Immensen ist eine Ortschaft der Mittelstadt Lehrte in der niedersächsischen Region Hannover.

Geografie Lage Immensen befindet sich 26 km östlich der Landeshauptstadt Hannover und 5 km nordöstlich der Lehrter Kernstadt. Etwa 2 km südwestlich befindet sich der Immenser Teich. Südöstlich liegt der Hämeler Wald und nördlich das Burgdorfer Holz.

Nachbarorte

Geschichte Ersterwähnung, Eingemeindungen Immensen wurde 1339 erstmals urkundlich erwähnt.

Bis zur Gebietsreform in Niedersachsen, die am 1. März 1974 stattfand, war Immensen eine selbständige Gemeinde im Landkreis Burgdorf, bevor es nach dessen Auflösung als Ortschaft in der Stadt Lehrte aufging.

Einwohnerentwicklung Jahr 1885 1910 1925 1933 1939 1950 1956 1973 2010 2016 Einwohner 639 1067 1223 1177 1189 2424 2036 2264 2530 2412 Quelle

Politik

Ortsrat Der Ortsrat von Immensen setzt sich aus sieben Ratsmitgliedern der folgenden Parteien zusammen:

Partei / Liste Sitze2021Sitze2016 SPD 4 3 CDU 2 4 FWG 1 1 BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN — 1

(Stand: Kommunalwahl 12. September 2021)

Ortsbürgermeister Der Ortsbürgermeister von Immensen ist Michael Clement (SPD). Seine Stellvertreterinnen sind Norma Wildhagen (SPD) und Martina Prüße (CDU).

Wappen Der Entwurf des Kommunalwappens von Immensen stammt von dem Heraldiker und Grafiker Alfred Brecht, der zahlreiche Wappen in der Region Hannover erschaffen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde am 22. November 1955 durch den Niedersächsischen Minister des Innern erteilt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|St.-Antonius-Kirche in Immensen Bauwerke

Die St.-Antonius-Kirche in der Mitte von Immensen wurde in den Jahren 1877–1878 als neuromanischer Backsteinbau von Conrad Wilhelm Hase errichtet. 1899 wurde der Bau verputzt. In der Bauernstraße stehen zwei Denkmale, die an die Kriegstoten erinnern. Eines von 1872 erinnert an die Toten des Ersten Deutsch-Dänischen Kriegs 1848/51, des Preußisch-Hannoverschen Kriegs 1866 sowie des Deutsch-Französischen Kriegs von 1870/71. Das zweite Denkmal von 1922 wurde errichtet im Gedenken an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs und 1958 erweitert, um weitere Namen von im Zweiten Weltkrieg Getöteten aufzunehmen.

Sport und Freizeit Sport findet schwerpunktmäßig im MTV Immensen statt. Dieser hat neben der Fußball-, Tennis-, Handball- und Laufsparte noch weitere Angebote, wie Kinderturnen und Gymnastikkurse an. Immensen hat ein ausgeprägtes Vereinsleben. So existieren unter anderem eine aktive Landjugendgruppe mit mehr als 60-jähriger Tradition, die Freunde historischer Fahrzeuge und weitere Organisationen.

Beim Schützenverein Immensen e. V. wird im Wesentlichen mit Kleinkalibern und Luftgewehren geschossen. Die Ausübung des Schießsports lässt sich in Immensen bis in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts belegen. So fand 1732 beispielsweise ein Scheibenschießen statt, und für 1829 ist ein Schützenfest belegt. Aus diesem Anlass stiftete Gerichtshalter von Gadenstedt die erste Fahne für die Immenser Schützengesellschaft. Aus dieser Gesellschaft gründete sich 1931 der Schützenverein Immensen, der 1945 durch die britische Militärregierung aufgelöst und 1949 neu gegründet wurde. Nachdem im September 1949 das erste Schützenfest nach dem Zweiten Weltkrieg stattgefunden hatte, wurde der Verein am 24. Januar 1950 neu in das Vereinsregister Burgdorf eingetragen. Bisher erfolgreichstes Vereinsmitglied war 2005 die Jugendliche Anna Riechelmann, die Landesmeisterin im Kleinkaliberschießen auf 100 m Distanz wurde und sich für die deutsche Meisterschaft 2006 qualifizierte.

