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Bechhofen (fränkisch: Bäch-huhfnE. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 45. Dort folgendermaßen transkribiert: „bęchhūfn“.) ist ein Gemeindeteil von Neuendettelsau im Landkreis Ansbach (Mittelfranken, Bayern) und eine Gemarkung.

Geografie Lage Durch das Dorf fließen die Fränkische Rezat und der Weihergraben, der als rechter Zufluss in die Rezat mündet. Etwas westlich liegt die Schauerleiten (), nördlich wird der Ort vom Hirtenbuck begrenzt. 0,5 km nordöstlich des Ortes liegt das Waldgebiet Luderhölzer. Die Staatsstraße 2223 führt nach Schlauersbach (2,6 km westlich) bzw. Neuses (1,2 km südöstlich), Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Wernsbach (1,1 km östlich), Sauernheim (2,6 km südwestlich) und Neuendettelsau (1,6 km nördlich) sowie ein Wirtschaftsweg nach Kirschendorf (1,7 km westlich).

Gemarkung Die Gemarkung Bechhofen hat eine Fläche von 3,816 km². Sie ist in 532 Flurstücke aufgeteilt.

Geschichte Der Ort wurde 1169/70 als „Bechofen“ erstmals urkundlich erwähnt. Wie bei allen Orten, die Bechhofen heißen, leitet sich auch hier der Name von Pechofen ab,E. Fechter: Die Ortsnamen des Landkreises Ansbach, S. 45 f. d. h. es wurde ursprünglich Pech hergestellt, das zu der Zeit üblicherweise in Klöstern oder Königshöfen für die Fackelbeleuchtung benötigt wurde.Nach Georg Rusam war der Abnehmer für das in diesem Ort gewonnene Pech das St.-Gumbertus-Kloster zu Ansbach, nach Helmut Weigel ein Königshof in Windsbach. Beide Annahmen gehen aber wohl in die falsche Richtung, da entsprechende Verbindungen zu diesem Kloster nicht nachweisbar sind bzw. ein Königshof in Windsbach nicht belegt werden kann.Helmut Weigel: Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat, in: ZbKG 16 (1941), S. 11. Georg Rusam: Grundlagen und Anfänge kirchlicher Organisation an der mittleren Rezat, in: ZbKG 17 (1942/47), S. 46–57 und ZbKG 18, S. 65–101, hier S. 77 (Digitalisat). Die Umdeutung des Ortsnamenbestandteils „-ofen“ zu „-hofen“ erfolgte erst im Nachhinein (1504 erstmals bezeugt).

Anfangs war wohl Bechhofen in seiner Gesamtheit dem Burggraftum Abenberg zugehörig.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 350. Nach dem dornbergischen Testament von 1288 kamen zwei Höfe an das Kloster Heilsbronn und die übrigen in den Besitz des Kastenamts Windsbach, der Reichsstadt Nürnberg, des Gumbertusstiftes und der Herren von Neuendettelsau. Die 16 Tagewerk Rezatwiesen waren vor allem Eigentum von Bauern aus Neuses, Haag, Steinhof, Geichsenhof und Bechhofen. Im 15./16. Jahrhundert wurde den Bechhofern wiederholt vorgeworfen, deren Wiesen abzuhüten, um die eigenen zu schonen. Diese Streitigkeiten führten schließlich zu einem Prozess, der über zwölf Jahre andauerte.G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 159 f.

Im burggräflichen Urbar von 1361/64 wurden für Bechhofen drei Untertansfamilien verzeichnet, die dem Amt Windsbach unterstanden.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 1, S. 501.

Im 16-Punkte-Bericht des Oberamts Windsbach aus dem Jahr 1608 wurden für Bechhofen 14 Mannschaften verzeichnet: 1 Mühle und 2 Höfe unterstanden dem Kastenamt Windsbach, 1 Hof und 1 Gut dem Stiftsamt Ansbach, 1 Bauer und 1 Köbler dem Klosterverwalteramt Heilsbronn, 3 Höfe der Reichsstadt Nürnberg und 1 Hof und 3 Güter dem Rittergut Neuendettelsau. Außerdem gab es ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus.Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/1, 17. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 729.

Anfang des 18. Jahrhunderts kam es in Bechhofen noch zu vier markgräfliche Neugründungen.M. Keßler: Der Rittersitz zu Dettelsau im hohen und späten Mittelalter, S. 330.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Bechhofen 19 Anwesen und ein Gemeindehirtenhaus. Das Hochgericht und die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das Kasten- und Stadtvogteiamt Windsbach aus. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (14 Anwesen; Kastenamt Windsbach: 2 Halbhöfe, 1 Gut, 2 Gütlein, 1 Gütlein mit Schenkrecht, 2 Leerhäuser, 1 Mühlgut); Klosterverwalteramt Heilsbronn (1 Hof, 2 Halbgütlein); Stiftsamt Ansbach (1 Halbhof, 1 Schmiedstatt); die Reichsstadt Nürnberg (Spital- und Katharinenklosteramt: 1 Halbhof, St. Klara-Klosteramt: 2 Halbhöfe, Landesalmosenamt: 1 Halbhof) und das Rittergut Untererlbach (1 Gut).M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 836. In der Amtsbeschreibung des Pflegamtes Lichtenau aus dem Jahr 1748 wurden für den Ort 3 nürnbergische Anwesen angegeben: 1 Halbhof unterstand St. Katharina, 1 Hof St. Klara und 1 Halbhof dem Landesalmosenamt (M. Jehle, Bd. 2, S. 745). Von 1797 bis 1808 unterstanden 13 Anwesen dem Justiz- und Kammeramt Windsbach, 5 Anwesen anderen Ämtern.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 316f.

