mini|Rathaus Overath mini|Standesamt Overath

Overath ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis im Süden des Landes Nordrhein-Westfalen. Die Ortschaft wurde im Jahre 1060 erstmals erwähnt.

Geographie Lage Der Hauptort liegt etwa 25 Kilometer östlich von Köln im Aggertal im Bergischen Land. Die weiteren Ortslagen befinden sich im Aggertal, im angrenzenden Sülztal und auf den umliegenden Anhöhen.

Höchster Punkt des Stadtgebietes, und auch des gesamten Rheinisch-Bergischen Kreises, ist mit der Kleine Heckberg bei Federath.

Nachbarstädte und -gemeinden An Overath grenzen (im Uhrzeigersinn) im Westen Rösrath und im Nordwesten Bergisch Gladbach (beide Rheinisch-Bergischer Kreis), im Norden Kürten (Rheinisch-Bergischer Kreis), im Nordosten Lindlar und im Osten Engelskirchen (Oberbergischer Kreis) sowie im Südosten Much, im Süden Neunkirchen-Seelscheid und im Südwesten Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis).

Stadtteile Neben dem Hauptort mit etwa 8000 Einwohnern gehören zur Stadt Overath folgende Stadtteile: 220px|Karte der Stadtteile Overaths Brombach Heiligenhaus Immekeppel Marialinden Steinenbrück Untereschbach Vilkerath

Weitere Ortslagen sind die Ortsteile:

Abelsnaaf – Aggerhof – Aggermühle – Alemich – Altenbrück – Bettenachen – Bengelshöhe – Bernsau – Birken – Birkenhof – Bixnaaf – Bixnaafermühle – Blindenaaf – Blindenaafermühle – Breidenassel – Breitenstein – Brombacherberg – Broich – Brücke – Büchel – Burg – Burghof – Burgholz – Büscherhöfchen – Büscherhöfchen – Cyriax – Dahl – Diepenbroich – Eulenthal – Fahn – Falkemich – Federath – Ferrenberg – Fischermühle – Großbernsau – Großbuchholz – Großoderscheid – Großhurden – Großschwamborn – Grube Nikolaus – Hagen – Halfenslennefe – Halzemich – Hammermühle – Hardt – Hentgesnaaf – Höhe – Hufe – Hufenstuhl – Katzemich – Kepplerburg – Kirschbaum – Klef – Klefhaus – Kleinoderscheid – Kleinschwamborn – Kotten – Krahwinkel – Kram – Krampenhöhe – Kreutzhäuschen – Landwehr – Leffelsend – Linde – Lokenbach – Lölsberg – Lombachsmühle – Lorkenhöhe – Meegen – Meegen – Meesbalken – Mittelbech – Mittelauel – Neichen – Neuenhaus – Niedergrützenbach – Oberauel – Obergrützenbach – Obermiebach – Obersteeg – Obervilkerath – Oderscheiderberg – Oderscheiderfeld – Probstbalken – Rappenhohn – Rittberg – Rott – Rottfeld – Schalken – Schiefenthal – Schlingenthal – Schmitzbüchel – Schommelsnaaf – Schwellenbachermühle – Siebelsnaaf – Siefen – Tixhoven – Unterauel – Untermiebach – Untervilkerath – Vilshoven – Viersbrücken – Voßwinkel – Warth – Wasser – Weißenstein – Wüststeimel

Geschichte mini|Der Steinhof, heute ein Restaurant, ist eine der ältesten Niederlassungen in Overath. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1662.

Bei seiner ersten Erwähnung um 1065 hieß der Ort „Achera“ (nach der Agger). Vermutlich wegen der Ansiedlung an der Aue-Rodung änderte sich der Name zu „Ouerode“ (etwa 1280), „Ovverode“ (1304), „Overadt“ (1582), und schließlich zu „Overath“. Damals übertrug der Kölner Erzbischof Anno II. den Hofverband Achera – aufgeteilt in Oberacher (achera superior) und Unteracher (achera inferior) – mit allem Zubehör an die von ihm gegründete Abtei Siegburg, wodurch der Abt von Siegburg Grund- und Lehnsherr in Overath wurde. Anno hatte Ober- und Unteracher vom Utrechter Bischof beziehungsweise von einem Grafen Konrad durch Tausch erworben. Im Jahre 1363 wird Overath, nach vorheriger Verpfändung der Gerechtsame im Jahre 1311 und der niederen Gerichtsbarkeit von Overath und Altenrath an den Grafen Adolf VI. von Berg, durch die Übertragung von Amt Löwenberg mit an die Grafen von Berg übertragen. Danach gehörte Overath zum Herzogtum Berg, nach der Bergischen Ämtereinteilung wurde Overath dem Amt Steinbach zugeordnet.

