Die Fußball-Regionalliga-Saison 1967/68 war die fünfte Spielzeit der seinerzeit zweithöchsten Spielklasse im deutschen Fußball. Erstmals durfte ein Spieler pro Mannschaft und pro Spiel im Spielverlauf ausgewechselt werden, sofern dieser verletzungsbedingt spielunfähig wurde.

Saisonüberblick Kickers Offenbach schafften, nachdem sie bereits mehrmals erst in den Aufstiegsspielen gescheitert waren, erstmals den Sprung in die Bundesliga. Begleitet wurden sie ins Oberhaus von Hertha BSC, die nach dem Zwangsabstieg 1965 die Rückkehr schafften.

Die Saison war keine gute Spielzeit für die Aufsteiger aus der 1. Amateurliga. Von elf Mannschaften schafften mit dem 1. FC Phönix Lübeck, dem BFC Alemannia 90, dem Lüner SV, dem SC Fortuna Köln und SSV Jahn Regensburg nicht einmal die Hälfte den Klassenerhalt. Neuling SC Friedrichsthal musste Bundesliga-Absteiger Borussia Neunkirchen Platz machen, ebenso stieg das Gründungsmitglied Karlsruher SC aus der deutschen Eliteklasse ab.

Modus 85 Mannschaften spielten in fünf Regionalligen. Die zwei besten Mannschaften einer jeden Regionalliga am Ende der regulären Saison spielten in jeweils zwei fünf Mannschaften umfassenden Runden die beiden Erstligaaufsteiger aus. Mit Ausnahme der Regionalligen Südwest und Süd, in denen die drei letzten Mannschaften betroffen waren, mussten in allen Ligen die beiden Letztplatzierten in die 1. Amateurliga absteigen.

Nord Saisonverlauf Titelverteidiger Arminia Hannover, Vorjahresvize Göttingen 05 und der VfL Wolfsburg mit seinen Torschützen Wilfried Kemmer und Wolf-Rüdiger Krause lieferten sich bis zum letzten Spieltag am 12. Mai 1968 einen spannenden Kampf um die Meisterschaft. Am vorletzten Spieltag, den 5. Mai, verloren die führenden Wolfsburger das Heimspiel gegen Göttingen mit 1:2 Toren und mussten am Schlusstag als spielfreie Mannschaft zusehen, wie die Rivalen aus Hannover und Göttingen in ihren Spielen gegen den VfB Oldenburg beziehungsweise Sperber Hamburg noch an ihnen vorbeizogen. Arminia gelang mit Trainer Hans Hipp die Titelverteidigung mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Oldenburg und Göttingen holte sich mit Trainer Fritz Rebell erneut mit einem 7:0-Sieg gegen Sperber die Vizemeisterschaft. Neuling Phönix Lübeck überraschte mit dem sechsten Rang und das Talent Peter Nogly machte erstmals auf sich aufmerksam. In das Amateurlager stiegen Altona 93 und der zweite Aufsteiger TuS Haste 01 ab. Die Torschützenliste wurde von Kemmer (19/Wolfsburg), Heino Bachmann (16 Tore/Barmbek-Uhlenhorst) und Krause (15/Wolfsburg) angeführt. Zur Runde 1968/69 kam Helmut Heeren (VfB Oldenburg) mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund in die Fußball-Bundesliga.

Abschlusstabelle

(M) Regionalligameister Nord 1966/67 (N) Aufsteiger 1966/67

Aufstiegsrunde zur Regionalliga Nord

Die Amateurmannschaft von SV Arminia Hannover als Dritter aus Niedersachsen durfte nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Es rückte der Tabellenvierte TuS Celle nach. Die Amateurmannschaften von Werder Bremen und Bremerhaven 93 durften als Bremer Meister bzw. Vizemeister ebenfalls nicht an der Aufstiegsrunde teilnehmen. Es rückte der Dritte SV Woltmershausen nach.

Gruppe A

Gruppe B

Berlin Saisonverlauf Hertha BSC holte sich 1968 die dritte Meisterschaft in Folge in Berlin, Tennis Borussia ebenso die dritte Vizemeisterschaft in Serie. Hertha gab in den 15 Heimspielen nur einen Punkt ab und kassierte in 30 Punktspielen lediglich elf Gegentore. Die Defensive um Torhüter Volkmar Groß, die Verteidiger Lothar Groß, Uwe Witt, Peter Enders, Ivan Šangulin und Tasso Wild war der Garant für den erneuten Titelgewinn. Gastspiele von Hertha BSC sorgten bei den Vereinen aus den Stadtteilen für gute Einnahmen. Rapide Wedding bescherte der Auftritt von Hertha BSC eine Zuschauerzahl von 5092 am 4. Spieltag. Der Spandauer SV konnte am 1. Oktober 1967 bei seiner 2:3-Niederlage gegen die Herthaner 4911 Zuschauer verzeichnen, Hertha Zehlendorf am 12. November 1967 sogar 15.127 Zuschauer und der spätere Absteiger VfB Hermsdorf begrüßte bei seinem bemerkenswerten 0:0 gegen Hertha BSC am 24. März 1968 immerhin 2122 zahlende Zuschauer.

