Diese Liste enthält eine Übersicht über Lokomotiven und Triebwagen der Südbahngesellschaft.
Dampflokomotiven
Reihenschema 1861–1864
Nach Gründung der Südbahngesellschaft (SB) 1859 und Übernahme des Lokomotivbestandes der Südlichen Staatsbahn, der Kaiser Franz Joseph-Orientbahn und der Tiroler Staatsbahn war es notwendig, Ordnung in den Bestand der vorhandenen Lokomotiven zu bringen. 1861 wurde daher das erste Reihenschema der SB eingeführt, wobei die SB den Ausdruck Serie statt des heute üblichen Reihe verwendete. In dieses Schema wurden nur Lokomotiven mit zwei oder mehr angetriebenen Achsen aufgenommen. Lokomotiven mit nur einer angetriebenen Achse sowie einige B-Kuppler, die aus nicht gekuppelten Maschinen umgebaut worden waren, und die Semmeringwettbewerbslokomotiven erhielten zwar neue Nummern, aber keine Reihenbezeichnung, da angenommen wurde, dass diese bald ausgemustert werden würden. Generell erfolgte die Nummernvergabe ohne Rücksicht auf die Nummern, die die Südliche Staatsbahn vergeben hatte, von der das Gros der Lokomotiven stammte.
Innerhalb des Reihenschemas erhielten die zweifach gekuppelten Lokomotiven Reihennummern von 1 bis 17, die dreifach gekuppelten Maschinen die Reihennummern 18 bis 28. Dadurch wurden die Engerth-Lokomotiven, von denen es zweifach und dreifach gekuppelte gab, nummernmäßig getrennt. Als Reihe 29 wurden die einzigen beiden vierfach gekuppelten Lokomotiven bezeichnet. Die beiden Maschinen wurden aber schon 1863 an das venetianische Netz abgegeben.
Zusammengefasst brachte das erste Reihenschema der SB zwar eine gewisse Ordnung in den Lokomotivstand, allerdings war es wenig flexibel in Bezug auf zukünftige Aufnahmen neuer Reihen. Daher war es schon 1864 notwendig, ein neues Schema einzuführen.
Lokomotivreihenschema der Südbahngesellschaft 1861 SB-Serie SB-Nr. Herkunft KategorieSStB erster Name Anzahl Hersteller Achsformel Baujahre SB-Serie(1864) Bemerkungen 1 201–209 SStB III, IV CITTANOVA 9 Wr. Neustadt B3 n2et 1856 – – 2 210–217 IV FRANZDORF 8 Esslingen 1857–1858 9 3 218–224 III NEUHAUS 7 Wr. Neustadt 1855–1856 – 4 225–243 WOCHEIN 19 WRB 2B n2 1853–1854 10 5 244–246, 250–251 WRB III WIESELBURG 5 1846 11 250–251 1864 in 247–248 umgezeichnet 6 247–249 SStB MEIDLING 3 1856 12 7 252–269 TiStB AMRAS 18 Wr. Neustadt 1B1 n2 1858 13, 13a, 13b 268–269 1861 in 1B1 n2t 13b umgebaut 8 270–275 SStB RAUHENSTEIN 6 WRB 2B n2 1857 14 9 276–281 WRB STIXENSTEIN 6 1B n2 1848–1852 15 10 282–286 ESTERHÁZ 5 1847, 1851 16 11 287–290 SStB SCHÖNBRUNN 4 1854 8 12 291 IV GUTENBERG 1 Sigl/Wien 1857 17 13 500–504505–521528–539 KFJOBSBKFJOB FÜREDPRAGERHOF 51712 Wr. NeustadtStEGEsslingen 1859 18 14 540–557 SB 18 Esslingen 2B n2 1860–1861 19 15 837–853 SStB III PLANINA 17 WRB 1848 – 15a 809–830 CILLI 22 1846–1850 16 874–885 OZEAN 12 Norris/Philadelphia 1846 17 886–895 GLEICHENBERG 10 18 593–600 TiStB ACHENSEE 8 Maffei C2 n2et 1856 25 19 601–626 SStB V GRÜNSCHACHER 26 Cockerill/SeraingEsslingen 