mini|Das Kölner Opernhaus am Offenbachplatz (2010) mini|Oper Köln, Ansicht Kleiner Offenbachplatz. Die Außensanierung ist weitestgehend fertiggestellt, die originale Betonsichtigkeit der Werkstatttürme wiederhergestellt (2017).

Die Oper Köln ist das Opernhaus der Bühnen der Stadt Köln und befindet sich in der Kölner Innenstadt auf dem Offenbachplatz. Von 2012 bis 2015 wurden aufgrund der umfassenden Sanierung des Riphahn-Baus verschiedene Interimsquartiere wie der Musical Dome, das Palladium in Köln-Mülheim sowie die Trinitatiskirche bespielt. Seit 2015 nutzt die Oper Köln das Staatenhaus am Rheinpark in Köln-Deutz als Interimsspielstätte.

Die Sanierung der Kölner Oper ist eines der bislang teuersten Kulturprojekte in Deutschland. Im Januar 2022 überstiegen die erwarteten Kosten der Sanierung der Bühnen (dazu gehört auch das Schauspiel Köln) einschließlich der Kosten für Ausweichspielstätten und Finanzierung eine Milliarde Euro. Bis März 2025 erhöhten sie sich auf rund 1,5 Milliarden Euro.

Geschichte der Oper Altes Opernhaus mini|Das alte Opernhaus (um 1910)

Im Mai 1898 beschlossen die Stadtverordneten den Bau eines repräsentativen Opernhauses am Habsburgerring. Bis dahin teilten sich Oper, Operette und Schauspiel das nach einem Entwurf von Julius Raschdorff im Stil der Neorenaissance erbaute Stadttheater in der Glockengasse. Die Oper am Ring führte in der ersten Spielzeit auch noch Schauspiele auf, wurde dann aber ausschließlich als Opernhaus genutzt. Beide Häuser wurden als „Vereinigte Stadttheater“ gemeinsam geführt. Zunächst lag der Betrieb noch in den Händen eines Pächters; seit 1905 führte die Stadt das Theater auf eigene Rechnung.

Die erste Kölner Oper wurde zwischen 1900 und 1902 am Habsburgerring im Stil des Historismus nach den Plänen des Architekten Carl Moritz errichtet, der als Stadtbauinspektor in Köln tätig gewesen war, bevor er sich dort als freier Architekt etablierte. Moritz vermischte für das repräsentativ anzulegende Gebäude an der Kölner Ringstraße Formen aus Barock und Jugendstil. Der Bau wurde als gelungene Synthese „heiterer Festlichkeit“ gelobt. Mit seinen 1800 Sitzplätzen zählte es bei seiner Eröffnung am 6. September 1902 zu den größten Theatern Deutschlands.

Das fünf Geschosse hohe Gebäude war in hellen Farbtönen gehalten und mit allegorischem Figurenschmuck geziert. Die von Türmchen, Kuppeln und Giebeln geprägte Dachlandschaft wurde von einem Bronzegenius gekrönt. Für kurzweilige Entrüstung sorgte das Relief des knapp bekleideten Apoll im Mittelgiebel des Haupthauses. Dieses wurde bei einem Bombentreffer im August 1943 zerstört. Dem Bau angegliedert waren die Opernhausgaststätten nebst Garten, Musikpavillon und Springbrunnen.

Auch der gesamte Innenraum war reich mit figuralem und floralem Schmuck in Form von Fresken, Stuck und Schnitzkunst ausgestattet. Besonders gelobt wurden hierbei die Wandmalereien in der Wandelhalle von Sascha Schneider, dem Illustrator der Karl-May-Bücher. Schneider schuf für das Tonnengewölbe einen Zyklus, der die Geschichte der Menschheit darstellte und für die Wände Zyklen der Musikgeschichte und des Weltschriftentums. Die Gemälde wurden 1937/38 entfernt. Sie galten seitdem als verschollen. Private Forschungen haben ergeben, dass sie im Kölner Stadtmuseum archiviert sind. Die Gemälde sind öffentlich nicht zugänglich und in desolatem Zustand.

