Wolfgang Felix Magath (* 26. Juli 1953 in Aschaffenburg) ist ein deutscher Fußballtrainer, -manager und ehemaliger Fußballspieler. Als Spieler wurde er Europameister, Vizeweltmeister und dreimal Deutscher Meister, zudem gewann er zwei Europapokale. In seiner Karriere als Trainer gewann er unter anderem dreimal die deutsche Meisterschaft. Magath ist einer von neun Sportlern in der Geschichte der Fußball-Bundesliga, die sowohl als Spieler als auch als Trainer Deutscher Fußballmeister wurden. Außerdem war er der erste Trainer, der mit einem Verein zweimal in Folge das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal gewann. Magath trainierte insgesamt neun verschiedene Bundesligavereine.
Jugend Felix Magath wurde am 26. Juli 1953 in der unterfränkischen Mittelstadt Aschaffenburg geboren. Seine Mutter Helene war während des Zweiten Weltkriegs aus Ostpreußen vertrieben worden und arbeitete nach Kriegsende als Verkäuferin für die amerikanischen Besatzungsbehörden. Sein Vater war US-Soldat und kehrte 1954, ein Jahr nach der Geburt seines Sohnes, nach Puerto Rico zurück. Erst im Alter von 15 Jahren nahm Magath brieflichen Kontakt zu seinem Vater auf und traf ihn wenig später persönlich. Seitdem verwendet er seinen zweiten Vornamen „Felix“ als Rufnamen, der gleichzeitig der erste Vorname seines Vaters ist, anstelle von „Wolfgang.“
Magath wuchs bei seiner alleinerziehenden Mutter in einfachen Verhältnissen auf. 1960 begann er in der Jugendmannschaft des VfR Nilkheim mit dem Fußballspielen und wechselte 1964 zum TV 1860 Aschaffenburg. In späteren Aussagen bezeichnete Magath den Fußballverein als zentralen Bestandteil seiner Kindheit.
Spielerkarriere Viktoria Aschaffenburg Im Alter von 19 Jahren wechselte Magath zu Viktoria Aschaffenburg, dem größten Fußballverein seiner Heimatstadt. Von 1972 bis 1974 war der talentierte Mittelfeldspieler für Viktoria in der drittklassigen Hessenliga aktiv.
1. FC Saarbrücken 1974 erhielt er einen Profi-Vertrag beim 1. FC Saarbrücken, der zu dieser Zeit in der 2. Bundesliga spielte. Für Saarbrücken schoss er in 76 Spielen 29 Tore. Felix Magath wurde mit den Saarländern Meister der 2. Fußball-Bundesliga 1975/76, Gruppe Süd. Mit 17 Toren war Felix Magath erfolgreichster Torschütze der Saarländer in dieser Saison.
Hamburger SV Magath wechselte 1976 vom 1. FC Saarbrücken zum Bundesligisten Hamburger SV und spielte dort bis zu seinem Karriereende 1986. In dieser Zeit entwickelte er sich zu einem laufstarken und zugleich torgefährlichen Spielmacher, der das Offensivspiel der Mannschaft maßgeblich prägte.kicker.de: Felix Magath – Spielerprofil und Karriereübersicht. Zunächst, unter Trainer Branko Zebec, wurde Magath eigener Aussage nach „für den Profifußball geprägt. Er hat uns gelehrt, dass der Erfolg der Mannschaft an allererster Stelle steht“. Anschließend, unter Ernst Happel, gehörte Magath zu den zentralen Spielern jener HSV-Mannschaft, die die erfolgreichste Epoche der Vereinsgeschichte erlebte.Historische Rückblicke zur Erfolgsära des Hamburger SV unter Ernst Happel. Gemeinsam mit Spielern wie Torhüter Uli Stein, Rechtsverteidiger Manfred Kaltz und Mittelstürmer Horst Hrubesch bildete Magath das sportliche Rückgrat des Teams, das drei deutsche Meisterschaften gewann (1979, 1982, 1983) und international große Erfolge feierte.DFB- und Vereinsstatistiken zu den Meisterschaften des Hamburger SV. In der Bundesliga absolvierte Magath für den Hamburger SV 306 Spiele und erzielte dabei 46 Tore.Bundesliga.de: Spielerstatistik Felix Magath.
Besondere Bekanntheit erlangte Magath durch das Finale des Europapokals der Landesmeister am 25. Mai 1983 gegen Juventus Turin. In der 8. Spielminute erzielte er mit einem Distanzschuss das einzige Tor der Partie und sicherte dem Hamburger SV damit erstmals den Gewinn des bedeutendsten europäischen Vereinswettbewerbs.UEFA: Spielbericht – Europapokalfinale der Landesmeister 1983. Das Tor gilt als eines der bedeutendsten in der Vereinsgeschichte des Klubs.Hamburger SV: Vereinschronik – „Held von Athen“.
