Renfe Operadoradt. Renfe-Betreiber (kurz häufig Renfe), bis 2005 Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) () ist ein staatliches spanisches Eisenbahnunternehmen, das im Personen- und Güterverkehr tätig ist. Die Unternehmensgruppe RENFE schloss das Jahr 2025 mit einem Nettogewinn von 60,2 Millionen Euro ab nach einem Vorjahresverlust 2,9 Millionen Euro. Im Jahr 2025 wurden 531,4 Millionen Passagiere transportiert. Am positiven Betriebsergebnis hatten die Hochgeschwindigkeitszüge einen bedeutenden Anteil. La Vanguardia "Renfe torna a beneficis per primera vegada desde la liberalitzacio" von Pilar Blazquez Seite 54 3/9/2026

Geschichte Vorgeschichte und Gründung mini|Bahnhof Atocha in Madrid

Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges standen die Privatbahnen in Spanien vor einer finanziellen Misere. Die Franco-Regierung schuf zum 24. Januar 1941 eine einheitliche Staatsbahn. Das gesamte Breitspurnetz (1672 mm) sowie diverse Privatbahnen, allen voran Compañía de los Caminos de Hierro del Norte de España (CCHNE) und Compañía de los Ferrocarriles de Madrid a Zaragoza y Alicante (MZA) sowie die bereits 1928 bzw. 1936 verstaatlichten Compañía Nacional de los Ferrocarriles del Oeste und Compañía de los Ferrocarriles Andaluces, wurden als Red Nacional de los Ferrocarriles Españoles (RENFE) vereint. Neben dem iberischen Breitspurnetz ging 1954 auch die Bahnstrecke Cercedilla–Cotos (Meterspur) an die RENFE.

In den Folgejahren wurde das 1668-mm-Breitspurnetz (bis 1955 noch 1672 mm) umfangreich modernisiert. So konnten auch einige Neubauvorhaben wie die Sierra-de-la-Culebra-Linie 1959 oder die 1968 fertiggestellte Verbindung von Madrid nach Burgos verwirklicht werden. Als Resultat einer fortschreitenden Motorisierung kam es jedoch auch zur Stilllegung unzähliger Schmalspurbahnen. Um zu verhindern, dass ein Großteil des Bahnverkehrs durch Pleiten der Betreiber lahmgelegt würde, wurde die bereits seit den 1930er Jahren bestehende staatliche Organisation Explotación de Ferrocarriles por el Estado (EFE) 1965 als staatliches Unternehmen Ferrocarriles de Vía Estrecha (FEVE) ausgegründet mit dem Ziel, diese Betreiber treuhänderisch zu übernehmen. Unrentable Strecken wurden dabei stillgelegt, zudem auch einige Breitspurstrecken. Zwischen 1969 und 1995 ging die Ausdehnung des Streckennetzes so von 13.691 km auf 12.280 Kilometer zurück. Von 1969 bis 1982 verkehrte bei der Renfe auch die damals höchste europäische Zuggattung, der Trans-Europ-Express (TEE).

Einstieg in den Hochgeschwindigkeitsverkehr 1985 lag der Anteil des Unternehmens am Modal Split bei sieben Prozent. In der Folge kam es zu Streckenschließungen, aber auch zu einer Debatte über die Zukunft der Bahn durch Schnellfahrstrecken.Richard Malins: Spain – a New Railway Mania?. In: Modern Railways. Bd. 66, Nr. 726, 2009, , S. 58–63. Vom Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft 1986 profitierte auch die Renfe. 1992 wurde die erste Hochgeschwindigkeitsstrecke für den Hochgeschwindigkeitsverkehr AVE (Alta Velocidad Española) zwischen Madrid und Sevilla in B‌etrieb genommen. Vorausschauend wurde diese normalspurig ausgeführt.

mini|300px|Karte des spanischen Hochgeschwindigkeitsnetzes:

In Spanien wurden zwischen 1992 und 2015 folgende Schnellfahrstrecken in Normalspur (1435 Millimeter) in Betrieb genommen:

normalspurigeSchnellfahrstreckeStreckenteilLängeEröffnungMadrid–Sevilla472 km1992Abzweig nach Toledo21 km2005Abzweig nach Antequera97 km2006Madrid–Barcelona–Französische GrenzeMadrid–Saragossa307 km2002Abzweig Saragossa–Huesca79 km2003Saragossa–Barcelona316 km2003–2008Barcelona–Französische Grenze151 km2010–2013Madrid–Valladolid180 km2007Abzweig nach Zamora auf www.lok-report.de am 23. Oktober 2015. Abgerufen am 1. April 2024.99 km2015Madrid–LevanteMadrid–Valencia391 km2010Abzweig nach Albacete80 km2013

Auch einige vorhandenen Breitspurstrecken wurden für den Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgebaut. Meist liegen diese in Verlängerung der Normalspurstrecken, so dass umspurbare Züge eingesetzt werden, siehe Spurumstellung in Spanien. Auf der zu Anfang rein breitspurig für 200 km/h bis 220 km/h ausgebauten Verbindung Barcelona–Valencia–Alicante (Corredor Mediterráneo) verkehren Hochgeschwindigkeitszüge unter dem Markennamen Euromed. Für diese Strecke wurden sechs Triebzüge der Baureihe 100 mit Breitspurdrehgestellen bestellt und in die Reihe 101 eingeordnet. Schon vor Umstellung des Nordabschnittes auf Normalspur wurden sie durch umspurbare Talgo-Triebzüge der Reihe 130 ersetzt. Seit Januar 2020 ist der Nordabschnitt der Strecke Tarragona–Valencia normalspurig in Betrieb.

