitserziehungslager Kloster Ohrbeck in Holzhausen traufständiges Wohn-/Wirtschaftsgebäude von 1830, Oeseder Straße 96 (unter Denkmalschutz)
Denkmäler Mahnmal des Augustaschachts Ohrbeck Mahnmal Die letzten Schritte für ermordete Zwangsarbeiter (Friedhof in Kloster Oesede) Stolpersteine für die Opfer des Nationalsozialismus Fresken in der Krypta der Heilig-Geist-Kirche, den Märtyrern und Bekennern des 20. Jahrhunderts gewidmet Theodor Holste-Denkmal (Kasinopark in Alt-Georgsmarienhütte) Carl Wintzer-Denkmal (Kasinopark in Alt-Georgsmarienhütte) Gedenkstein Hohe Linde Denkmal Ottoschacht Gaußstein (technisches Denkmal auf dem Dörenberg)
Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Georgsmarienhütte Siehe auch: Liste der Bodendenkmale in Georgsmarienhütte
Musikveranstaltungen Das Forum Artium am Kasinoteich in Alt-Georgsmarienhütte veranstaltet regelmäßig Konzerte mit den Teilnehmern seiner Meisterkurse im eigenen Kammerkonzertsaal. Alljährlich organisiert das Forum Artium das Festival Musica Viva, das 1989 als „Tage Alter Musik im Osnabrücker Land“ gegründet wurde. Spielstätten sind historisch wertvolle Bauwerke in Osnabrück und seinem Umland.
Alljährlich findet im Stadtteil Harderberg das Open-Air-Festival „Hütte Rockt“ statt. Hier treten regional (zum Beispiel „Frog Bog Dosenband“), aber auch überregional bekannte (zum Beispiel „J.B.O.“, „Herzleid“, „Serum 114“, „Donots“, „Jupiter Jones“) Bands auf. Der Schwerpunkt liegt auf Musikrichtungen von Rock bis Metal. Die Waldbühne Kloster Oesede ist Spielort für ein abwechslungsreiches Musical-Programm.
Regelmäßige Veranstaltungen Februar: Hüttensonntag/Karnevalsumzug April: Hüttenmarkt in Alt-Georgsmarienhütte Mai: Kirmes Kloster Klipp Pfingsten: Schützenfest Holsten-Mündrup Juni: Stadtfest