Basisdaten Landeskirche: Evangelische Landeskirche in Württemberg Prälatur: Reutlingen Karte 200px|Lage des Kirchenbezirks Sulz am Neckar innerhalb der Evang. Landeskirche in Württemberg

Der Evangelische Kirchenbezirk Sulz am Neckar war einer von 43 Kirchenbezirken bzw. Kirchenkreisen der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Sein Gebiet war deckungsgleich mit dem Dekanat Sulz am Neckar.

Seit dem 1. Januar 2025 ist der größte Teil des ehemaligen Kirchenbezirks Sulz am Neckar im neu gegründeten Kirchenbezirk Rottweil aufgegangen, während die Gemeinden, die in den Landkreisen Zollern-Alb und Freudenstadt liegen (also z. B. Rosenfeld und Horb), Teil der Kirchenbezirke Balingen und Freudenstadt wurden.

Geografie Der Kirchenbezirk Sulz am Neckar lag im Südwesten des Gebiets der württembergischen Landeskirche. Sein Gebiet umfasste zum Großteil die Ausläufer des mittleren Schwarzwalds. Zu ihm gehörte der Norden des Landkreises Rottweil, also die Städte und Gemeinden Aichhalden, Dietingen (ohne Hauptort und Ortsteil Gößlingen), Dornhan, Epfendorf, Eschbronn, Fluorn-Winzeln, Lauterbach, Oberndorf am Neckar, Schramberg, Sulz am Neckar und Vöhringen, der Südosten des Landkreises Freudenstadt, also die Städte und Gemeinden Alpirsbach (nur Stadtteile Peterzell und Römlinsdorf), Empfingen, Eutingen im Gäu (nur Hauptort), Horb am Neckar (ohne die Stadtteile Bittelbronn und Dettlingen) und Loßburg (nur die Stadtteile Betzweiler-Wälde und Vierundzwanzighöfe), die Ortsteile Bierlingen, Felldorf und Wachendorf der Gemeinde Starzach (Landkreis Tübingen), die Kernstadt und die Stadtteile Bickelsberg, Brittheim, Isingen und Leidringen der Stadt Rosenfeld sowie die Stadtteile Binsdorf und Erlaheim der Stadt Geislingen im Zollernalbkreis.

Nachbarkirchenbezirke Der Kirchenbezirk Sulz am Neckar grenzte an folgende Kirchenbezirke (im Uhrzeigersinn beginnend im Westen): Freudenstadt, Calw-Nagold, Herrenberg, Tübingen, Balingen und Tuttlingen. Im Südwesten hatte er eine Grenze zur Evangelischen Landeskirche in Baden.

Geschichte Das Gebiet des ehemaligen Dekanats bzw. Kirchenbezirks Sulz am Neckar gehörte vor 1800 zu einer Vielzahl von Herrschaften. Davon führten nur wenige, darunter Württemberg, die Reformation ein. Daher ist das Gebiet mehrheitlich katholisch geprägt. Evangelisch ist vor allem der Raum Sulz am Neckar, wo ab 1534 die Reformation eingeführt wurde. Die Stadt wurde alsbald auch Sitz einer Spezialsuperintendantur, die jedoch von 1583 bis 1616 den Äbten von St. Georgen bzw. Alpirsbach unterstand. Seit 1617 ist Sulz Sitz der Spezialsuperintendantur, heute Dekanat. Sie gehörte zunächst zum Generalat Bebenhausen, ab 1810 zu Tübingen, ab 1823 zu Reutlingen, ab 1913 zu Ulm und schließlich wieder zum Generalat Reutlingen, aus dem die heutige Prälatur Reutlingen hervorging.

Bis 1919 gehörte auch die Kirchengemeinde Alpirsbach zum Kirchenbezirk Sulz am Neckar. Durch Bekanntmachung des Konsistoriums vom 4. Juli 1919 wurde sie in den Kirchenbezirk Freudenstadt umgegliedert.