Eines von insgesamt vier Betriebswerken für Hochgeschwindigkeitszüge der Renfe befindet sich unmittelbar südlich der Ausfahrt aus dem Bahnhof Madrid-Atocha.

Neuordnung und Liberalisierung ab 2005 Als vorbereitende Maßnahme zum Wettbewerb auf der Schiene wurde Renfe am 31. Dezember 2004 nach 63 Jahren offiziell aufgelöst. Dafür entstanden zwei neue Gesellschaften, die Renfe Operadora und die Administrador de Infraestructuras Ferroviarias (Adif). Renfe Operadora ist seither ein reines Personen- und Gütertransportunternehmen, wobei der Schienenpersonenfernverkehr und der Güterverkehr fortan eigenwirtschaftlich betrieben wird; der Bereich Schienenpersonennahverkehr (inkl. Regionalverkehr) wird weiterhin als Teil der allgemeinen Grundversorgung durch den Staat subventioniert. Das Eisenbahninfrastrukturnetz wird vom neugegründeten Eisenbahninfrastrukturunternehmen Adif betrieben. Gleichzeitig wurde der gesamte Güterverkehr ab 2005 der privaten Konkurrenz geöffnet, allerdings ist die tatsächliche Marktöffnung mit einem Anteil privater Betreiber im Jahr 2011 bei nur ca. 12 % an der Transportleistung nur schleppend erfolgt.

Zum Jahresanfang 2013 übernahm Renfe auch den gesamten Betrieb des Personen- und Güterverkehrs der FEVE auf dem Netz in Meterspur. Das Netz der FEVE wurde auf Adif übertragen. Mittlerweile wurden die Vorortlinien der FEVE in Asturien, Kantabrien, Murcia und im Großraum Bilbao in die Zuggattung Cercanías AM (AM für Ancho Métrico; dt. Meterspur) integriert.Cercanías AM

Im Juli 2013 kündigte die spanische Regierung eine Öffnung des Schienenpersonenfernverkehrs, mit der Öffnung des Netzes für private Betreiber bis Ende 2014; im Schienenpersonennahverkehr sollen vom Staat zudem Leistungen als Konzessionen ausgeschrieben werden, für die sich auch private Betreiber bewerben können. Im Rahmen dieser Marktöffnung wurde Renfe in 4 Teilbereiche gespalten: Personenverkehr, Güterverkehr, Wartung und eine Leasinggesellschaft, die überzähliges Material an Konkurrenten vermieten soll.

Aufgrund der COVID-19-Pandemie wurden am 17. März 2020 alle internationalen Verbindungen, so beispielsweise die AVE-Züge nach Frankreich sowie der gesamte Nachtzugverkehr der bis dato bestehenden Zuggattung Trenhotel, eingestellt.Einstellung der Trenhotel-Nachtzüge Während die Verbindungen der Renfe-SNCF nach Lyon und Marseille hinterher wieder aufgenommen wurden, sind die Trenhotel-Züge Stand November 2023 nicht wieder in den Fahrplan aufgenommen worden.

Am 14. Dezember 2020 wurde bekanntgegeben, dass die französische SNCF anstrebt, ihren Low-Cost-Hochgeschwindigkeitszug Ouigo auch auf Schnellfahrstrecken in Spanien fahren zu lassen. Die SNCF setzt TGV Duplex ein. Die italienische Trenitalia sowie die spanische Fluggesellschaft Air Nostrum einigten sich auf die Gründung des Joint Venture ILSA, um in den spanischen Hochgeschwindigkeitsverkehr einzusteigen. ILSA beschaffte 23 Frecciarossa-1000-Triebzüge, die bereits von der Muttergesellschaft Trenitalia genutzt wurden.