1853–1854 33 1861 bis 1864 Umbau in D n2 20 627–632 SCHNEEBERG 6 Cockerill/Seraing 1857 26 21 633–658 CHIAPOVANO 26 Wr. Neustadt 1856–1857 27 22 659–666 NABRESINA 8 Esslingen 1857 28 1869 bis 1886 sechs Loks in C n2 umgebaut 23 667–699, 712–798 SB 120 StEG, Wr. Neustadt, Esslingen C n2 1860–1862 29 SB 671 (F.Nr. 504/1860) ab 1864 als Serie 29, Nr. 671, heute im Bestand der GKB als dienstälteste Schlepptender-Dampflokomotive der Welt 24 700–707 KULPA 8 Esslingen 1859 30 25 708–711 KFJOB 4 Wr. Neustadt 31 26 792–796 VESZPREM 5 1859 32, 23 II 1862 in 829–833 umgezeichnet, 1867 in Serie 23 II, 130 II–134 II umgezeichnet 27 797–800 WRB IV FAHRAFELD 4 WRB 1846–1847 23 1862 an das venetianische Netz, 1864 zurück an SB als Serie 23 28 900–902 II SStB GRÜNBACH 3 C n2et 1855 24 29 902 I–903 SB L'APENNIN 2 Köchlin D3 n2st 1861 – System Beugniot; 1863 an das venetianische Netz (501–502), von wo sie über die SFAI (1001 I–1002 I) zur RM als 4001–4002 kamen; vor 1905 ausgemustert
Lokomotiven ohne Reihenbezeichnung 1861–1864
Lokomotiven der Südbahngesellschaft 1861–1864 ohne Reihenbezeichnung SB-Nr. Herkunft KategorieSStB erster Name Anzahl Hersteller Achsformel Baujahre Bemerkungen SB 801–804 WRB I PRESSBURG 4 Sharp 1A1 n2 1840 – SB 805 THALHOF 1 WRB 1843 SB 806 BRANDHOF 1 2A n2 1842 SB 807–808 III ADLITZGRABEN 2 2B n2 1844 SB 831–832 SStB II WEIXELBURG 2 1845 1854 aus 2A umgebaut SB 833–834 STRASSENGEL 2 2A n2 – SB 835 LAIBACH 1 1846 SB 836SB 854–857 VORDERNBERG 5 1844 SB 858 LEOBEN 1 2B n2 1845 1854 aus 2A umgebaut SB 859–860 KINDBERG 2 2A n2 – SB 861 MARBURG 1 2B n2 1854 aus 2A umgebaut SB 862–864 MARIAZELL 3 2A n2 – SB 865–873 III ADMONT 9 2B n2 1845–1846 SB 896 NEUSTADT 1 Wr. Neustadt BB n4t 1851 Semmeringbahnwettbewerbsmaschine SB 897 BAVARIA 1 Maffei BB Cn2 SB 898 SERAING 1 Cockerill BB n4t SB 899 VINDOBONA 1 WRB C2 n2et
Reihenschema ab 1864
Als Lokomotiven aus dem lombardisch-venetianischen Netz in die Südbahngesellschaft (SB) aufgenommen wurden, war das Reihenschema von 1861 wegen seiner Inflexibilität dafür nicht mehr geeignet. 1864 trat daher das zweite Reihenschema der SB in Kraft.
Diesmal fanden auch Lokomotiven mit nur einer angetriebenen Achse Aufnahme. Diese erhielten die Reihennummern 1 bis 3. Zweifach gekuppelte Maschinen bekamen die Reihennummern 4 bis 19, dreifach gekuppelte die Reihennummern 20 bis 32 und vierfach gekuppelte die Reihennummern 33 bis 35 zugewiesen. Die reihennummernmäßige Trennung der Engerth-Lokomotiven wurde dadurch prolongiert.
Die politischen Ereignisse (Gründung des Königreiches Italien und Verlust der lombardischen und venetianischen Strecken) führten dazu, dass mehrere Reihennummern geleert wurden und damit neu besetzt werden konnten. Jedenfalls war auch das neue Schema zu unflexibel, wenn neue Reihen aufgenommen werden sollten. Das führte dazu, dass die SB Buchstaben (z. B. Serie 32d) und Indizes (z. B. Serie 32d1) verwendete, um die neuen Lokomotivreihen zu bezeichnen.
