Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines ist seit 1793 eine Untergliederung im Colmar-Ribeauvillé im Département Haut-Rhin in der Region Grand Est in Frankreich.
Name Mines heißt auf Deutsch „Minen“ oder „Gruben“. Das zentrale Gebiet des Kantons ist identisch mit dem Val d’Argent, dem „Silbertal“.
Geschichte Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines entstand 1793 bei der Neugliederung Frankreichs. Von 1871 bis 1919 lag er im Kreis Rappoltsweiler und trug den Namen Markirch. Bis 2015 gehörten fünf Gemeinden zum Kanton. Am 22. März 2015 wurde der Kanton völlig umstrukturiert. Zu den bisherigen 5 Gemeinden kamen 25 weitere Gemeinden aus anderen Kantonen. Diese 25 Gemeinden gehörten bis 2015 zu den Kantonen Ribeauvillé (alle 10 Gemeinden), Kaysersberg (10 der 12 Gemeinden des Kantons) und Lapoutroie (alle 5 Gemeinden).Dekret Nr. 2014-207 des französischen Innenministeriums zur Neueinteilung der Kantone im Département Haut-Rhin
Geografie Der Kanton Sainte-Marie-aux-Mines grenzt im Norden und Nordosten an das Département Bas-Rhin, im Südosten an die Kantone Colmar-2 und Colmar-1, im Süden an den Kanton Wintzenheim sowie im Westen an das Département Vosges.
Sprache Die Ortschaften des ehemaligen Kantons Lapoutroie und drei der fünf Gemeinden des alten Kantons Sainte-Marie-aux-Mines waren stets eine frankophone Sprachinsel inmitten des Elsass. Beim vom Aussterben bedrohten Welche (dt. Welsch) oder Vosgien handelt es sich um einen galloromanischen Unterdialekt des Lorrain aus der Gruppe der Langues d’oïl, der u. a. eng mit dem Wallonischen verwandt ist. In den anderen Gemeinden spricht man traditionellerweise Elsässisch.
Gemeinden Der Kanton besteht aus 28 Gemeinden mit insgesamt Einwohnern (Stand: ) auf einer Gesamtfläche von km²:
Gemeinde Elsässisch/Patois Deutsch Einwohner () Fläche (km²) Codepostal CodeInsee Ammerschwihr Ammerschwihr Ammerschweier 68770 68005 Aubure Altwihr Altweier 68150 68014 Beblenheim Bawle Bebelnheim 68980 68023 Bennwihr Bànnwihr Bennweier 68126, 68630 68026 Bergheim Barige Bergheim 68750 68028 Fréland Ürbach Frâlât Urbach bei Kaysersberg 68240 68097 Guémar Geemàr Gemar 68970 68113 Hunawihr Hunewihr Hunaweier 68150 68147 Illhaeusern Ìllhìsre Illhäusern 68970 68153 Katzenthal Kàtzedàl Katzenthal 68230 68161 Kaysersberg Vignoble Kaiserschbàrig(-Vignoble) Kaysersberg-Vignoble 68240 68162 Labaroche Barosch Labarotche Zell 68910 68173 Lapoutroie Schnierlach Lè Peutraille Schnierlach 68650 68175 Le Bonhomme Bonom Lo Bonam Diedolshausen 68650 68044 Lièpvre Laweröi Co Lieuf Leberau 68660 68185 Mittelwihr Mìttelwihr Mittelweier 68630 68209 Orbey Urwes Orbey Urbeis 68370 68249 Ostheim Ostheim Ostheim 68150 68252 Ribeauvillé Ràppschwihr Rappoltsweiler 68150 68269 Riquewihr Richewihr Reichenweier 68340 68277 Rodern Rodre Rodern 68590 68280 Rombach-le-Franc Rumbàch Robé Rumbach 68660 68283 Rorschwihr Rorschwihr Rorschweier 68590 68285 Sainte-Croix-aux-Mines Sànkriz Sankt Kreuz im Lebertal 68160 68294 Sainte-Marie-aux-Mines Màrkirich Markirch 68160 68298 Saint-Hippolyte Sampìlt Sankt Pilt 68590 68296 Thannenkirch Dànnekìrich Thannenkirch 68590 68335 Zellenberg Zallebari Zellenberg 68340 68383 Kanton Sainte-Marie-aux-Mines Màrkirich Markirch - 6815
Bis zur landesweiten Neuordnung der französischen Kantone im März 2015 gehörten zum Kanton Sainte-Marie-aux-Mines die fünf Gemeinden Aubure, Lièpvre, Rombach-le-Franc, Sainte-Croix-aux-Mines und Sainte-Marie-aux-Mines. Sein Zuschnitt entsprach einer Fläche von 108,40 km2. Er besaß vor 2015 einen anderen INSEE-Code als heute, nämlich 6823.
Veränderungen im Gemeindebestand seit der landesweiten Neuordnung der Kantone 2016: Fusion Kaysersberg, Kientzheim und Sigolsheim → Kaysersberg Vignoble
Politik Im 1. Wahlgang am 22. März 2015 erreichte keines der drei Wahlpaare die absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl am 29. März 2015 gewann das Gespann Pierre Bihl/Émilie Helderlé (beide Union de la Droite|UD) gegen Jean-François Abraham/Jacqueline Marie (beide FN) und Nadège Florentz/Henri Stoll (beide DVG) mit einem Stimmenanteil von 44,87 % (Wahlbeteiligung:51,29 %).Wahlergebnis der beiden Wahlgänge
Seit 1945 hatte der Kanton folgende Abgeordnete im Rat des Départements:
Vertreter im conseil général des DépartementsAmtszeitNamePartei1945–1949Georges Balland MRP1949–1955Auguste Schmitt RPF, danach Républicains sociaux1955–1961Louis Marchal SFIO, danach Union pour la défense de la République (UDR) 1961–1998Guy Naudo Républicains indépendants, danach UDF-Parti républicain1998–1999Raymond Hestin DVD 1999–2004Jacques Loëss PRG2004–2015Christian Chaton Alsace d’abord, danach UMP 2015– Pierre BihlÉmilie HelderléUnion de la Droite
Einzelnachweise
Kategorie:Kanton im Département Haut-Rhin SainteMarieauxMines