mini|Luftbild Golfplatz Wittenbeck, gelegen an der Ostsee in Mecklenburg mini|Einige Spielbahnen des Golfplatzes Son Termens, Mallorca Ein Golfplatz ist ein Areal, auf dem Golf gespielt wird. Es handelt sich somit um eine besondere Form der Sportstätte. Normalerweise wird ein Golfplatz von einem Golfarchitekten entworfen. Wesentliche Elemente sind dabei Abschläge, Fairways und Grüns (mit Loch), die jeweils mit einer Vegetation aus unterschiedlichen Sportrasenarten gedeckt sind. Dazu kommen noch die Bunker (mit Sand gefüllte Senken), Wasserhindernisse (Teiche, Wasserläufe, Biotope oder Sümpfe) und das Rough (ungepflegtes Gelände).

Etymologie Im 19. Jahrhundert gab es das Wort „Golf Course“, von dem sich der deutsche Begriff Golfplatz herleitet, noch nicht. Stattdessen sprach man von Links (Golfplätze an den Küsten) und – zunächst durchaus abwertend – Greens (Golfplätze im Landesinneren). Daraus leiten sich auch Begriffe wie Greenkeeper oder Green Fee ab, die sich also nicht nur auf die heute als Grün bezeichnete Puttfläche beziehen, sondern auf den gesamten Golfplatz. Da Linksland nicht in ausreichender Menge vorhanden war, wurden immer mehr Inlandsplätze in immer besserer Qualität gebaut, sodass man mit „Golfing Course“ und später „Golf Course“ einen Oberbegriff einführte.Geoffrey S. Cornish, Ronald E. Whitten: The Architects of Golf. HarperCollins, New York 1993, ISBN 0-06-270082-0

Infrastruktur mini|Luftbild des Golfplatzes am Tuniberg bei Freiburg mini|Eine Spielbahn des Golfplatzes Strandhill in Sligo, Irland Fast alle Golfplätze sind Teil einer Golfanlage, die außer dem Platz selbst auch noch andere Einrichtungen enthält:

Der Übungsbereich kann eine Driving Range (zum Üben langer Schläge) enthalten, Chipping oder Pitching Grüns (für kurze Schläge), Putting Grüns (zum Üben des Puttens), sowie mehrere Kurzbahnen. Bei 9 oder mehr Kurzbahnen spricht man auch von einem Kurzplatz, der insbesondere Anfängern die ersten Schritte ermöglichen soll. Weiterhin gibt es in der Regel ein Clubhaus mit sanitären Anlagen, Umkleideräumen und einer Gaststätte, dem sogenannten „19. Loch“. Auch das Sekretariat und der Pro-Shop (Geschäft für Golfartikel) befinden sich normalerweise im Clubhaus. Weitere Gebäude dienen den Greenkeepern zur Unterbringung ihrer Gerätschaften, insbesondere der Rasenpflegemaschinen, sowie dem Caddie-Master. Dieser verwaltet die Golf Carts (Elektroautos für Golfer, die nicht zu Fuß gehen wollen oder können), Leihschläger für Gäste und Spinde der Mitglieder. Außerdem erbringt er bestimmte Dienstleistungen wie kleinere Reparaturen, Reinigung von Golfschlägern oder (daher sein Name) Organisation der Caddie-Truppe, sofern eine solche vorhanden ist. Letzteres ist heutzutage jedoch sehr selten geworden. Schließlich gehört zu einer Golfanlage noch ein Parkplatz, der manchmal in Bereiche für Mitglieder und Bereiche für Gäste unterteilt ist.

Verbreitung

Weltweit gibt es ca. 35.000 Golfplätze und ca. 60 Mio. Golfer, in Deutschland sind es ca. 675.000 Golfer.

In Europa befinden sich per Stand 2021 die meisten Golfplätze in England, genau 2.270 stehen zu Buche. Dahinter rangieren Deutschland (1.050), Frankreich (804), Schweden (552), Schottland (614), Irland (494), Spanien (404), Dänemark (346), Niederlande (330) und Italien (321).https://www.golfsportmagazin.de/golf-in-zahlen-anzahl-golfer-deutschland/ In Österreich sind es 157.https://www.golfinfo.at/de/faq.html

Baukosten Die Kosten für den Bau eines Golfplatzes betragen in Europa meist zwischen 1,5 und 5,2 Millionen Euro. Das schließt weder die infrastrukturellen Einrichtungen wie Clubhaus, Übungsbereich oder Parkplatz ein noch die benötigten Gerätschaften für die Platzpflege oder den Erwerb bzw. die Pacht des Grundstücks.