Im Jahre 1806 kam Bechhofen an das Königreich Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Bechhofen dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Immeldorf und der 1810 gegründeten Ruralgemeinde Immeldorf zugeordnet.Staatsarchiv Nürnberg, Regierung von Mittelfranken, Kammer des Inneren, Abgabe 1952, 3850: Formation der Municapial- und Ruralgemeinden im Landgericht Heilsbronn 1810. Zitiert nach M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 963. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) entstand die Ruralgemeinde Bechhofen. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Heilsbronn zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Windsbach. In der freiwilligen Gerichtsbarkeit unterstand ein Anwesen von 1841 bis 1848 dem Patrimonialgericht Untererlbach. Von 1862 bis 1879 gehörte Bechhofen zum Bezirksamt Heilsbronn, seit 1880 zum Bezirksamt Ansbach (1939 in Landkreis Ansbach umbenannt). In der Finanzverwaltung war das Rentamt Heilsbronn zuständig (1919 in Finanzamt Heilsbronn umbenannt), seit 1929 ist es das Finanzamt Ansbach. Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Heilsbronn (1879 in Amtsgericht Heilsbronn umbenannt), seit 1956 ist es das Amtsgericht Ansbach.M. Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach, Bd. 2, S. 977f. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 3,786 km². 1957 wurde der Gemeindename von „Bechhofen“ nach „Bechhofen bei Windsbach“ geändert.

Am 1. Juli 1971 wurde Bechhofen im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Neuendettelsau eingemeindet.

Historischer Ortsplan

Bau- und Bodendenkmäler Haus Nr. 8: eingeschossiger Bau, 18./19. Jahrhundert, mit dreigeschossigem Fachwerkgiebel Haus Nr. 17: eingeschossiges Zwerchgiebelhaus mit dreigeschossigem Giebel, 18./19. Jahrhundert (mittlerweile abgebrochen)G. P. Fehring: Stadt und Landkreis Ansbach, S. 82. Unmittelbar am Ort gab es eine Freilandstation der Mittelsteinzeit und Siedlungen der Urnenfelderzeit und Latènezeit.

Einwohnerentwicklung

Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905Einwohner 128 156 149 147 138 149 146 147 135 140 135 144 148 128 HäuserEs werden nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahr 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 23 23 27 26 27 27 Quelle

Jahr 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970 1987 2007 2013Einwohner 127 139 148 138 125 186 172 165 147 128 123 116 110Häuser 25 26 27 30 Quelle auf: neuendettelsau.eu Gemeindeverwaltung Neuendettelsau (Hrsg.): Neuendettelsau. Informationen, Behördenwegweiser. Neuendettelsau 2014, S. 7.

Gemeindevorsteher Name Amtszeit Georg Stefan Reuter 1806–1814 Johann Stefan Emmert 1814–1828 Georg Croner 1828–1834 Johann Stefan Emmert 1834–1846 Georg Croner 1846–1855 Michael Reuter 1855–1860 Georg Valentin Herzog 1860–1866 Konrad Froschauer 1866–1870 Johann Kroner 1870–1877 Johann Georg Herzog 1877–1882 Johann Thomas Wiesinger 1882–1888 Adam Wilhelm Kreuzer 1888–1894 Michael Georg Kroner 1894–1927 Johann Simon Emmert 1927–1945 Johann Böhm 1945–1971

Religion Bechhofen ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt. Die Häuser rechts der Rezat waren ursprünglich nach St. Georg in Immeldorf gepfarrt, die Häuser links der Rezat nach St. Nikolai in Neuendettelsau und die vier im 18. Jahrhundert erbauten markgräflichen Häuser nach St. Margareta (Windsbach). Im Zuge einer sogenannten „Purification“, die die Kammer Ansbach 1807 anordnete, wurden alle Anwesen nach St. Nikolai gepfarrt.

Die Einwohner römisch-katholischer Konfession waren ursprünglich nach Unsere Liebe Frau (Heilsbronn) gepfarrt, seit 1992 ist die Pfarrei St. Franziskus (Neuendettelsau) zuständig.

Bilder

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Ortsteil von Neuendettelsau Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ansbach) Kategorie:Ersterwähnung 1169 Kategorie:Gemeindegründung 1818 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort an der Fränkischen Rezat Kategorie:Gemarkung im Landkreis Ansbach