Rodgau [] ist die einwohnerstärkste Stadt im Landkreis Offenbach in Hessen und liegt südöstlich von Offenbach am Main im Rhein-Main-Gebiet. Sie entstand 1979 aus der Großgemeinde Rodgau, die 1977 im Rahmen der Gebietsreform in Hessen durch den Zusammenschluss von fünf bis dahin selbständigen Gemeinden gebildet wurde. Die Geschichte der heutigen Stadtteile reicht bis ins 8. Jahrhundert zurück. Sitz der Stadtverwaltung ist der zentral gelegene Stadtteil Jügesheim.

Geographie Geographische Lage mini|links|Lage der Stadt Rodgau im Rhein-Main-Gebiet mini|Gemarkungsgrenze und Bebauung der Stadt Rodgau und Umgebung mini|Blick vom Wasserturm über die Rhein-Main-Ebene nach Frankfurt Rodgau ist Teil des Ballungsraumes Rhein-Main-Gebiet, eines der wirtschaftlich stärksten Gebiete Deutschlands. Der 50. Breitengrad verläuft genau durch den Puiseaux-Platz in Nieder-Roden. Die Stadt liegt in der Untermainebene, dem nördlichen Ausläufer der Oberrheinischen Tiefebene. Das flache direkte Einzugsgebiet Rodgaus wird ergänzt durch die nahe gelegenen Mittelgebirge Spessart, Taunus, Vogelsberg und Odenwald sowie die Bergstraße, die alle als Naherholungsgebiete der Bevölkerung dienen. Die Grenze zum Nachbarland Bayern verläuft nur wenige Kilometer entfernt am Main.

Etwa ein Drittel der städtischen Flächen besteht aus Wald, ein weiteres Drittel aus landwirtschaftlichen Nutzflächen und Wasserflächen, das verbleibende Drittel aus Wohn-, Gewerbe- und Verkehrsbebauung. Der Bach Rodau durchfließt das gesamte Stadtgebiet auf 15 Kilometern Länge.

Klimatisch gehört das Gebiet zu den mildesten und regenärmeren Gegenden Deutschlands (gemittelte Jahreswerte 1982 bis 2004: 10,5 Grad Celsius, 639,1 Millimeter).Deutscher Wetterdienst Offenbach

Nachbargemeinden Rodgau grenzt im Norden an die Städte Heusenstamm und Obertshausen, im Osten an die Gemeinde Hainburg und die Stadt Seligenstadt, im Süd-Osten an die Stadt Babenhausen und die Gemeinde Eppertshausen (beide Landkreis Darmstadt-Dieburg), im Süd-Westen an die Stadt Rödermark sowie im Westen an die Stadt Dietzenbach.

Stadtgliederung mini|Rodgauer Ortsteile Nieder-Roden (li.), Dudenhofen, Jügesheim (re.) und Hainhausen ganz am rechten Bildrand. Blick aus östlicher Richtung, 2021 Rodgau besteht aus den Stadtteilen Weiskirchen, Hainhausen, Jügesheim, Dudenhofen und Nieder-Roden mit dem zugehörigen Ortsteil Rollwald.

Einwohnerentwicklung Die einzelnen Stadtteile beziehungsweise bis 1977 Gemeinden hatten seit dem Jahr 1910 folgende Entwicklung der Einwohnerzahl (Haupt- und Nebenwohnsitz)Hessisches Statistisches Landesamt: Name 1910 1939 1970 1980 1990 2000 2010 2018Dudenhofen 1.761 2.120 4.628 8.204Hainhausen 671 835 2.051 4.137Jügesheim 2.293 3.174 7.673 12.420Nieder-Roden 1.714 3.616 11.033 15.993Weiskirchen 1.291 1.740 4.840 6.654 Rodgau 7.730 11.485 30.225 35.736 40.088 43.123 43.283 47.408 Name 2020 2021 2022 2024 Dudenhofen 8.000 7.853 8.226 7.967 Hainhausen 4.387 4.470 4.623 4.539 Jügesheim 11.945 11.836 12.308 12.112 Nieder-Roden 15.351 15.422 16.036 15.475 Weiskirchen 6.623 6.578 6.828 6.873 Rodgau 46.306 46.159 48.021 46.966

