mini|Schweizerische Nationalbank in Zürich aus Mägenwiler Muschelkalk mini|hochkant|Sammelaktie über 10 × 500 Franken der Schweizerischen Nationalbank vom 6. Juni 1907 Die Schweizerische Nationalbank (SNB; , BNS; , BNS; , BNS) führt als unabhängige Zentralbank die Geld- und Währungspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Die Nationalbank muss sich laut Verfassung und Gesetz vom Gesamtinteresse des Landes leiten lassen. Die Nationalbank ist in Form der spezialgesetzlichen Aktiengesellschaft organisiert. In englischer Sprache tritt sie als Swiss National Bank auf.

Aufgaben Als unabhängige Zentralbank der Schweizerischen Eidgenossenschaft ist die SNB verpflichtet, verschiedene ökonomische Aufgaben des Landes wahrzunehmen und im Interesse des Landes zu erfüllen. Dazu gehören besonders folgende Themenfelder:Aufgaben und Ziele. Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 14. November 2017. Aufrechterhaltung der Preisstabilität Gewährleistung der Bargeldversorgung Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs Anlage der Währungsreserven Überwachung der Stabilität des Finanzsystems Erstellung von Statistiken Beratung des Bundes in währungspolitischen Fragen

Mit dem Studienzentrum Gerzensee betreibt die SNB eine international renommierte Ausbildungsstätte für Zentralbanker.

Organisation Bankrat Der Bankrat beaufsichtigt und kontrolliert die Geschäftsführung der Nationalbank. Er besteht aus elf Mitgliedern. Sechs Mitglieder, darunter der Präsident und der Vizepräsident, werden vom Bundesrat und fünf von der Generalversammlung gewählt. Der Bankrat bildet aus seiner Mitte einen Prüfungsausschuss, einen Risikoausschuss, einen Entschädigungsausschuss und einen Ernennungsausschuss. Die Amtsdauer für die Mitglieder des Bankrats beträgt vier Jahre und die gesamte Amtszeit maximal zwölf Jahre.

Die Mitglieder des Bankrates sind (Stand: 1. Januar 2026):Der Bankrat der SNB. Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 17. März 2026. Barbara Janom Steiner, Präsidentin Christoph Ammann, Vizepräsident Vania Alleva Andreas Dietrich Rajna Gibson Brandon Martin Hirzel Christoph Mäder Renaud de Planta Angelo Ranaldo Cornelia Stamm Hurter Christian Vitta

Direktorium Das oberste geschäftsleitende und ausführende Organ der Nationalbank ist das Direktorium. Es ist insbesondere zuständig für die Geld- und Währungspolitik, die Strategie zur Anlage der Aktiven und für die internationale Währungszusammenarbeit. Das Erweiterte Direktorium besteht aus den drei Mitgliedern des Direktoriums und ihren vier Stellvertretern. Es ist zuständig für die operativ-betriebliche Führung der Nationalbank. Die Mitglieder des Direktoriums und die Stellvertreter werden auf Vorschlag des Bankrats vom Bundesrat für eine Amtsdauer von sechs Jahren gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich.

Am 9. Januar 2012, nach dem Rücktritt des Präsidenten Philipp Hildebrand (Affäre Hildebrand), wurde Thomas Jordan vorerst interimistisch zum Präsidenten des Direktoriums gewählt, seit 18. April 2012 zum Präsidenten.Nationalbankdirektorium: Thomas Jordan wird Präsident, Jean-Pierre Danthine Vizepräsident. Fritz Zurbrügg ist neues Mitglied. Schweizerische Nationalbank, 18. April 2012 (Medienmitteilung; PDF; 74 kB). Das dreiköpfige Direktorium setzt sich aus folgenden Mitgliedern zusammen (Stand: 1. Januar 2025Das Direktorium der SNB. Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 19. Januar 2025.): Martin Schlegel, Präsident des Direktoriums, Zürich Antoine Martin, Vizepräsident des Direktoriums, Bern Petra Tschudin, Mitglied des Direktoriums, Zürich

Erweitertes Direktorium Das Erweiterte Direktorium. Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 19. Januar 2025. Martin Schlegel, Präsident des Direktoriums, Zürich Antoine Martin, Vizepräsident des Direktoriums, Bern Petra Tschudin, Mitglied des Direktoriums Rosmarie Schlup, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, Zürich Attilio Zanetti, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, Zürich Sébastien Kraenzlin, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, Bern Thomas Moser, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums, Zürich

Äussere Organisation Die Nationalbank hat in Bern und Zürich je einen Sitz. Daneben unterhält sie Vertretungen in Basel, Genf, Lausanne, Lugano, Luzern und St. Gallen. Dazu kommen 14 Agenturen, die von Kantonalbanken geführt werden und der Geldversorgung des Landes dienen.Die SNB. Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 16. Februar 2012. Seit 2013 hat die Nationalbank auch eine Niederlassung in Singapur, dies ist die erste Vertretung der Nationalbank auf ausländischem Boden.