Der Ortsteil Cyriax wurde als Klosterhof vom Siegburger Kloster gegründet, beziehungsweise diesem geschenkt. Der Hof liegt zirka 1,5 km vom Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums Overath (mit Gymnasium, Sekundar- und Realschule). Heute wird keine Landwirtschaft mehr betrieben, aber der Hof und die Liegenschaften sind noch erhalten.

Bereits um 1250 sind die Overather Honschaften Löderich, Heiliger, Burg, Oderscheid, Miebach, Balken und Vilkerath bezeugt.

Der älteste bekannte Reisebericht aus Overath stammt von 1591. Arnoldus Buchelius (1565–1641) berichtet in seinem Tagebuch u. a. über die Stationen einer Reise über die Brüderstraße, auf der er in Overath übernachtete:

„Ich sah hier eine schöne mit Blei gedeckte Kirche, ein silberklares Flüsschen, in dem sehr viele Forellen waren, die Agger, ein mit schönen Bäumen umpflanztes Schloss im Besitz der Edlen zu Bernsau und ein wunderhübsches, süsses Mädchen, eine wahre Augenweide.“vgl. Hermann Keussen: Die drei Reisen des Utrechters Arnoldus Buchelius nach Deutschland, insbesondere sein Kölner Aufenthalt II. (DjVu-Format; auf Wikisource) In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein insbesondere das Alte Erzbistum Köln, 85, 1908, S. 53

Overath gehörte ab 1806 zum französischen Satellitenstaat Großherzogtum Berg. Dort wurde bei der Einführung von Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild im Kanton Lindlar des Arrondissements Mülheim im Département Rhein auch die Mairie (Bürgermeisterei) Overath eingerichtet. Nachdem das Gebiet 1815 an Preußen gefallen war, wurde aus der Mairie die preußische Bürgermeisterei Overath. Diese kam 1816 zum neuen Kreis Mülheim am Rhein und bestand nur aus der Landgemeinde Overath.Gemeindeverzeichnis Rheinprovinz 1871 1932 kam Overath zum Rheinisch-Bergischen Kreis.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden der Gemeinde gemäß § 10 Köln-Gesetz zum 1. Januar 1975 Teile der Stadt Bensberg (Ortsteile Untereschbach und Immekeppel) sowie der Gemeinden Hohkeppel und Rösrath eingegliedert. Am 1. Januar 1997 wurde der Gemeinde das sogenannte Stadtrecht verliehen, das heißt, dass sie von jetzt an die Bezeichnung „Stadt“ führen durfte.

Bevölkerung Einwohnerstatistik Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Werte bis 1970 stammen aus den Volkszählungen. Werte ab 1975 stammen aus der amtlichen Fortschreibung der Verwaltung und beziehen sich auf das 1975 durch das Köln-Gesetz § 10 vergrößerte Stadtgebiet.

Jahr/Stichtag Einwohner 1825 3.700Christian Simons: Das Aggerthal bei Overath. Kölner Verlags-Anstalt, 1901, S. 77 1843 4.671 1846 4.685Christian Simons: Das Aggerthal bei Overath. Kölner Verlags-Anstalt, 1901, S. 76 1900 5.347 07.05.1939 6.511 29.10.1946 10.620 13.09.1950 10.534 06.06.1961 11.544 01.01.1967 13.914 26.05.1970 15.694Gebietsreform 31.12.1974 20.379 31.12.1975 20.606 31.12.1976 20.877 Stichtag Einwohner 31.12.1977 21.051 31.12.1978 21.090 31.12.1979 21.095 31.12.1980 21.476 31.12.1981 21.960 31.12.1982 22.363 31.12.1983 22.610 31.12.1984 22.838 31.12.1985 22.918 31.12.1986 23.169 31.12.1987 22.814 31.12.1988 23.060 31.12.1989 23.435 31.12.1990 23.902 Stichtag Einwohner 31.12.1991 24.413 31.12.1992 24.904 31.12.1993 25.087 31.12.1994 25.192 31.12.1995 25.319 31.12.1996 25.361 31.12.1997 25.713 31.12.1998 25.969 31.12.1999 26.059 31.12.2000 26.115 31.12.2001 26.410 31.12.2002 26.629 31.12.2003 26.964 31.12.2004 27.022 Stichtag Einwohner 21.12.2011 26.749 31.12.2005 27.106 31.12.2006 27.213 31.12.2007 27.081 31.12.2008 27.057 31.12.2009 26.999 31.12.2010 27.170 31.12.2012 26.768 31.12.2013 26.812 31.12.2014 26.977 31.12.2015 27.264 31.12.2016 27.118 31.12.2017 27.062 31.12.2020 27.368 mini|500px|Einwohnerentwicklung von Overath von 1825 bis 2017 nach Gebietsständen getrennt (rot vor 1975, blau ab 1975)