Zum 1. Januar 2025 fusionierte der Kirchenbezirk Sulz am Neckar mit dem Kirchenbezirk Tuttlingen zum neu gegründeten Kirchenbezirk Rottweil.

Leitung des Kirchenbezirks Die Leitung des Kirchenbezirks oblag der Bezirkssynode, dem Kirchenbezirksausschuss (KBA) und dem Dekan.

Dekane des Kirchenbezirks Sulz am Neckar seit 1793 1793–1814 Johann Georg Bauder 1815–1824 Johann Friedrich Christian Hartmann 1824–1843 Gottlieb Friedrich Binder 1844–1857 Dr. Karl Gottlieb Hegelmajer 1857–1864 Paul Friedrich Lang 1864–1870 Christian Friedrich Kalchreuter (1819–1904) 1871–1877 Ulrich Finckh (1825–1897) 1877–1887 Dr. Robert Kern 1887–1892 Alfred Friedrich Klemm 1892–1903 Hermann Friedrich Öffinger 1903–1917 Gottlob Meidele 1918–1925 Wilhelm Keller 1926–1936 Dr. Hermann Findeisen 1937–1944 Albrecht Schmidt 1944–1953 Ernst Rapp (1898–1988) 1953–1968 Alfons Schosser (1905–1974) 1968–1988 Karl Hartmann (1925–1998) 1988–1996 Wilhelm Scheytt (* 1931) 1997–2012 Claus-Dieter Stoll (* 1948) 2012–2022 Ulrich Vallon (* 1959) 2022–2024 Christoph Hofius (Administrator) (1966–2026)https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.kirchenbezirk-rottweil-trauert-ploetzlicher-tod-von-pfarrer-christoph-hofius-reisst-eine-grosse-luecke.99daa5c2-132b-44e3-8204-9d169b730b28.html

Schuldekane im Kirchenbezirk Sulz am Neckar Zusammen mit dem Dekan bildet der Schuldekan das Dekanatamt. Der Dienstsitz des Schuldekans für die Kirchenbezirke Sulz am Neckar und Freudenstadt befindet sich in Freudenstadt. Derzeitiger Schuldekan ist seit 1. August 2012 Hans Jörg Dieter.

nicht vollständig 1979–1989 Gottfried Dinkelaker (* 1937) 1989–1997 Dietrich Elsner (* 1937) 1998–2012 Albrecht Winkler (1952–2013) seit 2012 Hans Jörg Dieter (* 1960)

Kirchengemeinden Im Kirchenbezirk Sulz am Neckar gab es insgesamt 36 Kirchengemeinden, von denen sich mehrere zu Gesamt- bzw. Verbundkirchengemeinden zusammengeschlossen haben, aber weiterhin eigenständige Körperschaften des öffentlichen Rechts bleiben. Die jeweils in Klammern hinter dem Namen der Kirchengemeinde angegebenen Gemeindegliederzahlen beziehen sich auf das Jahr 2005 und sind gerundet.

Das ehemalige Gebiet des Kirchenbezirks Sulz am Neckar ist gemischtkonfessionell. Alte evangelische Kirchen bzw. Kirchengemeinden gibt es daher nur in den Orten, die schon früh die Reformation eingeführt haben. In den mehrheitlich katholischen Orten zogen evangelische Bewohner überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg zu, so dass es dort meist junge evangelische Kirchengemeinden gibt.