Die Nationalbank ist gemäss des Bundesgesetzes über die Schweizerische Nationalbank (Nationalbankgesetz, NBG) eine spezialgesetzliche Aktiengesellschaft des Bundesrechts. Sie wird unter Mitwirkung und Aufsicht des Bundes nach den Vorschriften des Nationalbankgesetzes verwaltet. Die Aktien sind als Namenspapiere ausgestaltet und an der Börse kotiert. Das Aktienkapital beträgt 25 Millionen Franken und war zuletzt zu rund 55 Prozent im Besitz der öffentlichen Hand (Kantone, Kantonalbanken etc.). Der Bund besitzt keine Aktien. Ende 2018 war die SNB zum ersten Mal mehrheitlich in privatem Besitz; bereits 2017 ist die Thurgauer Kantonalbank ausgestiegen. Bei der Nationalbank arbeiten rund 900 Personen. Sie ist damit eine der kleinsten Zentralbanken in Europa., Schweizerische Nationalbank, abgerufen am 11. Januar 2012.

Die grössten Aktionäre der SNB per 31. Dezember 2025:

Kanton Bern mit 6,63 Prozent Kanton Zürich mit 5,23 Prozent Theo Siegert mit 5,01 Prozent Kanton Waadt mit 3,40 Prozent Kanton St. Gallen mit 3,00 Prozent

Weitere Aktionäre gibt die SNB nicht bekannt. Wie aber aus einer Anfang 2023 beantworteten Anfrage des Grossrats Laurin Hoppler an den Regierungsrat hervorgeht, hat der Kanton Basel-Stadt eine Beteiligungsquote von 1,4 Prozent und die Basler Kantonalbank eine von 0,85 Prozent.

Geldpolitik Die SNB steuert ihre Geldpolitik seit 2021 mittels des SARON. Zuvor erfolgte diese mittels eines Zielbandes für den 3-Monats-Libor am Franken-Geldmarkt. Bis 2000 erfolgte statt der Festlegung eines Referenzzinsbandes die Publikation eines Geldmengenziels.

Als geldpolitisches Instrument zur Umsetzung ihrer Geldpolitik setzte die SNB ab dem Jahr 2000 primär Repo-Geschäfte ein, mit denen sie den Markt regelmässig mit Geld versorgte. Bei Bedarf entzog sie mit dem gleichen Instrument dem Markt Liquidität. Im Zuge der Finanzkrise löste die SNB das Repo-Geschäft ab Oktober 2008 sukzessive durch Devisenkäufe ab. Die durch den Ausbau der Währungsreserven entstehende überschüssige Franken-Liquidität schöpft sie durch die Emission eigener Geldmarktpapiere, den sogenannten SNB Bills, wieder ab. Mittlerweile stellen Devisenkäufe und SNB Bills die wichtigsten Instrumente zur Umsetzung der Geldpolitik dar.Jean-Pierre Danthine: Ruhe nach dem Sturm? Schweizerische Nationalbank, 18. März 2010 (Referat; PDF; 712 kB).

Aussenwert des Frankens Am 6. September 2011 schrieb die SNB in einer Mitteilung, dass die Überbewertung des Schweizer Frankens eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft darstelle. Deshalb sei eine deutliche und dauerhafte Abwertung des Frankens ihr Ziel:

Die Finanzmärkte reagierten sofort: Der Franken fiel von 1.11 auf 1.21 Franken/Euro; die Aktienmärkte in der Schweiz legten kräftig zu (z. B. der Swiss Market Index), weil der starke Franken bis dahin Exporte von schweizerischen Unternehmen ins Ausland unattraktiver gemacht hatte.Frank Bremser, Barbara Schäder: In: capital.de vom 7. September 2011. An dieser Koppelung des Frankens an den Euro und den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro hielt die Schweizerische Nationalbank bis zum 15. Januar 2015 fest. Daraufhin sprang der Kurs des Schweizer Frankens kurzzeitig auf 0.8317 CHF/EUR und überschritt seitdem die Zielmarke von 1.20 EUR/CHF nicht mehr.