Das von Herbert Siegert trainierte Team von Tennis Borussia stand am Ende der Vorrunde punktgleich mit 24:6 Zählern auf dem zweiten Rang, punktgleich mit Hertha Zehlendorf – Helmut Faeder, Uwe Kliemann, Wolfgang Sühnholz. Beide Mannschaften lagen vier Punkte hinter Hertha BSC. Die Mannschaft von Trainer Helmut Kronsbein hatte lediglich am 15. Oktober 1967 durch eine 1:2-Niederlage bei den „Veilchen“ zwei Minuspunkte kassiert. Tennis Borussia – Lutz Steinert, Bernd Gersdorff, Georg Damjanoff, Michael Krampitz – erzielte als Vizemeister mit 108 Treffern die meisten Tore in der Runde und stellte auch mit Horst Lunenburg (30 Tore) den Torschützenkönig der Berliner Regionalliga. In der Torschützenliste folgten Klaus Hinz von Wacker 04 mit 24 Treffern vor Manfred Eichholz (Spandauer SV), Manfred Kipp (Wacker 04) und Dieter Krafczyk von Hertha BSC mit jeweils 23 Toren. Die Neuköllner Sportfreunde und der VfB Hermsdorf traten den Weg in das Amateurlager an. Der Tabellenletzte aus Hermsdorf kam in den 15 Auswärtsbegegnungen auf 9:50 Tore und holte damit drei Punkte. Der überlegene Meister Hertha BSC spielte am 24. März 1968 in der Rückrunde beim VfB 0:0 unentschieden. Zur Runde 1968/69 wurde Karl-Heinz Hausmann von Wacker 04 vom Bundesligaaufsteiger Hertha BSC für die Fußball-Bundesliga verpflichtet.

Abschlusstabelle

(M) Regionalligameister Berlin 1966/67 (N) Aufsteiger aus der Amateurliga Berlin 1966/67

West Saisonverlauf Der Kampf um die zwei ersten Plätze zur Teilnahme an der Bundesligaaufstiegsrunde entwickelte sich zu einem Dreikampf zwischen Bayer Leverkusen (Hans Benzler, Leo Wilden, Helmut Röhrig, Peter Rübenach, Karl-Heinz Brücken, Helmut Richert, Friedhelm Strzelczyk), Rot-Weiss Essen (Fred-Werner Bockholt, Roland Peitsch, Heinz Stauvermann, Werner Kik, Herbert Weinberg, Helmut Littek, Egbert-Jan ter Mors, Willi Lippens) und Rot-Weiß Oberhausen (Wolfgang Scheid, Lothar Kobluhn, Franz Krauthausen, Dieter Brozulat, Friedhelm Dick, Dieter Hentschel). Trainer Theo Kirchberg führte die Rot-Schwarzen aus dem Ulrich-Haberland-Stadion, dem Zehnten des Vorjahres, Bayer Leverkusen, überraschend zur Meisterschaft. Am letzten Spieltag konnte auch das 3:3-Remis bei Schwarz-Weiß Essen die Meisterschaft der Bayer-Elf nicht verhindern. Essen (Trainer Erich Ribbeck) und Oberhausen (Trainer Werner Stahl) gewannen zwar ihre Abschlussspiele gegen Hamborn 07 beziehungsweise Fortuna Köln, konnten damit aber nur den Punktgleichstand (RWE) beziehungsweise einen Punkt Rückstand (RWO) zu Leverkusen bewerkstelligen. RWO war der erste Verein aller Regionalligisten, der sich 1967/68 mit dem früheren ungarischen Nationalspieler Nandor Lengyel einen technischen Direktor leistete. Trainer Hermann Eppenhoff führte den VfL Bochum überraschend in das DFB-Pokalfinale gegen den 1. FC Köln. In der Punkterunde musste sich Bochum mit dem fünften Rang begnügen, aber mit deutlichem Vorsprung vor dem Bundesligaabsteiger Fortuna Düsseldorf, wo mit dem neuen Torhüter Wolfgang Fahrian und dem neuen Wiener Trainer Ernst Melchior die sofortige BL-Rückkehr nicht umgesetzt werden konnte. Der zweite Bundesligaabsteiger, RWE, konnte dagegen mit Trainerneuling Erich Ribbeck und dem überragenden Angreifer Willi Lippens als Vizemeister in die Aufstiegsrunde einziehen.