Weiterhin gibt es den Pfadfinderstamm „Die Freien vor dem Nordwalde“ der Christliche Pfadfinderschaft Deutschlands (1976). Dessen Arbeit setzt sich zusammen aus Vermittlung christlicher Werte, Inhalte der Pfadfinderarbeit und Elementen der deutschen Jugendbewegung.

Regelmäßige Veranstaltungen Seit 1987 findet alljährlich im August auf dem Gelände der ehemaligen Ziegelei südlich des Dorfes das zweitägige Open Air Musik-Festival Zytanien statt, auf dem drei Bühnen bespielt werden.

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen Immensen ist landwirtschaftlich geprägt. Die Mehrzahl der landwirtschaftlichen Betriebe Immensens ist allerdings während der letzten 25 Jahre dem Strukturwandel der deutschen Landwirtschaft zum Opfer gefallen. Aus ehemals 52 Hofstellen sind heute nur noch wenige zukunftsfähige Betriebe übrig geblieben. Diese haben sich den Anforderungen des Marktes entsprechend spezialisiert und werden unter unternehmerischen Gesichtspunkten geführt. Die „Bäuerliche Landwirtschaft“ ist auch hier, wie vielerorts, beinahe gänzlich ausgestorben.

Darüber hinaus existieren einige kleinere Gewerbebetriebe. Der Hauptteil der Bevölkerung arbeitet aber außerhalb des Orts.

Verkehr Immensen liegt an der heutigen Landesstraße 412 zwischen Arpke und Burgdorf und ist mit Lehrte über die Kreisstraße 134 verbunden. Die Autobahnanschlussstellen der Bundesautobahn 2 Lehrte-Ost und Hämelerwald befinden sich in der Nähe.

Linienbusse verkehren regelmäßig nach Lehrte und Burgdorf, Hämelerwald und Dollbergen.

Bahnhof Immensen-Arpke Der Bahnhof Immensen-Arpke befindet sich an der Bahnstrecke Berlin–Lehrte im nördlichen Teil von Arpke an der ehemaligen Durchgangsstraße nach Immensen. Er wurde auf Betreiben der beiden Dörfer zunächst als Güterbahnhof für landwirtschaftliche Produkte gebaut und am 15. August 1893 eingeweiht, erst später kam ein Personenbahnhof hinzu. Inzwischen führt die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin durch den Bahnhof. Im Stundentakt ist der Bahnhof durch Regionalzüge mit Hannover und Wolfsburg verbunden. Der Bahnhof liegt im Tarifgebiet des Großraum-Verkehr Hannover (GVH). Das alte Bahnhofsgebäude ist mittlerweile ein privates Wohnhaus; der Fahrkartenverkauf wird durch Automaten gewährleistet.

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter des Ortes

Heinrich Bokemeyer (1679–1751), Kantor, Dichter und Komponist Otto Heineke (1893–1980), Naturschützer, Kunsthistoriker, Lehrer und Landwirt Otto Kloppmann (1902–1988), Polizist, NSDAP- und SS-Mitglied in führender Funktion

Personen, die mit dem Ort in Verbindung stehen

Conrad Wilhelm Hase (1818–1902), Architekt und Hochschullehrer, er galt als einer der bedeutendsten Vertreter der Neugotik des 19. Jahrhunderts, zu seinen Werken zählt die von 1877 bis 1878 gebaute St.-Antonius-Kirche in Immensen Adolf Meyer (1929–2018), langjähriger Lehrer und Schulleiter, Heimatforscher, Verfasser einer zehnbändigen Ortschronik von Immensen und zahlreicher anderer Ortschroniken, vor allem aus dem Kreis Celle Norbert Herrmann (* 1943), Mathematikprofessor an der Universität Hannover, wohnte in Immensen Hiltrud Hensen (* 1948), dritte Exfrau von Gerhard Schröder und Schirmherrin verschiedener karitativer Organisationen, wohnte mit ihrem damaligen Mann in Immensen Lukas Rieger (* 1999), Popsänger, wohnte in Immensen

Literatur Ulrike Hindersmann: Immensen. In: Rittergüter der Lüneburger Landschaft. Wallstein Verlag, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1680-5, S. 268–271.

Weblinks

Website des Orts

Einzelnachweise

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