Tamura (jap. ) ist eine Stadt in der Präfektur Fukushima in Japan.

Geographie Tamura liegt im westlichen Abukuma-Hochland. Die höchste Erhebung, auch des Abukuma-Hochlandes, ist der Ōtakine-yama () mit 1192,5 m auf der Grenze zu Kawauchi.

Geschichte Tamura entstand am 1. März 2005 aus der Vereinigung der Kleinstädte Funehiki (, -machi), Ōgoe (, -machi), Takine (, -machi) und Tokiwa (, -machi), sowie dem Dorf Miyakoji (, -mura) des Landkreises Tamura. Die Gemeinde übernahm ihren Namen, von dem Landkreis in dem sich ihre Vorgängergemeinden befanden, wobei vorher noch weitere Namen im Gespräch waren wie Abukuma (), Abukumakōgen (, „Abukuma-Hochebene“), Midori (, „grün[e Stadt]“), aber auch Tamura in Hiragana-Schreibweise. Tamura geht wiederum auf Sakanoue no Tamuramaro zurück, ein General aus dem 8./9. Jahrhundert der die hier ansässigen Emishi unterwarf.

Tōhoku-Erdbeben und Nuklearkatastrophe 2011

Schäden und Opfer Beim Tōhoku-Erdbeben vom 11. März 2011 wurden 19 Wohngebäude völlig und 196 teilweise zerstört.

Die Brand- und Katastrophenschutzbehörde (Fire and Disaster Management Agency, FDMA) meldete bis zu ihrem 148. Schadensbericht vom 9. September 2013 einen Toten für Tamura als Folge der Tōhoku-Katastrophe von 2011, (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 148. Bericht, 9. September 2013. erhöhte ihre Angabe dann in ihrem 149. Schadensbericht vom 7. März 2014 auf neun Tote (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 149. Bericht, 7. März 2014. und bis zum 157. Schadensbericht vom 7. März 2018 auf 14 Tote. (), 総務省消防庁 (Fire and Disaster Management Agency), 7. März 2018.

Evakuierung Die Gemeinde, für die bei der Volkszählung von 2010 eine Bevölkerung von 40.422 angegeben worden war, (PDF, japanisch), stat.go.jp (Statistics Japan - Statistics Bureau, Ministry of Internal Affairs and communication), Volkszählung 2010, Zusammenfassung der Ergebnisse für die Präfekturen Iwate, Miyagi und Fukushima, URL: http://www.stat.go.jp/data/kokusei/2010/index.html. wurde durch die von der Naturkatastrophe ausgelöste Nuklearkatastrophe von Fukushima in Mitleidenschaft gezogen.

Als Gegenmaßnahme zur Nuklearkatastrophe wurde ein Sperrgebiet um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi in einem Umkreis von 20 km ausgewiesen. Es gab jedoch auch jenseits dieses 20-km-Radius viele andere Standorte mit hohen Strahlungswerten, da radioaktive Partikel über den Wind aus dem havarierten Kraftwerk fortgetragen wurden. Zu diesen Orten zählte Tamura sowie 10 weitere Dörfer und Städte, darunter Minamisōma, Naraha, Tomioka, Kawauchi, Ōkuma, Futaba, Namie, Katsurao, Iitate und Kawamata. Diese Regionen wurden entsprechend ihrer radioaktiven Belastung nach der Erlassung der Evakuierungsanordnungen vom 7. Mai 2013 in folgende vier verschiedene Kategorien eingeteilt: Gebiete mit einer Strahlenbelastung von weniger als 20 mSv pro Jahr, die von der Regierung als Schwellenwert für eine dauerhafte Rückkehr behandelt wurde, bildeten die Kategorie 1. Gebiete dieser Kategorie 1 konnten die Einwohner nach eigenem Ermessen und ohne Einsatz von Schutzausrüstung betreten mit der einzigen Einschränkung, dass sie dort nicht übernachten durften. Diese Gebiete waren bereit für eine Aufhebung des Evakuierungsbefehls. In Gebieten mit einer Strahlenbelastung zwischen 20 und 50 mSv pro Jahr (Kategorie 2) war den Einwohnern ein dauerhafter Aufenthalt untersagt. Gebiete mit über 50 mSv pro Jahr (Kategorie 3) wurden als langfristig ungeeignet für eine Rückkehr der Einwohner angesehen. Einen Sonderstatus nahm ein viertes Evakuierungsgebiet ein.

Die seit März 2011 geltende Evakuierungsanordnung für den Bezirk Miyakoji der Stadt Tamura wurde am 1. April 2014 aufgehoben, so dass etwa 357 gemeldeten Einwohnern die Rückkehr in ihre Heimstätten gestattet wurde., world-nuclear-news.org, 1. April 2014. Es handelte sich um den ersten Fall, in dem eine Evakuierungsanordnung nach dem Nuklearunfall aufgehoben worden war.

Sehenswürdigkeiten mini|links|Boxwork-Formation in der Abukuma-Höhle In Tamura befindet sich der Dōyama-Ōji-Schrein (, Dōyama-Ōji-jinja) an dem Sakanoue no Tamuramaro erfolgreich für einen Sieg gebetet haben soll. Der Schrein ist heute als Nationales Wichtiges Kulturgut anerkannt.

Eine natürliche Sehenswürdigkeit sind die Tropfsteinhöhlen, wie die 600 m lange Abukuma-Höhle (, Abukuma-dō) mit ihren 80 Millionen Jahre alten Stalaktiten, Stalagmiten und seltenen Boxwork-Formationen, sowie die 900 m lange Irimizu-Tropfsteinhöhle (, Irimizu shōnyūdō), die ein nationales Naturdenkmal ist.

Verkehr Straße: Ban’etsu-Autobahn: nach Niigata und Iwaki Nationalstraße 4: nach Tokio und Aomori Nationalstraßen 288, 349, 399 Zug: JR Banetsu-Ostlinie: nach Kōriyama und Iwaki

Söhne und Töchter der Stadt Kōichirō Gemba (* 1964), Politiker

Angrenzende Städte und Gemeinden Kōriyama Nihonmatsu Iwaki

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in der Präfektur Fukushima

Kategorie:Gemeindegründung 2005