Die Schafbergbahn ist eine meterspurige Zahnradbahn in Österreich. Sie verkehrt zwischen St. Wolfgang am Wolfgangsee im Salzkammergut () und dem Schafberg (). Die Talstation liegt in Oberösterreich, die Bergstation im Bundesland Salzburg.

Geschichte links|mini|Ein Zug erreicht die Station Schafbergalpe (1896) 1862–64 erbaute Wolfgang Grömmer, Hotelier des Weißen Rößl in St. Wolfgang, unterhalb des Schafberggipfels das Hotel Schafbergspitze, das erste Berghotel Österreichs. 1889 wurde der Kaiser Franz Josef Reitweg mit reitgerechten Zementstufen angelegt.

Die ersten Projekte für eine Bahn auf den Schafberg tauchten gleichzeitig mit jenen für die Kahlenbergbahn auf,Geschichte der Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie. Band: 1,2. Karl Prochaska, Wien 1898, S. 554 und am 10. August 1872 erhielten Berthold Currant und Carl Peusens eine Konzession,R. G. Bl. Nr. 134/1872 die aber infolge der Finanzkrise des Jahres 1873 nicht verwertet werden konnte.R. G. Bl. Nr. 160/1873 Am 13. Jänner 1890 wurde die Bahn für Stern & Hafferl aus Gmunden neuerlich konzessioniert,R. G. Bl. Nr. 15/1890 und nach einer diese Urkunde ergänzenden Kundmachung des Handelsministeriums vom 29. Juli 1892R. G. Bl. Nr. 121/1892 eröffnete die Salzkammergut-Localbahn-Actiengesellschaft (SKGLB) am 1. August 1893 die als .

Da die Zahnradbahn auf den Schafberg , wurde in der vorgenannten Kundmachung

Am 30. September 1906 brannte der Altbau des Berghotels, zu der Zeit Eigentum der Salzkammergut-Lokalbahn-Aktien-Gesellschaft, vollkommen ab.

Nach finanziellen Schwierigkeiten wurde die Schafbergbahn 1932 an das Österreichische Verkehrsbüro verkauft. 1938 ging sie an die Deutsche Reichsbahn und somit nach dem Zweiten Weltkrieg an die ÖBB über. Seit 2006 betreibt die Salzkammergutbahn GmbH (SKGB), eine Tochterfirma der Salzburg AG, die Schafbergbahn und die Wolfgangsee-Schifffahrt.

Strecke mini|Die Bergstation mit Blick auf den Wolfgangsee|links Die Bahnstrecke ist mit einer zweilamelligen Zahnstange nach System Abt ausgestattet und überwindet bei einer maximalen Steigung von 255 ‰ einen Höhenunterschied von 1190 Metern. Der Antrieb erfolgt ausschließlich durch die Zahnräder, daher sind auch waagrechte und wenig geneigte Gleise mit einer Zahnstange ausgerüstet. Die Strecke ist nicht elektrifiziert und wird von Dampf- und Dieselloks befahren.

Ausgangspunkt der Strecke ist der Schafbergbahnhof in St. Wolfgang an der Uferstraße, direkt am Wolfgangsee gelegen. Die dort angesiedelte Betriebswerkstätte wird wegen der beengten Platzverhältnisse über eine Schiebebühne erreicht. Nach Verlassen des Bahnhofs verläuft die Strecke zunächst noch recht flach durch das bebaute Ortsgebiet von St. Wolfgang. Kurz hinter dem Viadukt über den Dietlbachgraben (Grenze Oberösterreich-Salzburg) wird der Siedlungsbereich verlassen und es folgt ein erster steiler Anstieg mit 255 ‰.

Im folgenden etwas flacheren Abschnitt liegt die 65 m lange und im März 2011 fertiggestellte Betriebsausweiche Aschinger, benannt nach dem nahegelegenen Bauernhof. Für die 2010 beginnenden Erneuerungsarbeiten an der Infrastruktur und der damals geplanten Fahrplanverdichtung auf einen 20-Minuten-Takt war diese zusätzliche Kreuzungsmöglichkeit notwendig. Anschließend verläuft die Bahnstrecke in nordwestlicher Richtung mit relativ konstanten 255 Promille Steigung an einem steilen Berghang über die Ausweiche und Wasserstelle Dorneralm weiter zur Ausweiche Schafbergalm (ebenfalls Wasserstelle; früher Schafbergalpe). Für den Betrieb mit den längeren Zweiwagenzügen mussten beide Bahnhöfe um einige Meter verlängert werden. Im Frühjahr 2010 wurde die Schneeschutzgalerie in der Schafbergalm durch eine Brücke für den Wanderweg ersetzt.

