Alant (Inula) ist eine Pflanzengattung in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Die etwa 100 Arten sind in der Alten Welt weitverbreitet.

Beschreibung mini|Illustration aus Robert Bentley und Henry Trimen: Medicinal Plants, 1880 des Echten Alant (Inula helenium)

Vegetative Merkmale Bei Alant-Arten handelt es sich größtenteils um ausdauernde, selten ein- oder zweijährige, krautige Pflanzen, selten um kleine Sträucher, je nach Art meist Wuchshöhen von 20 bis 200 Zentimetern erreichen. Bei manchen Arten sind Harzkäle vorhanden.

Bei den großen Arten können auch die Laubblätter eine beachtliche Größe erreichen. Von den grundständig oder wechselständig an den Stängeln verteilt angeordneten Laubblätter sind die unteren gestielt und die oberen sitzend. Die Blattspreiten sind einfach. Die Blattränder sind selten glatt, meist gezähnt oder gesägt.

Generative Merkmale Die Blütenkörbchen stehen endständig einzeln oder häufig in unterschiedlich aufgebauten offenen Blütenständen zusammengefasst. Die Blütenkörbchen sind bei Durchmessern von selten 5 bis, meistens 10 bis 40 Millimetern mehr oder weniger diskus- oder scheibenförmig. Das Involucrum ist halbkugelig oder glockenförmig. Die haltbaren Hüllblätter stehen in vier bis sieben oder mehr Reihen. Der flache oder konvexe Blütenkorbboden ist glatt oder wabenförmig. Spreublätter sind keine vorhanden.

Die Blütenkörbchen enthalten Zungen- und Röhrenblüten. Außen gibt es einen Kranz mit (selten 15 bis) meist 50 bis mehr als 150 zygomorphen Zungenblüten (= Strahlenblüten). Innen befindet sich selten 50 bis, meist 100 bis über 250 radiärsymmetrischen Röhrenblüten (= Scheibenblüten). Die Zungenblüten sind weiblich und fertil; ihre Blütenkrone ist gelb oder selten orangefarben und ihre Zunge ist 10 bis mehr als 30 Millimeter lang. Die Röhrenblüten sind zwittrig und fertil; ihre Blütenkrone ist gelb und endet mit fünf Kronlappen. Die Staubbeutel besitzen verzweigte Anhängsel. Bei den Pollen besitzen die Stacheln einen Hohlraum. Bei den beiden Griffelästen reichen die spitzen Fegehaare nicht die Verzweigung.

Die mehr oder weniger säulenförmigen, fast bleistiftförmig oder prismatischen Achänen sind oft vier- bis fünfrippig oder -kantig. Im haltbaren Pappus befinden sich in einer Reihe feinbärtige Borsten, die an ihrer Basis verwachsen sind, oder borstenförmige Schuppen.

Chromosomensätze Die Chromosomengrundzahlen betragen x = 8, 9, 10.

Systematik und Verbreitung mini|Knospiger Blütenkorb von Inula hookeri mini|Blütenkorb von Inula hookeri mini|Großer Alant (Inula magnifica) mini|Habitus, Laubblätter und Blütenkörbe des Kopfigen Alant (Inula rhizocephala) mini|Inula royleana

Taxonomie Die Gattung Inula wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, S. 881 aufgestellt. Der botanische Gattungsname Inula leitet sich aus dem griechischen Wort hinaein für „ausleeren, reinigen“ her, dies bezieht sich auf die abführende Wirkung der Droge aus dem „Wurzelstock“. Als Lectotypusart wurde 1929 Inula helenium durch A. S. Hitchcock und M. L. Green in Standard species of Linnaean genera of Phanerogamae (1753–1754)., 182 festgelegt. Synonyme für Inula sind: Bojeria , Codonocephalum , Corvisartia , Cupularia , Eritheis , Orsina , Petrollinia

Äußere Systematik Der Inula-Komplex = Subtribus Inulinae ist eine monophyletische Verwandtschaftsgruppe zu der seit 2018 die in Eurasien und Afrika vorkommenden acht Gattungen: Inula s. str., Amblyocarpum, Carpesium, Chrysophthalmum (etwa drei Arten), Pentanema (Syn.: Inula sect. Pentanema , etwa 20 Arten), Rhanteriopsis, Telekia, Varthemia und die reaktivierten der Gattungen Codonocephalum, Monactinocephalus, Vicoa gehören.