Neben Qualitätsunterschieden (Faktor zwei bis drei zwischen geringen und hohen Ansprüchen) schlagen vor allem Standortfaktoren zu Buche: so liegt Osteuropa mit 1,5 Millionen Euro am unteren Ende der Skala, Nord- und Mitteleuropa kommen auf 2,5 und 2,7 Millionen Euro, Großbritannien (3,9 Millionen Euro) und Westeuropa (5,2 Millionen Euro) bewegen sich am oberen Ende. Im Mittleren Osten steigen die Baukosten aufgrund des Wüstenklimas und der höheren Ansprüche der Kunden auf fast 10 Millionen Euro an. Als Untergrenze für einen weitgehend in Eigenregie gebauten, nicht allzu aufwändigen Platz wird eine Million Euro veranschlagt.From North Cape to Cape Town. KPMG Advisory Ltd., Ungarn 2008.

Platzkapazität Der Deutsche Golf Verband e. V. (DGV) stellt den ihm angeschlossenen Golfclubs bis zu 700 DGV-Ausweise je 9 Loch, bei einer Bahnlänge (Abschlag gelb) > 2.200 Meter zur Verfügung (Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren werden dabei nicht mitgezählt). Bei einer Bahnlänge bis 2.000 Meter stellt der DGV 350 DGV-Ausweise zur Verfügung. Bestimmte Kriterien können zu einer Erhöhung dieses Kontingentes führen.https://serviceportal.dgv-intranet.de/files/pdf1/grundsaetze-ausweiskontingent-kleine-golfanlagen.pdf

Routing und Layout Die Anordnung der Bahnen zueinander und die Spielreihenfolge nennt man das Routing des Golfplatzes. Spricht man hingegen vom Layout, so meint man entweder den inneren Aufbau einer einzelnen Spielbahn oder ganz allgemein die Art und Weise wie der Golfplatz in die Natur eingebettet wurde. Die Anzahl der Golfbahnen auf einem Platz ist immer durch 3 und meist durch 6 teilbar: Eine komplette Golfrunde wird regulär über 18 Löcher, also z. B. 2 × 9 Loch, gespielt. Es gibt also Plätze mit 9, 18, 27, 36 Spielbahnen, wobei die weitaus häufigste Form die mit 18 Löchern ist. Größere Anlagen (z. B. mit 36 Bahnen) verfügen oft über einen separaten Junioren-, Senioren- oder einen Master-Course.

Traditionelles Routing Historisch haben sich Golfplätze so entwickelt, dass die ersten neun Löcher weg vom Clubhaus führten („out“) bis zum maximal entfernten Punkt des Golfplatzes. Dort kehrte man um und spielte neun Löcher wieder zurück („in“) zum Clubhaus. Die Vorstellung dabei war, dass man neun Löcher in den Wind und neun Löcher mit Rückenwind spielte. Da der Golfsport sich an den windigen Küsten Schottlands entwickelte, waren die vorherrschenden Windrichtungen ein wichtiger Faktor bei der Planung des Routings.

Modernes Routing mini|Der Golfplatz Winnerod ist ein typisches Beispiel für einen Platz mit modernem Routing Heute steht das Clubhaus oft in der Mitte des Golfplatzes, sodass dort jeweils eine Schleife von neun Löchern beginnen und auch wieder enden kann. So hat man alle zwei Stunden (das ist die ungefähre Spielzeit für neun Bahnen) die Möglichkeit zu entscheiden, ob man aufhören möchte. Auch können Spieler, die ein kürzeres Golfvergnügen suchen, nur 9 Loch spielen – viele Anlagen bieten dazu an, entweder Loch 1–9 oder 10–18 zu spielen. Bei geschickter Planung können 27 Löcher, also drei 9-Loch-Schleifen, um ein Clubhaus herum gebaut werden. Das hat den Vorteil, dass man auf 18 Loch ein Turnier abhalten kann und immer noch neun Loch zur Verfügung hat für Spieler, die nicht an dem Turnier teilnehmen wollen.

Par Golfbahnen (auch verkürzt „Löcher“ genannt) werden entsprechend ihrer Länge in folgende Kategorien eingeteilt:

Par-3-Löcher Auf Par-3-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit drei Schlägen den Ball eingelocht haben. Sie sind so angelegt, dass der Spieler das Grün mit dem ersten Schlag erreichen kann. Es muss also eine gerade Linie vom Abschlag bis zum Grün geben. Mit zwei weiteren Putts soll dann der Ball eingelocht sein. Die Länge beträgt für Herren bis zu 229 Meter (250 Yards) und für Damen bis zu 192 Meter (210 Yards). Ein 18-Loch-Golfplatz hat meist vier dieser kurzen Bahnen.

Par-4-Löcher Auf Par-4-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit vier Schlägen eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, landet auf dem Fairway und soll dann mit dem zweiten Schlag auf das Grün geschlagen werden. Mit zwei Putts soll der Ball dann eingelocht werden. Insofern muss es keine gerade Linie mehr vom Abschlag bis zum Grün geben, das Fairway darf einmal abknicken. Dieser Knick oder auch eine Spielbahn mit einem solchen Knick wird Hundebein oder Dogleg genannt. Die Länge dieser Bahnen liegt für Herren zwischen 230 und 430 Meter (470 Yards), für Damen zwischen 193 und 366 Meter (400 Yard). Par-4-Löcher machen den Großteil eines Golfplatzes aus, normalerweise 10 von 18 Löchern.

