Mit Degania () werden zwei Kibbuzim im Nordbezirk Israels bezeichnet, die südwestlich des Sees Genezareth nahe am Ausfluss des Jordans aus dem See liegen (vorheriger Name des Gebiets: oder ). Beide gehören zum Regionalverband ʿEmeq haJarden.

Degania Alef mini|links|Degania A, oben links, Degania B, darunter Wenn „Degania“ ohne weitere Erläuterung verwendet wird, ist damit meist Degania „A“ bzw. „Aleph“ gemeint. Degania A ist der älteste der israelischen Kibbuzim und damit der Vorläufer aller späteren Gemeinschaftssiedlungen. Er wurde am 28. Oktober 1910 von einer Gruppe zionistischer Einwanderer aus Belarus gegründet.Siehe hierzu: History of Degania (Weblinks) Der Name Degania leitet sich vom hebräischen Wort dagan „Getreide“ ab (angebaut wurden dort allerdings Zitrusfrüchte und Frühgemüse). Im Jahr 1911 machte eine zweite Gruppe, die auf den Prinzipien des Kollektivismus basierte, aus Degania die „Mutter der kollektiven Siedlungen“ und den Vorzeigekibbuz, den auch Albert Einstein und Tomáš Garrigue Masaryk besuchten.

Zu den ersten, die in Degania lebten und arbeiteten, gehörten der Schriftsteller Aharon David Gordon sowie Joseph Trumpeldor. Mitbegründer des Kibbuz war der Politiker und Schriftsteller Schmuʾel Dajan. Sein Sohn Mosche Dajan, der spätere Landwirtschafts-, Außen- und Verteidigungsminister, war eines der ersten Kinder, die in Degania geboren wurdenMartin van Creveld: Moshe Dayan, Weidenfeld & Nicolson, London 2004, ISBN 0-297-84669-8, S. 21–39. Von den Mitgliedern der Siedlung wurden viele spätere Kibbuzgründungen unterstützt. Die aus Prag stammende Miriam Singer arbeitete hier seit 1920 als Kindergärtnerin und schrieb 1935 das deutschsprachige Kinderbuch Kelle und Schwert: aus den Heldentagen von Dagania.Miriam Singer: Kelle und Schwert: aus den Heldentagen von Dagania. Tel-Aviv: Omanuth, 1935.

Vor der israelischen Staatsgründung war Degania als vorgeschobener Verteidigungsposten von Bedeutung; im Unabhängigkeitskrieg 1948 konnte die syrische Armee vor dem Ort gestoppt werden. Hermann Maas schildert die Lebensverhältnisse in den Jahren 1950Hermann Maas: Skizzen von einer Fahrt nach Israel. Karlsruhe 1950, S. 25–29. und 1953,Hermann Maas: - und will Rachels Kinder wieder bringen in das Land. Reiseeindrücke aus dem heutigen Israel. Heilbronn 1955, S. 41–45. Erich Lüth im Jahr 1959.Erich Lüth: Das ist Kanaan. Erlebnisse und Begegnungen in Israel. Hamburg 1959, S. 12f. Degania A hatte 2016 752 Einwohner. abgerufen am 1. April 2018

Degania Bet Degania „B“ bzw. „Bet“ entstand 1920 in unmittelbarer Nähe der vorherigen Siedlung. Der Hauptgrund der Neugründung war, dass nach dem starken Anwachsen der alten Siedlung die persönlichen Beziehungen innerhalb der Gemeinschaft als gefährdet angesehen wurden. Degania B hatte 2016 650 Einwohner.

Wandern Degania ist Teil des nördlichen Israel National Trail, eines aktuell ca. 1.100 Kilometer langen Fernwanderwegs.

Siehe auch Degania: The First Kibbutz Fights Its Last Battle (englisch)

Literatur

Christian Seebauer: Israel Trail mit Herz: Das Heilige Land zu Fuß, allein und ohne Geld. MALIK / NATIONAL GEOGRAPHIC, ISBN 978-3-492-40496-9

Weblinks

History of Degania (offizielle Website in englischer Sprache)

Einzelnachweise

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