In der Torschützenliste rangierte Ernst Kuster von Arminia Bielefeld mit 28 Treffern an der Spitze. Willi Lippens folgte mit 26 Toren auf dem zweiten Rang. Mit jeweils 17 Torerfolgen teilten sich Rolf Kucharski vom TSV Marl-Hüls und Jürgen Papies von Fortuna Düsseldorf den dritten Rang in der Torschützenliste. Es folgten Heinz Poll (RWO) mit 16 Saisontoren, danach Gustav Eversberg (VfL Bochum) sowie der spätere Bundesliga-Torjäger Hans Walitza (damals noch SW Essen) mit je 15 Toren.

Von den RL-Aufsteigern erreichte der Lüner SV (Erhard Ahmann, Manfred Rüsing, Dieter Zorc) den beachtlichen achten Rang, Fortuna Köln (Peter Boers, Hans Löring, Friedhelm Otters) hielt die Klasse und der VfB Bottrop (Hans-Jürgen Fritsch, Karl-Otto Marquardt, Hans-Dieter Tippenhauer) ging aber postwendend wieder in das Amateurlager zurück. Begleitet wurde der VfB von Westfalia Herne.

Abschlusstabelle

(M) Regionalligameister West 1966/67 (A) Absteiger aus der Bundesliga 1966/67 (N) Aufsteiger 1966/67

Aufstiegsrunde zur Regionalliga West

Südwest Saisonverlauf Im Südwesten setzte sich der Dorfverein SV Alsenborn souverän als neuer Meister durch. Nach dem achten Rang des Vorjahres überraschte das Team des sportlichen Führungsduos Fritz Walter und Otto Render gewaltig und verwies die alten Oberligaspitzenmannschaften des 1. FC Saarbrücken und FK Pirmasens auf die Plätze. In einem Entscheidungsspiel holte sich TuS Neuendorf durch einen 3:2-Erfolg nach Verlängerung gegen Pirmasens die Vizemeisterschaft und zog mit Alsenborn in die Bundesligaaufstiegsrunde ein. In der Startphase verlor Alsenborn zwei Spiele – am 12. August mit 0:2 gegen Saar 05 und am 17. September mit 1:2 gegen den späteren Absteiger SC Friedrichsthal –, im weiteren Verlauf kam aber nur noch eine Niederlage am 24. März 1968 beim VfR Frankenthal mit 1:2 Toren hinzu. Am Ende hatte der SVA mit 24 Siegen und jeweils drei Remis und Niederlagen die deutlich beste Bilanz vorzuweisen. Das Gleiche gilt auch für das mit 87:21 Treffern geführte Torverhältnis. Die Meistermannschaft war besetzt mit:

Manfred Krei; Roland Kirsch, Fritz Fuchs; Erwin Rödler, Klaus Schmidt, Wolfgang Röhring; Manfred Feldmüller, Lorenz Horr, Jürgen Schieck, Franz Schmitt, Josef Sattmann, Alfons Wachter.

Der Vizemeister aus Koblenz wurde von Herbert Rappsilber trainiert und baute auf die Leistungsträger Rudolf Krätschmer, Rudolf Stracke, Willi Kostrewa, Otto Jaworski, Hans Sondermann, Helmut Horsch, Werner Hölzenbein und Hans-Günter Funke.

Spektakulär in die Saison gestartet war Neuling SC Friedrichsthal. Am 1. Spieltag gelang ein 4:0-Auswärtssieg beim FC Homburg, am 2. Spieltag gar ein 5:0-Erfolg über den Ludwigshafener SC, nach einem Unentschieden im Heimspiel gegen den VfR Frankenthal und einer anschließenden Heimniederlage gegen den 1. FC Saarbrücken, erzielte das Team einen 5:0-Auswärtssieg beim SSV Mülheim. Die Torjäger Flick und Wobido waren mehrfach erfolgreich. Danach gelang am 6. Spieltag gar ein 2:1-Heimsieg gegen den späteren Meister SV Alsenborn, ehe die Erfolgsserie riss. Am Ende musste der SC Friedrichsthal zusammen mit den anderen beiden Neulingen Ludwigshafener SC und der SSV Mülheim wieder in das Amateurlager absteigen.

Abschlusstabelle

(M) Regionalligameister Südwest 1966/67 (N) Aufsteiger 1966/67

Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest

Süd Saisonverlauf