Über einen hohen Steindamm und nachfolgenden Einschnitt biegt die Strecke dann scharf nach Osten ab und führt entlang der Flanke des Schafbergs oberhalb der Baumgrenze auf felsigem, teils mit Latschen bewachsenem Terrain weiter steil nach oben. Bei Kilometer 5,5 folgt ein letzter Richtungswechsel nach Nordwesten und durch zwei mit einem Betonverbau verbundene Tunnels erreicht die Strecke schließlich die Endstation.

Modernisierung 2018 bis 2023 mini|Neue Talstation der Schafbergbahn (2023)|links Nachdem von 2010 bis 2013 bereits die Brücken und Tunnels sowie einige Oberbauabschnitte saniert wurden, folgte zwischen 2018 und 2023 der Rest des Schienenstrangs. Bis dahin lagen großteils noch Schienen aus dem Eröffnungsjahr 1893 mit dem Walzzeichen „BST“ (für Bessemer-Stahl) aus Zeltweg. Gearbeitet werden kann nur im Frühjahr und im Herbst, da winters zu viel Schnee liegt und sommers der Vollbetrieb der Bahn läuft. Neben stärkeren Schienenprofilen wurden auch neue Zahnstangen eingebaut und die alten, geraden Stahlschwellen durch Y-Schwellen ersetzt. Zusätzlich bekamen die sechs Weichen in den drei Unterwegsbahnhöfen einen Elektroantrieb mit Funkfernsteuerung.

Im April 2021 begann der komplette Umbau der Talstation mit dem Abriss der alten Fahrkartenausgabe. Für die Bahnmitarbeiter wurde für die Bauzeit ein zweigeschoßiger Gebäudeblock aus 43 Baucontainern errichtet.Tourismus : Schafbergbahn: Abriss der Talstation beginnt orf.at, 11. März 2021, abgerufen am 11. März 2021. – 5 Bilder. Ursprünglich war geplant, den Neubau bis 2022 fertigzustellen, aber durch verschiedene Probleme wurde der Neubau dann erst am 29. April 2023 feierlich eröffnet. Errichtet wurde eine multifunktionale Halle für einen witterungsgeschützten Einstieg in die Wagen, eine Ausstellung zur Bahn, Gastronomiebereiche und sie kann auch als Veranstaltungsraum dienen. Das Baubudget betrug je nach Quelle 18 oder 25 Millionen Euro, wovon die Salzburg AG 7,5 Mio. trug, die Länder Salzburg und Oberösterreich jeweils 6 Mio.Tourismus : 25 Mio. Euro für Schafbergbahn orf.at, 16. Jänner 2020, abgerufen am 16. Jänner 2019. – Bildergalerie mit (20) Flugbildern. Walzzeichen "ZELTWEG BST 1893". ORF-Beitrag, Salzburg Heute, Video (2:31 min)

Ebenfalls wurden die kompletten Gleisanlagen der Talstation abgesehen vom Schiebebühnenbereich neu errichtet und dabei so weit als möglich nach Osten verschoben. Dadurch konnte das seit 2012 bestehende talseitig angebundene Abstellgleis am oberen Bahnhofsende deutlich verlängert werden und ist nun mit drei Weichen in zwei Abstellabschnitte für die Neubau-Vorstellwagen unterteilt. Es bietet Platz für bis zu 16 Personenwagen und die vorher notwendigen, umständlichen Manöver zum Abstellen der Wagen bei Nichtbedarf können entfallen. Auf den Schiebebühnengleisen war ohnehin zu wenig Platz dafür, fallweise wurden die Wagen auf eines der Abfahrtsgleise per Handbremse abgerollt und mussten dann aufwendig mit Seilen wieder bergwärts gezogen werden, da an der Bergseite keine Kupplung vorhanden ist.

Vom Land Oberösterreich wurde das Projekt Talstation Schafbergbahn als Bauwerk des Jahres 2024 ausgezeichnet.

Betrieb Der Betrieb erfolgte je nach Schneelage immer von Ende April oder Anfang Mai bis Ende Oktober. Ab der Inbetriebnahme der Dieseltriebwagen der Reihe 5099 blieb der Fahrplan ab 1965 über Jahrzehnte recht ähnlich, je nach Wetterlage bedienten einer oder beide Triebwagen gemeinsam mit bis zu 8 Zugpaaren das Grundangebot. Bei Bedarf – vor allem bei Schönwetter – fuhren zusätzlich auch die Dampfloks in Gruppen zu 2 oder 3 Zügen gemeinsam auf den Berg, je nach Andrang drei- bis viermal pro Tag.

1993 kam die erste Neubaudampflok nach St. Wolfgang und nach einigen technischen Schwierigkeiten kam sie im Lauf des Jahres teilweise auch im Personenverkehr zum Einsatz. 1996 folgten drei weitere neue Dampfloks, wegen erneuter technischer Probleme bei der Inbetriebnahme verzögerte sich allerdings ihr Einsatz deutlich. Erst ab 1997 waren sie ausreichend zuverlässig verfügbar, wodurch die kohlegefeuerten Lokomotiven zunehmend abgelöst werden konnten. Bis 2019 wurden aber an bestimmten Tagen am Vormittag noch regelmäßige Nostalgiefahrten angeboten, die dann aber dem dichten Takt zum Opfer fielen. Seither werden nur mehr an einzelnen Tagen Abendfahrten im Nostalgiezug angeboten.