Geschichte Stadtgründung Am 1. Januar 1977 entstand im Rahmen der hessischen Gebietsreform aus den nachfolgend aufgelisteten Gemeinden die Großgemeinde Rodgau, die am 15. September 1979 die Stadtrechte verliehen bekam. Die alte Gewannbezeichnung Rodgau, wie Bachgau und Kinziggau zum Maingau gehörend, gab der Stadt ihren Namen. Die ursprünglichen Gemeinden haben aber bereits eine viele hundert Jahre zurückreichende Geschichte. Die Gründungsgemeinden waren: Dudenhofen ist der Stadtteil von Rodgau, der als lutherisches Dorf in einer sonst römisch-katholischen Umgebung in der frühen Neuzeit eine von seiner Umgebung abweichende Entwicklung aufwies. Hainhausen ist der zweitälteste Stadtteil, urkundlich durch die Wasserburg Hainhausen wahrscheinlich bereits 1108 erwähnt, sicher jedoch 1122. Heute ist er der kleinste Stadtteil von Rodgau (rund 3800 Einwohner). Jügesheim ist der zweitgrößte Ortsteil der Stadt Rodgau. Nieder-Roden wird erstmals 791 urkundlich als Rotaha inferior im Lorscher Codex erwähnt, war der Mittelpunkt einer Zent mit eigenem Zentgericht und hatte deshalb sogar eine Befestigung. Die Gemeinde Nieder-Roden gehörte vor dem Gemeindezusammenschluss 1977 als einzige nicht zum Landkreis Offenbach, sondern zum Landkreis Dieburg. Weiskirchen ist ein weiterer Ortsteil von Rodgau.

Am 31. Dezember 2012 zählte Rodgau 44.994 Einwohner (2.157 gemeldete Nebenwohnsitze eingeschlossen), davon 22.146 männlichen und 22.848 weiblichen Geschlechts. 4.553 Einwohner sind Ausländer (10,9 %) aus 51 Nationen. 65,5 % der Bevölkerung wohnt länger als zehn Jahre in Rodgau.rodgau.de Bevölkerungsstatistik

Politik Die politischen Gremien tagen in den Sitzungssälen des 1988 fertiggestellten Rathauses im Stadtteil Jügesheim.

Stadtverordnetenversammlung Für die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Rodgau erbrachte die Kommunalwahl am 15. März 2026 folgendes amtliche Endergebnis,Votemanager: Amtliches Endergebnis der Gemeindewahl am 15. März 2026 - 23° Election Manager: Rodgau 2026 in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Stadtverordnetenversammlung – Kommunalwahlen 2026

Wahlvorschläge%2026Sitze2026%2021Sitze2021%2016Sitze2016%2011Sitze2011%2006Sitze2006%2001Sitze2001 33,0 15 30,6 14 29,3 13 28,8 13 47,7 22 46,2 21 15,3 7 17,2 8 27,1 12 27,1 12 31,1 14 35,5 16 13,8 6 18,3 8 10,9 5 17,9 8 9,9 4 8,0 3 14,8 7 6,8 3 10,0 5 – – – – – – 4,5 2 9,6 4 5,7 3 3,6 2 3,9 2 4,0 2 4,1 2 4,0 2 3,3 1 3,6 2 4,2 2 2,6 1 4,8 2 3,5 1 3,3 1 2,7 1 – – – – 4,4 2 3,8 2 – – – – – – – – 2,7 1 – – – – – – – – – – BfR Bündnis für Rodgau 2,7 1 – – – – – – – – – – ZmB Zusammen mit Bürgern – – 6,0 3 10,4 5 16,3 7 – – – – Gesamt 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 100,0 45 Wahlbeteiligung in % 55,3 50,6 47,8 44,5 44,0 51,7

Für die Legislaturperiode vom 1. April 2026 bis 31. März 2031 waren 45 Stadtverordnete zu wählen. Von 34.782 Wahlberechtigten gingen 19.222 zur Wahl.

