Takehara (jap. , -shi, wörtlich: „Bambusebene“) ist eine Stadt in der Präfektur Hiroshima in Japan. Die Stadt grenzt an Mihara und Higashihiroshima.

Geographie Takehara liegt östlich von Hiroshima und westlich von Fukuyama an der Seto-Inlandsee. Zum Stadtgebiet gehören auch mehrere Inseln in der Inlandsee, darunter Ōkunoshima, die in der Shōwa-Zeit für die Produktion von Giftgas genutzt wurde und die 0,53 km² große Insel Abashima (). Durch Takehara fließt von Norden nach Süden der Kamo (). Ein bekannter Berg im Verwaltungsgebiet ist der Kurotaki-yama () mit einer Höhe von 226 m, der einen Blick über die Seto-Inlandsee bietet. Etwas höher ist der Asahi-yama () mit 454 m.

Klima

Geschichte Die Stadt Takehara wurde am 3. November 1958 gegründet.

Kultur mini|links|Takehara City Museum of History and Folklore

Museen Zu den Museen der Stadt zählt das Takehara City Museum of History and Folklore (), das Ausstellungsmaterial zur lokalen Geschichte der Salzproduktion zeigt sowie andere Aspekte der Stadtgeschichte und -kultur, darunter bekannte Persönlichkeiten. Zu diesen zählt beispielsweise Masataka Taketsuru (1894–1979), der als Begründer der japanischen Whiskey-Produktion gilt. Er ging 1918 nach Schottland, nahm Chemie-Unterricht an der University of Glasgow und ging bei mehreren Whiskey-Destillerien in Lehre. Am Ort des 1929 erbauten Museumsgebäudes stand früher der Wohnsitz von Doseki Shiotani (1703–1764), einem Gelehrten aus der Edo-Zeit.

Religiöse Stätten mini|links|Der buddhistische Tempel Shōren-ji Einer der buddhistischen Tempel in Takehara ist der Shōren-ji (), der ursprünglich ein Zen-Tempel mit Namen Jorin-ji war. Die Haupthalle wurde 1737 im Stil des Jōdo-Shinshū neu errichtet. Teil des Tempels ist der Shogi-Garten. Zudem befinden sich hier Gräber des Rai-Klans. Ein weiterer Tempel ist der Saihō-ji ().

Denkmäler und Kulturgüter mini|links|Ehemaliges Wohnhaus von Rai Tadasuga Eine Historische Stätte in Takehara sind die Ruinen der Burg Chinkaisan (). Die Burg wurde 1585 von Murakami Takeyoshi () erbaut. Die Ruinen befinden sich auf einem kleinen Hügel, der die Stadt überragt. Seit 1973 als Historische Stätte ausgewiesen sind zudem die Ruinen der Burg Kimura () und der ehemalige Wohnort von Rai Tadasuga (), Großvater von Rai San’yō. Das Haus wurde um 1775 erbaut. In Takehara befindet sich zudem im Bezirk des Chosei-ji () das Grab des Shintō-Priesters Karasaki Hitachinosuke (jap. , 1737–1796). Als Wichtiges Kulturgut Japans ausgewiesen ist eine Goryeo-Kupferglocke, die sich im Shōren-ji () befindet. Laut einer auf der Glocke befindlichen Gravur wurde sie im Jahr 963 hergestellt. Ebenfalls als wichtige Kulturgüter ausgewiesen sind seit 1988 das Haus von Rai Fukko () und das Haus von Rai Shunpū (), Onkel von Rai San’yō. Zu den auf Präfekturebene ausgewiesenen Naturdenkmälern der Stadt gehört seit 29. Oktober 1992 ein Kampferbaum am Kusu-Schrein () mit einem Stammumfang von 9,2 m. Das genaue Alter des Baumes ist unbekannt.

Takehara in der Populärkultur Takehara ist Handlungsort der Slice-of-Life-Animeserie Tamayura von 2010. Das NHK-Fernsehdrama Massan von 2014 basiert auf dem Leben der lokalen Persönlichkeit Masataka Taketsuru und seiner schottischen Ehefrau Jessie Cowan.

Verkehr Takehara liegt an der Nationalstraße 2 nach Osaka und Kitakyūshū. Der Bahnhof liegt an der JR West Kure-Linie von Mihara nach Kaitaichi (von dort fahren die meisten Züge noch auf der San’yō-Hauptlinie weiter bis zur Station Itozaki in Mihara im Osten, respektive bis Hiroshima oder sogar Iwakuni im Westen).

Söhne und Töchter der Stadt Shōgo Hamada (* 1952), Sänger Ikeda Hayato (1899–1965), Premierminister Naganori Ito (* 1937), Fahrzeugingenieur Masataka Taketsuru (1894–1979), Chemiker und Geschäftsmann

Städtepartnerschaften : Damyang (Südkorea)

Weblinks

Einzelnachweise

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