Die Kirchengemeinden waren zu vier Nahbereichen zusammengefasst. Hier arbeiten die einzelnen Kirchengemeinden eng zusammen. Zu den einzelnen Nahbereichen gehören die namensgebenden Kirchengemeinden sowie folgende weitere Kirchengemeinden: Zu Sulz-Horb die Kirchengemeinden Dettingen, Mühlen am Neckar, Dürrenmettstetten, Holzhausen, Hopfau, Sigmarswangen; zu Kleiner Heuberg-Mühlbachtal die Kirchengemeinden Bergfelden, Bickelsberg, Brittheim, Isingen, Leidringen, Mühlheim am Bach, Renfrizhausen, Rosenfeld, Rotenzimmern, Trichtingen, Vöhringen und Wittershausen; zu Dornhan-Oberndorf die Kirchengemeinden Aistaig, Boll, Betzweiler, Wälde, Marschalkenzimmern, Weiden, Peterzell und Römlinsdorf; zu Schramberg-Sulgen die Kirchengemeinden Fluorn, Lauterbach, Locherhof und Rötenberg.

Kirchengemeinde Aistaig mini|links|120px|Galluskirche in Aistaig Die Kirchengemeinde Aistaig (etwa 800 Mitglieder) umfasst den Stadtteil Aistaig der Stadt Oberndorf am Neckar, wobei der Weiler Lautenbach erst durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 10. Mai 1928 von der Kirchengemeinde Oberndorf in die Kirchengemeinde Aistaig umgegliedert wurde. Eine Pfarrei wird in Aistaig bereits 1275 erwähnt. Die Kirche, ursprünglich Filiale von Oberndorf am Neckar, war dem Heiligen Gallus geweiht. Die heutige Kirche wurde 1404 erbaut, das Schiff 1764.

Kirchengemeinde Bergfelden mini|120px|Remigiuskirche in Bergfelden Die Kirchengemeinde Bergfelden (etwa 1.100 Mitglieder) umfasst den Stadtteil Bergfelden der Stadt Sulz am Neckar. Die erste Kirche der fränkischen Siedlung (um das Jahr 600) wurde bereits ihrem Nationalheiligen Remigius, dem Bischof von Reims, geweiht. Die heutige Remigiuskirche, eine Wehrkirche, die zu den schönsten und besterhaltenen Kirchenburgen des Landes zählt, wurde in den Jahren 1513–1517 erbaut und ebenfalls dem Heiligen Remigius geweiht. Die drei Glocken in dem 36 m hohen Wehrturm wurden 1427 und 1470 gegossen, die älteste in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. An der Chornordwand wurden bei Renovierungsarbeiten im Jahr 1940 wertvolle Fresken freigelegt.

In der Kirchengemeinde gibt es einen 1935 gegründeten Kirchenchor mit 25 Mitgliedern und einen Posaunenchor mit 31 Mitgliedern (Stand im Jubiläumsjahr 2008), der 1958 vom damaligen Pfarrer Auer gegründet wurde. Die bis 1957 zur Kirchengemeinde Bergfelden gehörigen Evangelischen aus Bernstein wurden durch Bekanntmachung des Oberkirchenrats vom 7. Januar 1957 der Kirchengemeinde Renfrizhausen zugeordnet.Internetauftritt der Kirchengemeinde Bergfelden

Verbundkirchengemeinde Betzweiler-Peterzell Kirchengemeinde Betzweiler mini|links|120px|Evang. Kirche Betzweiler Die Kirchengemeinde Betzweiler (etwa 1.250 Mitglieder) umfasst die Ortsteile Betzweiler und Vierundzwanzig Höfe der Gemeinde Loßburg. Kirchlich gehörte Betzweiler zunächst als Filiale zu Dornhan. Eine Kapelle zum Heiligen Georg wurde aber bereits 1353 erwähnt. 1882 wurde in Betzweiler eine eigene Pfarrei errichtet. Die Kirche in Betzweiler ist spätgotisch und befindet sich in einem ummauerten Friedhof. Das Pfarramt Betzweiler betreut die gesamte Verbundkirchengemeinde Betzweiler-Peterzell. Zum 1. April 1948 wurden die Vierundzwanzig Höfe von der Kirchengemeinde Dornhan in die Kirchengemeinde Betzweiler umgegliedert.Landeskirchliches Archiv Stuttgart, A 129, Nr. 3148-5, Pfarrbericht, S. 1. Eine Kirche gibt es in Vierundzwanzig Höfe nicht.

