mini|Deukalion(Guillaume Rouillé, 1553) Deukalion () ist in der griechischen Mythologie der Sohn des Prometheus („Vorausdenkender“) und der Pronoia („Vorsorge“). Er war König von Thessalien und wohnte in Kymos in der Phthiotis. Hier wurden auch seine Frau Pyrrha und sein Sohn Hellen begraben.Strabon, Geographica 432. Deukalion baute den ersten Tempel des olympischen Zeus in Athen und wurde nach seinem Tod in dessen Nähe begraben.Pausanias, Reisen in Griechenland 1,18,8.
Etymologie und Bedeutung
Deukalion wird dieselbe Rolle zugesprochen wie dem biblischen Noah und dem sumerischen Uta-napišti aus dem Gilgamesch-Epos. Die Namensherkunft ist nicht absolut sicher: eine Version ist die Ableitung von deúkos ( – junger Wein) und halieús ( – Seemann): „Neuweinsegler“, eine andere ist die Herleitung von der boiotischen Form für Zeus (): Dyēus () und kâlon (, aus * (brennbares (Holz), Schiff); von (brennen, anzünden)). Der Name seiner Frau Pyrrha entstammt dem Adjektiv pyrrhós, -á, -ón ().
Deukalionische Flut mini|Deukalion und Pyrrha(Buchillustration von Virgil Solis für Ovids Metamorphosen, 1562) Wegen der Verdorbenheit der Menschen beschloss Zeus, das Eherne Zeitalter mit einer großen Flut zu beenden (die Deukalionische Flut).Bibliotheke des Apollodor 1,46. Vor allem die Söhne des Lykaon sollen ihn zu diesem Entschluss gebracht haben.Bibliotheke des Apollodor 3,99.
Prometheus hatte seinem Sohn befohlen, ein Schiff (, der Kasten) zu bauen. Als es zu regnen begann, bestiegen Deukalion und seine Frau Pyrrha den Kasten. Ganz Griechenland wurde überschwemmt, nach neun Tagen und neun Nächten, als die Flut abgelaufen war, landete das Paar auf dem Parnassos, nach anderer Überlieferung auf dem Othrys.Hesiod, Ehoien 5, 1. Der gerechte Deukalion und seine Frau Pyrrha waren die einzigen Überlebenden. In der Bibliotheke des Apollodor wird berichtet, dass auch andere Menschen, die sich auf die Berge gerettet hatten, überlebten.
Deukalion befragte das Orakel der Themis, was zu tun sei, um die Erde wieder zu bevölkern (nach einer anderen Quelle gab ihm Zeus selbst den Auftrag). Ihm wurde geraten, die „Knochen seiner Mutter über seine Schulter zu werfen“. Zunächst über diesen Frevel entsetzt, verstanden Deukalion und Pyrrha die Mutter dann schließlich als Gaia (Mutter Erde) und die Knochen als Felsen; also warfen sie Steine über ihre Schultern. Es wurden Menschen daraus, eine neue Menschheit, „ein hartes Geschlecht, in Drangsal erfahren“.Ovid, Metamorphosen 1,260–415. Pyrrhas Steine wurden zu Frauen und Deukalions zu Männern.
In Hierapolis Bambyke befand sich laut Lukian von Samosata unter dem Tempel der Dea Syria ein Schlund, der ein Überbleibsel der deukalionischen Flut sein sollte. Der Überlieferung nach hatte Deukalion selbst hier den ersten Tempel erbaut.
Nach der Parischen Chronik ereignete sich die Deukalionische Flut im Jahr 1529/8 v. Chr., als Kranaos König von Athen war.Marmor Parium ep. 4.
Nachkommen des Deukalion Deukalion hatte mit Pyrrha mindestens fünf Kinder, Protogeneia, Hellen (den Stammvater der Hellenen), Graikos, Thyia und OrestheusPausanias, Reisen in Griechenland 10,38,1. sowie möglicherweise noch ein sechstes, Amphiktyon.Pausanias, Reisen in Griechenland 10,8,1.
Der folgende Stammbaum nach Hesiods Theogonie um 700 v. Chr. stellt Deukalion ins Zentrum. Er und seine direkten Vorfahren sind fett geschrieben, auch die großen Linien mit den Stammvätern sind hervorgehoben. Die ersten Götter, die Protogonoi sind mit dem + Symbol markiert, das Chaos mit ++. Die nachfolgenden Generationen werden eingerückt und mit einem vorangestellten → Pfeil nach rechts ergänzt. Zusätzlich ist jede Ebene, z. B. die Enkel des Uranos, farblich hinterlegt und mit → ²→ markiert. Die Farbskala je Generation folgt dem Regenbogen. Geschwister und Vettern haben die gleiche Farbe hinterlegt. Das Symbol ⚭ verbindet Vater und Mutter als zwei Partner, der Schrägstrich / bedeutet „oder“, also einen zweiten Namen. Einzelne Doppelungen sind beabsichtigt, z. B. tauchen Hesperiden über zwei Äste auf, beim Meeresgott Phorkys und bei Atlas.
++ das Chaos, eine vollständige Unordnung ist im Anfang + Gaia ist eine Protogonos, also eine göttliche Verkörperungen der Urprinzipien Uranos und die Titanen herrschen im Ursprung über die Welt → Iapetos plus alle Söhne oder Töchter des Uranos sind in dieser ersten Ebene zu finden → ²→ Prometheus und alle Enkel des Uranos sind in einer zweiten Ebene → ²→ → Deukalion, der Urenkel des Uranos, ist in der dritten Ebene → ²→ → ⁴→ Hellen ist ein Nachkomme des Uranos in der vierten Ebene → ²→ → ⁴→ → Aiolos, der große „Stammvater“ der Griechen, ist in der fünften Ebene → ²→ → ⁴→ → ⁶→ Kalyke, eine Tochter des Aiolos ist in der sechsten Ebene, gerechnet ab Uranos → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → Endymion, Sohn der Kalyke in der Siebten → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ Aitolos, Sohn des Endymion, in der 8. Ebene → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → Kalydon, Sohn des Aitolos, ist auf der neunten Ebene → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ Epikaste, Gattin des Agenor, die 10. → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → Porthaon die 11. → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ Oineus die zwölfte → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ → Deïaneira, Gattin des Herakles, in der 13. Ebene → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ → ¹⁴→ Hyllos, Vetter des Diomedes, kämpft gegen Troja, die 14. Generation nach Uranos → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ → ¹⁴→ → Telemachos, Sohn des Odysseus, die 15. → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ → ¹⁴→ → ¹⁶→ die 16. Ebene ist der Anfang der römischen Mythologie → ²→ → ⁴→ → ⁶→ → ⁸→ → ¹⁰→ → ¹²→ → ¹⁴→ → ¹⁶→ → die 17.