Pseudohalogene sind ein Spezialfall der Pseudoelemente. Zu den Pseudohalogenen zählt man unter anderem die Gruppen: –CN, –N3, –OCN, –NCO, –CNO, –SCN, –NCS, –SeCN

Die chemischen Eigenschaften dieser Pseudohalogene ähneln in vielen Gebieten denen der Halogene:Otto-Albrecht Neumüller (Herausgeber): Römpps Chemie Lexikon, Frank’sche Verlagshandlung, Stuttgart, 1983, 8. Auflage, S. 3391, ISBN 3-440-04513-7. Die entsprechenden Anionen werden analog zu den Halogenidionen als Pseudohalogenide bezeichnet. Analog zu den elementaren Halogenen existieren zumeist Dimere der Pseudohalogene, beispielsweise Dicyan (NC–CN). Es existieren Pseudohalogenwasserstoffsäuren des Typs HX (mit X als Pseudohalogenid): HCN (Blausäure) HNCO (Isocyansäure) HCNO (Knallsäure) HNCS (Isothiocyansäure) HN3 (Stickstoffwasserstoffsäure) HSeCN (Selenocyansäure) Die Säuren bilden Metallsalze des Typs MXn (mit einem Metall M). Die Salze AgX, Hg2X2 und PbX2 sind wie die der Halogenide in Wasser schwer löslich. Viele Metallkationen bilden mit Pseudohalogeniden Pseudohalogeno-Komplexe, z. B. der Form MX4n− oder MX6m−. Es werden kovalente Nichtmetallverbindungen wie P(CN)3 gebildet. Die Pseudohalogene bilden untereinander und mit den Halogenen Verbindungen, die den Interhalogenverbindungen entsprechen, z. B. ClCN, BrCN, ICN, XSCN, IN3. In alkalischer Lösung kommt es bei Pseudohalogenen zur Disproportionierung.

Literatur Qualitative anorganische Analyse, Eberhard Gerdes, 2., korrigierte Auflage, Springer Verlag

Siehe auch Pseudochalkogene Einzelnachweise

Kategorie:Stoffgruppe