Ab 1898 verwendete die SB das Reihenschema der kkStB, allerdings ohne die schon vorhandenen Reihennummern des eigenen Schemas zu verändern.
Lokomotivreihenschema der Südbahngesellschaft ab 1864 SB-Serie SB-Nr. UrsprungHerkunft Erster NameNummern Anzahl Hersteller Achsformel Baujahre Bemerkungen 1 1–15 LVCI 1–50 15 Stephenson 1A1 n2 1857 1867 an SFAI 1 II 2–3 SB 2 StEG 1A n2t 1889 – 2 16–25 LVCI 155–164 10 Beyer-Peacock 1A1 n2 1857 1867 an SFAI, SFAI 81–90, RM 501–510, FS 1021–1024 3 26–37 LVStB TEODOLINA 12 Maffei 1852–1853 1867 an SFAI, SFAI 6–17 3a 11–14 SB 4 Floridsdorf B n2t 1883–1884 – 3b 15–17 3 StEG 1885 – 3b1 18–20 3 1890–1892 – 3c 31–32 2 1888 – 4 51–60 LVCI 51–60 10 Köchlin 1B n2 1857–1858 1867 an SFAI, SFAI 431–440, RA 211–220, FS 1197 4 II 51–64 SB 14 Floridsdorf B1 n2t 1880–1881 – 5 61–70 LVCI 79–90 10 Köchlin 1B n2 1857–1859 Umzeichnung in 161–170 6 71–80 91–100 10 Parent-Schaken 1858 1867 an SFAI, SFAI 421–430, RA 201–210 7 81–83 LVF BACCHIGLIONE 3 Wr. Neustadt 1847 1867 an SFAI, SFAI 351–353 8 84–86 LVStB TAGLIAMENTO 3 WRB 1854 1867 an SFAI, SFAI 206–208 8 287–290 SStB SCHÖNBRUNN 4 1854 – 9 87–88 LVStB BERGAMO 2 Werkstätte Verona 1867 an SFAI, SFAI 208–209, RM 2774–2775, FS 1811 9 210–217 SStBSB alt 2 FRANZDORF210–217 8 Esslingen B3 n2et 1857–1858 – 10 225–243 SStBSB alt 4 WOCHEIN225–243 18 WRB 2B n2 1853–1854 – 11 244–246, 250–251 SStBSB alt 5 WIESELBURG244–246, 250–251 5 1846 1864 250–251 in 247–248 umgezeichnet 12 247–249 SStBSB alt 6 MEIDLING247–249 3 StEG 1856 1864 247–248 in 250–251 umgezeichnet 13a 252–267 TiStBSB alt 7 AMRAS252–269 16 Wr. Neustadt 1B1 n2 1858 1882 264 in 1B1 n2t SB 13b umgebaut 13b 264, 268–269 TiStBSB alt 7 KLAUSEN264, 268–269 3 1B1 n2t 1861 268–269 aus 1B1 n2 SB 13 umgebaut 14 I 270, 273–274 SStBSB alt 8 BADEN270, 273–274 3 StEG 2B n2 1857 – 14 II 270–275 KFJOB 6 Wr. Neustadt B n2t 1858 270 in 273 umgezeichnet, 1879 vier Loks in SB 14b umgebaut 15 276–281 SStBSB alt 9 STIXENSTEIN276–281 6 GMF 1B n2 1848–1852 – 16 282–286 WRBSB alt 10 ESTERHÁZ282–286 5 1847–1851 – 16a 301 SB 1 Wr. Neustadt 2B n2 1873 1873: Serie 11, 1875: Serie 20, 1878: Serie 17a, 1884: Serie 16a, Umzeichnung 201 16b 202–209 8 Floridsdorf 1885, 1888 – 17 291 SStBSB alt 12 GUTENBERG291 1 Sigl/Wien 1B n2 1857 – 17a 302–311 SB 10 Floridsdorf 2B n2 1882 – 17b 312–325, 328–332 19 1884, 1890 – 17c 326–327, 372–431 62 Floridsdorf, Wr. Neustadt, Budapest 1885, 1891–1901 – 17d 351–354 4 Floridsdorf 1888–1889 – 18 467–539 KFJOBSB alt 13SB FÜRED500–504, 528–539467–499, 505–527 73 Wr. Neustadt, Esslingen, StEG, Wr. Neustadt, Floridsdorf 1B n2 1859, 1869–1873 – 19 540–594 SB