Ab 2016 übernahmen mit der Lieferung der zweiten Diesellokomotive zunehmend diese beiden das Grundangebot, die Dampflokomotiven und Dieseltriebwagen transportierten ab da nur mehr die Spitzenlast. Mit den Vz 33 und 34 wurde ab 2020 der letzte betriebsfähige Triebwagen abgelöst und diese vier Loks führen seither den ganz überwiegenden Anteil der Züge.

Die Fahrt dauert aktuell ca. 35 Minuten und die Züge verkehren aufbauend auf einem Grundangebot je nach Andrang im 20-Minuten-Takt, teilweise fahren auch zwei Züge auf Sicht hintereinander. Die Neubau-Dampfloks verbrauchen dabei pro Fahrt ca. 130 Liter Heizöl extraleicht, die Diesellokomotiven ca. 40 Liter Diesel.

Mit den ursprünglichen Dampfloks dauert die Fahrt rund eine Stunde, ab etwa 2010 durch den zunehmend dichteren Fahrplan noch etwas länger wegen der notwendigen Überholungen. Für eine Berg- und Talfahrt werden dabei ca. 400 bis 500 Kilogramm Steinkohle und 3000 Liter Wasser gebraucht.

Güterverkehr Zur Versorgung der Gastwirtschaften am Berg verkehren eigene Güterzüge, entweder an betriebsschwachen Tagen oder in der Hochsaison am frühen Morgen. Üblicherweise am Dienstag wird um etwa 7 Uhr in St. Wolfgang abgefahren und bei Bedarf auch an weiteren Tagen.

Ausdehnung der Betriebszeit Im Winter ruhte der Verkehr in der Regel spätestens ab Weihnachten aufgrund zunehmender Schneeverwehungen und Lawinengefahr. Im Rahmen des Wolfgangseer Advent fanden ab 1995 erstmals auch Fahrten bis zur Ausweiche Dorneralm im Dezember statt, die seit 2021 nun bis zur Schafbergalm fahren.

Seit Anfang März 2024 verkehren (teilweise nur am Wochenende) auch in der Vorsaison Züge bis zur Schafbergalm, selbiges ist auch für den November geplant. Damit verbleiben nur der Jänner und Februar ohne Betrieb.

Fahrgastfrequenz Als reine Ausflugsbahn ist der größte Teil des Fahrgastaufkommens im Sommerhalbjahr an schönen Tagen, entsprechend verkehrt ein Großteil der Züge nur nach dem tatsächlichen Bedarf. Im Jahr 2019 wurde die Rekordzahl von fast 340.000 Besuchern gezählt, an starken Tagen gab es bis zu 2.500 Fahrgäste. 2022 wurden 285.754 Fahrgästen befördert, im Vergleich zum durch die Corona-Epidemie geprägten Vorjahr war dies ein Plus von 21 %.

Fahrzeuge Lokomotiven mini|SKGB Z1 (2013) mini|Dieselelektrische Lokomotive Vz 32 (Bj. 2016) mit den Waggons Bz 121 und Bz 122 Die Hauptlast des Verkehrs tragen heute die mittlerweile vier dieselelektrischen Lokomotiven der Bauart Hm 2/2. Die von der NÖSBB zunächst angemietete und 2012 angekaufte dieselelektrische Lok Vz 31Typenblatt der Vz 31 auf der Homepage des Unternehmens machte dabei den Anfang. Seit März 2016 gehört Vz 32 zum Fuhrpark, 2020 kamen die Lokomotiven mit der Bezeichnung Vz 33 und 34 hinzu.

Die vier 1993 und 1996 angelieferten ölgefeuerten Neubau-Dampflokomotiven Z 11 bis Z 14 (ursprünglich ÖBB Reihe 999.2) der Baureihe SLM H 2/3 kommen nur mehr an frequenzstarken Tagen zum Einsatz. Obwohl sie auch einmännig bedient werden können und ebenso bis zu 105 Fahrgäste pro Fahrt befördern, ist ihr Einsatz aufgrund des deutlich höheren Kraftstoffverbrauchs und dem erheblich höheren Wartungsaufwand wesentlich teurer.

Der historische Dieseltriebwagen VTz 22 von SGP (Baujahr 1964) wurde bis Ende 2020 als Reserve betriebsfähig vorgehalten, seitdem ist er abgestellt. Der VTz 21 hat St. Wolfgang bereits 2014 verlassen. Ende August 2024 wurde auch der VTz 22 abtransportiert, er kam nach Hirschwang zur Höllentalbahn.