Kirchengemeinde Peterzell mini|120px|Peter-und-Paul-Kirche in Peterzell Die Kirchengemeinde Peterzell (etwa 450 Mitglieder) umfasst den Stadtteil Peterzell und alle zugehörigen Weiler, darunter Breitenwies und Hönweiler, der Stadt Alpirsbach. Peterzell soll der Sage nach aus einer von einem Alpirsbacher Mönch Peter an einer Brunnenquelle errichteten Kapelle hervorgegangen sein. Eine Kirche St. Peter und Paul war im 14. Jahrhundert im Besitz eines Marschalls des Grafen von Hohenberg, später hatten die Herzöge von Teck und das Kloster Alpirsbach die Patronatsrechte. Die heutige Kirche ist im Kern gotisch mit Westturm und polygonalem Chor.

Kirchengemeinde Römlinsdorf mini|links|120px|Nikolaus-Oswald-Kirche in Römlinsdorf Die Kirchengemeinde Römlinsdorf (etwa 240 Mitglieder) umfasst den Stadtteil Römlinsdorf der Stadt Alpirsbach. Bereits im Jahre 1316 kam Römlinsdorf zum Kloster Alpirsbach und so zum Peterzeller Kirchensatz, zu dem der Ort kirchlich stets gehörte. Eine Kirche St. Oswald wird 1564 genannt, später wurde sie auch Nikolauskirche genannt. Die Kirche dürfte aber bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Die romanische Kirche hat einen rechteckigen Grundriss und einen quadratischen Chor.

Kirchengemeinde Wälde Die Kirchengemeinde Wälde umfasst den Ortsteil Wälde der Gemeinde Loßburg. Kirchlich gehörte Wälde zunächst zu Unterbrändi und ab 1642 zu Fürnsal, das seinerzeit Sitz der Pfarrei Unterbrändi wurde. Die Kirche von Wälde befindet sich im Weiler Breitenau. Sie wird 1460 als Kapelle zur Heiligen Brigitta bezeugt. Die heutige Kirche ist die 1770 erbaute Brigitta-Barbara-Kirche.

Verbundkirchengemeinde Bickelsberg-Brittheim Die Verbundkirchengemeinde Bickelsberg-Brittheim besteht seit 2019.

Kirchengemeinde Bickelsberg mini|120px|Georgskirche in Bickelsberg Die Kirchengemeinde Bickelsberg (etwa 700 Mitglieder) umfasst den Stadtteil Bickelsberg der Stadt Rosenfeld. Kirchlich gehörte Bickelsberg zunächst zu Leidringen. Eine Kapelle St. Georg wurde 1322 erwähnt. Sie wurde 1505 zur eigenen Pfarrei erhoben. 1534 wurde die Reformation eingeführt. Die heutige Kirche wurde 1746 erbaut, der Turm ist aber älter. Das Pfarramt Bickelsberg betreut seit 1542 auch die direkt benachbarte Kirchengemeinde Brittheim.

Kirchengemeinde Brittheim Die Kirchengemeinde Brittheim umfasst den Stadtteil Brittheim der Stadt Rosenfeld. Eine Kirche und Pfarrei wird in Brittheim bereits 1275 erwähnt. Der Kirchensatz gehörte im 14. Jahrhundert den Herren von Zimmern, anschließend einigen Bürgern von Rottweil, schließlich dem Kloster Alpirsbach. 1534 wurde die Reformation eingeführt. 1542 wurde die Pfarrei mit Bickelsberg vereinigt, wo sich seither der Pfarrsitz befindet. Die heutige Allerheiligen-Kirche in Brittheim wurde 1860/61 generalsaniert, ist aber sehr viel älter, unter anderem der Turm. Die Kirchengemeinde Brittheim wird bis heute vom Pfarramt Bickelsberg betreut.

Kirchengemeinde Boll-Bochingen mini|links|120px|Evangelische Kirche Boll