mini|Lien Deyers (Autogrammkarte) Lien Deyers, eigentlich Nicolina Dijjers Spanier (* 5. November 1909 in Amsterdam; † nach März 1982), war eine niederländische Schauspielerin. Leben Lien Deyers wurde in Wien bei einem von der Zeitschrift Mein Film veranstalteten Talentwettbewerb entdeckt.3 schöne Darstellerinnen gesucht, in: Mein Film, Nr. 73, S. 3. Beim Autogrammtag anlässlich der Wiener Uraufführung von Metropolis stellte Chefredakteur Friedrich Porges die Siegerin dem Regisseur Fritz Lang vor, der daraufhin in Berlin mit ihr Probeaufnahmen machte. Da diese zu seiner Zufriedenheit ausfielen, gab er ihr eine Hauptrolle in seinem Film Spione.Lien Deyers: Die ersten 100 Meter, in: Mein Film, Nr. 109, S. 5f.
Lien Deyers machte schnell Karriere und spielte innerhalb von acht Jahren bei insgesamt 32 Stumm- und Tonfilmen mit. Dabei waren viele populäre Filmkomödien und Liebesfilme sowie Dramen wie Spione (1928) von Fritz Lang und Karl Hartls SF-Drama Gold (1934).
1935 folgte sie ihrem Ehemann, dem jüdischen Regisseur und Produzenten Alfred Zeisler, in die Emigration nach England und später in die USA. Dort fand sie nicht mehr zum Film zurück und betrieb nach der Scheidung von Zeisler ein Geschäft für Mode-Accessoires. Nach mehreren gescheiterten Ehen geriet sie schließlich auf die schiefe Bahn und wurde wegen öffentlicher Trunkenheit und Herumtreibens mehrfach verhaftet. Lange Zeit blieb ein schriftlicher Hilferuf, den Deyers im September 1964 an ihren ehemaligen Agenten und früheren Produktionsleiter aus gemeinsamen Berliner Tagen, Paul Kohner, aus dem Clark County Jail aus Las Vegas absendete, ihr letztes Lebenszeichen.
Später wurde von anderen Emigranten in Los Angeles kolportiert, dass sie am Strand von Santa Monica dabei gesehen wurde, wie sie Regenwürmer ausbuddelte, um diese an Angler zu verkaufen. Ihr letztes Lebenszeichen war eine Grußkarte an ihren früheren Filmpartner Heinz Rühmann zu dessen 80. Geburtstag im März 1982.
Filmografie 1928: Spione 1928: Haus Nummer 17 1928: Die Heilige und ihr Narr 1929: Ich lebe für Dich 1929: Frühlingsrauschen 1929: Captain Fracasse 1930: Das Donkosakenlied 1930: Gehetzte Menschen 1930: Der Nächste, bitte 1930: Rosenmontag 1930: Der Hampelmann 1930: Das alte Lied 1931: Die Männer um Lucie 1931: Der Mann, der seinen Mörder sucht 1931: Sein Scheidungsgrund 1932: Durchlaucht amüsiert sich 1932: Hasenklein kann nichts dafür 1932: Melodie der Liebe 1932: Die verliebte Firma 1933: Ist mein Mann nicht fabelhaft? 1933: Lachende Erben 1933: Die vom Niederrhein 1933: Die Fahrt ins Grüne 1934: Der Doppelbräutigam 1934: Ich sing’ mich in dein Herz hinein 1934: Gold 1934: Karneval und Liebe 1934: Der Vetter aus Dingsda 1935: Ein ganzer Kerl 1935: Ich liebe alle Frauen 1935: Punks kommt aus Amerika 1935: Die selige Exzellenz
Einzelnachweise
Literatur Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 138.
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