Konfessionsstatistik Gemäß dem Zensus 2022 waren 41,1 % der Einwohner römisch-katholisch, 16,9 % evangelisch und 42,0 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an oder machten keine Angabe.Stadt Overath Religion, Zensus 2022 Der Anteil der evangelischen und katholischen Kirchenmitglieder an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Mit Stand 31. Dezember 2025 waren von den 27.794 Einwohnern 35,9 % (9.985) katholisch, 15,0 % (4.175) evangelisch und 49,1 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an.Stadt Overath Einwohnerstatistik Zahlen, Daten, Fakten, abgerufen am 28. Februar 2026

Politik

Stadtrat Der Stadtrat hat 44 Sitze und wird alle fünf Jahre gewählt. Das bei der Kommunalwahl am 13. September 2020 erzielte Ergebnis ist in den Diagrammen zu den Stimmenanteilen und zur Sitzverteilung wiedergegeben.

Bürgermeister

Amtierender Bürgermeister ist Michael Eyer (CDU). Er wurde am 14. September 2025 mit 50, 39 % zum neuen Bürgermeister der Stadt Overath gewählt.Bürgermeisterwahl - Kommunalwahlen 2020 in der Stadt Overath - Gesamtergebnis Amtsvorgänger war von 2020 bis 2025 Christoph Nicodemus (parteilos).Bürgermeisterwahl 2014

Finanzen Die Schulden der Stadt Overath beliefen sich zum Stichtag 31. Dezember 2012 auf 101,44 Mio. Euro (3790 Euro je Einwohner).Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Integrierte Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände – Anteilige Modellrechnung für den interkommunalen Vergleich – Stand 31. Dezember 2012 Als eine der ersten Kommunen in Deutschland hat die Stadt Overath am 10. Dezember 2014 für den Bereich der städtischen Finanzen freiwillig eine sogenannte Nachhaltigkeitssatzung beschlossen, über die die Stadt anstrebt, einen weiteren Anstieg der Verschuldung zu verhindern, die bestehenden Schulden zu reduzieren und die dauerhafte finanzielle Leistungs- und Handlungsfähigkeit der Stadt sicherzustellen.

Wappen Das Wappen von Overath gibt es seit dem 5. März 1938.

Städtepartnerschaften Overath unterhält Städtepartnerschaften mit der Stadt Pérenchies in Frankreich und mit Colne Valley, einem Urban District von Kirklees in England. Die deutsch-französische Partnerschaft wurde 1973 von den Bürgermeistern Josef Büscher (Overath) und Roger Dutriez (Pérenchies) besiegelt.Trauer in Overath um Roger Dutriez im Kölner Stadt-Anzeiger vom 22. Oktober 2009, S. 39

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

mini|Ruine Burg GroßbernsauDie Ruine der Burg Großbernsau steht in der Nähe der Bundesstraße 55 von Overath in Richtung Engelskirchen in einem frei zugänglichen Waldstück und kann jederzeit besichtigt werden.

siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Overath und Liste der Bodendenkmäler in Overath

Sakralgebäude Die katholische Kirche im Ort ist der heiligen Walburga geweiht. Bis 1803 bestand im Cyriax eine Klosterniederlassung der Benediktiner-Abtei vom Michaelsberg in Siegburg.

Der Stadtteil Marialinden ist ein Marienwallfahrtsort. Dort steht die Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung.

In der Kapellenstraße im Hauptort Overath steht die evangelische Versöhnungskirche.mini|hochkant|St. WalburgaIm Ortsteil Neichen findet man die Friedenskirche der „Freikirche Overath“.

Die Moschee des islamischen Kultur- und Fördervereins befindet sich in der Hammermühle.

Im Ortsteil Steinenbrück gibt es eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.

Sport Der SSV Overath 1919 e. V. ist der Breitensportverein im Overather Zentrum. Angeboten werden Fußball, Handball, Basketball, Faustball, Volleyball, Leichtathletik, Kinderturnen und Sportgymnastik.

Der Karate-Do Overath e. V. bietet seit 2001 Shotokan Karate in Overath.Historie 2001 auf karate-do-overath.de

Musik Zahlreiche Vereine prägen die Musikszene in Overath. Der Männergesangverein und das Tambourcorps „Edelweiß“ sind feste Größen im Overather Vereinsleben und engagieren sich auch über die musikalischen Aktivitäten hinaus. Eine weitere Größe ist die Big Band Overath unter Leitung von Dirk Pawelka, die inzwischen weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist.

Regelmäßige Veranstaltungen Die Big Band Overath veranstaltet regelmäßig Big Band Festivals, Konzerte und ähnliche Veranstaltungen in Overath und der näheren Umgebung.Events der Big Band Overath Homepage der Big Band Overath