Goldbestand mini|Goldbarren der SNB (1975) Der Goldbestand von 1040 Tonnen lagert zu 70 Prozent in der Schweiz, etwa 20 Prozent bei der Bank of England und rund 10 Prozent bei der Bank von Kanada (Stand 2013).Peter A. Fischer: Die Nationalbank hat kein Gold in den USA. In: Neue Zürcher Zeitung. 27. April 2013.Thomas Jordan: Referat an der Generalversammlung vom 26. April 2013.

Die SNB orientiert sich – anders als die Deutsche Bundesbank und die US-Notenbank – am Marktwertprinzip. Dadurch schlägt der Goldpreis in ihrer Gewinn-und-Verlust-Rechnung durch. Für 2013 fällt die SNB-Dividende erstmals seit langem aus; 2013 war der Goldpreis stark gefallen, während er die Jahre zuvor stark gestiegen war.

Das World Gold Council veröffentlichte (Stand: September 2013), dass sechs andere Staaten bzw. der Internationale Währungsfonds (IWF) grössere Goldbestände haben:

USA (8134 Tonnen), Deutschland (3391), IWF (2814), Italien (2452), Frankreich (2435), China (1054 Tonnen).Wie Zentralbanken ihre Goldpreisverluste wegstecken. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 6. Januar 2014.

Gewinnverwendung Nach des Nationalbankgesetzes (NBG) erhalten die Aktionäre eine Dividende von höchstens 6 Prozent des Aktienkapitals, also 1,5 Mio. Franken. Das sind bei einem Nennwert von 250 Franken maximal 15 Franken pro Aktie. Der diese Ausschüttung übersteigende Betrag des Bilanzgewinns fällt zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone.Gewinn und Gewinnverteilung auf www.snb.ch, abgerufen am 6. Januar 2012.

mini|Klimademonstration in Bern vor der Schweizerischen Nationalbank

Nachhaltigkeit Die Klima-Allianz fordert mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz bei der Nationalbank. Eine entsprechende parlamentarische Initiative von Nationalrätin Adèle Thorens wurde vom Nationalrat 2018 abgelehnt. Die SNB begann 2019 im Zuge internationaler Entwicklungen sich ein wenig zu bewegen und dem Central Banks and Supervisors Network for Greening the Financial System (NGFS) beizutreten. In einem zuvor veröffentlichten Bericht hatte das Netzwerk festgestellt, dass Klimarisiken für die Finanzstabilität relevant sind und in den Risikobeurteilungen durch externe Ratings und weitere Marktteilnehmer nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Ende 2020 gab die SNB bekannt, «neu sämtliche Unternehmen, die primär Kohle abbauen, aus unseren Portfolios auszuschliessen.»Mediengespräch mit Thomas Jordan, 17. Dezember 2020 (PDF)

Geschichte Liste der Präsidenten des Direktoriums und des Bankrats Präsident Direktorium Amtsdaten Präsident Bankrat Amtsdaten Heinrich Markus Kundert 1907–1915 Johann Daniel Hirter 1906–1923 August Burckhardt 1915–1924 Paul Emil Usteri 1923–1927 Gottlieb Bachmann 1925–1939 Alfred Sarasin 1927–1935 Ernst Weber 1939–1947 Gustav Schaller 1935–1939 Paul Victor Keller 1947–1956 Gottlieb Bachmann 1939–1947 Walter Schwegler 1956–1966 Alfred Müller 1947–1959 Edwin Stopper 1966–1974 Brenno Galli 1959–1978 Fritz Leutwiler 1974–1984 Edmund Wyss 1978–1986 Pierre Languetin 1985–1988 François Schaller 1986–1989 Markus Lusser 1988–1996 Peter Gerber 1989–1993 Hans Meyer 1996–2000 Jakob Schönenberger 1993–1999 Jean-Pierre Roth 2001–2009 Eduard Belser 1999–2002 Philipp Hildebrand 2010–2011 Hansueli Raggenbass 2002–2012 Thomas Jordan 2012–2024 Jean Studer 2012–2019 Martin Schlegel 2024– Barbara Janom Steiner 2019–

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