Das Deckengemälde von Robert Seuffert im Zuschauerraum stellte Prometheus dar, der den Menschen den göttlichen Funken überreicht. Unüblich für damalige Theaterbauten wurde das Deckengemälde nicht durch einen Lüster durchbrochen. Vielmehr waren in den einfassenden Stuckelementen Beleuchtungskörper integriert. Als Grund wurde genannt, dass man in der Bürgerstadt Köln den preiswerten Plätzen der Galerie, dem „Hahnenbalken“, nicht die Sicht verschlechtern wolle. Dieser soziale Gedanke fand jedoch kein Pendant im Foyer, das nach Klassen getrennt war.

Die technische Ausstattung wurde vom Ingenieurbüro Albert Rosenberg übernommen, das sich überwiegend auf Theaterbauten spezialisiert hatte, und war auf dem Höhepunkt ihrer Zeit. Kölner Aufführungen galten bis in die 1920er Jahre häufig als mustergültig. So wurde Der Fliegende Holländer mit Wolken-, Dampf- und Wellenmaschinerie als der Aufführung in Bayreuth weit überlegen bewertet. Auch die Personal- und Künstlerräume waren optimal ausgestattet.

Besonders gelobt wurde die vorzügliche Akustik des Hauses. Die alte Kölner Oper wurde zum Sprungbrett bedeutender Sänger wie Peter Anders und Claire Dux oder des Dirigenten Otto Klemperer. Viele Künstler blieben dem Hause über Jahrzehnte treu, so beispielsweise die Primadonna Elsa Oehme-Förster, die bereits als Kind an der Metropolitan Opera unter anderem in der Oper Königskinder von Engelbert Humperdinck gesungen hatte. Bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurden regelmäßig Festspiele in der Kölner Oper abgehalten, bei denen unter anderem Richard Strauss dirigierte.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die als „entartet“ geltenden Jugendstil-Elemente des Baus innen und außen weitgehend entfernt. Das Deckengemälde im Zuschauerraum blieb erhalten und wurde von Seuffert persönlich aufgefrischt und erweitert.

Die Kölner Oper galt für kurze Zeit als kleine „Fluchtburg“ für Künstler. Noch nach der Machtergreifung gab es zwar Festvorstellungen für das „Jüdische Handwerk“, und als die Deutschamerikanerin Elsa Oehme-Förster entlassen werden sollte, regte sich ein derartiger Proteststurm, dass die Kündigung zurückgezogen wurde.

Mit der Berufung des bekennenden Nationalsozialisten Alexander Spring zum Intendanten sollte Köln ein Bayreuth am Rhein werden. Bei Festspielen wurden überwiegend Wagner-Opern aufgeführt. Zum „Führer-Geburtstag“ 1940 ließ Spring eine Hitler-Huldigungsoper uraufführen: „Alexander in Olympia“ von Marc-André Souchay.Christoph Schwandt: Hofmüller und der Nazi aus Weimar. In: Oper in Köln. Berlin 2007, s. Lit.

Das Opernhaus wurde am 6. September 1902 mit dem dritten Akt aus Richard Wagners Oper Die Meistersinger von Nürnberg eröffnet und 1943 bei einem Luftangriff beschädigt. Trotz Wiederaufbauplänen wurde der Bau, der nach dem Krieg als Probebühne, Standesamt und Verwaltungsbau gedient hatte, 1958 abgerissen. Die Ziegel wurden für den Neubau der im Krieg zerstörten Kirche St. Alban im Kölner Stadtgarten genutzt. Der Verbleib der Schmuckelemente ist nicht bekannt. Fotos aus den 1950er Jahren belegen den wiederaufbauwürdigen Zustand des Hauses. So erkennt man sowohl die schmiedeeisernen Geländer des Haupttreppenhauses als auch fein ausgearbeitete Steinmetzarbeiten, die den Krieg überdauert hatten. An die renommierte Stelle des Opernhauses wurde ein mit einer Glasfassade verkleidetes Bürohaus für das Bundesverwaltungsamt gesetzt. Dieses Gebäude dient seit den 1980er Jahren als Hotel. Im Hotelgarten erinnert seit 1990 eine Gedenkplatte an das alte Opernhaus.