Seit dem 24. April 2026 besteht eine Koalition aus CDU, SPD und Volt. Sie löste eine Koalition aus CDU, SPD und Freien Wählern Rodgau ab, die zwischen April 2023 und April 2026 regierte. Davor gab es eine Kooperation aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Freien Wählern und Tierschutzpartei, die im Kern seit 2008 bestand.

Bürgermeister und Magistrat Nach der hessischen Kommunalverfassung wird der Bürgermeister für eine sechsjährige Amtszeit gewählt, seit dem Jahr 1993 in einer Direktwahl, und ist Vorsitzender des Magistrats, dem in der Stadt Rodgau neben dem Bürgermeister hauptamtlich ein Erster Stadtrat und ehrenamtlich sieben weitere Stadträte angehören.kein Gremienlink – Stadträte laut Hauptsatzung ermittelt Bürgermeister ist seit dem 9. Juni 2022 Max Breitenbach (CDU). Er wurde als Nachfolger von Jürgen Hoffmann (SPD), der nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidiert hatte, am 26. September 2021 bei 70,12 Prozent Wahlbeteiligung mit 52,28 Prozent der Stimmen gewählt und setzte sich so gegen den Ersten Stadtrat Michael Schüßler (FDP) als seinen Mitbewerber durch.Votemanager: Bürgermeisterwahl Stadt Rodgau 2021

Amtszeiten der Bürgermeister; Hinweis: nur Einzelergebnis 2015 ist archiviert – Votemanager: Wahltermine Stadt Rodgau, seit 2003; Hinweis: Bürgermeisterwahlen vor 2009 sind nicht aufbereitet 2022–2028 Max Breitenbach (CDU): „Der Christdemokrat Max Breitenbach in Rodgau kandidiert für die Bürgermeisterwahl. Er will als „überparteilicher Bewerber“ antreten.“ - : „Bürgermeister Jürgen Hoffmann überreicht seinem Nachfolger Max Breitenbach die Ernennungsurkunde … Am Donnerstag, 9. Juni, tritt er sein Amt an.“ 2010–2022 Jürgen Hoffmann (SPD)op online, 21. Mai 2022: Der Rodgauer Bürgermeister Jürgen Hoffmann steht kurz vor dem Abschied aus dem Rathaus: „Die offizielle Verabschiedung ist dann am 8. Juni im Bürgerhaus Dudenhofen.“ 2004–2010 Alois Schwab (CDU) 1998–2004 Thomas Przibilla (SPD) 1980–1998 Paul Scherer (CDU)op online, 16. Oktober 2020: Der frühere Rodgauer Bürgermeister Paul Scherer wird 85 Jahre alt: „… den früheren Rodgauer Bürgermeister (von 1980 bis 1998)“ 1977–1980 Hans Elgner (CDU) (Rücktritt im April 1980, siehe Maritima-Projekt) 1977–1977 Wilhelm Albert (SPD) (Staatsbeauftragter für fünf Monate)

Magistrat Der Magistrat ist als Kollegialorgan die Verwaltungsbehörde der Stadt. Er besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzenden, dem Ersten Stadtrat und weiteren Stadträten. In der Praxis besteht die weit überwiegende Mehrheit des Magistrats aus ehrenamtlichen Mitgliedern. Die Zahl der hauptamtlichen Stadträte darf die der ehrenamtlichen jedenfalls nicht übersteigen.hessenrecht.de: Hauptamtliche und ehrenamtliche Verwaltung § 44 Abs. 2 der HGO