Par-5-Löcher Auf Par-5-Löchern sollte der Spieler idealerweise mit fünf Schlägen eingelocht haben. Der Ball wird abgeschlagen, einmal auf dem Fairway weitergespielt und mit dem dritten Schlag auf das Grün gebracht. Hinzu kommen wiederum zwei Putts. Par-5-Löcher dürfen deshalb bis zu zwei Doglegs haben, bei überdurchschnittlicher Länge führen sie aber in der Regel geradeaus. Par-5-Löcher messen für Herren ab 431 Meter, für Damen ab 367 Meter. Ein 18-Loch-Golfplatz hat meist vier dieser langen Bahnen.

Par 6 oder mehr In sehr seltenen Fällen gibt es Löcher mit einem Par von sechs oder mehr. Das hat in der Regel publikumswirksame Gründe, bei Profiturnieren und auch im semiprofessionellen Amateurbereich beschränkt man sich fast immer auf Par 3, 4 und 5. In Europa gibt es zehn Par-6-Löcher: Das längste ist die Bahn 17 auf dem Golfpark Karlsruhe Gut Batzenhof in Deutschland (740 Meter).Aus Golfpost.de Bewertung Gut Batzenhof Das zweitlängste findet man im Penati Golf Resort in der Slowakei (716 Meter). Das drittlängste befindet sich auf dem Platz des Golfclubs Limpachtal in der Schweiz (666 / 552 Meter), das viertlängste ist das achte Loch (660 / 589 Meter) des Tölzer Golfclubs in Deutschland. Ein weiteres befindet sich auf dem PGA New Course des Golfclubs Himmerland in Dänemark (621 / 547 Meter), eines auf dem Kungälv Kode GK in Schweden (651 / 625 Meter) und eines auf dem Daycourse des Golfclubs Frühling / Götzendorf in Österreich (614 / 594 Meter). Seit August 2021 findet man auch in Berlin ein Par 6 (634 / 562 Meter) im Golfresort Pankow. Inzwischen gibt es auch auf dem Golfplatz Siek/Ahrensburg mit der Bahn C2 eine weitere Par-6-Bahn mit einer Länge von 622 bzw. 525 Metern. Auf dem 9-Loch-Platz des Märkischen Golf Club e. V. in Hagen gab es im Jahr 2023 die Par-6-Bahn 4 / 13 (601 / 534 Meter), die für eine komplette 18-Loch-Golfrunde zwei Mal gespielt werden musste. Auf der Asian Tour wurde im Jahr 2005 ein über 800 Meter langes Par 6 gespielt, was bei Traditionalisten Kritik hervorrief.

Spielbahn mini|Typische Elemente einer Spielbahn: 1 = Abschlag, 2 = Frontaler Wassergraben, 3 = Rough, 4 = Aus, 5 = Bunker, 6 = Wasserhindernis, 7 = Fairway, 8 = Grün, 9 = Flagge, 10 = Loch Alle Zahlen in diesem Abschnitt stammen von der GCSAA (Golf Course Superintendents Association of America) und wurden über den Durchschnitt aller Turnierplätze der amerikanischen Profitouren ermittelt.

Abschlag mini|Abschlag mit einem Vierer-Flight, im Hintergrund links Übungsgrün (für Chips und Annäherungsschläge) und rechts Putting-Green mini|Colin Montgomerie beim Abschlag (Austrian Open 2006) Ein Abschlag ( oder ) ist der Ort, an dem das zu spielende Loch beginnt. Der Abschlag ist eine rechteckige Fläche, zwei Schlägerlängen tief, deren Vorder- und Seitenbegrenzungen durch die Außenseiten von zwei Abschlagmarkierungen bezeichnet werden. Ein Ball befindet sich außerhalb des Abschlags, wenn er vollständig außerhalb liegt. Der Abschlag ist in anderem Zusammenhang auch

a) nach dem Vorgabensystem die Fläche von maximal 10 Meter vor und hinter dem Messpunkt, innerhalb derer die Abschlagmarkierungen von der Spielleitung platziert werden müssen, damit vorgabenwirksam gespielt werden kann, und

b) im Golfplatzbau das eigentliche Bauwerk auf einem Loch, das dann auch mehrere Abschläge im Sinne des Vorgabensystems bzw. der Erklärung beinhalten kann. Diese Abschlagflächen sind eher eben und oft leicht, manchmal gar nicht oder im Einzelfall sehr stark erhöht.

c) der erste Schlag (vom Abschlag aus)