U 17 war ein U-Boot der deutschen Kaiserlichen Marine.
Bau und Indienststellung Das Boot war ein sogenanntes Zweihüllenboot, als Hochseeboot in einem Amtsentwurf konzipiert.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 46.Eberhard Möller/Werner Brack: Enzyklopädie deutscher U-Boote Von 1904 bis zur Gegenwart, Motorbuch Verlag, Stuttgart 2002, ISBN 3-613-02245-1, S. 27. Es wurde am 6. Mai 1910 bei der Kaiserlichen Werft Danzig in Auftrag gegeben. Es war geplant, das Boot mit Dieselmotoren auszurüsten, was allerdings an Lieferschwierigkeiten scheiterte.Ulf Kaack: Die deutschen U-Boote Die komplette Geschichte, GeraMond Verlag GmbH, München 2020, ISBN 978-3-96453-270-1, S. 24–25. Der Stapellauf fand am 16. April 1912, die Indienststellung am 3. November 1912 unter Kapitänleutnant Johannes Feldkirchner statt.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 67.
Technik Das Boot war 62,35 m lang und 6 m breit und hatte einen Tiefgang von 3,4 m sowie eine Verdrängung von 564 Tonnen über und 691 Tonnen unter Wasser. Die Besatzung bestand aus 29 Mann, davon vier Offiziere. Die Maschinen für die Überwasserfahrt waren vier Achtzylinder-Zweitakt Petroleummotoren von Körting mit zusammen 1.030 kW (1400 PS). Zur Unterwasserfahrt kamen zwei AEG-Doppel-Modyn-Elektromotoren mit zusammen 824 kW (1.120 PS) zum Einsatz. Damit waren Geschwindigkeiten von 14,9 kn über Wasser bzw. 9,5 kn unter Wasser möglich. Der Aktionsradius des Boots betrug bis zu 6700 NM bei Überwasserfahrt. Bei getauchter Fahrt mit 5 kn Marschgeschwindigkeit wurden bis zu 75 NM erreicht. Die maximale Tauchtiefe betrug 50 Meter. Die Bewaffnung bestand aus sechs mitgeführten Torpedos, die über zwei Bug- und zwei Heckrohre verschossen werden konnten, sowie einer 3,7-cm-Revolverkanone bis Ende 1917, die ab 1915 durch ein zusätzliches 5-cm-Geschütz ergänzt wurde.
Einsätze und Verbleib U 17 gehörte bei Kriegsbeginn der I. U-Bootflottille in Kiel an. Vom 10. Januar 1916 bis Kriegsende wurde das Boot zu Ausbildungszwecken eingesetzt.
Das Boot unternahm insgesamt 16 Feindfahrten, bei denen zwölf Handelsschiffe mit einer Gesamttonnage von 16.635 BRT versenkt wurden.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 101.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 123. Nach anderen Quellen waren es vier Feindfahrten mit elf versenkten Schiffen und zwei Schiffen, welche als Prise aufgebracht wurden und 4.956 BRT hatten.U 17 auf uboat.net englisch, abgerufen am 31. Juli 2024.Versenkungsliste von U 17 auf uboat.net englisch, abgerufen am 31. Juli 2024.
Das erfolgreiche aufbringen und versenken des englischen Dampfer Glitra mit 866 BRT am 20. Oktober 1914 vor der norwegischen Küste bei Skudesnes durch U 17 war die erste Versenkung eines Handelsschiffs im Ersten Weltkrieg. Nach Prisenrecht wurde das Schiff angehalten und die Besatzung aufgefordert das Schiff zu verlassen. Danach wurden die Seeventile geöffnet und das Schiff sank. Die Besatzung des Schiffes wurde von der norwegischen Marine aufgenommen.Harald Bendert: U-Boote im Duell. 2. Auflage. E. S. Mittler und Sohn, Hamburg 2004, ISBN 3-8132-0832-X, S. 9.Eintrag der Glitra in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 2. August 2024. Sechs Tage später, am 26. Oktober 1914 torpedierte das Boot nahe Cap Gris-Nez die französische Kanalfähre Amiral Ganteaume mit 4.590 BRT, wobei 40 Menschen ums Leben kamen. Es war der erste Angriff ohne Vorwarnung eines deutschen U-Boots auf ein Handelsschiff im Ersten Weltkrieg.Bericht des Augenzeugen Thomas McClune an Bord der Queen englisch, abgerufen am 2. August 2024.
Ab dem 27. Januar 1919 wurde U 17 auf der Kaiserlichen Werft Kiel abgewrackt. Die gepresste Hülle wurde Anfang 1920 an die Stinnes AG verkauft.Bodo Herzog: Deutsche U-Boote 1906–1966. Erlangen: Karl Müller Verlag, 1993, ISBN 3-88199-687-7, S. 88.
Versenkte Schiffe (Auswahl) Die folgende Liste enthält alle verifizierten Schiffe, welche von U 17 versenkt wurden: Am 12. Juni 1915 der britische Tanker Desabla (6.047 BRT)Eintrag der Desabla in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024. Am 8. August 1915 der schwedische Dampfer Malmland (3.676 BRT)Eintrag der Malmland in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024. Am 10. August 1915 der britische Dampfer Utopia (155 BRT)Eintrag der Utopia in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024. Am 14. August 1915 der britische Fischkutter Gloria (130 BRT)Eintrag der Gloria in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024. Am 16. August 1915 der norwegische Dampfer Romulus (819 BRT)Eintrag der Romulus in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024. Am 16. August 1915 der norwegische Dampfer Tello (1.218 BRT)Eintrag der Tello in der Wrackdatenbank englisch, abgerufen am 6. August 2024.
Kommandanten
mini|links|hochkant|Kapitänleutnant Johannes Feldkirchner + Kommandanten von U 17 Dienstgrad Name von bis Kapitänleutnant Johannes Feldkirchner 3. November 1912 7. März 1915 Kapitänleutnant Hans Walther 8. März 1915 26. Dezember 1915 Kapitänleutnant Hermann von Fischel 27. Dezember 1915 28. März 1916 Kapitänleutnant Johannes Feldkirchner 29. März 1916 23. April 1916 Kapitänleutnant Walter Remy 24. April 1916 3. Oktober 1916 Kapitänleutnant Karl Koopmann 4. Oktober 1916 15. Januar 1917 Kapitänleutnant Max Eltester 16. Januar 1917 12. März 1917 Kapitänleutnant Kurt Heeseler 13. März 1917 5. Mai 1917 Kapitänleutnant Walther Telge 6. Mai 1917 28. Juli 1917 Kapitänleutnant Hans Beyersdorff 29. Juli 1917 14. Dezember 1917 Korvettenkapitän Paul Pastuszyk 15. Dezember 1917 20. Juli 1918
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Militär-U-Boot (Kaiserliche Marine) Kategorie:Kaiserliche Werft Danzig Kategorie:U-Boot im Ersten Weltkrieg Kategorie:Abwrackung in Kiel