Alicia Terzian (, Transkription Alissia Tersjan; * 1. Juli 1934 in Córdoba) ist eine argentinische Komponistin, Dirigentin und Musikwissenschaftlerin armenischer Abstammung.

mini|Alicia Terzian, 2011

Leben Terzian studierte am Nationalkonservatorium von Buenos Aires bis zum Abschluss 1958 Klavier und Komposition bei Alberto Ginastera, Gilardo Gilardi, Roberto García Morillo und Floro Ugarte. 1962 ging sie nach Europa, wo sie im Kloster San Lazzaro degli Armeni nahe Venedig bei Leoncio Dayan Unterricht in mittelalterlicher armenischer Kirchenmusik nahm. Zurück in Argentinien, studierte sie noch Dirigieren bei Mariano Drago und Elektronische Musik.

Sie unterrichtete u. a. am Nationalkonservatorium und am Städtischen Konservatorium von Buenos Aires, an der Universidad Nacional de La Plata und am Kunstinstitut des Teatro Colón. 1968 gründete sie die Fundación Encuentros Internacionales de Música Contemporánea (EIMC), deren Festivals sich zu einem Forum der zeitgenössischen lateinamerikanischen Musik entwickelten. 1979 gründete sie die Grupo Encuentros, mit der sie in Konzerten auf allen fünf Kontinenten lateinamerikanische Musik aufführt.

Daneben ist Terzian u. a. beim Musikrat der UNESCO aktiv, ist Vizepräsidentin des Internationalen Frauenrates der UNESCO, Vizepräsidentin des argentinischen Komponistenverbandes, Generalsekretärin der argentinischen Gesellschaft für Musikwissenschaft, Gründerin des lateinamerikanischen Musikrates und Mitglied in den Jurys zahlreicher Musikwettbewerbe.

Schaffen Terzian schrieb für die Bühne Ballette und Theatermusiken, ferner Orchesterwerke, Kammer- und Vokalmusik sowie Stücke mit Elektronik. Kennzeichnend in ihrem Schaffen ist die Verbindung archaischer, modaler armenischer Melodik mit zeitgenössischen Kompositionstechniken der Neuen Musik. Bereits im frühen Violinkonzert (1955) verbindet sie Motive aus der armenischen Volksmusik mit mikrotonalen Elementen. Danach wandte sie sich intensiver der Viertelton-Musik zu, erste Werke dieser Phase sind Shantiniketan (1969) und Carmen Criaturalis (1970).Alicia Terzian: The Polychromaticism in the Notation of the Armenian Music. In: komitasmuseum.am (englisch). In späteren Jahren, u. a. in Canto a mi misma (1986), setzte sie in ihren Werken auch Elektronik ein.

Werke Danza criolla, op. 1, Klavier, 1954 Libro de Canciones de Lorca, Gesang und Klavier 1. Tres retratos, 1954 2. Canciones para niños, 1956 Toccata op. 4, Klavier, 1954 Tres piezas, op. 5, Streichquartett, 1954 1. Canción del atardecer 2. Pastoral con variaciones 3. Danza rústica Concierto para violín y orquesta, 1955 Movimiento sinfónico, 1956 Primera Sinfonía, 1957 Oración de Jimena Arie für Sopran und Orchester, 1957 Escena lírica für Sopran, Tenor, Bass und Orchester, 1957 Recitativo dramático del mensajero für Bass und Orchester, 1957 Tres madrigales für Frauenchor a cappella, 1958 Cantata de la tarde, 1958 Introducción y cántico de primavera, 1958 Movimientos contrastantes, 1964 Hacia la luz, Ballett, 1965 Padre Nuestro y Ave María für gemischten Chor a cappella, 1966 Movimientos, Ballett, 1968 Shantiniketan für Flöte solo, 1969 Correspondencias, 1969 Proâgon violín y orquesta de cuerdas, 1969–70 Carmen Criaturalis für Horn, Orchester und Vibraphon 1969–71 Achtamar, Ballett, 1979 El Dr. Brecht in the Colon Theatre, Musiktheater, 1981 Y cuya luz es como la profunda oscuridad für Kammerorchester, 1982 Bertoldt Brecht at the Salón Dorado, Musiktheater, 1982–83 Juana, Reina de Castilla y Aragón, hija de los Reyes Católicos, Ballett, 1983 Canto a mi misma für Streichorchester und Elektronik, 1986 Off The Edge... für Solobariton, Streichorchester und Tam-Tam, 1992–93 Les yeux fertiles für Mezzosopran, Kammerorchester und Schlagzeug, 1998

Literatur

Weblinks Homepage von Alicia Terzian

Diskographie mit Hörbeispielen Navona Records Disques Dom-Forlane

Einzelnachweise

Kategorie:Komponist klassischer Musik (20. Jahrhundert) Kategorie:Komponist (Argentinien) Kategorie:Dirigent Kategorie:Musikwissenschaftler Kategorie:Argentinier Kategorie:Geboren 1934 Kategorie:Frau