alt 14SB 540–557558–594 55 EsslingenStEG, Wr. Neustadt 2B n2 1860–18611864–1873 – 20 101–110 LVCI 131–150 10 Schneider/Le Creusot C n2 1858 an SFAI 738–757, RA 3016–3035, FS 3953–3954 21 111–119 111–119 9 Parent-Schaken 1857, 1859 SFAI 718–727, später 782–791, RA 3036–3044, FS 3955 21 II 121–124 GKB KÖFLACH 4 StEG 1862, 1868, 1871 22 120–129 LVCI 161–170 10 Cail 1857 teilweise an SFAI 709–713, später 773–777, RA 3001–3005 23 I 130–133 LVF MARCO POLO 4 GMF 1847 1867: SFAI 801 I–804 I 23 II 130–134 792–796 (829–833) 5 Wr. Neustadt 1859 1867: vom venetianisch-südtiroler Netz als Reihe 32 24 900–902(590–592) SStBSB alt 28 CHIESE900–902 3 GMF C2 n2et 1855 – 24 II 141–153 GKB WIES 13 StEG C n2 1872–1873 1923 an Jugoslawien 25 593–600(601–608) TiStBSB alt 18 ACHENSEE593–600 8 Maffei C2 n2et 1856 – 26 627–632 SStBSB alt 20 SCHNEEBERG627–632 6 Cockerill 1857 1866–1875 Umbau in C n2 27 633–658 SStBSB alt 21 CHIAPOVANO633–658 26 Wr. Neustadt 1856–1857 1868–1884 Umbau in C n2 28 659–666 SStBSB alt 22 NABRESINA659–666 8 Esslingen 1857 1869–1886 teilweise Umbau in C n2 29 667–699, 712–883 SBSB alt 23 667–699, 712–798 205 StEG, Wr. Neustadt, Esslingen C n2 1860–1872 SB 671 (F.Nr. 504/1860) ab 1864 als Serie 29, Nr. 671, heute im Bestand der GKB als dienstälteste Schlepptender-Dampflokomotive der Welt 30 700–707 SBSB alt 24 KULPA700–707 8 Esslingen 1859 – 31 708–711 KFJOBSB alt 25 VESZPREM708–711 4 Wr. Neustadt – 32a 1501–1511 WPB 11 Floridsdorf 1874 Eigentum der Wien–Pottendorfer Bahn 32b 1601–1610 SB 10 Floridsdorf, Wr. Neustadt 1878 – 32c 1611–1683 73 StEG, Wr. Neustadt, Floridsdorf, Budapest 1884–1900 – 32d 1801–1822 22 Floridsdorf, Wr. Neustadt C n2t 1884–1906 – 32d1 1851–1852 2 Krauss/Linz 1898 Eigentum der Lokalbahn Bozen–Kaltern 32f 1701–1727 27 StEG, Wr. Neustadt, Floridsdorf 2C n2 1896–1898 – 33 601–626(901–926) SStBSB alt 19 GRÜNSCHACHER601–626 26 Cockerill, Esslingen D n2 1853–1854 1861–1864 Umbau aus C2 n2et 34 927–936 SB 10 StEG 1867 – 35a 937–991 55 Wr. Neustadt, StEG, Floridsdorf 1871–1872 – 35b 992–1001 10 Esslingen 1872–1873 – 35c 1002–1011 10 Wr. Neustadt 1872 – 35d 2012–2032 21 1883–1897 –
SB-Lokomotiven nach kkStB-Schema
Ab 1898 benutzte die Südbahngesellschaft (SB) das Reihenschema der kkStB, um alle neu angeschafften Lokomotivtypen zu bezeichnen. Das galt sowohl dann, wenn die SB Lokomotiven beschaffte, von denen die kkStB schon welche in ihrem Bestand hatte, als auch bei von der SB initiierten Neuentwicklungen. Manchmal übernahm die kkStB solche Lokomotiven auch für ihren Lokomotivpark, wobei sie auch die Reihenbezeichnung nicht veränderte (vgl. z. B. Reihe SB 629).