Arten und ihre Verbreitung Die Gattung Inula ist mit etwa 100 Arten in der Alten Welt in Afrika und Eurasien weitverbreitet. 2011 waren in der Flora of China 14 Arten verzeichnet, einige davon sind 2018 nicht mehr in dieser Gattung, nur zwei davon gibt es nur dort. In der Neuen Welt sind nur wenige Arten Neophyten.

Zur Gattung Inula s str. gehören seit 2018 nur noch etwa 100 Arten:

Zwerg-Alant (Inula acaulis ): Sie kommt in der Osthälfte Anatoliens sowie im westlichen Transkaukasien in Georgien, Armenien und in der aserbaidschanischen Enklave Nachitschewan vor. Inula acuminata Inula anatolica : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula angustifolia Inula arbuscula Inula aschersoniana : Sie kommt in Bulgarien, Nordmazedonien, Griechenland und in der Türkei vor. Inula aspera Inula aucheriana Schneeweißer Alant (Inula candida ) Inula cappa : Sie ist in Indien, Nepal, Bhutan, Myanmar, Thailand, China, Vietnam und in vor Indonesien weitverbreitet. Inula ciliaris Inula clarkei Inula confertiflora Inula crithmifolia Inula cuanzensis Inula cuspidata Inula decurrens Inula discoidea : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula eminii Inula engleriana Inula eriophora Inula eupatorioides : Sie ist in Indien, Bhutan, Nepal, Thailand und vielleicht im westlichen China (nicht in der Flora of China 2011) weitverbreitet. Inula falconeri Inula forrestii Inula fragilis : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula gimbundensis Inula glauca Inula glomerata Inula gossweileri Inula grandis : Sie kommt in Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan, Usbekistan und in Xinjiang vor. Inula grombczewskii Echter Alant (Inula helenium , Syn.: Aster helenium , Aster officinalis , Helenium grandiflorum , Helenium vulgare , Corvisartia helenium ): Sie ist von Europa über Südwestasien bis Zentralasien (Russland, Tadschikistan, Usbekistan, Xinjiang) weitverbreitet. Inula helianthus-aquatilis : Sie gedeiht auf Grashängen, Feldern und in Strauchvegetation in Höhenlagen von 1200 bis 3000 Metern in den chinesischen Provinzen Gansu, Guizhou, Sichuan sowie Yunnan. Inula hendersoniae Inula heterolepis : Sie kommt in Kreta, auf Inseln in der Ägäis, in der Türkei und im Libanon vor. Inula hissarica Hooker-Alant (Inula hookeri ): Sie kommt in Sikkim, Nepal, Bhutan, Myanmar, im südöstlichen Tibet und im nordwestlichen Yunnan vor. Inula huillensis Inula hupehensis : Sie gedeiht auf Grashängen und in Wäldern in Höhenlagen von 1300 bis 1900 Metern in den chinesischen Provinzen Hubei sowie Sichuan. Inula inuloides Inula japonica : Die Varietäten sind in Japan, Korea, Russland, in der Mongolei, in der Inneren Mongolei und in vielen chinesischen Provinzen verbreitet. Inula kalapani Inula klingii Inula langeana : Sie kommt in Spanien vor. Inula limosa Inula linariifolia : Sie ist in vielen chinesischen Provinzen, Japan, Korea, in der Mongolei und in Russlands Fernem Osten verbreitet. Großkopfiger Alant (Inula macrocephala ): Er kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula macrolepis Inula macrosperma Großer Alant oder Riesen-Alant (Inula magnifica ): Er kommt im Kaukasusraum vor. Inula mannii Inula methanaea : Sie kommt in Griechenland vor. Inula mildbraedii Inula montbretiana Inula multicaulis Inula nervosa (Syn.: Duhaldea nervosa ): Sie kommt in Indien, Nepal, Bhutan, Thailand, Myanmar, Vietnam und vielleicht in China (nicht in der Flora of China 2011) vor. Inula obtusifolia : : Sie kommt vom östlichen Afghanistan über Indien, Kaschmir und Pakistan bis ins westliche Tibet vor. Inula oligocephala Inula oxylepis : Sie kommt in Griechenland vor. Inula paludosa Inula paniculata Inula parnassica : Sie kommt in Griechenland vor. Inula peacockiana Inula perrieri Inula poggeana Inula pseudolimonella : Dieser Endemit kommt nur auf Kreta vor. Inula pterocaula Traubiger Alant (Inula racemosa ): Er kommt von Afghanistan, Kaschmir über Pakistan, Nepal bis Xinjiang vor. Kopfiger Alant (Inula rhizocephala ): Er kommt vom Iran über Kasachstan, Tadschikistan, Kirgisistan, Turkmenistan, Usbekistan, Afghanistan bis Pakistan, Indien, Tibet und Xinjiang vor. Inula rhizocephaloides Inula robynsii Inula rotundifolia : Sie kommt in Griechenland vor. Royle-Alant (Inula royleana ): Er kommt in Indien vor. Inula rubricaulis (Syn.: Duhaldea rubricaulis ) Inula rubricaulis Inula rungwensis Inula sabuletorum Inula salicifolia Inula sarana : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula schischkinii Inula schmalhausenii Inula sechmenii : Sie kommt im asiatischen Teil der Türkei vor. Inula sericeo-villosa Inula sericophylla : Sie kommt in Vietnam und Yunnan vor. Inula serratuloides Inula shirensis Inula simonsii Inula somalensis Inula speciosa Sparriger Alant (Inula spiraeifolia ) Inula stenocalathia Inula stolzii Inula stuhlmannii Inula subfloccosa : Sie kommt in Griechenland vor. Inula subscaposa Inula thapsoides Inula urumoffii Inula vernonioides Inula verrucosa Inula viscidula Inula welwitschii Inula wissmanniana