Neue Oper mini|Mosaikbrunnen am Offenbachplatz (2008)

Da die Baupläne für eine neue Kölner Oper vom Architekten Wilhelm Riphahn 1954 bereits fertiggestellt waren, musste ein neuer Standort für das Opernhaus gefunden werden; die alte Oper wurde 1958 abgerissen. Die Stadt Köln entschied sich für das Trümmergrundstück des ehemaligen Stadttheaters und der Synagoge am Offenbachplatz, das sie 1943 erworben hatte. Dazu wurde der Offenbachplatz (benannt nach Jacques Offenbach) auf der Hauptseite neu angelegt. Die Oper war ein Bekenntnis zur Moderne und sollte daher insbesondere dem „zeitgenössischen Musiktheater“ ein Inbegriff und Forum sein. Der Bau wurde auch „Indisches Grabmal“ oder „Grabmal des gescheiterten Intendanten“ genannt. Am 4. Juni 1955 fand die Grundsteinlegung für die neue Oper am Offenbachplatz statt.

Das neue Opernhaus weist keine umlaufenden Ränge im Zuschauerraum auf. Vielmehr ragen höhenmäßig versetzt Balkons in das Auditorium und gewähren einen frontalen Blick auf die Bühne. Am 18. Mai 1957 wurde die neue Oper Köln in Anwesenheit von Konrad Adenauer als Großes Haus für Oper und Schauspiel eingeweiht. Die erste Premiere im neuen Haus war Carl Maria von Webers Oper Oberon. Das Gebäude wurde bei der Eröffnung von der Presse als „schönster Theaterbau“ Deutschlands gerühmt. Der Münchner Merkur bemerkte, dass die Akustik im Hause nicht optimal sei und dass es in der Bevölkerung „lange Gesichter“ gegeben habe, da viele ihr altes Opernhaus vermissen würden. Das langjährige Ensemblemitglied Klaus Bruch war der erste Sänger, der auf der Bühne – noch vor den ersten Proben – einen Ton sang und bemerkte: „Die Akustik ist zu trocken.“

Seit der Einweihung der Oper fanden viele wichtige Uraufführungen in der Kölner Oper statt, wie z. B. Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann im Jahre 1965 oder kurz nach der Eröffnung Wolfgang Fortners Bluthochzeit. Zuletzt war hier die Uraufführung von Péter Eötvös’ Oper Love and Other Demons zu erleben (2010). Im Juli 1957 gastierte die Mailänder Scala in Köln, und Maria Callas stand als Sonnambula auf der Bühne.

Das internationale Opernstudio in Köln wurde 1961 gegründet und ist das älteste Opernstudio im deutschsprachigen Raum. Es wurde unter anderem ab 1978 von dem Kapellmeister und Busoni-Biografen Antony Beaumont, der auch das studio-orchester köln gründete,Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 63. geleitet. Sieben hochtalentierte Nachwuchssänger erhalten hier die Möglichkeit, unter professionellen Bedingungen neben erfahrenen Bühnenprofis der Oper Köln sowohl in der Kinderoper als auch auf der Hauptbühne solistisch aufzutreten. Das Opernstudio hat bereits zahlreiche große Sängerinnen und Sänger hervorgebracht, unter anderem Anne Schwanewilms.

Die Ausgestaltung des Offenbachplatzes mit dem denkmalgeschützten Mosaikbrunnen wurde vom Kölner Maler und Bildhauer Jürgen Hans Grümmer entworfen; der Brunnen wurde am 21. Dezember 1966 eingeweiht. Gelegt wurden die Mosaikelemente bei der Berliner Traditionswerkstatt Puhl & Wagner, die dem Kölner Künstler Grümmer Mosaikfragmente aus der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche (Apostelkopf) und aus dem Bad der Luxusjacht „Christina“ des griechischen Reeders Aristoteles Onassis zur Verfügung stellte.

Im Jahr 2006 bezeichnete der Architekt und Pritzker-Preisträger Peter Zumthor den Riphahn-Bau der Oper Köln öffentlich als „das komische weiße Schiff“, würdigte aber auch die festliche Anmutung des Gebäudes, die „Intimität“ des Zuschauerraums und die Identität stiftende Wirkung für das Kölner Stadtbild.zitiert und referenziert nach Uta Winterhager: Liebe Deine Stadt | Peter Zumthor preist die Kölner Oper; Bericht über eine Open-Air-Veranstaltung der Initiative „Liebe deine Stadt“ vom 22. September 2006 auf dem Offenbachplatz in Köln, archiviert auf der Webpräsenz der Architektur-Zeitschrift Bauwelt.

Kinderoper mini|hochkant|Die Oper im Jahr 2013 während der Sanierungsarbeiten