Insgesamt absolvierte Magath für den Hamburger SV 388 Pflichtspiele und erzielte 63 Tore in allen Wettbewerben.HSV1887.de: Pflichtspielstatistik Felix Magath. Seine Zeit beim HSV prägte nachhaltig sowohl seine Spielerkarriere als auch sein späteres Wirken als Trainer im Profifußball.Biografische Darstellungen zu Felix Magaths Spieler- und Trainerlaufbahn. Im August 1984 vermeldete der Verein, dass Magath seine Spielerlaufbahn 1986 beenden und die Nachfolge von Manager Günter Netzer antreten werde.
Nationalmannschaft Für die deutsche Nationalmannschaft kam er zwischen April 1977 und Juni 1986 zu 43 Einsätzen und erzielte dabei drei Tore. 1980 wurde Magath Europameister, bei den Weltmeisterschaften 1982 (bei der er u. a. in der Nacht von Sevilla in der Startelf stand) und 1986 jeweils Vize-Weltmeister.
Nach dem Turnier 1982 erklärte Magath seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft, die von Jupp Derwall trainiert wurde. Nachdem im Sommer 1984 Derwall durch Franz Beckenbauer ersetzt wurde, überredete dieser Magath zu einem Comeback, sodass Magath ab dem Herbst 1984 wieder für die Nationalmannschaft auflief.NDR.de vom 26. Juli 2011 Bei dem WM Turnier in Mexiko 1986 spielte Magath in sechs der sieben Begegnungen, darunter auch im Endspiel, das knapp gegen Argentinien verloren wurde. Dieses Spiel war sein letztes für die Nationalmannschaft und das letzte seiner Laufbahn.
Für den Gewinn der Europameisterschaft 1980 wurde er von Bundespräsident Karl Carstens mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet.Bundesarchiv: Sportpreise (Silberlorbeer): Verleihung des Silbernen Lorbeerblattes an die deutsche Fußballnationalmannschaft (Europameisterschaft 1980) Signatur BArch B 122/29165.
Trainer- und Funktionärskarriere + Stationen als Funktionär Verein Beginn Ende Funktion Hamburger SV 1. Juli 1986 30. Juni 1988 Manager 1. FC Saarbrücken 3. November 1989 30. Juni 1990 Manager Bayer 05 Uerdingen 1. Juli 1990 15. Januar 1992 Manager/zeitweise auch Trainer VfB Stuttgart 20. Dezember 2002 30. Juni 2004 Manager VfL Wolfsburg 15. Juni 2007 30. Juni 2009 Geschäftsführer Sport FC Schalke 04 1. Juli 2009 16. März 2011 Vorstand Sport VfL Wolfsburg 18. März 2011 25. Oktober 2012 Geschäftsführer Sport
Wenige Tage nach dem verlorenen WM-Endspiel 1986 und nur einige Stunden nach der Rückkehr von dem Turnier in Mexiko trat Magath beim Hamburger Sportverein das Manageramt und damit wie vorgesehen die Nachfolge von Günter Netzer an. Bereits vor diesem Dienstantritt hatte er für den HSV Verhandlungen bei Spielerverpflichtungen geführt. Während seiner zweijährigen Tätigkeit gewann der Verein 1987 den DFB-Pokal. Als Ersatz für den anschließend scheidenden Trainer Ernst Happel holte Magath Josip Skoblar, der erfolglos blieb und der im November 1987 von Willi Reimann abgelöst wurde, der Magaths Wunschtrainer gewesen war. 1988 kam es zwischen Magath und dem HSV trotz eines noch bis 1991 geltenden Vertrags zur Trennung.
Nach seiner Trennung vom HSV wurde er im November 1988 beim Meinungsforschungsinstitut Infas als Leiter des Arbeitsbereichs Sport tätig. Des Weiteren war er Gesellschafter einer Reha-Klinik. Das Vorhaben, auch als Verleger einer Zeitschrift über Amateur-Fußball zu fungieren, zerschlug sich. Ab September 1989 arbeitete Magath zunächst für ein Jahr als Manager und Co-Trainer beim Zweitligisten 1. FC Saarbrücken, danach von 1990 bis 1992 als Manager (ab Ende November 1990 zeitweise zusätzlich Trainer, ehe Magath Timo Konietzka als neuen Trainer holte) beim Bundesligisten Bayer Uerdingen, dem heutigen KFC Uerdingen 05, der 1991 in die 2. Bundesliga abstieg. Ende Januar 1992 hoben die Uerdinger und Magath den noch bis Ende Juni desselben Jahres laufenden Vertrag einvernehmlich auf. Ihm fehlte als Manager der praxisnahe Bezug zum Fußball, sodass er beschloss, fortan als Vereinstrainer tätig zu sein. Im Dezember 1991 lag ihm das Angebot vor, ab der Saison 1992/93 beim Hamburger Verbandsligisten ASV Bergedorf 85 als Trainer tätig zu werden. Magath sagte ab, da der Verein die Öffentlichkeit ohne seine Zustimmung über die Gespräche in Kenntnis gesetzt hatte.