Tätigkeit und Struktur Die Aktivitäten der Gruppe Renfe und ihrer Gesellschaften basieren auf vier Säulen:Renfe Operadora Personenverkehr und Vermarktung, regional, national und international (Renfe Viajeros, SA) Güterverkehr und Logistikdienstleistungen (Renfe Mercancías, SA) Instandhaltung und industrielle Arbeiten (Renfe Fabricación y Mantenimiento, SA) Verwaltung der Schienenfahrzeuge (Renfe Alquiler de Material Ferroviario, SA)

Die RENFE hat nach fünf verlustreichen Jahren 2025 einen Betriebsgewinn von 50 Millionen Euro erzielt, dies aufgrund der guten Ergebnisse von Renfe Viajeros. Der Güterverkehr brachte 45 Millionen Euro Verluste. Dem Gewinn dieses Jahres stehen ein Verlust von 121,5 Millionen Euro im Jahre 2023 und 2,9 Millionen Euro im Jahre 2024 gegenueber. 2024 gab es 535 Millionen Passagiere, 2025 531 Millionen. El País "Renfe gano 50 millones en 2025 tras cinco anos de perdidas" von J. F. Magarino, Seite 28, 2/3/2026

Zuggattungen und Rollmaterial

Zuggattungen GattungBeschreibungMaterialHochgeschwindigkeitsdienste-LangstreckeAVELangstreckenverbindungen mit normalspurigen Hochgeschwindigkeitszügen (≥ 300 km/h)Reihen 100, 102 u. 112, 103AvloNiedrigpreis-Hochgeschwindigkeitszüge (≥ 300 km/h) Reihe 112AltariaLangstreckenverbindungen mit lokbespannten umspurbaren Talgo-Garnituren mit Geschwindigkeiten bis zu 200 km/helektrische Lokomotiven: Reihe 252Diesellok: Baureihe 334EuromedUmspurbarer Hochgeschwindigkeitsdienst (≤ 250 km/h) auf der Strecke Figueres–Barcelona–Valencia–AlicanteReihe 130AlviaUmspurbare Hochgeschwindigkeitstriebwagen und -triebzüge (≤ 250 km/h)Reihen 120, 130, 730LangstreckenzügeInterCityReisezüge, die die Lücke zwischen hochwertigem Regional- und Fernverkehr ausfüllen, teilweise auf Hochgeschwindigkeitsstrecken (≤ 250 km/h)Reihen 120, 121, 449, 598, 599 sowie lokbespannte Züge (Baureihe 252)TalgoReisezüge mit lokbespannten, teilweise umspurbaren Talgo-Garnituren, einzelne Züge verkehrten bis Ende 2013 auch nach Frankreichlokbespannte ZügeMittelstreckenzügeAvantNormalspurige Hochgeschwindigkeitszüge (≤ 250 km/h) mit Reisedauer unter 90 MinutenBaureihen 104, 114, 121 und 130RegionalBreitspurige Regionalverkehrszüge, die in der Regel an allen Haltestellen halten und häufig kleinere Ortschaften mit der Provinzhauptstadt verbindenDieseltriebwagen: Baureihen 524, 527, 592, 596elektrische Triebzüge: Baureihen 440, 470Regional ExprésBreitspurige beschleunigte Regionalverkehrszüge, halten nicht an allen StationenDieseltriebwagen: Baureihen 592, 596elektrische Triebzüge: Baureihen 440, 448, 470MDBreitspurige reservierungspflichtige Komfortzüge für den beschleunigten RegionalverkehrDieseltriebzüge: Baureihe 598, 599elektrische Triebzüge: Baureihe 449NahverkehrszügeCercaníasS-Bahnen-Netze auf Breit- und Meterspur in den Großräumen Asturien, Kantabrien, Bilbao, San Sebastián, Madrid, Zaragoza, Barcelona, Valencia, Murcia, Alicante, Málaga, Sevilla und CádizBaureihen 402, 433, 435, 436, 438, 446, 447, 450/451, 592, 526, 529, 463–465 (CIVIA)

Ehemalige Zuggattungen (u. a.) GattungBeschreibungMaterialHochgeschwindigkeitsdienste-LangstreckeAlarisHochgeschwindigkeitsdienst (≤ 200 km/h) auf den Breitspurstrecken Madrid–Valencia–Castellón sowie Barcelona–Valencia–Sevilla/Málaga, seit 2013 eingestelltReihe 490ArcoBreitspuriger Hochgeschwindigkeitsdienst (≤ 200 km/h), seit September 2014 eingestellt elektrische Lokomomotiven der Reihe 252Diesellokomotiven der Reihen 333, 334, 319AV CityNiedrigpreis-Hochgeschwindigkeitszüge (≤ 250 km/h) Baureihen 104, 114 und 121, im Jahr 2019 eingestelltLangstreckenzügeDiurnoKlassische Tagesreisezüge, seit Juni 2012 eingestelltlokbespannte ZügeTren EstrellaKlassische Nachtreisezüge mit Schlaf- und Liegewagen im Breitspurnetz, seit April 2015 eingestelltRenfe suprime sin publicidad el tren nocturno a Madrid (spanisch). Website von El Periódico de Catalunya, 8. April 2015. Abgerufen am 3. Mai 2015.lokbespannte ZügeTrenhotelNachtreisezüge mit lokbespannten, teilweise umspurbaren Talgo-Garnituren, internationaler Verkehr nach Lissabon, bis Ende 2013 auch als »Elipsos Trenhotel« nach Paris, 2020 eingestelltBaureihen 252 und 334MittelstreckenzügeTRDBreitspurige reservierungspflichtige dieselgetriebene Komfortzüge für den beschleunigten Regionalverkehr, seit 2012 eingestelltBaureihen 594 und 598

Rollmaterial