Der Magistrat besorgt die laufende Verwaltung und wird von den Bediensteten der Stadt unterstützt. Diese stellt er ein, befördert und entlässt sie. Er trifft die Entscheidungen zu laufenden Verwaltungsangelegenheiten, bereitet gemeinsam mit der Verwaltung die Beschlüsse der Stadtverordnetenversammlung vor und führt diese aus. Er wirkt mit bei der Ausführung der Gesetze und Verordnungen innerhalb der Stadt, bei der Verwaltung des Vermögens, bei der Erstellung des Haushaltsplanes sowie bei der Überwachung des Kassen- und Rechnungswesens. Auch die Wahrung der Bürgerinteressen ist seine Aufgabe. Er tagt unter Vorsitz des Bürgermeisters in nicht-öffentlichen Sitzungen. An den Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung nimmt der Magistrat ohne Stimmrecht teil.hessenrecht.de: Gemeindevorstand (Magistrat) §§ 65ff, Bezeichnung der Organe § 9 und Amtsbezeichnung der Beigeordneten § 45 Abs. 2 der HGO

Die ehrenamtlichen Stadträte werden von der Stadtverordnetenversammlung in oder bald nach der konstituierenden Sitzung für die fünfjährige Wahlperiode bis zur nächsten Kommunalwahl in den Magistrat gewählt. Für die Dauer ihrer Wahlzeit werden sie zu Ehrenbeamten ernannt und können zwar zurücktreten, aber im Gegensatz zu hauptamtlichen Magistratsmitgliedern nicht abgewählt werden. Die Stärke der in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen spiegelt sich grundsätzlich in der Zusammensetzung des ehrenamtlichen Magistrats wider.

Hauptamtliche Stadträte werden von der Stadtverordnetenversammlung auf die Dauer von sechs Jahren als Wahlbeamte gewählt. In der Stadt Rodgau gibt es zwei hauptamtliche Magistratsmitglieder: Bürgermeister Max Breitenbach (CDU) und Erste Stadträtin Janika Martin (SPD), seit dem 1. Juni 2024 im Amt.op online, 21. Oktober 2023: Rodgau: Studienrätin soll Stadträtin werden – SPD Rodgau, 27. Februar 2024: Janika Martin zur Ersten Stadträtin gewählt: „mit Wirkung vom 01. Juni 2024 bis zum 31. Mai 2030 unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Zeit zur hauptamtlichen Ersten Stadträtin ernannt“ – Stadt Rodgau: Erste Stadträtin Janika Martin Nach dem Geschäftsverteilungsplan des Bürgermeisters sind die hauptamtlichen Magistratsmitglieder als Dezernenten jeweils für einen Teil der Ämter und Fachbereiche der Stadtverwaltung zuständig. Darüber hinaus haben auch zwei ehrenamtliche Stadträte kleiner zugeschnittene Dezernate übernommen: Winfried Sahm (Bündnis 90/Die Grünen) ist seit Juni 2016 Dezernent für Sport und Kultur, Wolfram Neumann (SPD) leitet seit Mai 2017 das damals neu geschaffene Energiedezernat.Stadt Rodgau: Dezernenten

Ortsbeiräte Für die fünf Rodgauer Stadtteile wurden bis 31. März 2016 Ortsbezirke mit Ortsbeiräten gebildet. Die Ortsbeiräte wurden bei den Kommunalwahlen in gesonderten Abstimmungen von den Wahlberechtigten des jeweiligen Stadtteiles gewählt. Sie hatten im Stadtparlament beratende Funktion. Die Stadtverordnetenversammlung hatte 2011 beschlossen, alle Ortsbeiräte zum 1. April 2016 (d. h. zur nächsten Kommunalwahl) abzuschaffen.op-online.de

Wappen und Flagge mini|100px Wappen

Flagge Die Flagge von Rodgau wurde am 1. Februar 1979 durch das Hessische Innenministerium genehmigt.