FC Bremerhaven 1992 begann seine Trainerkarriere als Spielertrainer in der viertklassigen Verbandsliga beim FC Bremerhaven, mit dem er im ersten Jahr Bremer Meister wurde. Parallel arbeitete er bei dem Finanzdienstleister des Vereinspräsidenten Bernd Günther.Sport Bild Nr. 38/2009 vom 16. September 2009, S. 23.
Hamburger SV 1993 kehrte Magath zum HSV zurück, fünf Jahre nachdem er den Verein in seiner Funktion als Manager verlassen hatte. Ab Juli 1993 übernahm er das Training der zweiten Mannschaft des HSV und wurde in der Bundesliga Assistent von Trainer Benno Möhlmann, den Magath während seiner Amtszeit als HSV-Manager 1988 nach Hamburg geholt hatte. Magath erhielt beim HSV zunächst einen Einjahresvertrag, um als Bindeglied zwischen Bundesliga- und Amateurmannschaft sowie dem Jugendbereich zu wirken. In der Saison 1995/96 wurde Magath Anfang Oktober 1995 als Nachfolger von Möhlmann zum Cheftrainer der ersten Mannschaft befördert. Diese Entscheidung fällte Uwe Seeler am ersten Tag seiner Amtszeit als HSV-Präsident. Der Verein war zuvor schwach in die Saison gestartet und belegte den 17. Tabellenplatz. Mit der Unterzeichnung eines neuen Vertrags beim HSV im Januar 1996 erhielt Magath umfassende Zuständigkeiten: Neben der Betreuung der Bundesliga-Mannschaft übernahm Magath auch Aufgaben im Amateur- und Nachwuchsbereich. Des Weiteren wurde Magaths Teilnahme an Vorstandssitzungen vereinbart. Er führte den HSV im Bundesliga-Spieljahr 1995/96 auf den fünften Platz. In der folgenden Saison spielte sich der Verein bis in das Achtelfinale des UEFA-Pokals. Als sich einige Spieler über das nach ihrer Meinung zu harte Training und über mangelhafte Kommunikation mit dem Trainer beschwert hatten und der Verein sich überdies im Abstiegskampf befand, wurde Magath im Mai 1997, zwei Spieltage vor Saisonende, nach einer 0:4-Heimniederlage gegen den 1. FC Köln beurlaubt. Die Mannschaft stand zu diesem Zeitpunkt auf dem 15. Tabellenplatz, mit fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsrang.
1. FC Nürnberg Im September 1997 übernahm Magath den Trainerposten beim 1. FC Nürnberg, der zuvor unter Trainer Willi Entenmann von der Regionalliga Süd in die 2. Bundesliga aufgestiegen war. Nachdem sich die Mannschaft schon fünf Spieltage nach Beginn der Saison 1997/98 auf dem letzten Platz wiedergefunden hatte, war Entenmann entlassen worden. Magath gelang es, den „Club“ aus dem Tabellenkeller bis hinauf auf den dritten Platz zu führen, was den Aufstieg in die Bundesliga bedeutete. Allerdings konnte sich Magath mit dem Präsidium nicht auf eine Vertragsverlängerung für die anstehende Bundesliga-Saison einigen, so dass er sich entschloss, trotz des Aufstiegs den Verein zu verlassen; Willi Reimann wurde sein Nachfolger.
Werder Bremen Im Oktober 1998 wurde Magath Trainer von Werder Bremen. Der Verein stand unter seinem Vorgänger Wolfgang Sidka nach dem achten Spieltag der Saison 1998/99 auf dem letzten Tabellenplatz. Obwohl es unter Magath zunächst gelang, sich von den Abstiegsrängen zu entfernen und man im Februar 1999 auf dem achten Platz stehend zwischenzeitlich in Richtung Europapokal schielen durfte, geriet die Mannschaft aufgrund einer leichten Ergebniskrise in den folgenden Wochen wieder zunehmend in den Abstiegskampf. Im Mai stieg Magath vorzeitig aus seinem Vertrag aus. Grund für seine Entscheidung soll nicht in erster Linie die sportliche Situation gewesen sein, sondern dass er sich mit Vorstand, Fans und Spielern überworfen habe. Außerdem wurde ihm vorgeworfen, dass er Spieler wie z. B. Aílton nicht weiterentwickelt habe.
Gleichzeitig hatte er seine Mannschaft zuvor ins DFB-Pokalfinale 1998/99 gegen den FC Bayern München geführt, das Bremen unter Magaths Nachfolger Thomas Schaaf gewann.
Eintracht Frankfurt