Nicht mehr zur Gattung Inula gehören beispielsweise: Die beiden Arten der Gattung Klebalante (Dittrichia): Schmalblättriger Klebalant (Dittrichia graveolens , Syn.: Inula graveolens ) Breitblättriger Klebalant (Dittrichia viscosa , Syn.: Inula viscosa ) Arten die zur Gattung Chrysopsis (Syn.: Inula sect. Chrysopsis , Inula subg. Chrysopsis ) gestellt wurden: Chrysopsis gossypina , Syn.: Inula gossypina Chrysopsis mariana , Syn.: Inula mariana Die beiden Arten der Gattung Limbarda : Salz-Alant (Limbarda crithmoides , Syn.: Inula crithmoides ) Limbarda salsoloides , Syn.: Inula salsoloides mini|Blütenkorb des Wiesen-Alant (Pentanema britannica , Syn.: Inula britannica ) mini|Weiden-Alant (Pentanema salicinum , Syn.: Inula salicina ) Die Arten, die in die Gattung Pentanema (sie enthält insgesamt etwa 20 Arten) gestellt wurden: Pentanema bifrons , Syn.: Inula bifrons Wiesen-Alant (Pentanema britannica , Syn.: Inula britannica ) Pentanema caspicum , Syn.: Inula caspica Schwert-Alant (Pentanema ensifolium , Syn.: Inula ensifolia ) Deutscher Alant (Pentanema germanicum , Syn.: Inula germanica ) Pentanema helenioides , Syn.: Inula helenioides Schweizer Alant (Pentanema helveticum , Syn.: Inula helvetica ) Rauer Alant (Pentanema hirtum , Syn.: Inula hirta ) Pentanema indicum , Syn.: Inula indica Pentanema maletii , Syn.: Inula maletii Pentanema mariae , Syn.: Inula mariae Pentanema montanum , Syn.: Inula montana Christusaugen-Alant (Pentanema oculus-christi , Syn.: Inula oculus-christi ) Kolchischer Alant (Pentanema orientale , Syn.: Inula orientalis ) Weiden-Alant (Pentanema salicinum , Syn.: Inula salicina ) Dürrwurz (Pentanema squarrosum , Syn.: Inula conyzae ) Pentanema verbascifolium , Syn.: Inula verbascifolia , Inula heterolepis

Nutzung Wenige Arten und ihre Sorten werden in gemäßigten Gebieten als Zierpflanzen in Parks und Gärten verwendet.

Alant-Arten werden vor allem wegen ihrer hübschen, meist gelben Blütenkörbe kultiviert, einige bereits seit der Antike. Der Name Inula ist ebenfalls bereits seit der Römerzeit in Gebrauch. Ihre Ursprungsländer sind aber in Asien, Afrika und Teilen Europas.

Die unterirdischen Pflanzenteile enthalten sogenanntes Inulin (auch: Alantstärke), ein der Pflanze als Reservekohlenhydrat dienendes Polysaccharid, das nach Extraktion als Diätzucker verwendet wird.

Alant als Heilpflanze